Tubus für 12" Foto-Newton

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bernhardhubl

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Hallo Leute,

Ich möchte meinen bestehenden 12" Newton reaktivieren und
für CCD tauglich machen.

Derzeit ist mein Tubus ein zweigeteilter Hartpapiertubus.
ein Stück 1200 mm und ein Stück 400 mm lang. Ich habe
zwei verschiedene Aufsätze (400 mm Stücke). Ein
Aufsatz für visuelle Beobachtung und ein Aufsatz für
Fotografie.
Das Konzept funktioniert für visuelle Beobachtung
und chemische Fotografie so halb wegs, jedoch
für CCD völlig unbrauchbar, weil nicht steif genug.


12" Dobson

12" Newton für Fotografie


Meine Idee:
Ich möchte aus dem bestehenden Newton möglichst
preisgünstig einen hochwertigen, lichtstarken Newton für ausschließlich CCD-Einsatz (ST2000XM) im Sternwartenbetrieb machen.

Folgende Punkte sind für mich klar:
1. Alle optischen Komponenten sind sehr hochwertig.
(LOMO HS und LOMO FS sowie Korrektor/Reducer von Keller).
Diese Teile werde ich wiederverwenden.
Daten: HS d=300mm f=1502 mm
FS: 78.8 mm
Brennweite mit Korrektor ca 1200 mm

2. Die Teilung des Tubus ist in meiner unprofessionellen
Ausführung Unfug. Daher werde ich einen neuen
ungeteilten Hartpapiertubus bestellen.

3. Die zweite Schwachstelle ist die unterdimensionierte
Fangspiegelhalterung. Diese möchte ich durch eine Spinne+
Halterung von Neumann ersetzen.

4. Die HS-Halterung macht einen sehr guten Eindruck. Diese
werde ich beibehalten.

5. Der Okularauszug ist ein JMI-DX1. Dieser ist zwar nicht
der beste, aber ich denke da er nun mal schon vorhanden
ist, werde ich diesen aus Kostengründen ebenfalls wiederverwenden.

Dabei stellen sich für mich folgende Fragen:

Neumann hat mir einen Tubus mit einer Wandstärke
von 6mm mit Versteifungsringen auf der Tubusinnenseite
im Bereich des Okularauszugs bzw. der Spinne empfohlen.
Der Tubus-Innendurchmesser wird 355 mm betragen.
Was meint Ihr dazu? Wieviele Versteifungsringe soll
ich anbringen? Welche Dimension? (Höhe und Innendurchmesser der Ringe)
Was ist der optimale Abstand zwischen
Tubus-Ende und Mitte des Fangspiegels?
Wo genau sollen Versteifungsringe gestzt werden?

Ich bin für alle Rückmeldungen sehr dankbar!

lg
Bernhard
 
Hallo, 6mm ist schon ziemlich fett, ob da noch eine Versteifung nötig ist? Der Tubus wird auch ziemlich schwer werden, aber du willst ja dein Foto drann hängen, also soll es stabil werden. Bei mir ist bis Tubus Ende 25 cm.
Gruß Erich
 
Hallo Erich,

Danke für Deine Antwort.
Das Gewicht ist kein Problem. Derzeit habe ich ja
auch einen 6 mm starken Tubus auf meine Montierung
geschnallt. Da meine Ansprüche deutlich gestiegen sind,
seitdem ich mit einem 4" Apo arbeite, möchte ich kein
Risiko eingehen und auf Versteifungsringe nicht verzichten.

Welchen Durchmesser hat dein Tubus?

Gibt es einen Richtwert, wie groß der Abstand zwischen Okularauszug
und Tubusende für Fotografie sein soll?
Das wird ja auch vom Tubus-Durchmesser abhöngen?
Gefühlsmäßig würde ich sagen, der Abstand sollte in etwa
so groß sein wie der Tubus-Innendurchmesser. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

lg
Bernhard
 
Hallo, bei mir ist der Innendurchmesser 350mm, Wandstärke 2mm. Der Abstand bis Rohrende hat sich automatisch ergeben, ich habe nicht besonders darauf geachtet, ich dachte ein bisschen länger gibt nicht so viel Seitenlicht.
Gesamtgewicht mit Spiegel Höhenräder ( Dobson )11,5 Kilo
Gruß Erich
 
Hallo Bernhard,

die gleichen Fragen werden mich auch bald beschäftigen, da ich mir nun bald einen 12" Spiegel schleifen möchte.
Was mich an deiner Kombination etwas stören würde ist der Korrektor. Du hast aus meiner Sicht eine gute Brennweite von 1502mm.Mit dem Korrektor machst Du das wieder kaputt. Hmmmm, ich hab keine Ahnung wie gut dein Korrektor ist. Ich verwende den Paracorr, der verlängert die Brennweite noch um 1,15 fach.
 
Hallo Erich und Mario,

Vielen Dank für Eure Kommentare!

Du hast aus meiner Sicht eine gute Brennweite von 1502mm.Mit dem Korrektor machst Du das wieder kaputt.

Das sehe ich nicht so. Ich arbeite derzeit mit einem 4" Apo
mit nur 540 mm Brennweite und bin immer wieder erstaunt,
welche Details da zum Vorschein kommen.
Mit 1200 mm Brennweite verdopple ich somit meine Brennweite
und verbessere gleichzeitig das Öffnungsverhältnis auf f4. Meine
ersten Tests haben gezeigt, dass der Korrektor bis in die
Ecken meines ST2000 Chips einwandfrei arbeitet.
Ich habe aber auch noch den Paracorr-Korrektor im Hinterkopf, sollte ich mal Lust auf mehr Brennweite haben.

Aber starten möchte ich auf alle Fälle mit 1200 mm Brennweite.

lg
Bernhard
 
Hi Bernhard.
Da ist was dran. Mir ging es aber jetzt auch auf Hinsicht deiner Tubuslänge+Gewicht / Stabilität. Vom Prinzip könntest Du auch eine Optik mit 1000mm Brennweite nehmen und mit dem Paracorr kommst Du dann auch auf 1150mm Brennweite.
Klar, Du hast den Spiegel und den Korrektor nun mal, dann macht ein Umstieg weniger Sinn.

Entweder werde ich auch mit dem Hartpapiertubus arbeiten, oder es wird ganz anders.
 
Hallo Bernhard,

Deinen geteilten Tubus belassen und ihm eine Manchette aus Hartpapierrohr mit etwas größerem Dm anlegen ca. 800 mm genau über die Mitte der beiden Tubenhälften setzen und verkleben und mit den Versteifungsringen verschrauben. (Das geht auch mit zwei Halbschalen aus dem selbe Rohrdurchmesser wenn kein Passendes verfügbar wäre, Gerd Neumann bietet gute Reststücke an). Dort sollten dann auch die Rohrschellen befestigt werden.
Mit dem Programm newt25 die Blenden berechnen und einige davon Stärker als Versteifungsringe ausführen. Außen proffessionell neu lackieren und fertig.

Gruß Günter
 
Hallo Mario und Günter,

Vielen Dank für Eure Antworten!

An Günter:
Danke für deinen Vorschlag!
Das mit der fixen Befestigung der beiden Tubusstücke
war auch meine erste Idee. Leider fehlt mir da das
handwerkliche Geschick und zweitens haben die beiden
Tubusstücke einen unterschiedlichen Außendurchmesser
(365 und 367 mm). Daher wird wohl kaum dieselbe
Steifigkeit wie bei einem ungeteilten Tubus erreichbar sein.

Ich habe ein paar Varianten in Newt25 durchgespielt.
Die meisten Werte sind aufgrund der vorhandenen Komponenten
ohnehin vorgegeben.
Folgende Werte könnte ich mir vorstellen:
Primary Mirror Diameter = 300 mm (fix vorgegeben)
Focal Length = 1502 mm (fix vorgegeben)
Tube Inside diameter = 355 mm (fix vorgegeben von HS-Halterung)
Tube Thickness = 6mm (möchte ich nicht ändern)
Focuser Height = 39,6 mm (fix vorgegeben von JMI NGF DX1)
Focuser Inside diameter = 50,8 mm (fix vorgegeben von DX1)
Focuser Extra Travel = 95 mm (fix vorgeben von Keller Reducer + ST2000)
Focuser Camera Travel = 0 (fix)
Diagonal Minor Axis = 78,74 mm (fix)
Focuser to Front End of Tube = 220 mm (variabel)
Mirror Face to Back of tube = 146 mm (fix)

Variabel sind eigentlich nur
- Abstand Mitte Okularauszug zu Tubusende (und damit die Tubuslänge)
- Dimension der Versteifungsringe

Sind 220 mm Abstand Mitte Okularauszug zu Tubusende zu wenig?

Laut Newt25 kommt es beim Okularauszug zu einer Vignettierung
des 75% Strahls. Damit muss ich leben.

Welcher Innendurchmesser für die Versteifungsringe ist sinnvoll? Laut Newt25 wären ja nur 249 mm erlaubt. Das ergibt nur 3 mm Stärke. Das ist sicher zu wenig.
Da der 75% Strahl am Okularauszug ja ohnehin schon
vignettiert wird, könnte ich mir auch eine Vignettierung
bei den Versteifungsringen erlauben.
Wie weit kann ich da gehen? Ich würde sagen, die Versteifungsringe
müssen mindestens 6 mm stark sein, damit sie Sinn machen.
Oder soll ich gleich auf 10 mm Stärke gehen?

Ich würde sagen, mit drei Versteifungsringen sollte ich auskommen:
einer am Tubusende
und einer vor und einer nach dem Okularauszug.

Newt25 schlägt eine Unmenge an Blendringen vor. Machen
diese wirklich Sinn? Wenn ja, aus welchem Material soll
man diese ausführen, wie befestigen?

Fragen, über Fragen. Ich bin für jeden Kommentar sehr dankbar!

lg
Bernhard
 
Hallo Bernhard,


der Abstand zum Tubusrand wird ab welchem Abstand unkritisch für die Vignettierung? Dann kannst du ihn ja kürzer halten.
Die Versteifungsringe am Tubusrand und unter den Okularauszug kannst Du auch z.B. achteckig ausführen, und Außen anbringen, das stabilisiert, behindert nicht den Strahlengang und eröffnet Möglichkeiten zum montieren von z.B. Sonnefiltern und Scheinerblenden und Verschlussdeckel in gleicher Bauweise. Den ganze Tubus mit Velours auskleiden und keine Blenden. Die nächsten Versteifungsringe sind dann die Rohrschellen die in einem größeren Abstand von einander auch die Verbindung zur Montierung darstellen. Diese sollten dann z.B. beim Achteck mit vier Brettern verbunden werden die restlichen tieferen könnten wenn dort noch nötig als Holzringe ausgeführt werden.
So könnte aber dein Tubus dennoch verwendet werden, wenn die Rohrschellen den Dm. Unterschied des Tubus ausgleichen. Das würde dann keinen kompletten Neubau erfordern.

Als Material kommt da ja das schon oft bewerte Multiplex in frage was jeder Schreiner gut bearbeiten kann. Hier im Forum gibt es aber auch eine ganze Menge ausgezeichnete "Holzwürmer", (wenn ich das mal so sagen darf) mit tollen so aufgebauten Teleskopen, die da sicher aushelfen können.

Gruß Günter
 
Hallo,

ob das mit dem Velours nun der Renner ist, ist für mich fraglich. Funktionieren tut das ja Prima, wie ich an meinem 8" feststellen konnte. Was nicht so schön ist, das man nach längerer Zeit die Fusseln auf dem HS und FS liegen hat, obwohl ich mehrfach abgesaugt und mit der Fusselrolle drübergegangen bin. Die Spiegel sind zwar schnell wieder gereinigt, da es ja keine feste Verschmutzung ist, aber so schön finde ich das ganze nicht. Ob Blenden nicht doch besser sind?
 
Hallo Mario,

wieviel Abschattung zur Tubuswand bringen denn, bei den Abmaßen die 3mm Blenden noch und wieviel müsste man davon einsetzen um noch einen Nutzen zu erreichen.
Velours oder Filz und ein paar fussel sind dann aber zu verschmerzen und Die würden sich mit ein bisschen Haarspray nach dem Abrollen fixieren lassen wenn nötig, vor dem Spiegeleinbau versteht sich.

Gruß Günter
 
Hallo Günter und Mario,

Danke für Eure Kommentare!

Die Versteifungsringe außen anzubringen, ist eine
sehr gute Idee. Damit kommt es durch das Tubus-Ende
zu keiner Vignettierung. Ich könnte dann den Abstand
zwischen Okularauszug und Tubusende auch größer machen, falls sinnvoll.

Den Tubus möchte ich innen auf jeden Fall mit Velours-Folie
auskleben. Die Frage ist, ob zusätzliche Blenden
im hinteren Bereich des Tubus (in der Nähe des Hauptspiegels) Sinn machen. Diese Blenden können ja
wie von Newt25 vorgeschlagen in der Nähe des Hauptspiegels
größer gemacht werden, ohne zu einer Vignettierung zu führen. Oder spricht da die Behinderung der Durchlüftung
des Tubus eher dagegen?

lg
Bernhard
 
Hallo Bernhard,

wie von Newt25 vorgeschlagen in der Nähe des Hauptspiegels größer gemacht werden, ohne zu einer Vignettierung zu führen. Oder spricht da die Behinderung der Durchlüftung des Tubus eher dagegen?
ja die können dort den Luftstrom in den Sichtbereich des Spiegels drücken, was zum Nachteil ist.

Gruß Günter
 
Hallo Bernhard,
ich beobachte seit ca. 3 Jahren mit einem 12´´ Newton, der einen von Gerd Neumann geleiferten Pertinax-Tubus mit einer Wandstärke von 4,5 mm hat und innen mit 1 Sperrholz-( hinter dem Okularauszug)und 2 Multiplexringen (unter den Rohrschellen) ausgesteift ist. Vorne und hinten außen hat er je einen Ring aus Flachalu (auch als Kantenschutz), die vom Schlösser auf Radius gebogen wurden. Das Rohr ist ultrasteif und wiegt ohne Optik und Fassungen ca. 14 KG bei einem Innendurchmesser von 380 mm. So können die Innenringe 320 mm Öffnung haben und wirken gleichzeitig als Streulichtblenden. Alles funktioniert bestens.
Viele Grüße und viel Erfolg beim Bauen
Michael Korff-Karlewski
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael,

das weis der Bernhard, das man mit 380 mm dafür Platz hat!

Gruß Günter
 
Hallo Michael und Günter,

Danke für Eure Kommentare!

An Günter:
Ok, das mit den Blendringen dachte ich mir schon.
Ich werde daher nur mit Velours-folie auskleiden.

Frage an Michael:
Bist Du sicher, dass ein Innendurchmesser von 320 mm
von deinen Versteifungsringen nicht zu Vignettierung führt.
Laut Newt25 darf ich maximal 349 mm Innendurchmesser
am Ende des Tubus haben!

Wie groß ist dein Abstand zwischen Okularauszug und Tubusende?

lg
Bernhard
 
Hallo Bernhard, der OAZ sitzt 170 mm vorm Tubusende (Tubuslänge 1650 mm), der letzte Ring sowas um 230 mm
; die Innendurchmesser der Ringe sind übrigens 326 mm, nicht 320. Das geht, weil das ein Planetennewton mit einem
speziellen optischen Design ist (Barlowlinse vor dem Fangspiegel, dadurch Obstruktion bei ca. 17 %. Also nicht für große Felder, obwohl der HS ein Öffnungsverhältnis von 1:5 hat /1503 mm Brennweite; die Gesamtbrennweite ist 3900 mm mit einem Focus über Tubus von 190 mm, damit das Baader Großfeldbino ohne Glaswegkorrektor genutzt werden kann.Man könnte die Ringe aber auch mit 349 mm Innendurchmesser machen, dann sind sie mit 15 mm Stärke immer noch stabil genug, wenn man für die 2 Multiplexringe 18mm Material, für die anderen 2 bis 3 8mm Sperrholz nimmt, das dann aber innen schräg angefräßt werden sollte. Das ganze läuft in einer massiven Rockerbox mit den Dob-Driver II von AOM bzw. Tech 2000, der prima nachführt.
Viele Grüße Michael
 
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