Tubus kürzen - wer hat damit Erfahrung ?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

edi_dei

Aktives Mitglied
Hallo,
ich habe einen Vixen M102/1000 Refraktor auf einer Zeiss TM Montierung.
Die Verwendung eines Binos geht nur mit Barlowlinse und entsprechenden Zwischenringen. Mit dem Bino habe ich dann sehr schnell die Belastungsgrenze meiner Montierung erreicht.
Deshalb möchte ich den Tubus des Refraktor kürzen.
Wer hat sowas schon gemacht?
Was ist zu beachten, rechtwinklig usw. ist klar.
Ist eine Kürzung überhaupt empfehlenswert oder wie mir Baader geschrieben hat, nur einer amateurmäßige Lösung ?
Wie ist das mit den Tubusblenden, kann die Abbildung kontrastloser werden?

Gruß, Edi
 
.....
oder wie mir Baader geschrieben hat, nur einer amateurmäßige Lösung ?.....

Na klar, so ein abwertend gemeinte Bemerkung kann nur von Baader kommen.
Natürlich ist es eine Lösung, die ein Amateur realisiert.
Aber diese Realisierung kann durchaus " profimäßig " sein, um mit dem Baader seinen Worten zu sprechen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />

Ist überhaupt kein Problem!.
Wenn Du den Tubus hinten kürzt kann es sein, daß Du ein Blende rausnehmen mußt.
Alle anderen kannst Du erstmal so lassen, es sei denn, Du willst die Blenden für eine bestimmte Größe des voll ausgeleuchteten Bildfeldes optimieren.
Natürlich muß zuvor die Optik raus. Das dürfte wohl selbstverständlich sein!
Lies erstmal hier, da wird Dir vieles klarer...

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbth...amp;Main=414805

Wolf
 
Hallo Edi,

ich habe nach einer recht ähnlichen Methode wie Wolf den Tubus meines Synta gekürzt. Vorher habe ich mir gross Gedanken gemacht was alles schief gehen kann. Schliesslich ist der Schnitt auch schief gegengen, um genau 0,2 mm. Für eine amateurmässige Arbeit ist diese Genauigkeit gar nicht mal schlecht oder? Ich würde mich jedenfalls von Baader nicht abschrecken lassen, wenn du nacher alle Schnittkanten mit mattem Lack oder DC-Fix Folie versiehst wird auch das Bild nicht flau.

MfG

Rainmaker
 
Moin Edi!

Den Tubus zu kürzen dürfte nicht das Problem sein. Du solltest Dir aber vorher den Strahlengang im Tubus aufmalen: Wieviel Glasweg hat so'n Bino? 10-15 cm? - Dann kommt natürlich der OAZ weiter in den Lichtkegel. Du kannst also Pech haben, daß der am 102M übliche M36-Auszug dann nicht mehr den vollen Lichtkegel durchläßt. Eventuell muß also auch das Auszugsrohr gekürzt werden. Mit einem 2"-OAZ wäre das nicht so dramatisch.
Ich würde mir das also erstmal auf dem Papier anschauen, bevor ich die Säge ansetze.
 
Hi Micha, das ist richtig und ich hatte es im Stillen vorausgesetzt.
@Edi, da Du das ja das erstmals machen willst, hier mal ein Bild, wo ich die Situation beim Selbstbau eines 80er TMB aufgezeichnet habe.
Das ist in der Tat die erste und zunäächst wichtigste Arbeit, die Du Dir machen muß!
Erst dann kannst Du beruhigt zur Säge greifen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Link zur Grafik: http://www.tbrumm.de/images/astro/80_480/die%20Konstruktionszeichnung.jpg

Wolf
 
Hi!

Den Tubus von Hand zu kürzen ist kein Problem. Im Link von Wolf wird alles erklärt.

Wenn Du die Version mit der Metallsäge wählst:

- Langes Holzbrett besorgen (kompletter Tubus muss drauf passen)
- 2 lange Holzleisten parallel darauf befestigen, so dass der Tubus wie auf einem langen Prisma satt aufliegt und geführt wird;
- die Holzleisten eventuell mit Filz bekleben, so dass der Tubus beim Drehen nicht beschädigt wird
- dieses Konstrukt kann man später noch mechanisch verfeinern und so als primitive optische Bank verwenden (freien Durchlaß und Brennpunkt ermitteln, usw.)
- vor allen mechanischen Aktivitäten alles vom Tubus entfernen, was nur irgendwie möglich ist (Objektiv, Rohrschellen, OAZ, Sucherhalter, ...)
- markieren wie in Wolf's Link beschrieben (eventuell vorher mit festem Klebeband abkleben, verhindert manchmal das Ausrupfen der Lackierung)
- beim Sägen langsam vorgehen und sich Zeit lassen
- nur sanften Druck ausüben, die Tuben sind teilweise leicht verformbar
- der Rest ist ja schon schön beschrieben worden

Wenn ich richtig liege, wird bei einer Tubuslänge von ca. 650 mm noch der gesamte 36mm-Ø ausgeleuchtet. Dazu noch die gesamte OAZ-Länge hinzu addieren. Es müsste also noch genügend Spielraum für Experimente vorhanden sein. Den genauen Schnittpunkt habe ich bisher immer zeichnerisch auf einem DIN A3-Blatt ermittelt (Strahlenverlauf maßstabgerecht aufgezeichnet). Wichtig ist, den OAZ mit komplett eingefahrenen OAZ-Rohr zu berücksichtigen.

Ich wünsche Dir ein gutes Gelingen!

Gruß Thomas
 
Hi Leute,

also sorry ich glaube da wurde eine Äusserung von mir missverstanden.

Mit "amateurmäßig" wollte ich ausdrücken: wir empfehlen einem Amateur
wie er sich selbst behelfen kann! Das war keineswegs "abwertend" gemeint
(es sei denn, jemand WILL es unbedingt abwertend verstehen?!? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> )

Ich habe auch schon vor Jahren selbst meinen guten, alten 5" Lichtenknecker
Refraktor "amateurmäßig" gekürzt damit ich mit Bino dran gucken kann.
Funktioniert wunderbar!

Viele Grüße:
Michael Risch
 
hi michael, da bin ich ja beruhigt und in diesem! fall aufgeklärt.
und da diese formulierung von dir! gekommen ist, dann nehme ich es auch gern zurück. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
beste grüße!
wolf
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben