Tubus richtig dimensionieren

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Hallo zusammen,

ich habe einen sehr schönen GSO Spiegel mit 8" f4, sowie GSO Komponenten aus einem f5, u.a. ein Fangspiegel mit 63mm (kurze Achse).

Gerne würde ich möglichst viele dieser Komponenten erst einmal weiter verwenden und dachte daher an einen Hartpapiertubus mit 230mm Innendurchmesser, wie ihn die GSOs haben. Als Wandstärke überlege ich, ob 5mm sinnvoll sind.

Als weitere Komponenten möchte ich gern den Octo60 von Lacerta verwenden (Fokallage 135mm über Tubus, Hub etwa 22mm). Zudem soll ein GPU Korrektor Verwendung finden. Ich möchte den OTA gerne rein fotografisch benutzen, Kamera ist eine Canon 450D, also APS-C.

Könntet Ihr mir Hilfestellung geben, wie ich einen guten Tubus dimensionieren könnte? Bei myNewton kann ich nur die Abstände von FS und HS zum Tubusrand einstellen.

Bin dankbar für jede Unterstützung!

Viele Grüße und klare Nächte
Stephan
 
Hallo Stephan,

ich hatte selbst nen ähnlichen Plan, bin aber dann günstig an einen Carbontubus gekommen. Aber nach dem was ich so gelesen habe, sollten 3mm für 8" f4 auf jeden Fall genügen - also 5mm ist bei der Größe schon weit mehr als bombensicher ;)

Leider bin ich momentan nicht zuhause, sonst könnte ich dir die Maße von meinem 8" f4 sagen - geht aber erst wieder am Wochendende.

Schöne Grüße
Dominik
 
Hallo Stephan,
Ich habe bei meinem 12 Zöller einen Hartpapiertubus mit einer Wandstärke von 4mm genommen. Das ist visuell völlig ausreichend. Wie das Fotografisch aussieht weiß ich allerdings nicht.
Gruß
Ralf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi
ohne dass ich das genau gerechnet habe, scheint mir,
der OAZ/ FS kritisch zu sein.
Fotografisch brauchst Du viel intrafokalen Weg. Da ist ein OAZ mit Fokus von 13,5 cm über Tubus wie Du schreibst contraproduktiv, denn er verlang evtl einen größeren FS.

Mit dem 63mm FS, der wenn ich nicht irre normal dazu gehört, brauchts vermutlich einen flacheren OAZ.
Checke das mal in die Richtung.
CS
 
Hallo,

vielen Dank schon einmal für Eure Antworten!

Ein Fangspiegel mit 63 mm sind sicherlich nicht optimal, aber müssten mE übergangsweise mit Flats kompensierbar sein. Falls sich das als nicht praktikabel erweisen sollte, würde ich aber einen größeren nachkaufen.

3mm Tubusdicke finde ich auf jeden Fall sympatischer ...

Der Octo60 hat eine Höhe von 75 mm und noch einmal 20 mm Fahrweg. Tommy von Teleskop-Austria sagte mir, dass der OAZ für 135 mm Fokuslage über Tubus ausgelegt ist.

Viele Grüße
Stephan

 
Hi

wenn ich das richtig verstehe, ist der Fokus also 13,5cm über Tubuswand? Dann paßt das nicht.
Rechne:
13,5 cm über Tubus plus dem Weg im Tubus bis zur FS Mitte = ca 11,5cm ergibt zusammen 25cm Weg. Bei f/4 macht dies 25/4 cm Strahlenbündel = 6,25cm. Mit Deinem 63mm FS erreichst Du genau 1mm voll ausgeleuchtetes Feld und das ist für Fotografie nicht ausreichend.

M.E. ist die OAZ Wahl zu überdenken, da die Alternative, noch mehr Obstruktion durch den FS, nur Nachteile bringt.
CS

 
Hallo Stephan,

...Gerne würde ich möglichst viele dieser Komponenten erst einmal weiter verwenden und dachte daher an einen Hartpapiertubus mit 230mm Innendurchmesser, wie ihn die GSOs haben. Als Wandstärke überlege ich, ob 5mm sinnvoll sind.

wenn du schon über Tubusdimensionierung nachdenkst, dann bedenke auch dass 230 mm Innendurchmesser ziemlich knapp wird für einen 8" HS. (Aber diesen Fehler macht ja fast jeder... :/ ) Ich denke dabei an Minimierung von Tubussseing und Reduzierung von streifendem Streulicht bei großzügiger Bemessung des ID und würde deshalb basierend auf einschlägige Versuche 250 mm vorschlagen.

Gruß Kurt

 
Hallo Antares,

danke für die Berechnung. Ich bin auf anderem Wege auch dort hingekommen. Was ich rechnerisch noch nicht ausgeführt habe ist, wie der Lichtabfall außerhalb der 100% Zone aussieht. Das sollte recht "weich" sein wegen des schnellen Öffnungsverhältnisses. Hier müsste man sehen, mit welcher Vignettierung man in der Praxis noch leben könnte, da ich ja Flats standardmäßig ohnehin machen werde. Unbestritten ist natürlich, dass 63mm nicht optimal sind.

Die Fokuslage von 13,5 über Tubus ist mE gesetzt. Der GPU Korrektor ist schon 100 mm lang und soll natürlich nicht in den Tubus ragen. Deswegen muss in der Konsequenz wohl ein größerer Fangspiegel her. Die damit einhergehende Obstruktion sollte für einen rein fotografischen Einsatz zu verschmerzen sein. Bis im Primärfokus eine Kontrasteinbuße zu bemerken ist, muss die Obstruktion doch schon sehr groß sein, oder?

Um noch einmal konkret zu fragen: Würdet ihr die Tubusdimensionen wie sie GSO vorgibt übernehmen? Oder sollte man mit Einsatz eines größeren Fangspiegels daran etwas ändern?

CS
Stephan
 
Hallo Kurt,

danke für Deine Antwort! An einen größeren Innendurchmesser (ID) habe ich auch schon gedacht. Das heißt in der Konsequenz aber, dass ich kaum Komponenten übernehmen kann und zudem auch keine Standardgröße mehr verwenden kann.

Ich frage mich, ob das geringere Tubusseeing infolge des größeren IDs für Fotografie im Primärfokus so relevant ist. Ich möchte den Newton ja nicht visuell oder für Planetenfotografie nutzen. Der Tubus soll mit Velours ausgekleidet werden. Das könnte mE auch eine thermische Isolierung ergeben und dann sogar für das Tubusseeing vorteilhaft sein.

CS
Stephan
 
Hallo Stephan,
ich habe das mal in myNewton simuliert, was Du geplant hast.
Da komme ich auf 5.24mm voll ausgeleuchtetes Feld in der Fokusebene mit dem 70mm FS.
Damit bist Du am Rand des GF bei ca. 73% Ausleuchtung.
Mit dem Raytracing kann man das gut testen in myNewton.
Der 63er FS ist viel zu klein.

Bei 135mm üT bräuchtest Du einen 76mm FS, um das Optimum rauszuholen - das läge dann bei 13.05mm 100% Ausleuchtung, begrenzt durch den OAZ-Durchmesser.
In der Konstellation kommst Du noch auf eine Randausleuchtung von ca. 80%.
Willst Du mehr, brauchst Du einen 2,5" oder 3" OAZ.
Ein noch größerer Tubus verschlimmert die Lage in dem Fall nur, weil damit der FS quasi näher zum HS rückt, wo der Kegel noch breiter ist.

Normalerweise plant man im Fotoeinsatz mit ca. 20mm Feld ausgeleuchtet zu 100%.

Wenn Du magst, kann ich Dir das xml-File gerne schicken.
 
hallo Stephan,

das geometrisch begrenzende Element ist die Grösse der letzten Linse des GPU Korrektors, das ist ca 46mm auf Höhe der Tubuswand. Damit hast du die Ausleuchtung ähnlich begrenzt wie durch den 70mm FS. Das ist eine vernünftige Dimensionierung. Ich sende dir per mail die MyNewton Datei zum Einladen, obwohl ich es nur ungefähr schaffe die 46mm an der tubuswand einzustellen. Ist nicht mm genau, auch weil der GPU den Brennpunkt um 5mm hinauslegt.
Schau unter der Sektion FS wieviel du an mag verlierst am Rand eines APS_C Chips:
"Ausleuchtung bei 28mm FOV 88,6% Verlust -0,1mag"

Wenn du mehr Ausleuchtung willst, dann brauchst du einen grösseren OAZ und vor allem Korrektor. Die guten Wynne Korrektoren wie der GPU haben aber alle eine grosse Baulänge, du gewinnst weniger als gedacht. Ich kenn jemanden der ist auf 3" umgestiegen und beisst sich nur in A. weil nun sein Kamerakasten trotzdem vignettiert (Eos6d) und er trotzdem riesige schwarze Ränder ums Rohbild hat.

Bei all dem nicht vergessen, die Fokallage ist ncht eine Eigenschaft des OAZ, sondern des Fernrohrs. Unsere Fotonewtons und der Octo/GPU sind für die Fokallage 135mm optimiert, weil wir optisch die Skywatcher Komponenten übernehmen. Wenn du den Octo60 an deinen Tubus machen willst, dann bitte zu allererst die Fokallage bei deinem Tubus ausfindig machen. Das ist bei GSO Tuben oft sehr viel weiter draussen!

lg Tommy
PS: Ralf, wo sind deine Filter?
 
Hi,

ich habe einen GSO 8" f4 mit Carbon Tubus von TS/Helmi. Alles mit den original Komponenten, also auch dem 70mm Fangspiegel. Ebenso habe ich den GPU. Desweiteren habe ich diesen Auszug:

Auszug

im Einsatz. Diese sollte Deinem Recht "ähnlich" sein. Alles in allem habe ich so ziemlich genau die Kombination im Einsatz wie Du sie auch willst, außer das ich einen 70mm FS habe. Ich bin damit sehr zufrieden! Vignetierung ist zwar vorhanden, aber sehr gutmütig.
Der Auszug ist klasse, da verkippt nichts. Selbst mit meiner gekühlten 40Dac nicht. Und die hat ein paar Gramm mehr als eine normale DSLR...

Gruß Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Markus,

ja genau den nehmen wir auch als Grundlage für den Octo60, nur machen wir die Lager justierbar (da ist oft noch etwas Spiel drin), und bauen statt der wackeligen Ausziehhülse welche nur mit 1 Schraube geklemmt wird, die Centerlock Klemmhülse dran. Dazu kommt statt der ausziehbaren Hülse ein M60 Gewinde rein. Und dann eine Schlupfpassung für den Korrektor tief unten im Auszugsrohr. So ist der samt verschraubter Kamera vorne und hinten gestützt, und kann nicht mehr verkippen.

Octo60

lg Tommy
 
Hallo Stephan,

eine Wandstärke von 3mm halte ich für etwas zu schwach, da einige Stellen am Tubus verstärkt belastet werden. Du könntest an den betroffenen Stellen allerdings Verstärkungsringe einsetzen. Das würde einerseits Gewicht sparen und andererseits als eine Art Blende wirken. Dann schauts aber mit der Velourauskleidung etwas schwieriger aus. Mit 4mm Wandstärke ist das dagegen nicht notwendig.


Beste Grüße Matthias
 
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