Tubuskürzung vom Profi

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astrofan

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"Hallo zusammen!
Für mein neues Projekt mußte ich kürzlich einen Tubus (102/500 Skywatcher) um 4cm kürzen.
Ich wollte dies von einer Werkstatt machen lassen, da ich mich nicht so recht traute.

Na ja, so um die 35 Euro wird das kürzen wohl kosten, dachte ich.
Nach Anfrage kam folgende mail:

Hallo Roland,
wenn ich von Dir den reinen Tubus ohne Optik etc., jedoch mit
OAZ bekomme, geht das sicher sehr preisgünstig. Ich rechne
mal mit 50,- Euro + Versand als Paket. Vorausgesetzt, der
OAZ wird ganz normal z.B. mit den üblichen Schrauben seitlich
gehalten.
Beste Grüße ......."

Das war mir doch ein wenig viel und fragte ob es nicht ein bischen günstiger ginge.
Es vergingen einige Tage ohne Antwort, also machte ich es doch selbst.
Was soll ich sagen, es hat super geklappt. Vom anzeichnen der Schnittkante für die Radiax, bis zum bohren der Löcher für den OAZ vergingen etwa 35 Minuten.
Ein paar Tage nach meiner geglückten Premiere einer Tubuskürzung kam doch noch eine Antwort auf meine Anfrage für ein günstigeres Angebot.
Sie lautete :

"Hallo Roland,

also handeln möchtest Du? ;-)))

Dem gegenüber bin ich ja meistens aufgeschlossen.
Also fangen wir mal an:

Zeiten:

-Paket auspacken 3 Minuten

-OAZ - Position etc. überprüfen und markieren 3 Minuten

-Passendes Sägeblatt aufspannen, Anschlag einstellen,
Probeschnitt 12 Minuten

-Tubus in Packpapier einpacken, um Lackkratzer zu vermeiden
8 Minuten

-Sägeschnitt inkl. Schutzbrille aufsetzen, Gehörschutz
aufsetzen, Absauganlage ein- und ausschalten (Funkenflug -
Staubexplosion!) 5 Minuten

-Sägeblatt für Schärfdienst bereitlegen 1 Minute

-Schnittkante entgraten 3 Minuten

-Schraubenlöcher für OAZ anzeichnen, bohren und entgraten
12 Minuten

-Tubus entstauben, OAZ montieren, Funktionsprüfung 8 Minuten

-Tubus verpacken, Paket packen, zur Post bringen 20 Minuten
(inkl. Wartezeit, Fahrtzeit etc.)

Macht zusammen 75 Minuten.
Stundenlohn 48,- Euro netto
Macht also schon 60,- Euro netto.
Dazu kommen noch 28,- Euro für das Schärfen des jetzt
stumpfen Sägeblattes<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/shocked.gif" alt="" />. Macht also 88,- Euro netto + MwSt.

Gesamt also 102,08 Euro + Versand. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Du siehst, 50,- + Versand waren schon sehr, sehr gut und als
"Hilfsangebot" gemeint. Trotzdem honoriere ich die Bemühungen
und biete Dir 45,- Euro inkl. Porto gegen Vorauskasse.
Da sind wir dann ja fast bei Deinem "Wunschpreis" ;-)

Beste zwinkernde Grüße........"

Ich könnte fast alles nachvollziehen, wie aber ein Sägeblatt nach einmal absägen (Der Tubus ist aus Aluminium!)Stumpf ist, das ist mir schleierhaft.
Und das der Weg zur Post auch noch in das Honorar reinfällt ist mir auch absolut neu.
Mir hat bisher noch keine Werkstatt oder ähniches sowas in Rechnung gestellt.
Nun gut , hat er auch nicht, aber das er das aufführt, na ja.
Ich sehe das alles nicht ganz so Ernst, aber mir so zu erklären, wie supergünstig doch sein Angebot ist, macht schon ein bischen Nachdenklich.

Wie dem auch sei, ich habe dadurch wieder ein bischen mehr Erfahrungen im Selbstbau gesammelt.
;-) Zwinkernde Grüße, Roland
 
Wenn ich Werkzeugmacher wäre !

Hallo Roland

Kannst du dir vorstellen warum keiner antwortet !

Gruß Werner
 
Re: Wenn ich Werkzeugmacher wäre !

Hallo Roland

Klar geht selber machen meist schneller und das mit dem Sägeblatt ist auch nicht ganz nachvollziehbar. Aber denk auch daran, daß ein Profi dir Ersatz leisten müsste, wenn was daneben geht. Außerdem muß er auch seine Maschinen und Gebäude mit Einberechnen, die er sich irgendwann angeschafft hat.

Auch den Weg zur Post findet dein Teil nicht alleine.
Rechne mal bei dir noch Versand und Verpackung und ev.Werkzeuganschaffung drauf und dann überlege ob du dann so viel günstiger warst.

Zumindest sieht es so aus daß dein Werkzeugmacher in Kostenrechnung nicht gepennt hat.

Grüße

Thomas
 
Re: Wenn ich Werkzeugmacher wäre !

Hi Werner,
kann's mir schon denken, außer mir hat sich wohl kaum einer Gedanken darüber gemacht.
Es ist eben günstiger wenn mann's selbst macht. Aber wenn es schief geht, muß man das Risiko auch selbst tragen.
Übrigens, ich bin Werkzeugmacher, aber kein Schlosser, oder ähnliches.
Ich stelle Spiralbohrer her, die werden auf Automaten gefertigt!
Gruß, Roland
 
Re: Wenn ich Werkzeugmacher wäre !

Ho Roland,

also, wenn ich mir das durchlese hast Du einen humorvollen und ehrlichen Menschen angetroffen der Dir vorgerechnet hat, was er haben muß. Das Sägeblattschärfen, na ja, aber der Rest passt - so rechne ich die eine oder andere Leistung auch ab. Der Mann hat die Kostenrechnung jedenfalls begriffen. Und das dann tatsächlich gemachte Angebot wäre OK gewesen, wie schon anderenorts gesagt, er hätte ja auch das Beschädigungsrisiko getragen. Wenn Du's selbst gemacht hat - hast Du Dir mal die Zeit zusammenbehalten?

CS

J.
 
Re: Wenn ich Werkzeugmacher wäre !

So habe ich meinen Beitrag auch gemeint.
Das nach einen Schnitt durch 1,5mm starkes Aluminium stumpf gewordene Sägeblatt fand ich aber doch ein bischen weit hergeholt.
Sein letztendliches Angebot fand ich auch noch einigermaßen o.k. Aber da war es schon passiert.

Ich habe für alles zusammen etwa 35-40 Minuten gebraucht.
Gruß, Roland
 
Re: Wenn ich Werkzeugmacher wäre !

Hallo Roland,

eine schöne Geschichte mit Happy End!
Du hast Geld gespart und kannst das in Zubehör investieren, der Handwerker konnte jetzt 75 Minuten länger die Hände in den Schoß legen oder das viele Geld zählen was er bestimmt schon verdient hat weil es den Kleinbetreiben ja so gut geht und dein Projekt ist wirklich komplett von dir umgesetzt worden, sowas ist gut fürs Ego.

CS, Lars
 
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