Tubusselbstbau mit CFK

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ChristophF

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Hallo Leute

Ich plane den Bau einen 12“-Newton. Den Tubus will ich aus CFK bauen.
Als Material würde ich das 204g Gewebe verwenden. Je zwei Schichten mit Zwischenmaterial.
Probleme bereitet mir derzeit die Auswahl des Zwischenmaterials.
Mein Händler hat die Airex – Sandwichplatten und Conticell- Sandwichplatten.
Die Conticellplatten sind nur 0,86*1,2m groß und daher leichter zu transportieren.
Sie sind würfelförmig im Raster von 2,5cm eingeschnitten und daher auch ohne Hitzeeinwirkung verformbar. Ich frage mich allerdings, ob man damit auch wirklich eine schöne Rundung für den Tubus hinbekommt, oder lauter kleine Kanten.
Die Airexplaten müßte ich vor Ort zurechtschneiden da sie für mein Auto zu groß sind, und einrollbar sind sie ja nicht - soweit ich weis.
Funktioniert die Thermoformung mit Heimmitteln (Heißluftföhn) problemlos?

Ich würde mich freuen, wenn mir jemand ein paar Tips geben könnte.

CS
Christoph
 
Hallo Christoph,

Ich habe für meinen 10"-Eigenbau das Lantor-Coremat-Wabenvlies verwendet
(siehe http://www.bacuplast.de/sandwich/lantor-coremat-wabenvlies.html)
Der Vorteil von dem Vlies ist, dass es sich als Sandwichmaterial sehr
leicht verarbeiten lässt. Der Nachteil ist die geringe Dicke. Bzgl.
Steifigkeit ist ein dickeres Zwischenmaterial natürlich deutlich besser.
Trotzdem ist die Steifigkeit meines Tubus (d=315mm) bei ca. 8kg Gewicht des
Teleskops immernoch sehr gut.
Ich bin sicher Werner Stein wird Dir hier noch antworten. Er kann Dir sicher
eine sehr gute Empfehlung geben, denn seine Erfahrung und sein Können bzgl.
CFK-Tubusbau sucht ihresgleichen...

Gruss
Torsten
 
Hallo Torsten

Danke für die schnelle Antwort. Dieses Material kannte ich nicht. Schade, daß sie nur in 2mm verfügbar sind.
Eigentlich habe ich so an ca. 5-8mm gedacht bei d=360mm.
Bei F&G gibt’s ja ähnliche Aramid-Waben. Aber der Preis ist um einiges höher.
Meine Erfahrung mit Sandwichmaterialien ist auf 0 und daher ist leichte Verarbeitung auch nicht zu verachten.

Der Vorteil des von mir angeführt Materials wäre, daß der Händler mit dem Auto erreichbar wäre.
Wobei mir aber die Qualität des Endprodukts am wichtigsten ist.

CS
Christoph
 
Dumme Frage. Was heisst CFK?
 
C= Carbon (Kohle)
F= Fiber (Faser)
K= Kunststoff
d.h. Kohle-Faserverstärkter-Kunststoff

Wenn das C durch G ersetzt ist dann: Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK)
Gruß
 
Finde ich immer wieder etwas befremdlich wenn in Abkürzungen der deutsch/englisch-Mix ausbricht. Danke für die Aufklärung.


PS: Spricht man dann das Wort Kunststoff Englisch aus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />?


Grüße
Holger
 
Hallo Christoph

Für einen solchen Tubus kannst du als Zwischenmaterial
PVC 60-80 Hartschaum von Bacuplast.de verwenden.
Ich habe zwar noch keinen Kompletten Tubus
in der Größe gefertigt aber schon mehrere Hüte
mit Durchmesser bis 480mm. Dieses Abstandsgewebe
ist rel leicht zu verarbeiten und ergibt sehr steife
Röhren bei geringem Gewicht. Für die Form besorgst
du dir ein KG Rohr. Je 2 Lagen ca 200g/m² Kohlefaser
aufbringen, innen und außen.

Nur noch zur Info, noch leichter und steifer wird
es mit der Nomex Wabe, sie ist aber ungleich schwerer
zu verarbeiten, nur was in diesen Abmessungen für
Profis.

Gruß Werner
Bild eines Hutes mit ca 450 mm DM
http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/wm_stein/detail?.dir=dec5&.dnm=e1d2.jpg&.src=ph
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Christoph

Auf die Empfehlung von Werner hin hatte ich auch mein Kernmaterial von Coremat Wabenfliess auf den Hartschaumplatten (Airex PVC 1.2mm) gewechselt. Coremat wuerde ich keinem empfehlen, weil: saugt sich voll mit Epoxyd, wird daher deutlich schwerer aber ist in keiner Weise belastbarer. Ferner haben die PVC Platten den Vorteil, dass sie planparallel geschliffen sind und daher lassen sich ohne gross zu schleifen sehr genaue Formen herstellen.

Bei den Nomex Waben habe ich gemeint in Erinnerung zu haben, dass mit Herr Suter von Swiss Composite den Einsatz von Nomex Waben in Verbindung mit Vakuumtechnik empfohlen hatte.

Noch ein kleiner Tip zur Ergaenzung von dem was Werner bereits gesagt hat: Bei meinen Rohren, alle zwischen 120 und 160mm Durchmesser, habe ich zuerst die Innenlagen laminiert, Abreissgewebe drauf, trocknen lassen, Abreissgewebe abgerissen, Hartschaumplatte angepasst und danach aufgeklebt (dieser kannst Du mit durchsichtiger Haushaltsfolie ein super Korset verpassen, so dass alles eng und ohne Luft anliegt), danach die beiden Aussenlagen laminieren und in meinem Falle auch wieder ein Abreissgewebe drauf (Werner hatte glaube ich Trennfolie). Braucht etwas mehr Zeit aber der Aufwand lohnt sich. Mit etwas Uebung kannst Du untere Lage CFK und Hartschaum in einem Gang verarbeiten. Als Epoxyd wuerde ich fuer diese Groesse den mit 90 Minuten Bindezeit waehlen.

Solltest Du Aramid Mischgewebe verwenden brauchst Du zum schneiden eine microverzahnte Schere. Der absolut heisseste Tip ist aber Aerofix Spray - der verhindert das ausfransen des Gewebes beim schneiden.

Beste Gruesse aus Teneriffa
Peter
 
Hallo Peter

Danke für die Tips.
Ich war mir am Freitag das Coremat-Wabenfliess ansehen, und bin zu einem ähnlichen Schluß gekommen.
Das 5mm Material war sehr grob eingeschnitten und sah nicht sehr vertrauenerweckend aus.
Und das 10mm Material war zwar fein geschnitten aber sehr steif.
Nachdem sie weder die Airex-Platten noch das gewünschte CFK-Material dort hatten, bestelle ich jetzt lieber bei Bacublast.
Die Nomex-Waben sind mit doch etwas heikel zu verarbeiten.
Hinzu kommt daß man die Belastungstellen zusätzlich ausfüllen sollte.
Ich werde daher die 5mm PVC-Platte 60-80 nehmen.
Weiters kommt das 200g/m2 CFK-Gewebe zum Einsatz aber ohne Aramid-Gewebe - sofern ich es mir nicht noch überlege.
Wie sieht das Ergebnis mit der Mischfaser den optisch aus?

Beim Harz bin ich etwas unentschlossen. In älteren Beiträgen wurde ja von Werner das EP 211/EPH 411 Harz empfohlen.
Die Topfzeit ist mir aber mit ca.30min etwas zu gering.
Ich würde daher zu dem von dir erwähnten EPL 285/EPH 286 greifen.

Deine Vorgangsweise des Laminierens der einzelnen Schichten klingt interessant.
Hast du die äußerste Schicht auch mit der Trennfolie angefertigt? Wenn ja, wie hast du die Oberfläche nachbehandelt?
Alles geschliffen, oder hast du einen Trick um die Oberfläche glatt zu bekommen?

Welches Trennmittel könnt ihr mir empfehlen?
Nach dem Texten zu den Produkten klingen ja alle sehr gut.

CS
Christoph
 
Hallo Christoph

Mit dem Kernmaterial hast Du sicher den richtigen Entscheid getroffen. Die Stelle wo das Kernmaterial zusammenstoesst, musst Du besonders beachten, denn dein dickes Material entwickelt eine ordentliche Spannung und koennte aufstossen. Zum Aushaerten wuerde ich mit einer Leiste den Stoss festdruecken.

Lade Dir mal den Katalog von Swiss Composite runter, da findest Du jede Menge an Zusatzinformationen.

http://www.swiss-composite.ch/

Die Harze fangen in der Regel eher etwas frueher an zu binden und wenn es dann los geht und Du hast hast noch nicht fertig gekleistert.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />


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Hast du die äußerste Schicht auch mit der Trennfolie angefertigt? Wenn ja, wie hast du die Oberfläche nachbehandelt?
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Das Abreissgewebe erzeugt eine rauhe Oberflaeche, saugt aber allen ueberschuessigen Epoxyd raus. Die ideale Oberflaeche zum weiter laminieren. Als Aussenoberflaeche taugt das natuerlich nichts. Da habe ich noch einen Epoxydanstrich darueber gemacht und bin dann zum schleifen uebergegangen. Danach schaut es aus wie bei den Meade RCx 400. Ich werde meine Tuben und Taukappen aber mit einer Titanoxyd pigmentierten Farbe weiss streichen - aus geschmacklichen und vor allem thermischen Gruenden.
Mit der Trennfolie hat Werner glaube ich sehr gute Erfahrungen gemacht, da fragst Du ihn am besten gleich selber.

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Alles geschliffen, oder hast du einen Trick um die Oberfläche glatt zu bekommen?
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Also, schleifen musst Du bei meiner Art der Herstellung wie bereits gesagt. Aber das festigt die Mutter-Kind-Beziehung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

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Welches Trennmittel könnt ihr mir empfehlen?
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Ich habe PVA-Folientrennmittel verwendet. Mit Trennwachs habe ich keine ueberzeugenden Erfahrungen gemacht und mit Trennfolie gar keine. Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich meien Kohlefaser um auf Mass gedrehte und danach polierte Alurohre gewickelt habe. Diese wurden nach dem polieren sauber entfettet und dann mit Folientrennmittel angestrichen. Dieses Zeug hat eine Konsistenz wie Speiseoel und ueberzieht das Rohr nach dem trocknen mit einer sehr duennen und homogenen Haut. Nach dem laminieren wird die ganze Angelegenheit in fluessigen Stickstoff gestellt und das Alurohr einfach herausgezogen - no stress <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/neinnein.gif" alt="" />
Den Rest des Trennmittels kann man mit Wasser abwaschen.

Sehr gute Vorbereitung aller Arbeitsschritte ist das wichtigste bei der ganzen Uebung.


Beste Gruesse aus Teneriffa
Peter
 
Hallo Christoph

Es gibt noch viele Fragen die ich hier nicht alle beantworten kann, zu zeitaufwendig, auch zu der Trennfolie.
Ich biete dir weitere Hilfe per Tel an 02652/6929,
am besten immer ab 20 h bis 23h.

Gruß Werner
 
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