über fangspiegel

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Cihan

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Hallo freunde,

Ich habe in der Zeitschrift Sterne und Weltraum (Mein Teleskop) gelesen:

Als Faustformel kann man davon ausgehen, dass ein Newton-Teleskop etwa dieselbe Detailauflösung besitzt, die ein perfektes Fernrohr besäße, dessen Objektivdurchmesser dem des Newton-Spiegels abzüglich des Durchmessers seines Fangspiegels entspricht. Somit hätte ein 114-mm-Newton-Teleskop mit einem Fangspiegel von 25 mm Durchmesser die Bildauflösung eines perfekten Objektivs mit dem Durchmesser 114mm-25mm=89mm.

Also, heißt das, ein 90/900mm Refraktor hat gleiche leistungen bringen kann, wie 114/900mm Newton?

Oder ein 100/900mm Refraktor gleich ist wie 130/900mm Newton, wenn man Durchmesser von Fangspiegel abzieht?

Mit freundlichem Grüßen

Cihan
 
Hallo Cihan,

das stimmt meines Wissens nach so nicht.
Obstruktion wirkt sich zwar auf Kontrast und Lichtsammelleistung des Teleskops aus, aber nicht auf das Auflösungsvermögen.

 
Moin Cihan!

"Detailauflösung" ist m.E. ein ziemlich schwammiger Begriff. Ein FS im Strahlen-
gang wirkt sich in erster Linie auf den Kontrast im Bild aus. Das merkt man
besonders bei Planetenbeobachtungen.
Die Auflösung nimmt bei einem FS nur wenig ab, da 1. das Beugungsscheibchen etwas
breiter wird als bei nicht-obstruierter Optik und 2. mehr Licht in die Beugungsringe
gelangt. IMO wirkt das mehr auf den Kontrast als auf das Auflösungsvermögen ein.
Lichtsammelleistung: Die Abschattung des FS wirkt sich nur minimal aus.
Aus den angenommenen 114 mm bleiben bei einem FS von 25 mm 111,2 mm Öffnung
übrig. Viel schwerwiegender ist der Reflexionsverlust an HS und FS. Selbst bei
einer 90%igen Verspiegelung gehen so knapp 20% effektiv lichtsammelnde Fläche
verloren. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, bleiben so von den 114 mm
letztendlich 100 mm übrig, bei schlechteren Verspiegelungen entsprechend weniger.
Aber auch ein Refraktor besitzt interne Licht- und Kontrastverluste (beim
FH ist das vor allem der Farbfehler, wenn das Öffnungsverhältnis nicht klein
genug ist).

Zusatz: Man glaubt es kaum, aber in mehreren älteren Büchern habe ich gelesen,
daß ein FH-60/900 (f/15) eine vergleichbare Leistung wie ein Newton 114/900
besitzen soll. Was soll man davon nun halten...?!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo winnie,

Interessant was die alten büchern schreiben wegen 60/900mm Refraktor.
Da ich in deinem Homepage 76/500mm Newton gesehen habe, frage ich, welche Refraktor ist ahnlich leistungsstark wie 114/500mm sphärischer Newton?
zB. ist ein 80/400mm Refraktor wegen seiner obstruktion freiheit, ungefähr wie ein 114/500mm sphärischer spiegel Newton?

Welche ist besser?

Mit freundlichem Grüßen

Cihan

 
Moin Cihan!

Ja, ich besitze einen umgebauten 76/500 mm-Newton. Der ist noch ganz "friedlich",
da sein Öffnungsverhältnis f/6,6 beträgt. Da macht die Sphäre noch nicht
so viel aus wie bei den 114/500 (eigentlich 112/450, also f/4!). Von diesen
Dingern (Bresser Pluto/S) habe ich Laufe der Jahre drei Stück besessen, würde
mir dieses Modell aber nicht mehr kaufen. Mittlerweile gibt es diese Bauform auch
mit parabolisiertem HS (von SkyWatcher). Das Gerät hat somit ein wesentlich
besseres Bild - vorausgesetzt, man tauscht den FS 32 mm gegen einen mit ca. 40 mm,
sonst wird der HS nicht vollständig ausgeleuchtet und es geht wieder Öffnung flöten.

Den 80/400er FH kenne ich als "Bresser Champ". Das Scope hat mich drei Jahre
lang begleitet und war ein hervorragendes Richfield-Teleskop. U.a. 8 oder 9 Kometen
habe ich damit gesehen. Für hohe Vergrößerungen war es dagegen wegen Farbfehler
nicht geeignet. Da dürfte der parabolisierte 114/500er Newton besser abschneiden
(dieses Teleskop kenne ich nicht).
 
Hallo Cihan <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Also, heißt das, ein 90/900mm Refraktor hat gleiche leistungen bringen kann, wie 114/900mm Newton?

Die Faustformel ist so zu verstehen, das man sich auf ein
"PERFEKTES Objektiv" bezieht und nicht auf irgendeinen
"kurzen bunten FH" aus China, der gerade beugungsbegrenzt ist.
Als "PERFEKTES Objektiv ist in dieser Faustformel ein guter APO-Refraktor gemeint.

Dann wird auch schnell deutlich, das man mit einem Newton das beste Preis / Leistungsverhältnis hat.

Fazit: Du musst schon genau angeben auf welchen Refraktor du dich bei deinem Vergleich bezieht. Zwischen einem kurzen FH oder einem echtem APO liegen welten, die kannst du absolut nicht in einem Topf werfen!!

CS

Arno

 
Hallo Arno_Imig,

Wenn in diesem zeitschrift als perfekte optik ein Apo Refraktor gemeint ist, dann verstehe ich die sache jetzt.
Also es ist verwirrend was die schreiben, die vergleichen ein 114/900mm Newton mit einem Apochromat wenn du so meinst.
Aber jetzt habe ich verstanden. Nur so ein Apo ist für mich viel viel zu teuer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> .
Natürlich wenn ich geld habe warum nicht. Vielleicht in 5 oder 6 jahren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> .

Mit freundlichen Grüßen
Cihan
 
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