Überkorrektur mit Flats DeepSkyPro2600 / ToupTek 2600CP

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blackcyber

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Hallo alle zusammen,

ich habe seit der Umstellung auf die Touptek 2600 Mono aber auch OSC vor einem 3/4 Jahr das Problem, dass ich mit den Flats immer überkorrigier. Jetzt habe ich mich mal ordentlich dahinter geklemmt, den Grund zu finden. Aber egal was ich probiert hab, das Ergebnis bleibt immer dasselbe.

Ich habe bereits neue Bias, Darks, längere Flats und auch DarkFlats gemacht. Egal ob Flats 0,1sec / 2,6sec oder 4sec sind macht keinen Unterschied. Normal hatte ich immer Bias verwendet. Nach dem Video von Frank hatte ich nun noch DarkFlats gemacht. Das Ergebnis ändert sich nicht. Mit der ASI 294, die ich vorher hatte, haben die Flats immer geklappt. Verstärkerglühen, Vignettierung und Dust-Donuts waren alle weg. Bei der Touptek ist es einfach nicht zu schaffen.

Meine Einstellungen:
Lights 300s, Gain 100, Offset 80
Flats 0,1 / 2,6 / 4s, Gain 100, Offset 80 (Mean 35 - 40 %)
Darks 300s, Gain 100, Offset 80

Software: Siril / Pixinsight (Software hat beim Ergebnis keinen Einfluss)
Lacerta Flatfieldbox mit PWM-Regler

Die Vignettierung wäre nicht das größte Problem, wil man das mit den Softwareinternen Tools schon recht gut korrigieren kann. Aber die Dust-Donuts sind ein massives Problem. Eigentlich ist das Ergebnis insgesamt mit den Flats viel schlechter als ohne. Der Dount rechts oben wird besonders kontrastreich durch die Flats

Lights mit Flats, darkflats, darks
Problem_Fneu_darkflats.jpg

Lights mit Darks aber ohne Flats / Bias
Problem_nurDarks.jpg


Bei Verwendung der Flats wird zusätzlich das Bild sehr viel verrauschter als ohne. Wenn ich die Flats nicht mit Bias korrigiere ändert sich nichts. Weder besser noch schlechter.

Hat wer von euch noch einen Anhaltspunkt, was hier falsch läuft. Habe inzwischen schon 10 verschiedene WBPP-Varianten mit/ohne Darks/Bias/Flats .... durchprobiert, aber finde keine Lösung. Aus meiner Sicht liegt es an den Flats. Bias / Darks hatten keinen Einfluss. Weder besser noch schlechter (vielleicht in geringem Außmaß, aber nicht auf die großen Bildfehler).

Ich bin inzwischen absolut ratlos. Vielen Dank schon im Voraus, Roland
 
Moin Roland,
bei dem Thema Überkorrektur hat bei meinem IMX 571 das Video von Frank geholfen (Flatdarks als Bias verwenden).

Bei deinem Bild mit Flats habe ich das Gefühl, als wäre dort ein Versatz.
Hast du die Flats direkt nach der Aufnahme gemacht, ohne das Setup zu verändern?

CS
Alexander
 
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@pete_xl Ja Peter, die Kalibrierungsdaten sind soweit korrekt. Hatte vorher schon ältere Darks und Bias verwendet, die zum Teil nicht so genau gepasst haben. Daher habe ich die Darks und Bias neu gemacht. Auch ich mache die nur in der Nacht. Bei den 300sec Darks hätte ich sonst auch Bedenken, dass ich irgendwo Falschlicht rein bekomme. Aber zwischen den Endergebnis mit den alten Kalibrierungsdaten und den Neuen hat sich nicht wirklich was getan.

Filterrad habe ich bei dieser Aufnahme keines drin. Für die OSC habe ich einen eigenen Komakorrektor ohne Filterrad, damit ich das Setup nicht immer wieder hin- und herschrauben muss.

@rAppel Ja, die Flats mache ich immer gleich nach der Aufnahme am Morgen. Einzig die neuen Flats hatte ich heute morgen gemacht. Kann sein, dass minimal was verschpben ist, aber an sich habe ich das gesamte Setup seit der letzten Aufnahme nicht verändert. Durch das Video von Frank hatte ich auch die Hoffnung, das mit den Darkflats statt den Bias sich was gravierend verbessert, aber leider war dem nicht so.

Danke vorerst euch Beiden .

Das Schlimme ist ja noch, wenn die Aufnahmen einen Meridian Flipp haben, dann verdoppeln sich die Dust-Donuts (um 180°). Was ich aber bemerkt habe, das das Dithern beim Stacking dkie Fehler etwas abschwächt. Aber sie sollen durch die Flats eigentlich schon so gut wie weg sein und das Stacking den Rest erledigen.

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Die Aufnahmen mache ich mit NINA als Info. Sollte aber eigentlich keinen Einfluss haben.
 
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Vielleicht hilft eine Detailansicht von dem schlimmsten Donut

Lights mit Flats, darkflats, darks
Problem_Fneu_darkflats_Detail.jpg


Lights mit Darks aber ohne Flats / Bias
Problem_nurDarks_Detail.jpg


Lights mit den 0.1s Flats (ohne Darks, ohne Bias)
Problem_Falt_ohneDB.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
@pete_xl "Bei deinem Bild mit Flats habe ich das Gefühl, als wäre dort ein Versatz."

Wie es aussieht, könntest du damit recht haben. Habe gerade eben das gestackte aber unkalibrierte Bild in Pixinsight mit dem Flat übereinander geleget. Wenn man zwischen den beiden Bilder hin- und herspringt, sieht man einen horizontalen Versatz des Dust-Donuts.

Kann es daran liegen, dass ich die Flats mit einem mehr oder weniger waagerechten Newton mache? Dass der Spiegel verrutscht?

Der horizontalen Versatz ist für eigenartig ...
 
Ich stimme hier auch Peter zu, dass der Staub relativ nah am Sensor liegt.
Du könntest dessen Abstand mal berechnen, dafür gibt es einen praktischen Rechner: https://astronomy.tools/calculators/dust_reflection_calculator

Der reine Versatz der Donuts ist in der Tat etwas sonderbar, vielleicht verbiegt/verschiebt sich beim Hinlegen des Newton tatsächlich etwas im Imagetrain.
Wenn du den Abstand der Staubkörner kennst, kannst du eventuell auf das betreffende Element schließen.
Meine Flats mache ich meist senkrecht, damit mir die Flatfieldbox nicht herunterfällt.
 
Ansonsten Schutzglas der Kamera vernünftig reinigen und auf Flats verzichten, dank GraXpert klappt es bei mir recht gut.
 
Ich nutze auch die Touptek 2600 und hatte bislang keine Probleme mit den erstellten Flats. Die Korrekturen waren immer unauffällig und gut.
Zwei Punkte fallen mir zu dem Problem ein:
-
Der reine Versatz der Donuts ist in der Tat etwas sonderbar, vielleicht verbiegt/verschiebt sich beim Hinlegen des Newton tatsächlich etwas im Imagetrain.
-hast du eventuell einen anderen Auslese/Aufnahmemodus (Low Conversion Gain etc.) ausgewählt beim erstellen der Flats

Du könntest vielleicht mal nur die Lights vor und nach dem Flip mit den Flats stacken.
 
@pete_xl & @rAppel Entschuldigung, habe die Aussage verwechselt

Ja, bin mir auch sicher, dass die Staubkörner vom Komakorrektor bis Kamerasensor ist, aufgrund der Größe. Dachte, dass durch den verkippten Spiegel auch der Lichtweg nicht mehr in der Flucht ist und sich der Donut dadurch vielleicht verschiebt. Hab vorhin neue Flats in der Senkrechten gemacht, aber wie ihr vermutet habt, ist die Verschiebung immer noch da. Senkrechte wäre prinzipiell einfach, aber da bräuchte ich immer eine Leiter. Drum mahce ich es bis jetzt immer in der horizontalen Parkstellung (Sonderstellung wegen dem Dach der Sternwarte)

@rAppel Danke für den Link. Ist sicher ein guter Anhaltspunkt für die Reinigung (Kalkulator sagt, dass der Schmutzabstand um die 5mm ist).

@MK2007 Ja, steht auch schon am Plan (sind schon etwas viele Staubkörner). Ich denke aber, dass man nie 100%ig vermeiden können, dass sich wo ein Staubkorn einschleicht. Daher würde ich doch die Ursache der Flatprobleme finden.

@Spockhöveler Den Aufnahmemodus hätte ich nicht geändert. Ich nutze NINA und das werden die Einstellungen beim Equipment eingestellt. Beim Flat-Wizard kann man da nichts umstellen. Es wird überall die Equipment-Einstellung verwendet.

Die obigen Bilder sind nur der Stack von 3 Bildern nach dem Meridian Flip. Für die Tests wollte ich die Bilder vor und nach dem Flip nicht mischen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gestern, vor dem einschlafen ist mir bewusst geworden, dass eigentlich eine Verkippunkt / Versatz .... bei 5mm Schmutzabstand eigentlich nicht möglich sein kann. Das wird ja wahrscheinlich das Vorsatzglas des Sensors sein. Und es ist ja nicht nur ein einzelner Dust-Donut, der verschoben ist, sondern alle ....

Oder habe ich da jetzt einen Denkfehler?
 
Hallo Roland,
das ist tatsächlich alles sehr merkwürdig. Hast du vielleicht die Möglichkeit, uns ein paar rohe Einzelaufnahmen (Lights, Flats und Flatdarks oder Bias) zum Download zur Verfügung zu stellen?
Gruß
Sebastian
 
Eine weiter Möglichkeit wäre, das Thema hatten wir schon mal anderweitig, das die Kamera im Bereich von 0,1 sek, wo du deine flats ja scheinbar gemacht hast, nicht linear reagiert. Versuche es mal mit 1-2 sek flats (Lichtquelle entsprechend gedimmt) und dazu passenden (Flat-)Darks.

Da mit geht natürlich kein mechanischer Versatz weg, aber könnte die Abweichung in der Korrektur erklären.

Bei dem beschriebenen Abstand (5 mm) ist natürlich eine mechanische Verschiebung fast ausgeschlossen. Trotzallem hat der Spiegel natürlich etwas Luft an den Seiten, muss er haben und kann sich leicht bewegen. Von daher ist eine horizontale Lage sowohl für Flats und insbesondere Justage nicht optimal.

Grüße,
Alex
 
@TriffiD Ja, kann ich heute Abend eine Zusammenstellung zum Download bereitstellen. Danke!

@astro_alex80 Das mit den kurzen Belichtungszeiten bei den Flats hatte ich zwischenzeitlich auf gelesen bzw. in einem Video von Frank gesehen. Daraufhin habe ich längere Falts mit 2.6sec gemacht und auch darkflats, weil die bei Problemfällen manchmal auch besser sind als die Bias. Hat aber keinen unterschied gemacht. Gestern nacht hatte ich dann auch noch Flats mit senkrechtem Tubus gemacht, aber der Versatz war weiterhin vorhanden.

Nach diesem Test habe ich dann den Schmutzabstand berechnet.

Ich habe auch die Lights verglichen. Da konnte ich auch keinen gravierenden Versatz erkennen. (21:00 - 4:00) Um 7:00 hatte ich dann die Flats gemacht.
Ich werd mal vorhergehende Aufnahmen und die Flats vergeleichen ob da auch dieser Versatz ist. Die kurzen Belichtungszeiten bei den Flats mache ich erst seit schätzungsweiser 2 Monaten, weil ich in einigen Videos gesehen habe, dass es mit der richtigen Flatbox keinen Unterschied machen soll. Jetzt hab ich aber gelernt, dass hingegen die Kamera da Probleme machen kann wegen der Nicht-Linearität.

Soweit ich mich erinnere hatte ich aber meistens Probleme, dass ich eine überbelichtete Vignettierung hatte. Die letzten Monate habe ich aber keine Flats mehr mitgestackt. Hab sie zwar für den Fall der Fälle immer mitgemacht, aber keine Zeit gefunden mich dem Problem genauer zu widmen.

LG, Roland
 
Hallo Roland,

das sieht schon sehr nach Flat Überkorrektur aus. Das die Donuts vom Deckglas des Sensors kommen scheint richtig gerechnet zu sein. An einen Versatz glaube ich hier nicht, das wirkt wohl nur durch die Überkorrektur so. Man sieht ja auch das sich der Gradient nach der Kalibrierung mehr oder weniger sich von links nach rechts verlagert hat. Sieht so aus als ob hier die Flats doppelt reingerechnet wurden.
Wo befand sich das Histogramm-Maximum wärend der Flat-Belichtung ?
Verwendest du eine Tauschutzkappe und wird die auch für die Flats verwendet ?

Gruß,
Franz
 
@franzjs Im Flat-Wizard von NINA hatte ich bisher einen Mean von 35% eingestellt. Die Neuen, die ich für die Fehlersuche gemacht habe, habe ich auf 40% gestellt. In NINA wird das Histogram bei der Aufnahme relativ mittig angezeigt. Fitswork zeigt mir bei den Flats einen Histogram-Bereich von 10500 bis 44400 an (durch die Bayer Matrix wird der Bereich ja recht weit).

Den Versatz habe ich gesehen, als ich das unkorrigierte Light mit dem MasterFlat übereinanderlegte. Da war der Dust-Donut des Flats etwas weiter links, als der Donut im Light. Daher denke ich auch wird der Donut im korrigierten Light auch so dreidimensional (eine Seite dunkel / eine Seite hell). Das war hald meine Überlegung.

Ich habe das Stacking mit Siril aber auch mit Pixinsigt (WBPP) gemacht. Das Ergebnis war dasselbe.

Beim Lights aufnehmen habe ich eine selbstgemachte Tauschutzkappe aus EVA-Schaum. Die kommt aber bei denm Flats runter. Die Flatbox kommt direkt auf den Newton vorne drauf.

Ja, dass sich der Gradient die Seite Wechselt ist mir auch aufgefallen. Hatte ursprünglich schon gedacht, dass die Flats vielleicht 180° reingerechnet werden, aber das würde man an zusätzlichen um 180° verdrehten Donuts sehen, die aber nicht da sind.
 
@franzjs Im Flat-Wizard von NINA hatte ich bisher einen Mean von 35% eingestellt. Die Neuen, die ich für die Fehlersuche gemacht habe, habe ich auf 40% gestellt. In NINA wird das Histogram bei der Aufnahme relativ mittig angezeigt. Fitswork zeigt mir bei den Flats einen Histogram-Bereich von 10500 bis 45700 an (durch die Bayer Matrix wird der Bereich ja recht weit).

Den Versatz habe ich gesehen, als ich das unkorrigierte Light mit dem MasterFlat übereinanderlegte. Da war der Dust-Donut des Flats etwas weiter links, als der Donut im Light. Daher denke ich auch wird der Donut im korrigierten Light auch so dreidimensional (eine Seite dunkel / eine Seite hell). Das war hald meine Überlegung.

Ich habe das Stacking mit Siril aber auch mit Pixinsigt (WBPP) gemacht. Das Ergebnis war dasselbe.

Beim Lights aufnehmen habe ich eine selbstgemachte Tauschutzkappe aus EVA-Schaum. Die kommt aber bei denm Flats runter. Die Flatbox kommt direkt auf den Newton vorne drauf.

Ja, dass sich der Gradient die Seite Wechselt ist mir auch aufgefallen. Hatte ursprünglich schon gedacht, dass die Flats vielleicht 180° reingerechnet werden, aber das würde man an zusätzlichen um 180° verdrehten Donuts sehen, die aber nicht da sind.
Ganz wichtig, egal ob das das Problem löst oder nicht : Immer die Aufnahmebedingungen bei Lights und Flats gleich halten.
- also Tauschutzkappe drauf
- Fokusierung in gleicher Stellung
- bei Filter immer die richtigen zum entsprechend Light wählen
- Flatbelichtung > 1-2 sek
- Streulicht oder andere Lichtquellen vermeiden
- Kamerasettings unverändert inkl. Temperatur
- Teleskop (v.a. Newton) nicht waagrecht ausrichten

Mehr fällt mir im Augenblick auch nicht ein

CS,
Franz
 
@franzjs Danke!

- Für dieTauschutzkappe müsste ich mir dann noch was einfallen lassen, dass die stabiler ist und ich die Flatbox aufsetzen kann.
- Die Flats in Teleskop-Aufnahmestellung machen werde ich auch machen.
- Die Einstellungen Fokus, Temperatur, ... hatte ich bisher bereits gleich gelassen.

Wie machst du das am Ende der Aufnahmesequenz?

Bisher hatte ich die Montierung immer in Parstellung gebracht. Soll ich einfach die Nachführung beenden?
Gerade jetzt ist ja schon vor 5:00 Schluss. Wenn ich es nicht in Parkstellung bringe könnte es, bis ich die Flats mache, ja noch im Tubus irgendwo beschlagen / aneisen und dann passen die Flats auch nicht mehr.
 
Den Versatz habe ich gesehen, als ich das unkorrigierte Light mit dem MasterFlat übereinanderlegte. Da war der Dust-Donut des Flats etwas weiter links, als der Donut im Light. Daher denke ich auch wird der Donut im korrigierten Light auch so dreidimensional (eine Seite dunkel / eine Seite hell). Das war hald meine Überlegung.
Benutzt du ein Touptek Filterrad? Da gibt es ein bekanntest Problem, dass sich die Filterposition deutlich unterscheiden kann, je nachdem, ob das Filterrad nach links oder rechts dreht. Es soll wohl einen neuen Treiber geben, wo man einstellen kann, dass das Filterrad nur noch in eine Richtung dreht.
Das kann prinzipiell mit jedem Filterrad passieren, denn die Erkennung der Filterposition ist da überall nicht gerade auf Genauigkeit im Mikrometer-Bereich getrimmt. Wenn das Filterrad aber nur in eine Richtung dreht, ist die Widerholgenauigkeit aber wohl i.d.R. recht gut.

CS, Daniel
 
@growers Nein, bei der Mono-Kamera verwende ich das ZWO EFW 7x36 II Filterrad. Bei der OSC-Kamera habe ich derzeit kein Filterrad im Imagetrain.

Aber trotzdem ein guter Hinweis, den ich umsetzen werde. Nicht, dass mich das später mal verrückt macht. o_O Danke Daniel
 
@franzjs Der Link zu den Daten. Sind jeweils 3 bias / darkflats / flats und lights
Lieben Dank!

(366MB)
 
Ich habe mir mal die vorletzte Aufnahmesequenz mit der OSC-Kamera rausgesucht (ist vom 20. Jannuar 2024; Weihnachtsbaumcluster 600mm). Ich habe auf die Schnelle ein paar Bilder mit den dazugehörigen Flats korrigiert (Flats 0.6sec). Die Dust-Donuts sind in den Lights bzw. Flats ähnlich schlimm wie bei den letzten Bildern. Im Stack sind die Donuts aber weg.

Aber dafür ist es in den Ecken nun überkorrigiert und die Farben in der Vignettierung sind bunt geworden. Könnte das dann an der kurzen Belichtung der Flats liegen?

Problem_Hintergrund_01.jpg
 
Beim Lights aufnehmen habe ich eine selbstgemachte Tauschutzkappe aus EVA-Schaum. Die kommt aber bei denm Flats runter. Die Flatbox kommt direkt auf den Newton vorne drauf.
Ich vermute hier den Fehler, so war es jedenfalls bei mir. Seit längerem mache ich einfach Flats ohne weitere Hilfsmittel gegen den klaren Dämmerungshimmel, genau in der selben Konfiguration wie die Lights, also immer auch mit der Streulichtblende. Ich erkläre mir das damit, dass durch die zusätzliche Streulichtblende eine leicht andere Beleuchtung der Staubkörner auf dem Kamerafenster erfolgt. Zur besseren Mittelung schwenke ich dabei das Teleskop immer hin und her.

Ich hatte Flat Probleme mit der ASI 294. Mit der geliehenen ASI 2600MC und meiner jetzigen Touptec 2600C funktioniert es sehr gut, egal ob ich die Flats bei fortgeschrittener Dämmerung + Filter mit über 1-2 s Belichtung oder am hellen Himmel ohne Filter mit 0,1 s mache.
 
Hallo Roland,
an den Rohdaten ist zunächst nichts auszusetzen. Auch die Verarbeitung der Frames scheinst du richtig durchgeführt zu haben. Genau wie Stathis vermute ich stark, dass der Fehler an der fehlenden Tauschutzkappe liegt. Diese fügen dem Bild andere Vignetten hinzu, die dann bei den Flats fehlen und zu einer anderen Beleuchtung der Staubkörnchen führen. Dafür spricht auch, dass die randwärtigen Donuts schlimmer aussehen als die Zentralen.
Ich würde demnächst mal eine Testaufnahme machen und alle Bilder ohne Kappe anfertigen. Oder mit und ohne, um den Unterschied zu sehen.
Oft werden die Tauschutzkappen zur Bekämpfung von Streulicht verwendet. Ich würde es in dem Fall mal ohne versuchen. Manchmal wird die Wirkung als Streulichtblende überschätzt. Nicht jedes Instrument ist gleich anfällig für die Straßenlaterne vor dem Grundstück und bei den Gradienten durch die Lichtverschmutzung hilft sowieso kein Streulichtschutz.
Gruß
Sebastian
 
@TriffiD Danke für deine Mühe und deine Einschätzung!!

Die Tauschutzkappe verwende ich meist wirklich als Lichtzschutz. Früher als Beschlagschutz des Fangspiegels. Seit der aber beheizt ist, ist das kein Thema mehr. Straßenlaterne habe ich zum Glück noch keine in unmittelbarer Nähe. Da ich noch eine steile Lernkurve vor mir habe mache ich auch bei Mondlicht Lights. Ohne die Taukappe würde der Mondgradient wahrscheinlich um einiges gravierender sein.

Oder würdest du sagen, dass es durch die inzwischen guten Werkzeuge in den Bearbeitungsprogrammen besser ist ohne Taukappe zu belichten und den stärkeren Gradienten dann rausrechnen lassen?

Dass die Vignettierung mit und ohne Taukappe abweichen wird, kann ich mir gut vorstellen.
 
Oder würdest du sagen, dass es durch die inzwischen guten Werkzeuge in den Bearbeitungsprogrammen besser ist ohne Taukappe zu belichten und den stärkeren Gradienten dann rausrechnen lassen?
Also wenn ich in den halbjährlichen Wolkenlücken fotografiere, sorge ich dafür, dass ich ein Objekt aussuche, dass nicht direkt neben dem Mond steht. Die Tage um Vollmond vermeide ich ganz oder mache dann Schmalband.
Selbstverständlich ist es besser, störende Einflüsse auf das Bild gar nicht erst zuzulassen. Aber wenn dadurch die Flats nicht passen, ist man des wichtigsten Korrekturverfahrens beraubt. Dann lieber einen kleinen Gradienten zulassen. Den bekommst du jedenfalls eher weg, als deine Staubdonuts.
Aber ich würde sagen, probiere doch erst mal aus, wie viel die Kappe überhaupt bringt. Am Ende ist der Mehrwert gar nicht so groß.

Die andere Möglichkeit ist natürlich, eine vernünftige und stabile Tauschutzkappe zu verwenden und die Sache so einzurichten, dass du auch mit dem Ding ordentliche Flats herstellen kannst. In der Sternwarte habe ich eine Leuchtfolie so angebracht, dass ich das Teleskop bei Bedarf darauf ausrichten kann. Dann ist es natürlich egal, was ich an Equipment verwende. Mittelfristig würde ich immer nach einer Lösung suchen, die mir die Wahl lässt.

Du scheinst das alles schon ganz richtig anzugehen. Darum sage ich: probiere immer mal aus, was sich verändert, wenn man den Empfehlungen der Community nicht folgt. Es wird viel geschrieben, wie schrecklich dieses oder jenes wäre. Ich mache auch nach über 15 Jahren Astrofotografie immer noch kleine Versuche, wie sich "Regelverstöße" auswirken. Wenn der Himmel mal nicht so toll ist, oder am Anfang oder Ende der Fotosession, einfach mal runter mit der Kappe und noch zwei oder drei Fotos nachschieben und hinterher vergleichen. Tut gar nicht weh.

Gruß
Sebastian
 
Es erscheint mir unwahrscheinlich, dass so prägnante Donuts die Folge unterschiedlicher Beleuchtung von Staub auf dem Kamerafenster ist. Ich tippe auf einen systematischen Fehler auf dem Weg von der Herstellung der Kalibrierungsdateien bis zur eigentlichen Kalibrierung. Dafür spricht auch die im letzten Beispiel in #24 deutlich sichtbare Fehlkorrektur mit zu hellen und vor allem auch zu dunklen Ecken und ringförmigen Gradienten, wobei die Donuts seltsamerweise herauskorrigiert wurden. Das alles kann meines Erachtens keine Folge von LP-Gradienten, Mondlicht und Taukappe sein.
 
Das alles kann meines Erachtens keine Folge von LP-Gradienten, Mondlicht und Taukappe sein.
#24 hatte ich ganz übersehen. Wenn das mit dem gleichen Setup entstanden ist, und die Donuts korrigiert wurden, passt das nicht zu meiner Theorie. Vielleicht höchstens durch starkes Mondlicht. Dennoch: für zu kurze oder zu dunkle Flats scheinen mir die Fehler zu drastisch.
Als ich die Bilder zuerst sah, dachte ich sofort, dass sich da was zwischen Lights und Flats bewegt hat. Aber was soll das sein? Ein lockeres Deckglas?
Ich meine man sollte in so einem Fall erst mal möglichst viel Equipment aus dem Strahlengang nehmen und sehen, ob es dann besser wird.

Gruß
Sebastian
 
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