JoachimSchmolke
Aktives Mitglied
Liebe Freunde guter Ferngläser,
bevor ich zum neuen Ultravid 10x50 komme, möchte ich noch ein wenig Aufklärungsarbeit in Sachen Ferngläser leisten.
Ich beschäftige mich seit nunmehr 40 Jahren intensiv mit
Ferngläsern. Bisher hatte ich 13 Ferngläser. Meist waren es Zeiss-, Docter- oder Swarovski-Gläser. Um es vorweg zu nehmen:
Das perfekte Fernglas gibt es noch nicht. Obwohl mein 10x42 EL von Swarovski schon nahe dran ist - der Durchgriff
ist genial und die Optik ist sehr gut (Das neue Ultravid
ist im Handling lange nicht so gut und die Randschärfe ist
enttäuschend).Das perfekte Fernglas hätte auf jeden Fall
Porro-Prismen. Ein Dachkantglas kann systembedingt nicht die gleiche Leistungsfähigkeit haben wie ein Porroglas.
"Ein Dachkantkglas erreicht ungefähr nur 97% der Leistungs-fähikeit eines Porroglases. Die meisten Fernglasbenutzer
merken davon allerdings nichts". So die Aussage eines früheren Entwicklungschefs bei Zeiss. Befestigt man z.B.
eine Zeitung auf ein Brett und stellt dieses in ungefähr
15 m Entfernung auf und betrachtet dann - aufgelegt und
sitzend - die Punkte eines Ö,Ü oder Ä, so wird man feststellen, das diese auch mit dem Leica oder dem Swarovski noch zu erkennen sind. Im Docter-Glas dagegen
erscheinen die Punkte gestochen scharf. Auch am Himmel
erscheinen die Sterne im guten Porro-Glas einfach "knackiger". Ginge es nur nach der Leistungsfähigkeit eines Fernglassystems, so dürfte es
keine Dachkantgläser geben. Ein gutes Dachkantglas benötigt
drei Linsen im Objektiv und zusätzlich eine Fokussierlinse.
Das Docter-Glas z.B. kommt hier mit nur 2 Linsen aus.
Ein Dachkantglas benötigt einen Phasenkorrekturbelag der
die Phasenverschiebung - beim Durchgang durch das Dachkant-
prissma - größtenteils wieder korrigiert. Ein Porroglas
braucht das nicht. Ein weiterer Vorteil eines Porroglases
ist: Das Bild ist plastischer. So kann ich z. B. eher erkennen, ob der Hase in ein paar hundert Meter Entfernung
vor dem dem Fasan sitzt oder dahinter. Hätte das Docter-Glas ein hochertigeres Okular und eine etwas bessere Armierung, so wäre dieses Glas ideal. Das Fujinon-Glas
wäre ebenfalls erste Wahl, wenn es denn über einen Miteltrieb verfügen würde. Benutzt man es nur für die Astronomie und wollen es nicht immer auch andere während
der Beobachtungsnacht benutzen, so ist dieses Glas sicher-
ich erste Wahl.
Mein mittlerweile 36 Jahre altes Hartmann (Wetzlar) Porro-
glas ist in Schärfe und Kontrast eine ganze Klasse!!! besser als mein 10 Jahre altes Zeiss 10x40. Dieses wollte
man bei Zeiss nicht so recht glauben. Also schickte ich es
auf Wunsch des Zeiss-Entwicklungschefs zu Zeiss. Nach dem
Test gab es bei Zeiss heftige Diskussionen wie denn so
etwas überhaupt möglich sei.
Doch nun zu den Dachkantgläsern.
Das neue Ultravid ist in Wirklichkeit nicht ganz neu.
Die Transmission wurde erhöht, das Design geändert und
das Gewicht reduziert. Die Optik allerdings wurde nicht neu gerechnet.
Die Unterschiede zum Swarovski-Glas:
Das Glas sieht moderner aus, es ist etwas leichter, es hat eine etwas bessere Farbkorrektur, das Bild ist farbneu-traler und das Gesichtsfeld es etwas größer.
Trotzdem macht die Optik des Swarovski-Glases einen
hochwertigeren Eindruck. Richtet man z.B. beide Gläser
am Tage zum Himmel, so fällt folgendes auf: Im Swarovski-
Glas sieht man eine helle, gleichmäßig ausgeleutete Scheibe. Im Leica-Glas sieht es so aus - überspitzt
formuliert - wie wenn man durch eine Glasscheibe sieht,
die eine Vielzahl von kleinen Sprüngen aufweist. Seltsamer-
weise hat das bisher noch kaum jemand wahrgenommen.
Das Swarovski-Glas hat außerdem die etwas bessere Rand-
schärfe und es liegt besser in der Hand.
Ich werde jedenfalls noch ein paar Jahre mit dem Kauf eines neuen Fernglases warten bis Swarovski
sein 10x50 überarbeitet hat. Dann wird nämlich die
Randschärfe und Farbkorrektur deutlich verbessert sein.
Außerdem wird das Gewicht reduziert (dieses wurde mir
von Swarovski mitgeteilt).
So, fürs Erste reichts.
Herzliche Grüße
Joachim
bevor ich zum neuen Ultravid 10x50 komme, möchte ich noch ein wenig Aufklärungsarbeit in Sachen Ferngläser leisten.
Ich beschäftige mich seit nunmehr 40 Jahren intensiv mit
Ferngläsern. Bisher hatte ich 13 Ferngläser. Meist waren es Zeiss-, Docter- oder Swarovski-Gläser. Um es vorweg zu nehmen:
Das perfekte Fernglas gibt es noch nicht. Obwohl mein 10x42 EL von Swarovski schon nahe dran ist - der Durchgriff
ist genial und die Optik ist sehr gut (Das neue Ultravid
ist im Handling lange nicht so gut und die Randschärfe ist
enttäuschend).Das perfekte Fernglas hätte auf jeden Fall
Porro-Prismen. Ein Dachkantglas kann systembedingt nicht die gleiche Leistungsfähigkeit haben wie ein Porroglas.
"Ein Dachkantkglas erreicht ungefähr nur 97% der Leistungs-fähikeit eines Porroglases. Die meisten Fernglasbenutzer
merken davon allerdings nichts". So die Aussage eines früheren Entwicklungschefs bei Zeiss. Befestigt man z.B.
eine Zeitung auf ein Brett und stellt dieses in ungefähr
15 m Entfernung auf und betrachtet dann - aufgelegt und
sitzend - die Punkte eines Ö,Ü oder Ä, so wird man feststellen, das diese auch mit dem Leica oder dem Swarovski noch zu erkennen sind. Im Docter-Glas dagegen
erscheinen die Punkte gestochen scharf. Auch am Himmel
erscheinen die Sterne im guten Porro-Glas einfach "knackiger". Ginge es nur nach der Leistungsfähigkeit eines Fernglassystems, so dürfte es
keine Dachkantgläser geben. Ein gutes Dachkantglas benötigt
drei Linsen im Objektiv und zusätzlich eine Fokussierlinse.
Das Docter-Glas z.B. kommt hier mit nur 2 Linsen aus.
Ein Dachkantglas benötigt einen Phasenkorrekturbelag der
die Phasenverschiebung - beim Durchgang durch das Dachkant-
prissma - größtenteils wieder korrigiert. Ein Porroglas
braucht das nicht. Ein weiterer Vorteil eines Porroglases
ist: Das Bild ist plastischer. So kann ich z. B. eher erkennen, ob der Hase in ein paar hundert Meter Entfernung
vor dem dem Fasan sitzt oder dahinter. Hätte das Docter-Glas ein hochertigeres Okular und eine etwas bessere Armierung, so wäre dieses Glas ideal. Das Fujinon-Glas
wäre ebenfalls erste Wahl, wenn es denn über einen Miteltrieb verfügen würde. Benutzt man es nur für die Astronomie und wollen es nicht immer auch andere während
der Beobachtungsnacht benutzen, so ist dieses Glas sicher-
ich erste Wahl.
Mein mittlerweile 36 Jahre altes Hartmann (Wetzlar) Porro-
glas ist in Schärfe und Kontrast eine ganze Klasse!!! besser als mein 10 Jahre altes Zeiss 10x40. Dieses wollte
man bei Zeiss nicht so recht glauben. Also schickte ich es
auf Wunsch des Zeiss-Entwicklungschefs zu Zeiss. Nach dem
Test gab es bei Zeiss heftige Diskussionen wie denn so
etwas überhaupt möglich sei.
Doch nun zu den Dachkantgläsern.
Das neue Ultravid ist in Wirklichkeit nicht ganz neu.
Die Transmission wurde erhöht, das Design geändert und
das Gewicht reduziert. Die Optik allerdings wurde nicht neu gerechnet.
Die Unterschiede zum Swarovski-Glas:
Das Glas sieht moderner aus, es ist etwas leichter, es hat eine etwas bessere Farbkorrektur, das Bild ist farbneu-traler und das Gesichtsfeld es etwas größer.
Trotzdem macht die Optik des Swarovski-Glases einen
hochwertigeren Eindruck. Richtet man z.B. beide Gläser
am Tage zum Himmel, so fällt folgendes auf: Im Swarovski-
Glas sieht man eine helle, gleichmäßig ausgeleutete Scheibe. Im Leica-Glas sieht es so aus - überspitzt
formuliert - wie wenn man durch eine Glasscheibe sieht,
die eine Vielzahl von kleinen Sprüngen aufweist. Seltsamer-
weise hat das bisher noch kaum jemand wahrgenommen.
Das Swarovski-Glas hat außerdem die etwas bessere Rand-
schärfe und es liegt besser in der Hand.
Ich werde jedenfalls noch ein paar Jahre mit dem Kauf eines neuen Fernglases warten bis Swarovski
sein 10x50 überarbeitet hat. Dann wird nämlich die
Randschärfe und Farbkorrektur deutlich verbessert sein.
Außerdem wird das Gewicht reduziert (dieses wurde mir
von Swarovski mitgeteilt).
So, fürs Erste reichts.
Herzliche Grüße
Joachim