Ultravid 8x42 oder Victory FL 7x42

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hanz

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Hallo Fernglasfreunde,

habe über Leica Aktien gerade etwas Geld verdient und wollte es (natürlich so als Dankeschön) in ein gutes Leica Fernglas investieren.

Leider sind mir da jetzt einige Details aufgefallen, die dagegen sprechen:

1) hat Leica kein Ultravid 7x42, das dem Zeiss FL auch nur halbwegs ähnlich kommt (nur 56° Sehfeld und 3m Nahbereich außerdem nicht als leichtes BL erhältlich, echte Schande und die Kenner sprechen von starker Verzerrung und Bildfeldwölbung), ich hätte aber gerne ein 7fach wegen der 6er AP und mindestens 60° reales Sehfeld.

2) gibt es das was ich mir so vorstelle beim 8x42 (eigentlich zweite Wahl wegen AP5 und auch nur 3m Nahbereich), aber da haben gerade hier viele über Qualitätsmängel, vor allem beim Fokustrieb geklagt. Bringt Leica das in Ordnung oder steht man da dann im Regen?

Gruß

etwas verunsichert
 
Hallo Hanz,

ich stand vor einiger Zeit vor der Entscheidung, ob ich mir das Victory Fl 7x42 oder das Ultravid 7x42 kaufen soll. Ich habe beide Gläser beim Händler ausführlich verglichen. Vorteile des Leica waren:

kompaktere Form
edleres Design
etwas kontrastreicheres Bild

Für das Zeiss sprach:

weicher laufender Mitteltrieb
helleres Bild
größeres Sehfeld
bessere Naheinstellung

Ich habe mich dann für das Zeiss entschieden und bin bis jetzt sehr zufrieden. Übrigens war das Leicaglas, welches ich ausprobiert hatte, von der Fokussiermechanik her völlig in Ordnung und eine Bildfeldwölbung war mir bei dem Ultravid auch nicht aufgefallen. Mache es doch so wie ich, suche Dir einen Händler, der beide Modelle hat und entscheide Dich nach ausgiebigem Vergleich. Jedenfalls würde ich mir an Deiner Stelle das Glas kaufen, welches Dir am ehesten zusagt, auch wenn es kein Leica ist.

Beste Grüße

Manfred
 
Hallo Hanz,
ich bin derzeit so nebenbei auf einer ganz ähnlichen Suche und ein FL 7x42 ist eines meiner Favoriten, derzeit.

Aber sollten wir denn nicht einmal selbst einen Blick durch das 7x42 Ultravid wagen, um uns ein eigenes Urteil ermöglichen zu können ?

Jedenfalls könnte ich (als 7x50 CZJ-'geschädigter' ;-)) mit den 56° Sehfeld äusserst gut leben.

In jedem Fall werde ich mir alle in Frage kommenden 7er Geräte einmal in Ruhe ansehen. Vielleicht gibts ja hier noch Infos aus der Praxis zum Leica ...

Grüsse
Carsten
 
Hallo Carsten,

ich habe inzwischen recht viel Infos auf der Forumsseite von Juelich Bonn gefunden, man muß nur überhaupt mal das Fernglasforum dort als solches entdecken (ist dort unter "Tagbeobachtung"):
http://www.juelich-bonn.com/jForum/list.php?9

dort gibt es auch viele interessante Berichte z.B. von Walter Schön, Holger Merlitz und Frank Schäfer. Ansonsten zu den "Extrempreisgläsern" wohl das geeignetere Forum. Und enthält auch einige hier im Forum noch nicht so extrem vertretene Ansichten (zum Beispiel daß die "großen" Fujinons 15x50 und 18x50 beides echte "Gurken" mit extrem schlechter Transmission sein sollen - naja das 18x50 hat mir ja auch nicht gefallen- gegenüber dem 10x30 und 12x36).
Daß man unser Forum dort als eher für verrückte Bastler geeignet sieht, finde ich echt schmeichelhaft - wahrscheinlich hat von denen noch kaum einer mal ein Fernglas von innen gesehen und viele sicher von der Optik nur den roten oder blauen Aufkleber... (ätsch, das mußte jetzt einfach sein).

Natürlich kann auch der beste Bericht das eigene Durchschauen nicht ersetzen.

Hallo Manfred,
vielen Dank für die interessanten Informationen, ich denke, das mit der Bildfeldwölbung war doch über die Trinovids gesagt worden (finde den Beitrag gerade nicht mehr).

Gruß
 
Hallo Carsten,

ich habe inzwischen recht viel Infos auf der Forumsseite von Juelich Bonn gefunden, man muß nur überhaupt mal das Fernglasforum dort als solches entdecken (ist dort unter "Tagbeobachtung"):
http://www.juelich-bonn.com/jForum/list.php?9

dort gibt es auch viele interessante Berichte z.B. von Walter Schön, Holger Merlitz und Frank Schäfer. (...)

Moin moin .... genau ! Das 'Tagbeobachtungsforum' habe ich auch erst vor ein paar Tagen 'entdeckt'. Man kann also doch noch interessante Beiträge unseres ehrenwerten Mitgliedes W.E. Schön inhalieren ;-)

Gruss
Carsten
 
Hallo Carsten,

habe jetzt mal am Frankfurter Flughafen durch das Zeiss 8x42 FL gucken können - schon schön, aber "umgehauen hat's mich nicht" und der Trieb ging genau so, wie ich das über Leicas gelesen habe: zu leicht und dafür "kratzig" ( Ok, das Glas hatte in der Vitrine locker 45°C und das sicher schon seit Monaten). Vor allem kam's mir recht schwer und klobig vor - seltsam, wenn man die Werbefotos von Zeiss kennt, hat man den Eindruck, die haben es dort "perspektivisch verkürzt" - ist in Wirklichkeit ziemlich lang und klobig.
Halt so wie die Leica Trinovid 40er auch (und die kamen mir immer ziemlich klobig vor, das alte Dialyt 7x42 dagegen nicht).
OK, ich war schlechter Laune, auch weil die keine Leicas da hatten außer dem 12x50.

Frank Schäfer:

kannst Du mal hierzu einen Kommentar machen? Du hattest ja das Dialyt 7x42 über Jahre und hast jetzt wohl das FL?

Gruß
 
Hallo Hanz,

ich bin zwar nicht der Frank Schäfer, aber ich hatte ein Zeiss 7x42 Dialyt und habe jetzt ein 7x42 FL.
Das Dialyt war schlanker, das Bild war nur unwesentlich dunkler, aber bei Schärfe und Kontrast ist das FL schon sichtbar besser. Es läßt sich auch näher scharfstellen und ist etwas leichter, die Drehaugenmuscheln sind stufenlos verstellbar ( beim Dialyt gabs noch die altmodischen Stülpmuscheln, die nach einiger Zeit brüchig wurden ) und das FL ist wasserdicht.

Noch ein Hinweis zu den Leica Ultravid BL`s ( belederte Ausführung ): Diese Gläser finde ich vom Anschauen und Gewicht her optimal, es gibt nichts Edleres auf dem Fernglasmarkt. Allerdings sind diese Feldstecher sehr empfindlich, vor allem das schwarze Metallgehäuse hat sehr schnell Kratzer - Abstellen auf einer rauhen, harten Fläche genügt, um erste Macken zu erzeugen. Somit sind diese Gläser eher für die Vitrine als für den robusten Alltagsgebrauch geeignet.

Beste Grüße

Manfred Müllers
 
Hallo Manfred,

habe eigentlich Frank angesprochen, weil er sich gerade für das 7x42 Dialyt hier als Optimum oft ausgesprochen hat.

So wie Du das Leica BL 8x42 darstellst, wird es wohl mein "Standard" werden, Kratzer finde ich lächerlich, zu hohes Gewicht oder "klobig" und "schlecht in die Tasche gleitend" (wegen Gummierung) sind für mich dagegen genauso KO-Kriterien wie Sehfeld < 60° .
Was mich auch negativ beeindruckt hat, war die trotz "Ultrapreis" von rund 1500€ doch kaum bessere Randschärfe als beim Canon 10x30IS zu 350€ - letzte 10° einfach ziemlich unscharf (aber weitere derartig unscharfe 10° von 60 auf 70° würden wenigstens einen klaren Vorteil darstellen) - naja, aber das hat halt zur Zeit niemand. Ich brauche da selbst nicht mehr Schärfe, aber wer das 5fache verlangt sollte doch irgendwo auch was mehr bieten, zum Beispiel beim Sehfeld 70° statt der üblichen 60.

Gruß
 
>>>... war die trotz "Ultrapreis" von rund 1500€ doch kaum bessere Randschärfe als beim Canon 10x30IS zu 350€ ...

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Hallo Hanz,

Da vergleichst Du aber auch Aepfel mit Birnen. Ein 10x Fernglas mit 60 Grad scheinbarem Sehfeld geht bis 6 Grad, ein 8x schon bis 7.5 Grad. Das ist leider der Winkelbereich, in dem die Aberrationen beginnen, voll durchzuschlagen, das geht ja nichtlinear mit dem realen Sehfeld-Winkel. Dazu kommt, dass ein 8x42 wegen der grossen Austrittspupille deutlich mehr Lichtweg durch Glas hat als ein 10x30, und das erzeugt ebenfalls Aberrationen, die ebenfalls noch unter einen Hut zu bringen sind. Es ist daher vergleichsweise einfach, ein 10x30 mit fast randscharfen 60 Grad zu bauen - ein Nikon 10x35 E2 hat 70 Grad Sehfeld, von denen die inneren 60 Grad auch schon fast perfekt sind. Etwas aehnlich gutes fuer den 8x42 Bereich zu konstruieren scheint auch mit 1500 Euro nicht so einfach zu sein, und da steht Leica im Regen genauso wie die anderen Hersteller auch.

Gruss,
Holger
 
> Frank Schäfer:
> kannst Du mal hierzu einen Kommentar machen?

Hallo hanz,

wozu soll ich einen Kommentar machen? Dazu:

> OK, ich war schlechter Laune, auch weil die keine Leicas da hatten außer dem 12x50.

Da fällt mir echt nichts ein. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

Aber zu meinem Wechsel vom alten Dialyt 7x42 auf das 8x42 FL kann ich was sagen: heute bereue ich, dass ich das Dialyt verkauft habe. Das Glas war mit seinem sehr großen Sehfeld und seiner optischen Leistung so gut, dass ich mir den Wechsel zu einem nicht geringen Aufpreis eigentlich hätte sparen können. Außerdem finde ich die Kombination aus einem 7x42 und einem 10x50 irgendwie sinnvoller als die eines 8x42 mit einem 10x50 (für Astro habe ich ja noch das 10x50 Nobilem). Du hast recht, das alte Dialyt war schlanker, aber es war auch ziemlich lang. Die Zeiss Gläser mit Abbe-König Prismen haben nunmal den "Nachteil" einer größeren Bauhöhe, Ferngläser mit Schmidt-Prismen können kompakter gebaut werden, dafür wirken sie mitunter etwas klobig. Das alte 8x42 Trinovid ist so ein Fall, im Vergleich zum 7x42 Dialyt wirkt es ziemlich gedrungen. Wäre das Trinovid genauso lang wie das Dialyt, dann würde sich der Eindruck möglicherweise relativieren.

Jedenfalls hätte ich heute gern mein altes Dialyt wieder. Keine Frage, das 8x42 FL ist optisch hervorragend und am Sternhimmel ist es ein Gedicht (die Randschärfe mal ausgenommen). Die Entwicklung ist ja nicht stehen geblieben und die wasserdichte Bauweise ist ein Vorteil, den man gut brauchen kann. Aber irgendwie hatte ich bei den Dialyt Gläsern noch das gute Gefühl, ein Fernglas zu nutzen, was alte Tugenden der Firma Zeiss verkörperte. Das Gefühl, ein solides und gediegenes Produkt für das viele Geld, was es kostet, in der Hand zu haben, war beim Dialyt ein anderes als bei den modernen Konstruktionen mit ihrem Gehäuse aus glasfaserverstärktem Polyamid. Na ja, egal. Wenn mir eines Tages ein gebrauchtes Dialyt günstig über den Weg läuft, dann werde ich es bestimmt nicht ziehen lassen. Das bei der Freihandbeobachtung ruhige Bild, das (für meine Augen) vollkommen unproblematische Einblickverhalten (ohne Brille) und der Eindruck von Weite, den das große Sehfeld bei einem gleichzeitig knackscharfen und unglaublich brillanten Bild vermittelt, waren für mich schon immer beeindruckend. Solche Ferngläser wachsen nicht zu Hauf auf Bäumen. Wir hatten das Thema schon mal. Das 7x42 Dialyt gehörte wohl zu den wenigen, wirklich gelungenen Konstruktionen, die sich über Jahrzehnte verkaufen lassen. Ob das neue Victory FL an diesen Erfolg anknüpfen kann? Keine Ahnung.

Das ganze wird Dir aber bei Deiner Entscheidung nicht helfen. Wie Du das mit Leica Aktien verdiente Geld am besten unter die Leute bringst, das weiß ich auch nicht. Ich würde es wahrscheinlich in ein Leica Glas stecken. Warum auch nicht? Mach doch der Firma, die Dir den Geldsegen beschert hat, eine Freude. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Da mir mein 8x42 FL auf Reisen manchmal zu sperrig ist, habe ich mir nun doch noch ein 8x32 zugelegt. Das Zeiss FL war mir zu teuer, das Leica Ultravid auch und so habe ich gesucht, bis mir ein 8x32 Trinovid BN zu einem für meine Vorstellungen recht günstigen Preis in die Hände fiel. Übrigens war der Leica Service echt flink. Der Umbau mit erweitertem Überhub hat nicht mal eine Woche gedauert.

Und falls Du Dich gar nicht zwischen Zeiss 8x42 FL und Leica 7x42 Ultravid entscheiden kannst, dann schau Dir das Swarovski 8,5x44 EL mal näher an. Ich bin drauf und dran, Swarovski Fan zu werden. Das kleine 8x20 hat es mir angetan und das 8,5x44 EL hat mich auch schwer beeindruckt. Letzteres ist mir aber etwas zu teuer. Dafür würde es mir bei der Entscheidung zwischen Victory Compact und Swarovski Pocket überhaupt nicht schwerfallen, nochmal 100 Euro fürs Swarovski draufzulegen. Nicht nur die optische Leistung ist hervorragend, vor allem die Qualität der Verarbeitung ist beim Swarovski auf einem völlig anderen Niveau.

Na dann noch viel Spaß bei der Suche.

Tschüß, Frank.
 
Hallo Frank,

danke für den detaillierten Kommentar (auch bezüglich schlechter Laune, die Dich ja offensichtlich gerade auch etwas plagt mit Deinem Spitzenprodukt der Sportoptik - vielleicht solltest Du damit Sport treiben statt Sterne gucken?).
Wenn ich Deinen Kommentar ernst nehme, muß ich eigentlich nach einem gebrauchten Leitz Trinovid 7-8fach und nicht wasserdicht suchen gehen (die Generation, die oft als "Franz Josef Strauß Glas" bezeichnet wird). Aber vorher muß ich mal suchen, ob ich einen Händler finde, der ein Leica BL da hat, daß man's mal wenigstens in die Hand nehmen kann. Das mit dem "Geldsegen" hatte ich genau so vor wie Du mir das vorschlägst - kam mir irgendwie "fair" vor (Ritual zur Beschwichtigung des eigenen Gewissens?).

Auch für mich ist übrigens inzwischen offensichtlich, daß wirklich gute Ferngläser Einzelstücke sind (von Canon z.B. das 10x30 IS - das 12x36 ist klobig und hat zu weite Naheinstellgrenze für universelle Nutzung, das 18x50 gefiel mir gar nicht, das 10x42 ist ein "Amboß am Hals" - allerdings mit bester Optik). Und das Zeiss 8x56 Dialyt gefiel mir z.B. auch nie.

Gruß
 
> Wenn ich Deinen Kommentar ernst nehme, muß ich eigentlich nach einem gebrauchten Leitz Trinovid 7-8fach und nicht wasserdicht suchen gehen ...

Hallo hanz,

meinen Kommentar solltest Du ernst nehmen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Aber Dein Vergleich mit Leica/Leitz hinkt etwas. Das Zeiss 7x42, was ich meine, hatte schon eine moderne Vergütung und einen Phasenkorrekturbelag auf den Dachflächen der Dachkantprismen - T* und P*. Die alten Leitz Trinovid Gläser waren zwar von der Verarbeitung und der Mechanik vom Feinsten, aber die optische Leistung bleibt doch sichtbar hinter einem jüngeren Leica Trinovid zurück. Ich vermute, der fehlende Phasenkorrekturbelag ist neben der älteren Vergütung ein wichtiger Grund dafür. Ich kenne zumindest den Vergleich zwischen zwei Leitz und Leica 7x42 Modellen und zwischen einem alten Leitz 8x40 und einem neuen Leica 8x42 Trinovid (BN). Die alten Leitz Gläser sind schöne Sammlerstücke, aber für die praktische Nutzung würde ich ein Leica vorziehen.

> auch bezüglich schlechter Laune, die Dich ja offensichtlich gerade auch etwas plagt mit Deinem Spitzenprodukt der Sportoptik

Mit dem 8x42 FL bin ich eigentlich sehr zufrieden und außer der Randunschärfe habe ich auch keine belastbaren Kritikpunkte gefunden (das Gehäuse ist eher eine Frage des persönlichen Geschmacks). Nur habe ich das Glas etwas zu teuer eingekauft, das ist der Punkt. Das Dialyt 7x42 hatte ich noch zu DM-Zeiten angeschafft und es hat mich damals um die 1700 DM gekostet. Im Vergleich zum aktuellen Preis für ein FL war das beinahe ein Schnäppchen. Das Dialyt habe ich beim Umstieg mit Verlust in Zahlung gegeben und dann noch einiges drauf gelegt, um in den Genuß des 8x42 FL zu kommen. Das FL ist Spitze, nur wenn ich den Velust beim Verkauf des 7x42 und den Preis fürs 8x42 FL zusammenrechne, dann frage ich mich heute, ob es das wert war. Mit dem Dialyt könnte ich genauso glücklich sein. Ich habe keine Zweifel, dass die neuen FL Modelle optisch besser sind. Nur sollte man deshalb gleich umsteigen? Man muß wirklich nicht das neueste, tollste, beste und natürlich teuerste Fernglas haben. Die Lektion habe ich gelernt und heute würde ich das Dialyt behalten.

Die schlechte Laune plagt mich eher, wenn ich daran denke, was heute so alles mit berühmten Firmenlogos verkauft wird. Es scheint genug Kunden zu geben, die mehr auf als durch ein Fernglas schauen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Hallo Frank,

so ist das halt mit der Erfahrung: wenn man sie nicht hat, hat man's leichter, aber erst wenn man sie hat, kann man urteilen. War so gesehen doch dann das Geld sicher wert?
Oder könntest Du wirklich als Zeiss-Fernglasfan damit leben, bei den FL nicht aus eigener Erfahrung mitsprechen zu können?

Wahrscheinlich ist es gerade das, was Dich ärgert, daß Du einfach etwas zuviel bezahlt hast für die Erkenntnis! (es aber wohl jederzeit etwas billiger wieder machen würdest?)

Nimm Dir ein Beispiel an Holger Merlitz oder Walter Schön - denen geht's schon lange gar nicht mehr um das jeweilige Fernglas, sondern um die Übersicht über das, was heute (gemacht wird?) machbar ist (Holger hat ja fast alle Gläser wieder verkauft und so eigentlich nur "reine Erkenntnis" destilliert) - irgendwo ein geradezu buddhistischer Vorgang "Erleuchtung über Ferngläser" - und ich bin gerade auch auf dem besten Weg dazu mit den 2 Pentax Papilios - wenn ich im Frühjahr/Sommer endlich wirklich mal Insekten damit beobachten kann, weiß ich mehr als 99,9% der Fernglasbenutzer über dieses spezielle Kapitel (darunter so wertvolle Erkenntnisse wie daß man an einen Schmetterling meist nur auf maximal 1-2m ran kommt und damit das Konzept der Papilios eigentlich schon eine Fehlbeurteilung ist obwohl es für Schmetterlinge weit besser ist als das herkömmliche Konzept mit 2m Nahbereich, der nur mit 1 Auge noch wirklich geht).

Ist schon verrückt: statt es einfach so zu benutzen (was Du und ich ja auch noch sehr regelmäßig tun) ist auch die Möglichkeit da, am Fernglas zu lernen und damit sich über Optik eigene Vorstellungen zu machen. So hat das (sicher erstmal militärisch erfundene und verbesserte) Fernglas über die Jäger seinen Weg gemacht bis zu den Ornis (die bei Leica anscheinend gerade die Zielkunden sind).

Schön, daß Du hier wieder mitmachst!

Gruß
 
> Oder könntest Du wirklich als Zeiss-Fernglasfan damit leben, bei den FL nicht aus eigener Erfahrung mitsprechen zu können?

Hallo hanz,

Du mußt mich verwechseln. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Wieso "Zeiss-Fernglasfan"? Ich bin ein Freund guter Ferngläser, ob die nun von Zeiss, Leica oder Nikon kommen, ist nicht so wichtig. Meine Mitgliedschaft im "Zeiss-Fanclub" beschränkt sich eher auf ältere Optik, wie z.B. Ferngläser, Teleskope und Mikroskope von Carl Zeiss Jena. Diese Geräte stammen aber aus einer anderen Zeit. Die Zeiten haben sich geändert und ich habe hin und wieder meine Probleme mit dem einen oder anderen Fernglas unserer Zeit - auch wenn ein magisches Logo auf dem Gehäuse klebt. Also bitte keine unzulässigen Verallgemeinerungen, von wegen "Zeiss-Fernglasfan" oder so <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ...

> Wahrscheinlich ist es gerade das, was Dich ärgert, daß Du einfach etwas zuviel bezahlt hast für die Erkenntnis! (es aber wohl jederzeit etwas billiger wieder machen würdest?)

Das ist möglicherweise ein Grund. Allerdings habe ich in den letzten Jahren auch einiges an Lehrgeld für Ferngläser bezahlt, die pro Stück zwar deutlich billiger waren, in der Summe aber kaum weniger als ein Zeiss oder Leica Glas der Oberklasse gekostet haben. Darunter waren einige Minolta und Nikon Gläser. Einen Teil habe ich wieder verkauft, einige habe ich unserer Volkssternwarte spendiert. Ärgern tut mich das nicht, obwohl auch die daraus gezogenen Erkenntnisse nicht gerade wenig Geld gekostet haben. Irgendwann setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein billiges Glas nicht unbedingt günstig sein muß. Der eine braucht etwas länger zu dieser Erkenntnis, beim anderen geht es schneller. Ich bin halt von der langsamen Sorte ...

Um auf Deine Frage zurückzukommen, heute würde ich mir die Investition für den Erkenntnisgewinn sparen. Es gibt Ferngläser, mit denen kann man ein Leben lang seinen Spaß haben, ohne dass man sich Gedanken machen muß, ob die Nachfolgemodelle nun besser sind oder nicht. Das 7x42 Dialyt ist so ein Fernglas und hätte ich ein Zeiss 15x60 Porro, dann würde auch das dazu gehören.

Frank.
 
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