Anette_Aslan
Aktives Mitglied
Liebes Sternenvolk,
heute glaubte ich, dass der Himmel vielversprechend werden würde. Ein goldener und wolkenloser Herbsttag, wie er schöner und ruhiger nicht sein könnte, die Kondenstreifen der Flugzeuge lösten sich sofort wieder auf. So stellte ich am frühen Abend den Zehner-Dobson auf die Wiese und nahm mir "nur" das Areal um Pegasus und Andromeda bis Perseus mit Hilfe des Skyatlas und dem Telrad vor.
Ich steckte mir alle Ziele, die dort zu sehen sein sollten.
Als ich an den Dobson dann gegen 23h ging, war seine Abdeckung vom nächtlichen Tau schon klatschnass. Die Milchstrasse war leicht zu erkennen, das Seeing habe ich noch immer nicht kapiert zu bestimmen. Aber nach Bortle war der Himmel überlebensfähig.
Mit Rotlicht und Kartenständer nahm ich mir zuerst
M33 vor und konnte sie schnell mit dem 32mm Weitwinkel finden, wenn auch äußerst diffus und nur ein Hauch von einem Hauch, aber immerhin, das passiert mir nicht alle Tage.
Triangulum konnte ich gut erkennen, auch alle Sterne des Widder und sogar die Fische, wenn auch mit grosser Anstrengung.
Die Andromedagalaxie lies sich mit blossem Auge orten und so hatte ich sie samt Begleiterin der M31 gleich im 32er Oku.
Dann rauf zu Alamak, der laut Skyatlas einen schönen Farbkontrast hergeben sollte und mit vier Oskars versehen ist, aber ich konnte nicht verstehen warum, ich sah ihn nur als gewöhnlichen Stern. Dann von dort gleich einen Schwenker zu
M34, der war mal wieder ein neuer Offener Sternhaufen in meinem Leben, welchen ich noch nie betrachtet hatte und freu, freu, er war schön anzusehen.
Mit Veränderlichen kann ich nichts anfangen, Algol soll ja der Hauptklassiker sein, aber das ist wohl was für Langmütige, hier Nacht für Nacht Helligkeits-schwankungen zu registrieren. Respekt vor Henrietta Leavitt, die sich dadurch einen Namen gemacht hat. Zu was das gut sein soll? Dadurch bekam man ein Verständnis für die Entfernungsmessungen im Weltall habe ich neulich gelesen, das wusste ich so nicht.
Da sieht man doch was der Ehrgeiz und die Leidenschaft echter Forscher so bringt. Jahrzehntelang so einen einzigen Stern beobachten und klar, nach einer langen Beobachtungsreihe hat man ein Gesamtbild und so entstehen Erkenntnisse.
So langsam wurde es richtig klatschig nass, ich musste mehrmals das Oku und den Telrad vom Tau befreien, die Atmosphäre ist halt doch ein Meer, nur halt mit mehr Sauerstoffanteil als der Ozean. Das Barometer fällt auch schon seit Tagen, ich glaube es kommt da ein Tsunami an.
M74 in den Fischen konnte ich beim besten Willen nicht ausmachen, genauso wenig NGC 772 im Widder noch die beiden 925 und 752 im Triangulum, es war zum Verzweifeln.
Nicht anders die NGC 1275 und 1023 zwischen Alamak und Algol, Wer in Gottes Namen hat denn da schon was sehen können? Und wie und mit welchen Okus kann mir da einer was empfehlen? Jetzt wollt ich dem Lots hier mal beweisen, dass ich mir auch echte Mühe geben kann und die Finger vom Kindergarten lasse, aber das ist dann dabei herausgekommen.
Um so gegen 01 stand die Temperatur schon auf 4 Grad, die rel. Feuchtigkeit auf 100 Prozent, ich machte mich trotz Schwur dann doch noch an die Kindergartenklassiker heran:
Ha und Chi im Perseus zum Herzerwärmen, die Plejaden ebenso und M57 in der Leier, die aber schon so schräg gen Westen stand, dass es keine grosse Freude war, sehr, sehr diffus. Dann noch schnell den Jupi, der sich mit seinen Mondchen wie Galileos Weltbild prächtig klar im 6mm Goldkantenoku präsentierte, dafür stand er ja auch schön auf dem Kulminationspunkt, besser könnte es nicht sein.
Ich musste dann aufhören, die Kälte und Feuchtigkeit gingen in die Knochen,
mit hüstelnden Grüssen wünsch ich euch dann allen den Beginn der herbstlichen Sternbildersaison.
Anette
Leute der Winter ist wirklich da, ich fasse es nicht, gestern hatten wir sogar schon minus 0,5 und den ersten Frost.
heute glaubte ich, dass der Himmel vielversprechend werden würde. Ein goldener und wolkenloser Herbsttag, wie er schöner und ruhiger nicht sein könnte, die Kondenstreifen der Flugzeuge lösten sich sofort wieder auf. So stellte ich am frühen Abend den Zehner-Dobson auf die Wiese und nahm mir "nur" das Areal um Pegasus und Andromeda bis Perseus mit Hilfe des Skyatlas und dem Telrad vor.
Ich steckte mir alle Ziele, die dort zu sehen sein sollten.
Als ich an den Dobson dann gegen 23h ging, war seine Abdeckung vom nächtlichen Tau schon klatschnass. Die Milchstrasse war leicht zu erkennen, das Seeing habe ich noch immer nicht kapiert zu bestimmen. Aber nach Bortle war der Himmel überlebensfähig.
Mit Rotlicht und Kartenständer nahm ich mir zuerst
M33 vor und konnte sie schnell mit dem 32mm Weitwinkel finden, wenn auch äußerst diffus und nur ein Hauch von einem Hauch, aber immerhin, das passiert mir nicht alle Tage.
Triangulum konnte ich gut erkennen, auch alle Sterne des Widder und sogar die Fische, wenn auch mit grosser Anstrengung.
Die Andromedagalaxie lies sich mit blossem Auge orten und so hatte ich sie samt Begleiterin der M31 gleich im 32er Oku.
Dann rauf zu Alamak, der laut Skyatlas einen schönen Farbkontrast hergeben sollte und mit vier Oskars versehen ist, aber ich konnte nicht verstehen warum, ich sah ihn nur als gewöhnlichen Stern. Dann von dort gleich einen Schwenker zu
M34, der war mal wieder ein neuer Offener Sternhaufen in meinem Leben, welchen ich noch nie betrachtet hatte und freu, freu, er war schön anzusehen.
Mit Veränderlichen kann ich nichts anfangen, Algol soll ja der Hauptklassiker sein, aber das ist wohl was für Langmütige, hier Nacht für Nacht Helligkeits-schwankungen zu registrieren. Respekt vor Henrietta Leavitt, die sich dadurch einen Namen gemacht hat. Zu was das gut sein soll? Dadurch bekam man ein Verständnis für die Entfernungsmessungen im Weltall habe ich neulich gelesen, das wusste ich so nicht.
Da sieht man doch was der Ehrgeiz und die Leidenschaft echter Forscher so bringt. Jahrzehntelang so einen einzigen Stern beobachten und klar, nach einer langen Beobachtungsreihe hat man ein Gesamtbild und so entstehen Erkenntnisse.
So langsam wurde es richtig klatschig nass, ich musste mehrmals das Oku und den Telrad vom Tau befreien, die Atmosphäre ist halt doch ein Meer, nur halt mit mehr Sauerstoffanteil als der Ozean. Das Barometer fällt auch schon seit Tagen, ich glaube es kommt da ein Tsunami an.
M74 in den Fischen konnte ich beim besten Willen nicht ausmachen, genauso wenig NGC 772 im Widder noch die beiden 925 und 752 im Triangulum, es war zum Verzweifeln.
Nicht anders die NGC 1275 und 1023 zwischen Alamak und Algol, Wer in Gottes Namen hat denn da schon was sehen können? Und wie und mit welchen Okus kann mir da einer was empfehlen? Jetzt wollt ich dem Lots hier mal beweisen, dass ich mir auch echte Mühe geben kann und die Finger vom Kindergarten lasse, aber das ist dann dabei herausgekommen.
Um so gegen 01 stand die Temperatur schon auf 4 Grad, die rel. Feuchtigkeit auf 100 Prozent, ich machte mich trotz Schwur dann doch noch an die Kindergartenklassiker heran:
Ha und Chi im Perseus zum Herzerwärmen, die Plejaden ebenso und M57 in der Leier, die aber schon so schräg gen Westen stand, dass es keine grosse Freude war, sehr, sehr diffus. Dann noch schnell den Jupi, der sich mit seinen Mondchen wie Galileos Weltbild prächtig klar im 6mm Goldkantenoku präsentierte, dafür stand er ja auch schön auf dem Kulminationspunkt, besser könnte es nicht sein.
Ich musste dann aufhören, die Kälte und Feuchtigkeit gingen in die Knochen,
mit hüstelnden Grüssen wünsch ich euch dann allen den Beginn der herbstlichen Sternbildersaison.
Anette
Leute der Winter ist wirklich da, ich fasse es nicht, gestern hatten wir sogar schon minus 0,5 und den ersten Frost.