Umbau 12" GSO - Welcher Okularauszug...?

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Teleskopium

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Hallo Selbstbauer,

Da ich ständig Angst hatte, dass mir mein 12" GSO mal aus der Hand rutscht - der Tubus kann in einer kalten Nacht beschlagen - und ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden konnte, einfach nur Griffe an das dünne Blech anzuschrauben, habe ich mich entschlossen, die Optik in einen neuen Gitterrohr-Tubus umziehen zu lassen, den ich selbst bauen wollte. Nach dem Motto: "wenn, dann machen wir das gleich richtig..." habe ich mir eine Spiegelzelle konstruiert und einen Hut mit Okularschlitten angefertigt - im Netz gibts dazu genügend Anregungen zu finden, letztlich bin an vielen Stellen auch eigene Wege gegangen - entsprechend meinen beschränkten handwerklichen Fähigkeiten [studiert... :biggrin: ].

Jetzt gibts noch ein paar kleinere Unklarheiten und ich hoffe, Ihr könnt mir hier weiterhelfen.

1.) Meine Spiegelzelle ist noch nicht ganz fertig, ich habe noch ein paar Verständnissschwierigkeiten zu Plop. Gibts hierzu irgendwo eine verständliche Anleitung für Dummies äh Neulinge? Ich weiß nicht, mir ist es zu einfach oder...

2.) Ich kann mich einfach nicht für einen Okularauszug entscheiden, auch möchte ich den alten Tubus inklusive OAZ voll intakt lassen, damit die Optik notfalls wieder in das alte Haus zurück kann. Habe zwar schon mal einen 5" Newton gebaut aber das hier ist ja noch etwas Anderes, schon vom Öffnungsverhältnis her. Nunja, es soll ein neuer OAZ werden. Einen Feather Touch will ich mir nicht leisten. Eine Zeit lang dachte ich an den Kineoptics HC2, aber den habe ich live noch nicht gesehen, er sieht mir auf den Bildern irgendwie sehr billig aus. Leicht ist zwar gut, aber der OAZ sollte auch stabil sein und ich rechne jetzt nicht mit so gravierenden Gewichtsproblemen am Hut. Dann wäre noch der Baader Steeltrack oder die sehr preiswerte TS-Alternative eines Crayford OAZ. Natürlich jeweils 2". Was spricht dafür, die mehr als 100€ mehr auszugeben, mal abgesehen von Optik und kurzbauender Bauweise?

3.) Technisch habe ich soweit die meisten Probleme gelöst, aber wie kann ich die Gitterrohre im Kasten unten am Besten anbringen? Viele lösen dieses Problem mit entsprechenden Holzklötzen, die mittels Forstner-Bohrer entsprechend aufgebohrt werden und dann mit Sattelschnellspannern zur Stangenbefestigung dienen. Tolle Lösung, aber das übersteigt meine technischen Möglichkeiten - so exakt kann ich die Bohrungen nicht ausführen - nicht mit meiner Bohrmaschine. Ich suche einen anderen Weg, am besten würde mir hier eine "fertige Lösung" aus dem Baumarkt gefallen, die man nur noch anschrauben muss, z.B. sowas wie Radaufhängungen - ich wollte 22mm Alu-Stangen von Alfer nehmen. Hat irgendjemand noch eine andere Lösung gefunden?

Danke für Eure Ideen!

CS
Jürgen

 
Hallo Jürgen,
Glückwunsch zu dem Schritt.
Du wirst sehen - das beobachten mit einem Eigenbau macht gleich nochmal so viel Spaß.

zu 1.) Ich denke, mit Plop musst Du Dich gar nicht so sehr auseinandersetzen, solange Du den GSO-Standardspiegel einsetzt. Der ist dick genug, daß es nicht auf den mm ankommt. Laut dieser Seite ( http://www.davidlewistoronto.com/plop/design.htm ) reicht für einen 2" dicken HS bei 12" sogar ein 3-Punkt-Zelle mit 0,401 x Radius.
Wenn Du mehr bauen willst, bau eine 9-Punkt-Zelle mit den Punkten bei 0,33 x Radius und 0,72 x Radius.

zu 2.) Wenn Du doch einen Okularschlitten hast, warum dann noch einen OAZ? Den HC-2 kann ich bedingungsloas empfehlen am Dobs. Der ist stabil, leicht, schön flach und arbeitet absolut ruckfrei.

zu 3.) Die simpelste Lösung für die Stangenbefestigung in der Spiegelbox, die ich mal gesehen habe, waren so graue Kunsstoff-Schellen zum an die Wand schrauben für Elektro-Lehrrohre. Da klippst Du die Stangen einfach rein und könntest sie dann mit je einem kleinen Brettchen und Schnellspanner festziehen.
 
Zitat von Teleskopium:
... habe ich mich entschlossen, die Optik in einen neuen Gitterrohr-Tubus umziehen zu lassen...
Sehr weise Entscheidung! Das Blechrohr kannst du anschließend als Designer Mülleimer weiterverwenden :biggrin:.

1.) Zu Plop kann ich mich Ralf's Meinung nur anschließen. Im übrigen ist die Art der radialen Lagerung viel wichtiger als eine nach Plop optimierte Anordnung Axiallagerpunkte.
Siehe:
- http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=17517
- http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=64850
- http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=6733

2.) Jedes Gramm mehr am Hut verschiebt dir den Schwerpunkt nach oben ==> höhere Spiegelbox, höhere Wiege ==> alles wird sperriger, schwerer und trotzdem wackeliger. Da ist der Kineoptics HC2 erste Wahl unter den Dobsonabauern. Nur wer mit Binoanasatz beobachten will, greift zu einem nicht rotierenden Modell.

3.) Das Thema Stangenbefestigungen könnte ganze Bücher füllen.
Wie wär's mit der Fensterhakenmethode von Gerhard_S:
- http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=69223
- http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=5369

Weitere Ideen z.B. auf meiner Webseite unter andere Teleskope oder den Links, bei Herbert Zellhuber und im Astrotreff, z.B. http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=41869
 
Hallo,

Danke Euch beiden für die schnelle Antwort. Ihr bestärkt mich in meiner Hoffnung, das der GSO-Spiegel bereits dick genug ist, um ein Durchbiegen zu verhindern. Da ich aber schon mit der Spiegelzelle weit genug fortgeschritten bin bleibt es doch bei einer 9-Punkt-Lagerung. Aber die Angaben der Abstände werde ich dabei beherzigen.

Was den HC2 angeht, im Moment ist ein Bino-Ansatz nicht geplant - ich möchte mir erst einmal ein paar vernünftige Okulare zulegen, da wäre es schwierig, die Nagler's auch noch paarweise kaufen zu müssen. Den Okularschlitten habe ich eher dazu gedacht kleine Ungenauigkeiten in der Länge der Stangen noch ausgleichen zu können - ich weiß, dafür ist er wohl eigentlich nicht gedacht, aber in der Größenordnung fehlt mir noch etwas die Erfahrung. Sorry, aber der HC2 sieht nun mal aus wie eine alte Glühbirnenfassung - daher kam meine Skepsis.

Zur Stangenbefestigung habt Ihr mir ja schon eine ganze Reihe Ideen geliefert, offensichtlich kann man damit Bücher füllen... Die Grundidee mit den Fensterhaken gefällt mir am besten, weil die Rechteck-Profile eine gewisse Länge haben können und damit den Rundrohren eine Führung bieten. Ob ich dafür aber "Fensterhaken" verwende, vielleicht werde ich das etwas abwandeln. Genügen denn die 15mm Stangen? Ich wollte die 22mm Rundrohre verwenden, damit sich nichts durchbiegen kann, andererseits dürften die Stangen bei mir ja auch nicht so lang werden.

Vielen Dank Euch beiden für den Input, ich will darüber noch etwas nachdenken - Ihr habt mir aber auf jeden Fall weitergeholfen. Wenn alles fertig ist, vielleicht stelle ich das Ganze dann hier mal vor.

Gruß und CS
Jürgen



 
Hallo Jürgen,

wenn du ein guten Okularschlitten in allen Richtungen gut zentrierbar hinbekommst (gute Bauanleitungen gibt es im Netz), dann brauchst Du nur eine gute 2" Okularklemme und da bietet sich der neue Baader 2 zoll Clicklook Okularhalter an http://www.baader-planetarium.de/sektion/s09a/s09a.htm

Den kann man direkt mit einem entsprechendem Gewinde oder einem Gewindering an der Okularschlittenplatte befestigen. Wird dann dein Schlittenantrieb, z.B. noch mit so einem http://www.teleskop-austria.at/prod.php?tid=35&lng=de#sbau-micro10-la Nachrüstkit Mikro 1:10 Untersetzung für SkyWatcher ausgerüstet, dann hast du einer der besten Lösungen die es überhaupt geben kann.
Das wäre dann ein kurzer fester und absolut zentrisch sitzender Anschluss für Okulare und jedes erdenkliche Zubehör.

Diese Kombination steht schon auf meiner Liste für meinen 12" Gitterrohr Umbau für diesem Sommer!

Gruß Günter
 
Hallo Günter,

das ist sicher eine gute Idee, aber das wird mein erster Okularschlitten - ob das Teil überhaupt funktionieren wird muss ich erst einmal sehen. Jedenfalls möchte ich mich nicht drauf verlassen, dass dieser immer exakt zentriert ist. Naja, wie ich schon geschrieben habe, ist der Okularschlitten sehr sehr simpel konstruiert mit einer Gewindestange + Schraube. Um dann mal 10mm Fokusierweg zu überbrücken muss man also ca. 8mal drehen. Ich weiß nicht, aber das stelle ich mir bei meinem Schlitten etwas umständlich vor - das kommt wohl auf die Umsetzung des Schlittens an. Ich wollte "so stabil wie möglich und so simpel wie möglich" bauen.

Gruß und CS,
Jürgen
 
Hallo Mike,

Deine Stangenbefestigung ist auch eine interessante Lösung. Die JMI NGFs scheint es nicht mehr zu geben, dafür die EV-Serie. Aber mal abgesehen vom Preis sind diese mir mit 750g dann doch etwas schwer, aber qualitativ sicher erste Sahne. Es ist auch schwierig, überhaupt Gewichtsangaben auf den Händlerseiten zu finden - das macht nicht jeder Händler.

Übrigens habe ich jetzt eine Idee für die Stangenbefestigung. Ich mische die Variante mit den Fensterhaken mit Deiner Variante. Ein Vierkantrohr nehme ich als Stangenführung und oberhalb Deine Variante mit der Schelle und dem Schraubgriff. Muss jetzt nur noch ein passendes Alu-Vierkantrohr im Baumarkt finden.

Danke, war sehr inspirierend...!

Gruß und CS,
Jürgen
 
Hi Jürgen,
den NGF3 hab ich schon oft verbaut und war immer damit zu frieden. Ist oft günstig im Abverkauf zu haben, da ja jetzt der EV als Nachfolger am Markt ist.

Wenn du mehr über die Stangenbefestigungen wissen willst kann ich dir auch exakte Baupläne (für 12",18" und 24"DOBse) hier reinstellen.

CS Mike
 
Hallo Mike,

Danke, das ist sehr nett, aber nicht unbedingt nötig - im ersten Bild ist es ja schon ganz gut zu erkennen.

Gruß und CS,

Jürgen
 
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