eckehardt70
Aktives Mitglied
Guten Abend,
möchte mal meinen Umbau eines Binokularansatzes für ein Mikroskop für meinen Refraktor vorstellen. Über Jahre hatte ich viel über das Seherlebnis mit beiden Augen gelesen
und nun bot sich ein Schnäppchen in der Bucht. Ein geradsichtiger Binoansatz von Carl Zeiss Jena, perfekt erhalten und ohne Mängel zum Freundschaftspreis.
Okularseitig musste über einen gedrehten Adapter die beiden Baader Clicklock Okularklemmen mit T2 Innengewinde angebaut werden. Wertige, geniale Teile, aber leider auch teuer. Ein Ausgleich unterschiedlicher Sehstärken ist bei Bedarf damit möglich.
Die beiden Adapterringe aus Aluminium habe ich nach meiner Zeichnung von Steffen (GreatStar) drehen lassen und haben perfekt gepasst.
Über drei Gewinde werden die Adapter am Binogehäuse mit Edelsstahlschrauben befestigt. Innen muss ich noch mattschwarze Farbe auf das grobe Innengewinde aufbringen.
Teleskopseitig ist eine Ringschwalbe am Bino angebaut. Ein mechanisch massiver Adapter mit T2 Innengewinde schließt sich als Schnellkupplung an.
Dann kommen ein paar T2 Hülsen und Filterhalter, die den ND3 Filter und den Glaswegkorrektor aufnehmen. Den GWK habe ich so dicht wie möglich vorm Bino platziert
und insgesamt den Weg bis zum Lacerta Herschelprisma so kurz wie möglich zu halten.
Zum GWK:
Ich habe versucht die beiden Barlowlinsen zu nutzen die ich im Bestand habe. Mit den 19mm Okularen hat bei der Düring Barlow die Sonne gerade so in das Bildfeld gepasst. Bei der Baader Q-Barlow passte die Sonne nicht mehr komplett in das Feld. Ein Blausaum am Bildfeldrand störte mich an beiden Barlowlinsen. Den Lichtweg des Binos haben beide Barlow fast kompensiert.
Letztendlich hat sich die teuerste Lösung des Baader 1.7 GWK als perfekt erwiesen. Denn ein Glaswegkorrektor ändert nicht nur die Brennweite, sondern korregiert auch den Farbfehler am Bildfeldrand, der durch das Bino entsteht. Im Vergleich zum Herschelkeil und einem Okular muss ich den Auszug ca. 60mm nach innen fahren, um in den Fokus zu kommen. Dann hätte ich noch 20mm intrafokalen Weg. Passt also mit Reserve.
Vielen Dank noch mal an die Forenteilnehmer, die mir bei Fragen zum Bino geholfen haben.
Zum Eindruck an der Sonne:
der Wow Effekt hat sich bei den beiden Barlow noch nicht eingestellt. Nicht schlecht, aber auch nicht so richtig gut für den ganzen, auch finanziellen Aufwand.
Letzten Samstag konnte ich dann während ein paar Wolkenlücken den GWK am Bino testen. Perfekt! Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Dazu gabe es auf der Sonne eine fantastische Fleckengruppe zu sehen. Wunderbare Details und ein plastischen Anblick, wie ich in so noch nicht gesehen habe. Habe dann immer mal ein Okular rausgenommen um den Unterschied zwischen monokolaren und beidäugigen Anblick zu genießen. Konnte mich gar nicht vom Okular/ Bino losreisen, aber dann schlossen sich leider die Wolkenlücken.
Preislich ist das ganze Unterfangen kein Schnäppchen, auch wenn das eigentliche Bino verlocken günstig war. Die Menge an Teilen, die ich zukaufen musste summieren sich, aber mir hat der Bau viel Fraude bereite und die ist unbezahlbar, genau wie der Anblick der Sonne mit dem Teil. Wer die Möglichkeit hat sich die Adapter und Steckhülsen auf seiner Drehmaschine zu fertigen, der kann wesentlich günstiger wegkommen. Den GWK sehe ich aber als unverzichtbar notwendige Ausgabe an.
Noch ein paar Bilder vom Bino und dem Bau:
Schnell die kleine Digiknipse an das Okular gehalten:
Gruß und CS
Thomas
möchte mal meinen Umbau eines Binokularansatzes für ein Mikroskop für meinen Refraktor vorstellen. Über Jahre hatte ich viel über das Seherlebnis mit beiden Augen gelesen
und nun bot sich ein Schnäppchen in der Bucht. Ein geradsichtiger Binoansatz von Carl Zeiss Jena, perfekt erhalten und ohne Mängel zum Freundschaftspreis.
Okularseitig musste über einen gedrehten Adapter die beiden Baader Clicklock Okularklemmen mit T2 Innengewinde angebaut werden. Wertige, geniale Teile, aber leider auch teuer. Ein Ausgleich unterschiedlicher Sehstärken ist bei Bedarf damit möglich.
Die beiden Adapterringe aus Aluminium habe ich nach meiner Zeichnung von Steffen (GreatStar) drehen lassen und haben perfekt gepasst.
Über drei Gewinde werden die Adapter am Binogehäuse mit Edelsstahlschrauben befestigt. Innen muss ich noch mattschwarze Farbe auf das grobe Innengewinde aufbringen.
Teleskopseitig ist eine Ringschwalbe am Bino angebaut. Ein mechanisch massiver Adapter mit T2 Innengewinde schließt sich als Schnellkupplung an.
Dann kommen ein paar T2 Hülsen und Filterhalter, die den ND3 Filter und den Glaswegkorrektor aufnehmen. Den GWK habe ich so dicht wie möglich vorm Bino platziert
und insgesamt den Weg bis zum Lacerta Herschelprisma so kurz wie möglich zu halten.
Zum GWK:
Ich habe versucht die beiden Barlowlinsen zu nutzen die ich im Bestand habe. Mit den 19mm Okularen hat bei der Düring Barlow die Sonne gerade so in das Bildfeld gepasst. Bei der Baader Q-Barlow passte die Sonne nicht mehr komplett in das Feld. Ein Blausaum am Bildfeldrand störte mich an beiden Barlowlinsen. Den Lichtweg des Binos haben beide Barlow fast kompensiert.
Letztendlich hat sich die teuerste Lösung des Baader 1.7 GWK als perfekt erwiesen. Denn ein Glaswegkorrektor ändert nicht nur die Brennweite, sondern korregiert auch den Farbfehler am Bildfeldrand, der durch das Bino entsteht. Im Vergleich zum Herschelkeil und einem Okular muss ich den Auszug ca. 60mm nach innen fahren, um in den Fokus zu kommen. Dann hätte ich noch 20mm intrafokalen Weg. Passt also mit Reserve.
Vielen Dank noch mal an die Forenteilnehmer, die mir bei Fragen zum Bino geholfen haben.
Zum Eindruck an der Sonne:
der Wow Effekt hat sich bei den beiden Barlow noch nicht eingestellt. Nicht schlecht, aber auch nicht so richtig gut für den ganzen, auch finanziellen Aufwand.
Letzten Samstag konnte ich dann während ein paar Wolkenlücken den GWK am Bino testen. Perfekt! Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Dazu gabe es auf der Sonne eine fantastische Fleckengruppe zu sehen. Wunderbare Details und ein plastischen Anblick, wie ich in so noch nicht gesehen habe. Habe dann immer mal ein Okular rausgenommen um den Unterschied zwischen monokolaren und beidäugigen Anblick zu genießen. Konnte mich gar nicht vom Okular/ Bino losreisen, aber dann schlossen sich leider die Wolkenlücken.
Preislich ist das ganze Unterfangen kein Schnäppchen, auch wenn das eigentliche Bino verlocken günstig war. Die Menge an Teilen, die ich zukaufen musste summieren sich, aber mir hat der Bau viel Fraude bereite und die ist unbezahlbar, genau wie der Anblick der Sonne mit dem Teil. Wer die Möglichkeit hat sich die Adapter und Steckhülsen auf seiner Drehmaschine zu fertigen, der kann wesentlich günstiger wegkommen. Den GWK sehe ich aber als unverzichtbar notwendige Ausgabe an.
Noch ein paar Bilder vom Bino und dem Bau:
Schnell die kleine Digiknipse an das Okular gehalten:
Gruß und CS
Thomas