blueplanet
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Hallo Jan,
bei Deiner Annahme, daß man bei größeren Optiken immer noch kürzere Belichtungszeiten verwenden sollte, um die Bewegungsunschärfe einzufrieren vernachlässigst Du den zweiten wichtigen Faktor neben der zeitlichen Änderung der atmosphärische Zustände: die Struktur der atmosphärischen Turbulenz (ich hatte das salopp "Turbulenzzellen" genannt)!
Diese atmosphärischen Inhomogenitäten verzerren die einfallende Wellenfront. Dies macht sich bei größeren Teleskopöffnungen wegen dem größeren "Blickkorridor" mehr bemerkbar. Nur bei relativ kleinen Öffnungen ist die Atmosphäre in Bereichen so homogen, daß man ab und zu beugungsbegrenzt beobachten und ein unverzerrtes Planetenbild genießen kann. Bei größeren Öffnungen wird die Inhomogenität der Atmosphäre dies fast nie zulassen und das Planetenbild verzerrt erscheinen lassen.
Auch eine noch so kurze Belichtungszeit kann bei größeren Teleskopen diese Verzerrung nicht verhindern (hier bräuchte man wie gesagt eine adaptive Optik). Es gibt also auch hier ein sinnvolles unteres Limit für die Belichtungszeit und das ist erreicht, wenn die Bewegung gerade eingefroren wird (zur Orientierung -> siehe Richtwerte).
Es dürfte ja jedem klar sein, daß die von Dir gezeigten Aufnahmen der Venus am Taghimmel in geringem Sonnenabstand nahe der unteren Konjunktion unter dem denkbar schwierigsten seeing zu leiden haben, das man sich vorstellen kann (schnelle Änderung der atmosphärischen Bedingungen und kleinräumige Turbulenzen). Es versteht sich von selbst, daß unter diesen Bedingungen nicht die selben Aufnahmeparameter verwendet werden können wie für hochauflösenden Plantenaufnahmen unter besserem seeing.
Wenn ich mir Deine Aufnahmen (auch aus Deinem Venus-Sichel-thread: Einzel-/Summenbild) ansehe erscheint mir, daß das hauptsächliche Probleme die Verzerrung (durch Inhomogenitäten der Atmosphäre) und eigentlich nicht die Bewegungsunschärfe zu sein.
Insofern dürften 1/100s Belichtungszeit zur Eliminierung der Bewegungsunschärfe durchaus reichen.
Wie man sieht taugen die Zeitkonstanten also durchaus zur Orientierung, vor allem wenn man das extreme seeing des obigen Falles berücksichtigt.
Die von Dir aufgeführte Faustregel für Fotografen funktioniert leider in unserem Fall nur bis zu einem gewissen Limit, da das Aufnahmeobjekt nicht nur "zittert" sondern auch in sich verzerrt wird (zeitliche und räumliche Variation). Diese Verzerrung läßt sich wie gesagt durch eine weitere Verkürzung der Belichtungszeit nicht beheben (siehe oben).
Ciao Werner
bei Deiner Annahme, daß man bei größeren Optiken immer noch kürzere Belichtungszeiten verwenden sollte, um die Bewegungsunschärfe einzufrieren vernachlässigst Du den zweiten wichtigen Faktor neben der zeitlichen Änderung der atmosphärische Zustände: die Struktur der atmosphärischen Turbulenz (ich hatte das salopp "Turbulenzzellen" genannt)!
Diese atmosphärischen Inhomogenitäten verzerren die einfallende Wellenfront. Dies macht sich bei größeren Teleskopöffnungen wegen dem größeren "Blickkorridor" mehr bemerkbar. Nur bei relativ kleinen Öffnungen ist die Atmosphäre in Bereichen so homogen, daß man ab und zu beugungsbegrenzt beobachten und ein unverzerrtes Planetenbild genießen kann. Bei größeren Öffnungen wird die Inhomogenität der Atmosphäre dies fast nie zulassen und das Planetenbild verzerrt erscheinen lassen.
Auch eine noch so kurze Belichtungszeit kann bei größeren Teleskopen diese Verzerrung nicht verhindern (hier bräuchte man wie gesagt eine adaptive Optik). Es gibt also auch hier ein sinnvolles unteres Limit für die Belichtungszeit und das ist erreicht, wenn die Bewegung gerade eingefroren wird (zur Orientierung -> siehe Richtwerte).
Es dürfte ja jedem klar sein, daß die von Dir gezeigten Aufnahmen der Venus am Taghimmel in geringem Sonnenabstand nahe der unteren Konjunktion unter dem denkbar schwierigsten seeing zu leiden haben, das man sich vorstellen kann (schnelle Änderung der atmosphärischen Bedingungen und kleinräumige Turbulenzen). Es versteht sich von selbst, daß unter diesen Bedingungen nicht die selben Aufnahmeparameter verwendet werden können wie für hochauflösenden Plantenaufnahmen unter besserem seeing.
Wenn ich mir Deine Aufnahmen (auch aus Deinem Venus-Sichel-thread: Einzel-/Summenbild) ansehe erscheint mir, daß das hauptsächliche Probleme die Verzerrung (durch Inhomogenitäten der Atmosphäre) und eigentlich nicht die Bewegungsunschärfe zu sein.
Insofern dürften 1/100s Belichtungszeit zur Eliminierung der Bewegungsunschärfe durchaus reichen.
Wie man sieht taugen die Zeitkonstanten also durchaus zur Orientierung, vor allem wenn man das extreme seeing des obigen Falles berücksichtigt.
Die von Dir aufgeführte Faustregel für Fotografen funktioniert leider in unserem Fall nur bis zu einem gewissen Limit, da das Aufnahmeobjekt nicht nur "zittert" sondern auch in sich verzerrt wird (zeitliche und räumliche Variation). Diese Verzerrung läßt sich wie gesagt durch eine weitere Verkürzung der Belichtungszeit nicht beheben (siehe oben).
Ciao Werner