Umgebaute DSLR mit Objektiven?

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Avelon

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Hallo

Ich bekomme die Tage eine gebrauchte Canon Eos DSLR mit Astroumbau.

Nun frage ich mich bringt der Umbau auch etwas wenn ich mit normale Objektive arbeiten will?
Bei einem Teleskop habe ich ja spezielle "Astrolinsen/Spiegel",aber bei Objetive die ja für das Tageslicht gebaut sind ?

Kann mir da jemand eine Antwort drauf geben?

Gruß
KAI
 
Hallo Kai,

klar kannst Du wie viele andere auch mit den Objektiven arbeiten.
Du musst nur ausprobieren, wie weit Du abblenden musst, damit konstruktiv bedingte Abbildungs-Fehler insbesondere am Rand, die bei Fotografie am Tag überhaupt nicht stören, bei Astro-Aufnahmen verschwinden.
 
Hallo Kai,

was möchtest du denn mit der Kamera aufnehmen? Und wie?

Willst du die Kamera hauptsächlich für Astrofotografie einsetzen, nachgeführt, oder möchtest du sie auch für "normale" Fotografie einsetzen?

Für die Astrofotografie finde ich bestimmte Objektive bis ca. 200mm Brennweite geeignet. Für längere Brennweiten sind Astro-Optiken besser geignet.

Hast du denn schon EOS-Objektive? Oder möchtest du dir Objektive beschaffen?

Und sollen die dann für Astrofotografie eingesetzt werden?

Oder möchtest du auch "normale" Fotografie betreiben?
Ich rate da, beide Gebiete zu trennen und Astrofotografie und normale Fotografie mit den jeweils geeigneten Geräten zu bearbeiten.

Grüße

*entfernt*

 
Hallo Kai

der Astro-Umbau erhöht die Rot-/H-Alpha-Empfindlichkeit der Kamera, dies betrifft normale EOS Objektive sowie auch die Astro-Fotografie mit Teleskopen.
Bei einer umgebauten Kamera funktioniert der automatische Weißabgleich für die normale Fotografie nicht mehr, hier muß dieser dann manuell eingestellt werden.

Ich kann mich hier der Ausführung von Dietrich anschließen, ich fotografiere bis 200-300mm mit EOS Objektiven, bei grösseren Brennweiten greife ich auf Astro Optiken zu.

 
Hallo

Erst mal danke für Eure wertvollen Tipps...

Fotografieren möchte ich mit einer Canon EOS 450Da.
Zur Normalen Fotografie habe ich noch eine EOS 70D mit der ich sonst immer die Milchschtrasse fotografiert hatte.
Dabei benutzte ich ein normales Stativ und ein Sigma 18-35mm f1,8 Objektiv.

Nun habe ich wie gesagt eine Umgebaute gebrauchte EOS 450Da gekauft (noch unterwegs)) und weil ich mit einer kleinen Nachführung arbeiten möchte eine Skywatcher Star Adventure.

Ziel ist es eben länger zu belichten bei runden Sternen.
Erster Test gestern Abend zeigte (mit schneller Einnordung)bei 120sek. mit einem 90mm f2,8 Objektiv runde Sterne :)
Bei 180sek. waren sie dann leicht unrund...
Aber wie gesagt...die Einnordung geht auf jeden Fall noch präziser.

Ich frage mich ...bei einer Top Nordung... mit welcher Brennweite ich da max. rangehen kann...200-300mm?

Ach ja...wenn ich z.b. mit 90mm im APSC Format ran gehe habe ich dann eine Brennweite von 144mm?
Also 90mm x 1,6 ?

Ich möchte später Wildfield Aufnahmen machen und auch ein paar Nebel/Galaxien wie Andromeda,Orion oder Rosettennebel.

Nur welche Objektive/Brennweiten könnt ihr empfehlen?
200mm f2,8 evtl?

Gruß
KAI


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Kai

ich selbst habe keinen Star Adventure, jedoch habe ich von Bekannten folgende Informationen erhalten:
- 180 Sekunden Belichtung sind auf jeden Fall möglich, bei sehr guter Einnordung bis zu 300 Sekunden
- bis 200mm geht ohne Probleme, darüber wird es grenzwertig mit lichtstarken Objektiven

Das Gewicht der Kamera mit Objektiv ist zu beachten, der Sky Adventure hat hier seine Grenzen.

Bezüglich des Aufnahmefeldes mit der Kamera und den Objektiven empfehle ich Dir das Programm 'Stellarium', ist frei im Netz erhältlich. Dort kannst Du Deine Kameras und Objektive hinterlegen und entsprechende Aufnahmefelder anzeigen lassen.

Zu empfehlende Objektive >100mm:
135 2.0
200 2.8

 
Hallo Kai,

für deinen Ansatz empfehle ich dir zuerst mit maximal 50 mm Brennweite zu arbeiten. Sehr schöne Bilder kann man mit einem 50mm/1.4 Zuiko-Objektiv machen. Das ist ein Olympus OM-Objektiv. Die Canon EF- 50mm Objektive kann ich für den Astro-Einsatz nicht so sehr empfehlen. Ein Adapter für dieses Objektiv ist aber erhältlich. Erst wenn du mit 50mm Brennweite gute Bilder erhalten hast, rate ich dir, längere Brennweiten zu benutzen.

Aber das ist nur eine Empfehlung - wie du damit umgehst, ist deine Entscheidung.

Grüße

*entfernt*
 

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Hallo Kai,

Fotografieren möchte ich mit einer Canon EOS 450Da.

ist prima und kostengünstig für den Einstieg. So habe ich auch angefangen. :)

Schaum mal auf diese Seite

ungeguidete Aufnahmen mit meiner 450Da und nem 135 mm Teleobjektiv. Mitten aus Ludwigsburg raus. Da war ein CLS Clipfilter von Astronomik drin.

oder hier. Das war mit nem 300 mm Teleobjektiv. Da hab ich dann mit der Planetenkamera auf ner kleinen Prismenschine parallel mit nem 8x50 Sucher Autoguiding angewendet, weil bei 300 mm Brennweite und Clipfilter die Belichtungszeiten doch länger wurden...

Die s/w Bilder sind mit 12 nm H-Alpha Clipfilter aufgenommen. Ein paar wenige Aufnahmen ohne Filter im Dunkeln auf der Schwäbischen Alb, der Rest auch in Ludwigsburg. Und nachdem das mit den H-Alpha Aufnahmen so gut geklappt hat, hab ich mir auch nen O-III Clipfilter gegönnt und Bicolor-Aufnahmen generiert... :)

Ach ja...wenn ich z.b. mit 90mm im APSC Format ran gehe habe ich dann eine Brennweite von 144mm?
Also 90mm x 1,6 ?

nö. Du hast nach wie vor ne Brennweite von 90 mm. Dein Fotoobjektiv wird ja net "in die Länge gezogen". Das weiß doch net, was für ne Kamera (Vollformat oder APSC, oder gar ne Webcam) hinten dran hängt.

Der Begriff "Cropfaktor" ist schlicht ein sinnfreier Werbespruch. Je nach Größe des verwendeten Kamerasensors hast unterschiedliche Abbildungsmaßstäbe.

Ich möchte später Wildfield Aufnahmen machen und auch ein paar Nebel/Galaxien wie Andromeda,Orion oder Rosettennebel.

Weil mir "moderne" Teleobjektive viel zu teuer sind, hab ich 2 martelalte "Glasscherben" bei Ebay geholt. Das Orestegor und auch das Primotar von Meyer-Görlitz sind Vollformatoptiken mit M42-Anschlußglocken aus den 80 Jahren des letzten Jahrhunderts made in DDR. Weil die gebogene Lamellen haben, hab ich an den Sternen keine Spikes. Das war mir wichtig. Die Bilder sehen daher aus als ob sie mit nem Refraktor aufgenommen wären. :)
 
Vielen dank für die guten Ratschläge.

Das mit den "Glasscherben" ist eine gute Idee.
Gute neue Canon Objektive kosten da schon mal 1000€ +
Da werde ich mal Ebay beobachten und so Richtung 135mm-200mm suchen.

Ist es normal das man wie auf Deinen Fotos zu sehen bei den H-Alpha Bildern alles in SW hat?
Der O-III dann irgendwie Farbe?

Beim weiteren Verlauf werden die beiden dann überlagert bei der Bearbeitung?

Gruß
KAI

 
Hallo KAI,

nein, H Alpha wird nur eben zweckmäßigerweise in SW aufgenommen. Bicolor-, RGB- und L-RGB-Komposite (und natürlich auch die Komposite mit der sogenannten Hubble-Palette) entstehen dadurch, dass die einzelnen Kanäle durch passende Farb- oder Linienfilter, aber als SW-Bilder aufgezeichnet werden. Man muss der EBV-Software später nur klar machen, welche Farbe sie den jeweiligen Kanälen zuordnen soll. Schiebt man die Layer dann übereinander, kommt ein Farbbild dabei heraus.

Grüße,

Klaus
 
Hallo Kai,

Ist es normal das man wie auf Deinen Fotos zu sehen bei den H-Alpha Bildern alles in SW hat?
Der O-III dann irgendwie Farbe?

Du hast erstmal mit dem H-Alpha Clipfilter ein extrem rotes Bild. Weil ja nur rotes Licht durchkommt. Ich stacke die RAW-Bilder zusammen mit Darks, Flats und Bias in DSS. Das Summenbild öffne ich in Fitswork und zerlege es in seine 3 Farbkanäle. Blau und Grün bestehen fast nur aus Rauschen. Die werfe ich weg. Weiterbearbeitet wird nur der Rotkanal. Der erscheint dann erstmal als s/w Bild.

Habe ich vom selben Motiv auch Aufnahmen mit O-III Filter, werden die extra gestackt. Auch wieder mit Flat, Dark und Bias. Und das türkiesfarbene Summenbild in Fitswork geöffnet. In seine Farbkanäle zerlegt. Jetzt werfe ich rot und blau weg und bearbeite nur den Grünkanal. Auch das O-III Bild ist erstmal s/w.

Der Rotkanal (= H-Alpha) und der Grünkanal (= O-III) werden gespeichert. Und dann mit Fitswork zu einem RGB Bild zusammengesetzt. H-Alpha wird als Rot gewählt, O-III als Grün und als Blau.

Das jetzt farbige Bild zeigt dann die Nebel sehr kontrastreich, und nachdem ich die Intensität der Farben angepaßt habe, sind die Sterne einfach weiß. :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Kai
Zitat von Avelon:
Ziel ist es eben länger zu belichten bei runden Sternen.
Erster Test gestern Abend zeigte (mit schneller Einnordung)bei 120sek. mit einem 90mm f2,8 Objektiv runde Sterne :)
Bei 180sek. waren sie dann leicht unrund...
Aber wie gesagt...die Einnordung geht auf jeden Fall noch präziser.

Ich frage mich ...bei einer Top Nordung... mit welcher Brennweite ich da max. rangehen kann...200-300mm?
3 Minuten bei 200mm gehen mit einer 600d sehr gut, bei deiner Pixelgröße könnte auch noch mehr drin sein. Wichtig ist, dass man eine gewisse Routine entwickelt, wann welche Klemmung wie stark angezogen werden muss. Beim Ausbalancieren sollte auch ein leichtes Übergewicht da sein, dass sie immer 'drückt'. Und falls das nicht eh schon selbstverständlich ist: immer mit L-Schiene und kompletter Ausrüstung einnorden.

Zitat von Avelon:
Ach ja...wenn ich z.b. mit 90mm im APSC Format ran gehe habe ich dann eine Brennweite von 144mm?
Also 90mm x 1,6 ?
Vor Ewigkeiten hatte ich hier mal nen Thread 'Der Cropperei ein Ende bereiten" gestartet. "Wir" denken halt in abgebildetes Feld, Feld pro Pixel, Nyquist etc.


Zitat von Avelon:
Ich möchte später Wildfield Aufnahmen machen und auch ein paar Nebel/Galaxien wie Andromeda,Orion oder Rosettennebel.
Nimm mal Stellarium oder CCDcalc. Ersteres ist ein Planetarium, das auch zeigen kann, was Du mit Sensor/Optik abdeckst, letzteres ist zur Optimierung Sensor/Optik, aber zeigt auch einige Objekte an.
Zitat von Avelon:
Nur welche Objektive/Brennweiten könnt ihr empfehlen?
200mm f2,8 evtl?
Wenige 'moderne' Optiken taugen nachts so wirklich. Und kosten auch gern mal ein Schweinegeld. Man nimmt die halt, wenn man die für tagsüber eh schon hat. Und die üblichen Testseiten mit "Tagsüberbildern" taugen halt nicht. Ansatzweise macht das nur lenstip gut - da gibts auch Testbildchen zur Koma, teilweise sogar am Stern.
Direkt empfehlen kann ich in dem Bereich nur das 135/2.0 von Samyang sowie bei ~250mm den Takahashi FS-60CB als edles und absolutes Maximum für den SA. Letzterer möchte aber wirklich verdammt gut eingenordet sein und kann in der Konfiguration nur 1/3 seines Potentials abrufen. Beide sind auch nicht gerade billig.
Am besten bedienst Du dich wie schon erwähnt auf dem Gebrauchtmarkt. M42 und T2 passt immer, die meisten KB-Systeme auch (abgesehen von Minolta und Canon FD) und 645 und 6x7 lassen sich auch adaptieren. Am gemütlichsten wird es aber mit M42, PK und F; T2 findet sich leider selten, eigentlich nur als Wundertüte oder Russentonne.


cs
Jürgen
 
Erst mal danke an alle!

Das Samyang 135mm habe ich auch schon im Auge.
Da liest man eigentlich nur gutes drüber.
Ich werde den Markt mal beobachten und sobald das Wetter mal mitmacht die ersten Versuche mit meinen vorhandenen Objektiven machen.

Wie Ihr alles schon sagt....langsam anfangen:)

Auf jeden Fall habe ich so nun schon sehr gute Tipps von Euch allen wie ich dann in Zukunft erweitern kann.

Gruß
KAI
 
Hi Kai

ich kann mich Andreas voll umfänglich anschliessen. Das 200er Canon ist ein sehr empfehlenswertes Objektiv und macht bei Astrofotos eine sehr gute Figur.
 
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