Unbekannte Optik, Fraunhofer Luftspalt....

xerox_now

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Hallo Historiker und Klassikliebhaber,

ich habe mal wieder ein Rätsel zu einer Optik.
Genauer gesagt zu einer gefassten Optik.
Eckdaten:
Durchmesser: 80mm
Brennweite: 400mm
Luftspalt Achromat mit leichter blauer Verütung und drei Abstandsplättchen.
Linsenkanten nicht geschwärzt.
Aluminiumfassung mit blaugrauer Farbe und von hinten mit Ring verschraubt.
Ungeöffnet.

Diese Indizien lassen auf eine ältere Fernglasoptik (Binokular) oder Aussichtsfernrohr schließen.
Das Jahr schätze ich auf späte Sechziger, Anfang Siebziger.
Für ein Zeiss Asiola Objektiv, sind die beiden Linsen zu dünn.

Hier ein paar Fahndungsfotos:
20250407_222505.jpg

20250407_222536.jpg

20250407_222550.jpg


Aufgrund der Farbe, könnte es auch irgendwie auf ein Revue hindeuten. Aber Revue Groß-Ferngläser sind mir nicht bekannt.

Über sachdienliche Hinweise würde ich mich freuen und natürlich soll wieder was aufgebaut werden.

Grüsse aus dem Norden!

Martin
 
Moin Hannes,

danke für den ersten, schnellen Hinweis.
Dann muß meine Optik noch etwas wachsen. :LOL:
Aber ich versuche mal über CloudyNights was zu Jaegers recherchieren.

Auf die Schnelle:
Screenshot 2025-04-07 232741.png


LG Martin
 
Moin Hannes,

danke für den ersten, schnellen Hinweis.
Dann muß meine Optik noch etwas wachsen. :LOL:
Aber ich versuche mal über CloudyNights was zu Jaegers recherchieren.

Auf die Schnelle:
Den Anhang 475384 betrachten

LG Martin
Moin Martin,

wobei: sehe da drei Spacer ... Und ich habe mal nachgeschaut, es gab wohl ein 80er Objektiv; dies aber mit knappm 500mm Brennweite. Also wohl eher doch kein Jaegers ...

Greetzles Hannes
 
Hi Hannes,

danke für das Update.
In der Größe 80/400 habe ich bei CN auch nix richtiges gefunden. Tippe immer noch auf ein Fernglas.
Wobei ich Luftspaltachromate für ein Fernglas nicht für üblich halte. Canadabalsam ist ja schon länger bekannt.
Is wohl auch kein Juwel. Noch habe ich keinen Blick mit einem Okular durchgeworfen.
Aber vielleicht ein ordentlicher Refraktor oder eine "Spiel-Optik".
Jedenfalls werden nur Reste und bestehende Komponenten für den Aufbau zur Anwendung kommen......

Stay tunded.....

Martin
 
> Aber Revue Groß-Ferngläser sind mir nicht bekannt.

"Revue" (Quelle) hat natürlich japanische Fernglas-Optik eingekauft. Ich habe hier ein japanisches TASCO 12x80, das sicher auch unter anderem Namen zu haben war. Die Fassung oben erinnert mich sehr stark an eine aus Japan. Genau dieselbe Form hatte ich mir früher mal aus einem jap. Fernglas gesichert, da allerdings mit 50 mm Öffnung.
 
Hallo Martin,
das scheint ein etwas älteres Objektiv zu sein. Zu der Zeit gab es wenige Großferngläser. Gegen die Verwendung als Fernglasobjektiv spricht, daß es keine Justierfassung ist. Neuere Ferngläser mit 80-mm Objektiven habe in der Regel Objektive mit f/4 und eine Bördelfassung. Die Fassung mit Vorschraubring sieht schon aufwendig gefertigt aus, es könnte also durchaus ein recht gutes Objektiv sein. Wahrscheinlich sind die Abstandsplättchen (wie früher bei Qualitätsoptiken üblich) aus Zinn. Solche Objektive sind empfindlich, durch mechanische Beanspruchung könnte sich die ursprüngliche Abbildungsgüte etwas verschlechtern. Ich würde mir aus dem Objektiv einen schönen Kometensucher bauen. Selbst wenn das Objektiv nicht mehr perfekt sein sollte, würde die Abbildungsgüte bei geringer Vergrößerung ausreichen. Bei hoher Vergrößerung stört bei f/5 ohnehin die Farbe. Manchmal bekommt man auf bekannter Plattform günstig Feldstecher 7x35 mit großem Gesichtsfeld. Die Okulare dieser Feldstecher haben ein Brennweite von etwa 17,5 mm, das würde eine Vergrößerung von etwa 23x ergeben. Ich habe mir so einen Kometensucher mit einem 80mm Fernglasobjektiv mit 320mm Brennweite gebaut, die Vergrößerung ist hier etwa 18x. Das ist ein sehr schönes Gerät.
C.S. Frank
 
Hallo Frank,
danke für Deine Info´s.
Ja, Du könntest Recht aben, die Abstandsplättchen sehen nach Zinn aus und die kurzen Überstehenden Teile zwischen den Linsen und der umlaufenden Phase sind sehr weich.
Ich hatte den Schraubring herausgedreht und den Linsenstapel einmal aus der Fassung gnommen. Die Linsen sind nur ganz leicht gekennzeichnet.
Ein kleiner Strich am matten Rand.

@Ursus corpulentus
Urs, mit der richtigen Deklination kommt das Fallrohr hinten in das APM 2" Prisma.
Frage mich, ob ein sagenumwobener "Kometensucher" mit F5 bei Bortle 5 überhaupt den Mythen gerecht werden kann......

Vielleicht schon ein paar Worte zu den Teilen:
Das Objektiv kennen wir ja schon, oder auch nicht.
Als Auszug kommt entweder ein 2,5" RAP mit 96mm Stellweg von einem alten Photoline oder ein kurzbauender RAP Auszug mit 31mm.
Als Okulare habe ich mir 2" ausgesucht, die mit dem 2" APM Prisma gehen.
Williams (Birne) mit 72° Blickfeldwinkel und 44 und 25mm. Oder den Beifang SkyWatcher 2" mit 42, 35 und 28mm. Irgendwas bei 52°
Ich denke, das Objektiv braucht etwas zusätzlichen Glasweg. Vielleicht war auch ein Porro-Prismen System dahinter.
Der Tubus ist ein Restestück und die Taukappe eine Pappröhre von einem Single Malt: Benriach, Spey Side. Hicks.

Bleibt gespannt, aber nicht neidisch. Ist alles aus der Restekiste.....

LG

Martin
 

Anhänge

  • IMG_2907.jpeg
    IMG_2907.jpeg
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Hallo Martin,
bei der Lichtverschmutzung hier, bringen größere AP nach meiner Erfahrung tatsächlich wenig. Ich halte Austrittspupillen so um die 4-5 mm für optimal. Bei diesen AP's sinkt auch die Helligkeit des Himmelshintergrundes, während DS-Objekte für einen hohen Kontrast noch hell genug sind. Zeiss-Jena hatte damals seinen 80mm-Kometensucher mit einer AP von 5 angeboten. Glasweg benötigt das Objektiv wahrscheinlich, aber bei größeren AP's kann man das vernachlässigen. Hellere Sterne sind aufgrund unseres Auges eh nicht punktförmig, bei schwächeren Sternen fällt die Bildverschlechterung nicht auf. Deshalb sind Feldstecher auch nicht beugungsbegrenzt korrigiert, bei hochwertigen Gläser steckt man den Konstruktionsaufwand eher in größere Gesichtsfelder, gute Randschärfe und Streulichtunterdrückung. Für Objektive mit großen Öffnungsverhältnissen eignen sich Feldstecherokulare gut, da sie für so große Aperturen konstruiert sind (entsprechende Astrookulare sind teuer).
C.S. Frank
 
Guten Abend Frank,
danke für die Erläuterungen, das stimmt hoffnungsvoll.
Ja, den Zeiss Kometensucher wollte damals in den 80´er immer haben. Hatte ich mir danals in Ost-Berlin, vor dem Mauerfall, selbst angesehen im Zeiss Jena Laden am Alexanderplatz. Als Wessi-Schüler unerreichbar.

Ich werde den Bau wieder in einem Bericht teilen.

Klare Sicht!

Martin
 
Hallo Martin,
zufällig baue ich gerade auch einen kleinen Kometensucher mit 80mm Öffnung.
Kometens80.JPG

Das Objektiv stammt aus einem Chinafeldstecher, das Okular ist von einem Revue 7x35 mit 10° Gesichtsfeld. Beide Gläser hatte ich mal als defekte Gläser auf bekannter Plattform für wenig Geld ersteigert. Ich hatte schon mal ein gleiches Gerät gebaut, das hat mir aber ein Sternfreund abgeschwatzt (ich habe noch zwei weitere, leistungsfähigere Kometensucher, brauchte das Gerät also nicht wirklich). Nun lagen das zweite Objektiv und Okular traurig in meiner Bastelkiste rum, da baue ich nun halt noch so ein Gerät. Die Optik aus diesen Billiggeräten ist erstaunlich gut, so daß der Selbstbau lohnt.
Den 80mm-Kometensucher von Zeiss-Jena halte ich für konzeptionell nicht gelungen. So ein Kometensucher gehört nicht auf eine parallaktische Montierung. Der alte Kometensucher von Zeiss wurde in einer Gabel geliefert, das halte ich für eine bessere Lösung. Der Kometensucher wurde mit einer festen Vergrößerung von 16x geliefert. Könnte sein, daß das Weitwinkelokular gegen eine Steckhülse getauscht werden kann, und auch andere Okulare verwendet werden können. Laut Prospekt ist das aber nicht vorgesehen. Es gibt ja viele DS-Objekte, für die eine höhere Vergrößerung günstiger ist. Das Objektiv des Zeiss-Kometensuchers dürfte auch für höhere Vergrößerungen mehr als gut genug sein. Bei nicht hellen DS-Objekten sieht man ja keine Farbe, die Bildgüteverschlechterung durch sekundäres Spektrum geht bei diesen Objekten auch unter, da die Auflösung des Auges bei geringer Helligkeit sinkt.
C.S. Frank
 
Liebe ATM´s, Klassiker Freunde, Teleskopiker,

ich möchte Euch nicht vorenthalten, was aus der alten "Scherbe" geworden ist.
Ihr werdet überrascht sein: ein kleines Teleskop.
Die Fertigstellung hat sich leider Aufgrund von Krankenhaus und anschließender Beerdigung verzögert. Verständlich.
Nun denn:
Hier das Ergebnis:
DSC_2912.JPG

Ein kurzer Tubus aus einem Restestück Alurohr, Farbe Mysticbalumetallic A07 von BMW
eine Taukappe aus der Pappröhre eines Single Malt Whiskey "Bendriach" 12 Years,
ein Tubusadapter 86mm zu M90 und ein Gewindeadapter M90 zu M86
ein RAP Auszug 2.5"
zwei Rohrschellen 90mm Durchmesser
DSC_2905.JPG
DSC_2906.JPG

Die Taukappe ist eine Notlösung, da ich kein passendes Rohr mit 92mm Innendurchmesser gefunden habe.
Entspricht nicht ganz meinem Qualitätsanspruch. Die Pappe wurde zwar mit Einlassgrund vorbehandelt, jedoch ist sie beim Lackieren etwas aufgequollen. Man sieht deitlich die Wickeltechnik.
Die Opitk in Fassung wird mit 3 M2 Madenschrauben fixiert und die Taukappe kann eingeschoben werden.

Finales First Light war noch nicht, aber erste Tests aus dem Rohbau zeigten kleinere Schwächen in der Abbildung.
Mit Spiegel oder Prisma 2" und 2" Williams 40mm und 25mm, sowie Orthos zeigen etwas aufgeblähte Sternabbildung.
Die Optik ist nett, aber nicht so gut wie die von meinem 76/1200mm Sears Teleskop.
Aber Mond und Widefield sind erfreulich gut.
Farben sind moderat, aber was will man von einem betagtem 80/400mm Fraunhofer mit Luftspalt erwarten.

Das Teleskop passt wunderbar auf die EQ3 und wird wohl mein Grab&Go Instrument.

Grüsse aus dem Norden!

Martin
 
Hi Frank,

wie geht es mit Deinem Kometensucher vorran?
Ich denke auch über eine Azimuth-Montierung nach.
Gerade wenn man schnell mal wohin schwenken möchte ist eine EQ Platform zu schwerfällig.
Da ich nur ein Fotostativ habe, muß ich mir was überlegen. Vielleicht die alte Gabel von meinem C8, nee zu groß.....

LG,
Martin
 
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