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Cherky84

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Guten Abend liebes Forum.
Ich spiele schon länger mit dem Gedanken mir ein Teleskop zu kaufen, aber erst seit ein paar Tagen wirklich konkret. Allerdings bin ich grad an dem Punkt wo ich vor lauter Bäumen den sprichwörtlichen Wald nicht mehr sehe. Man liest hier, man liest da, der eine sagt so, der andere so, ich bin ganz verwirrt. Zur Zeit bin ich grad froh, dass ich auf den dritten Blick einen Refraktor von einem Newton unterscheiden kann. Nicht wirklich weit also.

Vielleicht seid ihr so nett und gebt mir ein paar Anreize. Dazu einfach mal ein paar kurze Eckdaten.

Was möchte ich ausgeben?
Nun, ich möchte schon halbwegs anständig starten. So 2000€ würde ich zu Beginn locker machen.

Was möchte ich damit anstellen?
Die erste Zeit möchte ich mich auf Planeten beschränken (ich habe da speziell Mond, Sonne, Jupiter und Saturn im Kopf), denke ich. Deep Sky Objekte (vorerst) noch nicht. Fotografie und Bildbearbeitung steht so gesehen auch (noch) nicht an. Da ich noch ein absoluter Frischling bin muss ich mich da oben überhaupt erstmal orientieren können. Die Klammern sind bewusst gesetzt. Vielleicht bekomme ich ja ein Teleskop womit man beide Optionen doch noch wahrnehmen kann, sei es auch mit entsprechendem Equipment was nachgekauft wird.

Wo komme ich her?
Da ich in einer Kleinstadt lebe, knapp 30k Einwohner, viel Land und viele Felder, denke ich dass ich gute Chancen habe anständige Bilder vor meinen Augapfel zu bekommen. Transportables Gerät wäre zwar sicher auch nicht schlecht, ist denk ich aber kein entscheidendes Kriterium.

Fehlt etwas in meiner Aufzählung wonach ich eine Kaufentscheidung treffen sollte?

Was würdet ihr mir raten?

Ich danke euch schon mal für eure Mühe. Ich schau derweil mal weiter im Netz und kratze Infos zusammen.

Euch allen noch einen schönen Abend!
 
Hallo ?,

es ist immer gut zu wissen was Dir so alles vorschwebt und was die Rahmenbedingungen sind. Du hast schon sehr viel genannt, dennoch möchte ich noch etwas gegenfragen:

Bist Du mobil? Also hast Du eine Transportmöglichkeit des Equipments und wie fit bist Du in etwa? Wieviel kannst Du tragen?

Was denkst Du wieviel Du noch in der kommenden Zeit ins Hobby investieren würdest wenn es Dir Spass macht? Kaum was, das doppelte oder gar noch mehr? Hast Du schonmal mit Amateuerequipment beobachtet?

Und für mich die besonders Interessante Frage: Wie wahrscheinlich ist es, dass Dich doch der Wunsch packt mal was zu fotografieren? Hier entscheidet sich so einiges. Es gibt halt grob:

1. Rein visuell
2. Visuell und auch Mond, Sonne und Planeten fotografieren, bzw. mit der Webcam filmen
3. Deepsky Fotografie mit einer DSLR oder gar Astro CCD - Visuell natürlich nicht ausgeschlossen

Bei 1. und 2. würde ich zumindest einen anderen Weg einschlagen (mehr Gewicht Richtung Teleskopöffnung und Okulare) als bei 3. (hier erstmal eine gute Montierung).

Ich berücksichtige mit meiner Dreiteilung jetzt natürlich nicht alles, aber es hilft evtl. es etwas klarer zu sehen.

Was hast Du Dir bisher gedacht, was Du gerne nutzen würdest? Du hast Dich doch bestimmt schon umgesehen, oder?

Entschuldige die vielen Fragen :biggrin:

VG,
Robse
 
Hi und wilkommen hier,

Deine Verwirrung ist verständlich, wird sich aber legen. ;)

Die allererste Frage (nach den Finanzen) hast ja beantwortet. Damit läßt sich ordentlich was anfangen.

Jetzt kommt es darauf an, wie Deine persönliche Situation ist. Von wo aus möchtest Du beobachten?

- Garten?
- Balkon?
- Terasse (also problemlos mal 2-3 Stunden stehen lassen zum Auskühlen)?

oder Krempel ins Auto und ab aufs Feld?

Kannst Du alles zusammengebaut irgendwo unterstellen (Gartenhaus, Garage, Keller, Wohnung) oder muß es jedesmal komplett zerlegt und platzsparend verstaut werden?

Hast Du gesundheitliche Probleme beim Tragen (Gewichtseinschränkung) oder Laufen (Treppensteigen)? ?)

Wenn Du Dir die Option offenhalten möchtest, später auch mal zu fotografieren, dann solltest Du jetzt schon eine parallaktische Montierung mit ordentlicher Tragekraft ins Auge fassen. Also EQ6 Klasse.

Daher sollte die Montierung das teuerste Teil Deiner Ausrüßtung sein.

Teleskope sind mittlerweile recht preiswert. Da kauft man sich schon mal 2 oder 3 im Lauf der Zeit und setzt sie abwechselnd auf die vorhandene Montierung. Gute Okulare kauft man sich ebenfalls im Laufe der Zeit passend zu den Vorlieben, die sich entwickeln.

Für Sonne, Mond und Planeten kannst z.B. mit einem 6" Mak beginnen. So ein Teleskop hat von Haus aus ein langsames Öffnungsverhältnis, daher kannst da preiswerte Okulare verwenden. Der ist also sowol als Teleskop als auch mit den Okularen recht günstig. Und auf einer motorisierten Montierung kann man damit wunderbar Videos von Sonnenflecken, Mondkratern oder Planeten machen. :)

So ein kleiner MAK würde auch von einer leichteren Montierung getragen.

Bedingt durch die lange Brennweite hast mit dem MAK ein kleines Gesichtsfeld. Manche Objekte am Himmel passen bei der Brennweite mit günstigen Okularen nicht ins Gesichtsfeld. Für die bräuchte man was anderes.

Da Du anscheinend mit guten Bedingungen gesegnet bist (Kleinstadt -> wenig Lichtverschmutzung) wirst Du vermutlich recht schnell auch Deepsky-Objekte anpeilen wollen. Da ist dann Öffnung angesagt. Damit die noch bezahlbar bleibt, gehen die meisten Amateure auf einen 8" Newton. Und der braucht dann die EQ6, falls Du durch ihn fotografieren möchtest. :)

Also, erzähl ein bissy, wie Du Dir das Beobachten und "Parken" vom Teleskop gedacht hast...
 
Danke für die fixe Antwort, robse!
Du brauchst dich für das viele Fragen nicht entschuldigen. Das sind Fragen die ich mir vor so einer Anschaffung stellen muss, je mehr, desto besser!

Mobil bin ich. Daran scheitert es nicht. Tragen kann ich denk ich genug. Ich bin jetzt kein Dauergast im Fitnessstudio (genauer gesagt sogar gar keiner ;)), aber mit meinen 1,96m und knappen 100kg bekomme ich denk ich genug gehoben. Sagen wir so, an mangelnder Fitness ist bei mir bisher das wenigste gescheitert. Irgend einen Sport mache ich immer mal sporadisch =).

Was würde ich in Zukunft investieren... Gute Frage. Da ich eigentlich kein anderes Hobby habe und mir gut vorstellen kann an der Geschichte Spaß zu finden sicherlich noch einiges. Genau beziffern kann ich es natürlich nicht, aber ich würde denk ich eher mehr als das doppelte investieren als weniger. Sofern ich das zur Zeit sagen kann. Was mal ist weiß ich natürlich nicht, aber vorstellen kann ich es mir zur Zeit durchaus.

Selber beobachtet mit Amateurequipment habe ich noch nicht, nein. Um ehrlich zu sein beschränkt sich das bei mir bisher auf das Betrachten von Internetbildern. Als Kind habe ich mal durch ein Teleskop geschaut. Ein billiges, Motiv war der Mond und ich war begeistert. =)

Ich denke dass ich mal fotografiere ist sehr wahrscheinlich. Allerdings kann ich sagen dass sich das auf Planeten beschränken wird. Deep Sky Objekte reizen mich weniger, das wird sich in Zukunft denk ich auch nicht ändern.

Rein technisch gesehen dachte ich halt an Teleskope mit großer Öffnung. Kommen für meine Forderungen da Newton und Refraktor gleichermaßen in Frage? Das führt mich halt bisher ein wenig in die Irre.

Gedacht, bzw gesehen, hatte ich da so ein paar Kandidaten.

http://www.astroshop.de/orion-dobson-teleskop-n-254-1200-skyquest-xt10-classic-dob/p,13771

http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-n-250-1200-pds-explorer-bd-eq-6-pro-synscan-goto/p,19171

http://www.astroshop.de/orion-dobson-teleskop-n-254-1200-skyquest-xt10-intelliscope-dob/p,13852

http://www.astroshop.de/orion-teleskop-n-254-1200-atlas-eq-6-goto/p,13878

Wobei ich mir halt wirklich unschlüssig bin. Brauche ich eine Go-To-Funktion wenn ich die nahen Planeten beobachten möchte? Ich habe es bisher so rausgelesen dass man darauf eher zurück greifen sollte wenn man fotografiert und entsprechend lange belichtet.

Dann hab ich auch gleich noch eine Frage:

Was ist ein DSLR und was ein Astro CCD?

Entschuldigt, ihr seht, ich habe wirklich null Ahnung. Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig helfen beim finden des Lichtes am Ende des Tunnels =).

Nochmals danke!

 
Hallöchen Sternenfee123!

Auch ein dickes Danke an dich für die schnelle Antwort. Ein paar deiner Fragen konnte ich ja mit meinem vorigen Text beantworten. Ich nehme deswegen nur mal Bezug auf die noch ausstehenden.

Ich kann die ganze Sache gut von einem großen Balkon hier machen. Sollte das nicht klappen, ist es auch kein Problem auf ein Feld hier in der nähe zu fahren, das liegt mitten im Wald und ist in 3 Minuten mit dem Auto erreicht. Mein Plan ist (ich bin mir nicht sicher ob das so geht), dass ich das Teleskop schon im Vorfeld draußen auskühlen lasse, es in Goldfolie einpacke und dann in den Wagen verfrachte. Bin dann schnell auf dem Feld, da sollte es sich nicht doll aufheizen. Ist das möglich? Oder habe ich da einen Denkfehler?

Ich kann alles sehr gut zusammengebaut stehen lassen, habe ein eigenes Hobby/Arbeitszimmer. Da passt alles gut rein. Platz ist also genug vorhanden.

Wie schon erwähnt, fotografieren würde ich dann auch, allerdings hat das noch was Zeit. Ich denke es macht dann aber schon durchaus Sinn um die richtige Montierung die Gedanken kreisen zu lassen.

Der Gedanke mit dem Fotografieren gefällt mir da auch eigentlich immer besser um ehrlich zu sein.

 
Hi,

ich habe selber sehr lange vom Balkon Planeten fotografiert. Wenn der net nach Norden guckt, ist das kein Problem. Für Planeten brauchst auch nicht ausf Feld. ;)

Bei reiner Planetenfotografie kann die Montierung auch ne Nummer kleiner sein. HEQ5 paßt da locker.

Goto für Planeten ist schlicht überflüssig. Ich nehm mein Teleskop bei geöffnetten Klemmen in den Arm und bin wesentlich schneller als jede Gotofunktion. :)

Aber die modernen Steuerungen haben fast alle Goto, sobald sie auch einen ST-4 Autoguidereingang haben.

In Deinem Fall böte sich eine einfache 2-Achs Steuerung an. Planeten werden mit kurzen Belichtungszeiten fotografiert, da braucht man kein Autoguiding. Es ist sogar von Vorteil, wenn der Planet ein bissy durchs Gesichtsfeld läuft...

Auskühlen auf dem Balkon ist auch handelbar. Mein Geraffel steht dauerhaft draußen. Ein weißer Tubus heizt sich nicht so sehr auf wie ein dunkler. Eine Abdeckung durch ein weißes Tuch (Tischdecke, Kopfkissenbezug) hilft selbst bei einem dunkel lackierten Teleskop. :D

Zum Reinschnuppern in die Fotografie geht es sehr kostengünstig mit Webcam und ner Barlow-Linse, hast Blut geleckt, kommt automatisch irgendwann ne s/w Kamera und ein motorisiertes Filterrad. :D
 
Hallo,

eine DSLR ist eine digitale Spiegelreflex. Am meisten Verwendung bei den Astronomen finden hier die günstigen Modelle von Canon, wie bspw. 1000D, 450D, 600D etc...

Eine Astro CCD Kamera ist eine speziell für unserer Zwecke produzierte Kamera mit meist einer Kühlung, der Möglichkeit sie leicht ans Teleskop zu adaptieren - was aber nun mit einer Canon oder Nikon auch nicht schwer ist - und v.a. der Möglichkeit eine Mono-Variante zu nutzen. Also Schwarz/Weiss und in Verbindung mit Zusatzfiltern entweder Farbaufnahmen zu machen oder Schmalbandaufnahmen ala Hubble-Palette und so. Durch die Kühlung hat man ein besseres Signal/Rauschverhältnis und in der Regel sind diese Kameras auch empfindlicher, sammeln also schneller die Photonen auf (hohe Quanteneffizienz).

Solltest Du Dich tatsächlich beim Fotografieren auf Sonne, Mond und Planeten beschränken ist die Montierung tatsächlich nicht so stark zu bewerten wie bei der Deepskyfotografie, wo es v.a. auf eine stabile und sehr genaue Nachführung ankommt. Das Thema Guiding/Nachführkontrolle spielt keine Rolle und somit fällt das schonmal raus. Du musst wissen, das ist nur meine Meinung und es gibt auch andere, zudem tue ich mir schwer damit, da mich gerade die Deepsky-Fotografie fasziniert ;)

Wenn Dich auch beim Beobachten die lichtschwachen Objekte nicht so sehr reizen, brauchst Du auch nicht so die Öffnung. Da wäre der Mak auf einer kleineren Montierung schon nicht schlecht. Ein Dobson hat ja genau den Vorteil, dass Du viel Öffnung für Dein Geld bekommst. Beim Fotografieren aber bist Du froh, wenn die Montierung mitläuft und Du nicht zuviel auf einmal machen musst.

Zum Thema Sonne bitte ich Dich gaaaaaanz langsam vorzugehen. Das Thema ist nicht ungefährlich aber beherrschbar. Schau Dir hier mal den rot hinterlegten Text an:

http://www.baader-planetarium.de/sektion/s46/s46.htm

Und falls Du bei der Sonne einsteigen willst, frag nochmal gezielt nach. Ich habe mich lange nicht getraut, bis ich dann mit einem Kollegen losgelegt hatte mit einem festen Regelwerk. Bspw. darf ausser dem Beobachter keiner im Aktionsradius des Teleskops stehen. Der Filter muss VOR der Linse 100%ig fest sitzen und jedesmal geprüft werden. Okularseitige Billigsonnenfilter werden entsorgt und NIEMALS genutzt! Jeder der Mitbeobachten will wird genau informiert über die evtl. Gefahren. Ein normaler Sucher am Teleskop wird nicht angebracht, nachher fängt dein Hemd an zu brennen usw... ABER! Keine Angst, wenn Du alles in Ruhe liest, Dich informierst und mit Verstand rangehst ist es wunderschön die Sonne zu beobachten!

Also ich könnte mir vorstellen, dass Du mit einer nicht zu großen Montierung ala HEQ5 (gebraucht) glücklich werden könntest. Dazu ein SC oder MAK & sowas wie den Skywatcher ED80 um auch mit nicht zu hoher Brennweite Mond und Sonne im Weisslich zu beobachten. Okulare sollten hierbei nicht zu teuer werden und am SC, bzw. Mak kannst Du später mit einer Barlow und einer Webcam o.ä. toll die Planeten ablichten. Ein Notebook wirst Du dafür mitschleppen müssen.

Eine EQ6 oder AZ-EQ6 hätte ich Dir für Deepsky empfohlen. Mit den Skywatcher Montierungen bist Du auf der sicheren Seite. Preis/Leistung ist OK und die sind sehr weit verbreitet. Du bekommst somit viel Hilfe im Forum und der Wiederverkaufswert lässt sich gut kalkulieren.

Genaueres kann ich Dir nicht empfehlen, da Du einen anderen Weg gehst als ich. Und hier bin ich nicht so im Thema drin wie viele andere hier.

VG,
Robse



 
Hallo Cherky84, (hast Du eigentlich auch einen richtigen Namen?),

ich bin auch Einsteiger und habe mit einem 8" Dobson angefangen.
Ein Dobson dürfte bei Dir wegen Deiner Körpergröße nicht so bequem sein, da der Newton in einer sog. Rockerbox hängt, das ist eine "Holzkiste" die auf dem Boden steht, eine Montierung wäre hier sicherlich besser.

Denke bei Planeten daran, Du sieht nicht immer alle Planeten, und auch nicht immer in voller Größe. Die Planeten schwanken von der Entfernung zur Erde stark im Zyklus von Monaten/Jahren. Eine zeitlang konnte ich nur Jupiter schauen, da der Saturn mir zu spät erschien, jetzt ändert sich das gerade.

Bei der Sonnenbeobachtung musst Du unterscheiden zwischen Weißlicht und H-Alpha.
Für Weißlicht bedarf es einer Filterfolie z.B. von Baader und einem selbstgebauten oder gekauftem Rahmen, der aber sicher befestigt sein muss. Damit sieht man nur Sonnenflecken, mehr nicht. Schaue Dir mal Bilder in der Galerie an. Die H-Alpha Beobachtung zeigt auch Protuberanzen, und ist eigentlich die interessantere Variante, allerdings auch um ein vielfaches teurer. Am besten eignen sich hier wohl die PST oder Coronado Sonnenteleskope, also eigenständige Geräte, bei denen die benötigten Filter aus Sicherheitsgründen fest verbaut sind. Die fangen so ab 700 € an und gehen rauf bis zum Himmel vom Preis :-) Habe selbst nur Weißlicht beobachtet.

Bis vor kurzem habe ich auch nicht an Astrofotografie gedacht, jetzt bin ich aber Feuer und Flamme, das geht schnell und wird auch schnell teuer, da musst Du Dich im Griff haben :-). Wobei man Planeten und Deepsky wirklich trennen muss, habe ich inzwischen gelernt. Am Anfang steht man wirklich verwirrt da, und weiß nicht, was die Leute hier so erzählen, aber es wird hier einem super geholfen.

Viel Spaß mit dem Hobby.

Gruss Roland
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

da man bei einem Dobson im Sitzen beobachtet, sehe ich keine Probleme mit der Körpergröße. Es sei denn man kauft sich ein 'First Scope' und stellt es auf den Boden ;). In der Regel benutzt man einen höhenverstellbaren Stuhl, um einen bequemen Einblick zu erhalten.

Vielleicht noch eine Anmerkung zum Begriff "Deep Sky": Damit sind alle Objekte außerhalb des Sonnensystems gemeint und nicht nur schwer beobachtbare sehr entfernte Galaxien in Kantenlage, die auch unter besten Bedingungen nur ein Hauch von Nichts sind. Da sind viele Objekte dabei, die einen schönen Anblick bieten; z.B. Sternhaufen, diverse Nebel, nahe Galaxien, Doppel und Mehrfachsterne. Man muss sich also als Anfänger nicht nur auf das Sonnensystem beschränken. Der Nachthimmel ist für gewöhnlich nicht voller Planeten (zur Zeit sind es mit Jupiter und Saturn zwei). Da kann man auch schon mal zwischendurch einen Blick in die Tiefe des Alls werfen.

Natürlich ist da eine große Öffnung von Vorteil. Für rein visuelle Beobachtungen ist da eine stabile Dobson-Montierung die günstigste Alternative. Dort kann man einen großen Newton einhängen, ohne das er bei jeder Berührung sekundenlang wackelt. Das bekommt man auch bei einer parallaktischen Montierung hin, allerdings zu einem sehr viel höheren Preis.

Viele trennen visuelle Beobachtung und Fotografie, das heißt für jeden Zweck ein eigenes passendes Teleskop mit entsprechender Montierung.
 
Puh, das sind ja ganz schön viele Infos wieder. Aber gut so, immer her damit.
Vielleicht war ich beim Thema "Deep Sky" doch ein wenig voreilig. Ich habe da nochmal ein wenig nachgeforscht und auch da schöne und interessante Motive gefunden. Vielleicht wäre das in naher Zukunft doch eine Option, auch mit der Fotografie (oh oh, Blut geleckt obwohl noch nichtmal wirklich angefangen?!) =)
Wie dem auch sei, danke dass ihr euch soviel Zeit nehmt und so nett und ausführlich erklärt. Ich kenne da Foren in denen es ganz anders zur Sache geht. Von daher schonmal ein dickes Lob an dieser Stelle, wirklich Klasse!

Nochmal eine typische Laienfrage;
Warum genau muss ich ein Notebook dabei haben? Ich mein, ich habe eines, allerdings bin ich mir über dessen Funktion bei diesem Hobby nicht im Klaren? Braucht man es um die Go-To-Funktion über eine entsprechende Schnittstelle anzusteuern oder ist das generell möglich?
Kann man sich auch über eine am Teleskop adaptierte Kamera das Bild direkt auf das Notebook "holen" und quasi über den Bildschirm durch das Teleskop schauen?
Das würde mich schon sehr reizen.

Schönen Gruß und allen einen schönen Feierabend!

PS:
Ich habe übrigens einen echten Namen, ja!
Ich heiße Sebastian =)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sebastian,

für die visuelle Beobachtung braucht man kein Notebook. Entweder kauft man sich einen Sternatlas zum Aufsuchen der Objekte oder man druckt sich entsprechende Aufsuchkarten einfach aus. Es gibt da diverse Programme (z.B. Cartes du Ciel). Ein Notebook stört sogar, da es die Dunkeladaption der Augen bei jedem Blick auf den Monitor beeinträchtigt oder zerstört, wenn man keine rote Folie über den Monitor geklebt hat (auch dann kann der Monitor noch zu hell sein). Dann sieht man Lichtschwache Objekte nicht mehr (oder nicht mehr so gut). Die Dunkeladaption dauert ca. eine halbe Stunde und ist innerhalb von Sekunden futsch, wenn man in helles Licht sieht. Daher benutzt man während des Beobachtens nur Taschenlampen mit dunklem Rotlicht, da rotes Licht die Adaption nicht stark beeinträchtigt.

Ein Goto-System zum Einstieg klingt zwar praktisch, aber ich unterstelle dir jetzt einfach mal, dass du dich auch selbst am Sternhimmel auskennen möchtest (natürlich kannst du mich berichtigen, falls ich da falsch liege). Den Umgang mit Kartenmaterial, Teleskop und die Orientierung am Himmel lernt man nur, wenn man selbst sucht. Das ist nicht so schwer, wenn man mit leicht auffindbaren Objekten beginnt. Und nicht alles, was ein Goto-System anfährt, ist auch tatsächlich sichtbar, wenn die Öffnung zu klein oder der Himmel zu aufgehellt ist.

Was die Kamera am Teleskop angeht, habe ich keine Erfahrung (aber dafür viele andere hier). Aber soweit ich weiß, werden Webcams dafür genutzt, um Planeten aufzunehmen und dann ein gutes Bild zu erstellen und nicht um neben dem Teleskop zu sitzen und den Monitor zu Beobachten.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke Hisaak, das hilft mir mal wieder weiter =).
Das mit der Dunkeladaption hatte ich ganz vergessen, eigentlich logisch. Schon viel auf was man alles achten muss.

Also kann man unterm Strich sagen dass ein Go-To-System sich hauptsächlich für Deep-Sky Objekte lohnt, bei Objekten im Sonnensystem dann eher weniger.

Kommen wir zur nächsten Frage;
Ich lese hier immer, oder ab und an davon, dass man für ein Motiv mehrere Teleskope nimmt. Zumindest bei manchen Deep Sky Objekten. Was für einen Sinn hat das? Warum reicht für ein gutes Bild nicht ein einzelnes Teleskop?

Ihr seht, Dinge die für euch vollkommen klar sind sind für mich ein Buch mit sieben Siegeln. Deswegen werde ich mich die nächsten Wochen oder gar Monate auch erstmal weiter schlau machen bevor ich mir das Equipment holen werde.
 
Hallo Sebastian,

eine kluge Entscheidung! Langsam und mit Bedacht vorzugehen schont den Geldbeutel bei diesem Hobby und im Falle der Sonnenbeobachtung ist dies essentiell für die eigene Gesundheit.

Zum Laptop möchte ich anmerken, dass dies nur wirklich notwendig ist wenn Du entweder Planeten fotografieren möchtest (man filmt diese mit einer Webcam o.ä. ab) oder wenn Du eine Astro CCD einsetzen möchtest.

Bspw. kann man bei der Deekpsky-Fotografie mit einer Spiegelreflex diese zusammen mit einem Standalone-Guider wie z.b. dem beliebten MGEN Guider einsetzen - völlig ohne PC.

Auch ein GoTo ist nicht nötig für die Beobachtung schwacher Objekte. Es gibt unzählige Sternfreunde die mit einem rein mechanischen Dobson alles auffinden können was sie möchten. Das ist Übungssache und der Lerneffekt über den Sternenhimmel ist hierbei enorm. Oft wird ein Telradsucher eingesetzt und mittels "Starhopping" das schwache Objekt aufgesucht.

Es geht sogar am mechanischen Dobson Planeten zu filmen. In dem Fall führt man tatsächlich das Teleskop per Hand nach um während des Abfilmens den Planeten im Blickfeld zu behalten. Viele Wege führen hier zum Ziel.

Bei der Lösung mit dem Dobson musst Du aber bei der Planetenfotografie nicht unbedingt selbst nachführen. Es gibt sog. Äquatorialplattformen für Dobson-Teleskope und manche lassen sich sogar bis hin zum GoTo nachrüsten.

Es ist immer eine Frage des Geschmacks, der Ansprüche und der Leidensfähigkeit. Denke auch daran, dass es Dinge gibt die Du egal was Du vorhast brauchst:

Warme Kleidung und Schuhe. Eine Rotlichtlampe und passende Karten. Obwohl ich mit GoTo arbeite habe ich den bekannten Karkoschka immer dabei. Und sei es nur, damit ich mir die passenden hellen Sterne für das "Star-Alignment" meiner Montierung aussuchen kann.

Das mit den versch. Teleskopen habe ich nicht ganz verstanden. Ein und dasselbe Objekt fotografiert man in der Regel mit einem Teleskop. Klar, für große Nebelfelder braucht man wenig Brennweite, für kleine Galaxien ungleich mehr. Aber wer macht schon alles auf einmal?

Evtl. kommt das auch von mir... da ich ja meinte, dass Du für Sonne und Mond weniger Brennweite haben solltest als für Planeten? Hier wird es schwer eine vernünftige Empfehlung zu geben. Es war evtl. eher verwirrend was ich da geschrieben habe. Aber nur als Beispiel: Mit meinem 700mm Apo kann man eigentlich gar nicht mal schlecht den Mond sowie Planeten beobachten. Für die Fotografie wäre die Brennweite gut für Sonne und Mond aber zum Planeten fotografieren ist der Apo eher suboptimal. ABER... hier solltest Du erstmal im Forum die Fotos durchforsten und darauf achten, mit welchem Equipment was in Regel fotografiert wird.

VG,
Robse
 
Hi Sebastian,

Ich lese hier immer, oder ab und an davon, dass man für ein Motiv mehrere Teleskope nimmt. Zumindest bei manchen Deep Sky Objekten. Was für einen Sinn hat das? Warum reicht für ein gutes Bild nicht ein einzelnes Teleskop?

Den Mond hast schon mal am Himmel gesehen. Also nehme ich den als Maßstab.

Er hat einen scheinbaren Durchmesser von 30 Bogenminuten. 1 Bogenminute sind 60 Bogensekunden.

Die Planeten sind soooo klein, daß Du Jupiter (ca. 35 Bogensekunden) etwa 45 mal nebeneinander auffädeln mußt, damit er so groß wie der Vollmond wird. Mars hat derzeit etwa 3,5 Bogensekunden Durchmesser.

Die Andromedagalaxie liegt am anderen Ende der Größenskala. Sie hat auf Fotografien in der langen Achse etwa einen Durchmesser von 180 Bogenminuten (also 6 Vollmonddurchmesser).

Kleine Objekte wie Planeten, Planetarische Nebel, Doppelsterne schaut man sich mit kurzbrennweitigen Okularen an. Dadurch wird das Objekt dann groß abgebildet fürs Auge.

Große Objekte wie den Orionnebel, Andomedagalaxie, Helixnebel... schaut man sich mit langbrennweitigen Okularen (geringe Vergrößerung) an.

Wenn Du Fotografieren möchtest, hast bei den Nebeln/Galaxien normalerweise kein Okular zwischen Teleskop und Kamera. Dann ist das Teleskop die "Optik" vom Fotoapperat. Also ein langbrennweitiges Teleobjektiv.

Und je nach Chipgröße der Kamera paßt dann ein großflächiges Motiv eben nicht mehr bei gegebener Brennweite des Teleskopes auf den Chip.

Daher wird passend zum Chip der Kamera die Brennweite des Teleskopes angepaßt für die unterschiedlichen Motive.

Beispiel aus der normalen Fotografie:

Du stehst vor dem Kölner Dom und möchtest ihn komplett aufnehmen. Also nimmst ein Weitwinkelobjektiv (=kurze Brennweite). Jetzt möchtest den Wasserspeier links oben am Dach in voller Größe fotografieren, also nimmst ein Teleobjektiv (=lange Brennweite)

Ist das so vertändlich?


 
Super, danke für die vielen Tipps, Hinweise und danke für deine Erklärung Sternenfee123. Das liest sich sehr einleuchtend!
Ich sehe, es ist noch einiges was ich mir in die Birne hauen muss. Aber Spaß macht es jetzt schon, alleine sich damit zu beschäftigen. =)
 
Hallo Sebastian

Zitat von Cherky84:
Also kann man unterm Strich sagen dass ein Go-To-System sich hauptsächlich für Deep-Sky Objekte lohnt, bei Objekten im Sonnensystem dann eher weniger.

Joah, könnte man so sagen. Wobei Dir da jeder Dobsonfetischist glühend widersprechen wird ;)
Wer also seinen Dobson beherrscht, und sich natürlich auch am Himmel etwas mehr auskennt, ist jedem Goto-System bei weitem überlegen. Es kommt natürlich beim Dobson noch das 'Jagdfieber' dazu, die Freude über das gefundene Objekt. Ist aber fast wie Fahrradfahren, findest' ein Objekt einmal, findest' es immer wieder.

Ich verwende beides, Dobson 'Hand zu Fuss' im Feld und Goto in der Sternwarte zum Fotografieren.

Ich lese hier immer, oder ab und an davon, dass man für ein Motiv mehrere Teleskope nimmt.

...oder war der Zusammenhang, daß man für verschiedene Objekte auch verschiedene Teleskope nimmt? Man sagt ja, dass jedes Teleskop so 'seinen Himmel' hat, will meinen, für jedes Teleskop gibt es schöne Objekte. Ein einfaches Beispiel:
Mein Feldwaldwiesenteleskop für alle Objekte ist ein 16" Dobson, damit kann ich mir alles ankucken, was in dessen Reichweite liegt und das mache ich auch. Daneben habe ich aber noch einen kleinen 120/600mm Refraktor, den ich gelegentlich einsetze, wenn ich vieeeel Himmelsausschnitt beobachten möchte, also z.b. ausgedehnte Nebelfelder oder im Sommer einfach mal in der Milchstrasse spazieren gucken. Der kleine Refraktor hat zudem den Vorteil, daß man nicht viel vorbereiten muss...kleine Montierung, Teleskop drauf, Okular rein, fertig. Ein anderer hat vllt daneben noch einen 100/900er ED-Refraktor zur annähernd farbreinen Beobachtung von Planenten. Wie ein anderer hat sich ein Teleskop mit speziellen h-Alpha-Filtern besorgt, nur, um die Sonne damit zu beobachten (Granulation der Sonnenoberfläche und Protuberanzen).

Du siehst also, man kann bestimmte Beobachtungsbereiche auch auf bestimmte Teleskope spezialisieren, für den Anfang aber kann man auch alles erstmal mit einem Teleskop beobachten.
Selbst Sonne geht , aber nur mit geeigneten Filtern, sonst sind die Augen schnell hin.

 
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