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DerNeue

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Hallo liebe Astrofreunde und zunächst einen Dank an die
vielen bereits versierten Leute, die es hier den Einsteigern in die Amateur-Astronomie leicht machen.

Nach dem Lesen einiger Posts, den Internetsuchen, dem Lesen von 3 Büchern zur Teleskopwahl habe ich festgestellt, dass ich eigentlich gar nichts weiß und dieser Zustand ist recht unbefriedigend. Ich will gar nicht anfangen, von der Wollmilchsau zu schreiben habe mich aber schon gewundert, dass das, wovon ich dachte es wäre eine gute Wahl nach dem Studium des Forums hier eigentlich ...ääh suboptimal ist :-)

Lange Rede kurzer Sinn, auch auf die Gefahr hin, vielleicht eine Überschneidung der Fragen zu riskieren:

1. Welche Marken stellen die von der Verarbeitung her besseren Teleskope dar: Meade, Celestron, Vixen oder Skywatcher?

2. Ich lese hier im Forum bei dem Thema Einsteiger selten etwas über Schmidt-Cassegrain Teleskope obwohl ich dachte das wäre eine gute Wahl für Einsteiger bezüglich des Preis/Leistungsverhältnisses: kompakte Bauweise, auf einigen Anbieterseiten als Allrounder bezeichnet.

3. Ich habe Interesse an Astrofotografie, das muss aber nicht gleich sein, zunächst möchte ich den Sternhimmel durchforsten und auch das ein oder andere DeepSky Objekt in einer ausreichend großen Auflösung betrachten. Wenn ich nicht ganz falsch liege, wäre ein Newton-Teleskop mit f/6 und Öffnung 150 mm sowohl für DS als auch für Mond als auch später für Fotografie geeignet.

4. Aus den gängigen Montierungstypen hat sich für mich eine Parallaktische deutsche Montierung nach dem Abwägen der Vor- und Nachteile als gut herausgestellt. Hier lese ich aber, dass es für den Anfang eher nicht günstig ist.

Mich würde freuen, wenn ihr, die Ihr Euren ersten Teleskopkauf schon hinter Euch habt, einen Tip geben oder mir sagen könntet, mit welchem Einsteigergerät ihr damals zufrieden wart. Ich denke an

- einen Newton f/6 mit 200 mm Öffnung (zu groß für den Einstieg?)

Vielen Dank
Webster
 
Hallo Webster,

wilkommen in unserer Mitte.

1.)

Von den von dir genannten Marken sticht eigentlich nur Vixen etwas heraus, die anderen produzieren zumindest im Einsteigerbereich mutmasslich alle vom selben Band ;)

2.)

SC's sind mit ihren langsamen Öffnungsverhältnissen nicht gerade Allrounder und preislich liegen sie auch nicht gerade auf Einsteigerniveau, deshalb wird man wohl eher weniger in diesem Zusammenhang von ihnen lesen.

3.)

Da halte ich mich etwas zurück, nur dass f/5 gebräuchlicher ist sei gesagt...

4.)

Selber ausprobieren, ist ganz einfach vorher kann man das nicht abschliessend für sich klären was besser ist, parallaktisch im Nachhinein geht immer (f/6 200mm dann für knapp 1000€ montierbar)

Viele Grüße Benny
 
Hallo Webster,

zu 1) Das geht Mal so und Mal so aus, Du wirst sehr viele Meinungen bekommen und Jeder hat für seinen Fall recht. Sinnvoll ist sicherlich, zunächst die "Systemfrage" zu kläen, dann zu schauen, was welcher Händler zu bieten hat und dann abzuwägen.

zu 2) Diese guten Teleskope sind schon recht teuer und im Gegensatz zu dem was Händler sagen doch auch wieder nicht so tolle Allrounder. Durch das langsame Öffnungsverhältnis lassen sich große Felder und große AP mit üblichen Okularen schlechter oder gar nicht erreichen, die doch gegenüber einem Newton komplizierte Bauweise treibt die Kosten in die Höhe und hat noch einige andere kleine Nachteile. Ihr größter Vorteil ist die kompakte Bauweise und gute Montierbarkeit.

zu 3) wenn Du ernstahft in die Fotografie einsteigen willst, dann sorge für eine tragfähige und genaue Montierung für das Teleskop oder schau Dich unter den Stichworten "Barndoor" und "Purus" um.
Grundsätzlich hast Du mit einem 6" F/6 Newton schon eine sehr ordentliche visuell und fotografisch brauchbare Teleskopart genannt, das visuelle Minimum und das anfängerfotografische Maximum nach meiner unmaßgeblichen Meinung. Allerdings kenne ich derzeit nur einen einzigen Hersteller und einen einzigen Vertreiber für D. der das als reinen Newton mit 2" OAZ und in F/6 anbietet.

zu 4) Die parallaktische deutsche Montierung ist nicht günstig im Sinne von nicht billig. Ansonsten ist sie so anfängertauglich wie alle anderen Montierungsarten auch und für ambitionierte (Langzeit)Fotografie mit Teleskop eine fast unersetzliche Grundvoraussetzung.
Die Budgetfrage kann natürlich zu Überlegungen führen, eine solche Montierung zugunsten größerer Optik wegzulassen und (zunächst) einen Dobson zu wählen.
Zum späteren Ausbau in Richtung Fotografie eignet sich dann eigentlich nur noch der 200/1200, also 8" F/6 Dobson, alles was größer ist kann dann wirklich kaum noch bezahlbar montiert werden.

CS
*entfernt*
 
Hallo Webster!

Deine Fragen sind schon häufiger diskutiert worden, wir können das natürlich erneut beginnen, auch wenn einige Leute das nicht unbdingt als Bereicherung des Forums sehen würden. Eine ausführliche Antwort wäre zudem sehr(!) umfangreich, und es gäbe viele Rückfragen an Dich.

Wende Dich an einen lokalen Hobby-Astronomen, und diskutiere die Probleme mit ihm. Falls Du Interesse hast, schreibe mir eine PN (persönliche Nachricht) mit Deiner Telefonnummer, wir können uns eventuell telefonisch mal unterhalten (habe Flatrate, kostet nichts)!

Ich will natürlich keinesfalls eine Diskussion im Forum abwürgen, sondern nur meine Bereitschaft erklären, Dir zu helfen. Ich bin übrigens kein Händler, und will Dir Nichts verkaufen!

Nun kurz zu Deinen Fragen:

1. Jede dieser Marken hat ihre ausgeprägten Stärken und Schwächen, die ich aber nie im Forum öffentlich diskutieren würde.

2. Die Schmidt-Cassegrain sind unter bestimmten Voraussetzungen durchaus sehr geeignete Anfängerteleskope.

3. Ich würde für ein Allround-Teleskop auf jeden Fall eine Öffnung nicht unter 20cm wählen.

4. Du liegst im Prinzip richtig, eine Deutsche Montierung ist die universellste Wahl, nur unter bestimmten Umständen würde ich eine andere Wahl treffen.

Gruß, Peter
 
Hallo Webster,

meine Gedanken zu Teleskopmarken findest Du hier ausführlich: http://www.svenwienstein.de/HTML/welche_marke_.html

Was die SCs angeht, da würde ich sagen, dass die Einschätzung "Allrounder" eigentlich inzwischen veraltet ist. Man kann mit den Geräten zwar alles machen, aber das gilt fast für jedes Teleskop, und jedes Teleskop hat auch seine bauartbedingten Grenzen. Ein SC ist in der Hauptsache ein kompaktes Teleskop und erst unter dieser Prämisse kann man es heutzutage einen Allrounder nennen.
Zur Astrofotografie antworte ich wieder mit einem Link: http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteiger-astrofotografie.html
Der Artikel kann abschrecken oder auch den Reiz einer interessanten Aufgabe erhöhen, schafft aber in jedem Fall einen Überblick über die Anforderungen.
Ich persönlich würde die Fotografie zunächst einmal außer Acht lassen, weil sie oft aus finanziellen Gründen das erste Equipment zu stark einschränkt und zu sehr zum Kompromiss macht. Aus dieser Erkenntnis heraus ist es besser, zu einem späteren Zeitpunkt eine fotografische Ausstattung anzuschaffen.

Was die Montierung angeht, so habe ich auch Lesefutter: http://www.svenwienstein.de/HTML/montierungen.html
Der wesentliche Punkt dabei ist, dass man nicht voraussagen kann, mit welcher Lösung Du persönlich am besten auskommst. Insofern wäre es das sinnvollste, einen Dobson am Sternenhimmel und bei verschiedenen Vergrößerungen auszuprobieren. Dann kann man einschätzen, ob man den Umgang damit erlernen will, oder ob man tatsächlich auf eine parallaktische Montierung mit einfacher Motorisierung setzt. Die Vollausbaustufe "Goto" sehe ich im Einsteigerbereich kritisch, weil das dazu verleitet, den Himmel und die Himmelsmechanik nicht life kennenzulernen. Das Erfolgserlebnis, ein Objekt selbst einzustellen geht so nebenbei auch verloren. Aber auch da ist die Frage, ob das für Dich wichtig ist.

Die wesentlichen Fragen sind aber wie üblich noch nicht ausgesprochen worden:
Was soll beobachtet werden, wie soll es aussehen? (Wurde nur angeschnitten.)
Wo soll beobachtet werden, wie kommt das Teleskop da hin?
Wie sieht das Budget aus?
Und natürlich: Was ist schon vorhanden? Feldstecher, Bücher, Sternkarten...?

Clear Skies
Sven
 
...Vielen Dank für die sehr schnellen und freundlichen Antworten. Ein großes Lob an dieses Forum: ich habe selten Foren erlebt, wo Neulinge trotz vielleicht schon mehrfach diskutierter Themen so freundlich aufgenommen werden!

Also ich denke ich werde weiter lesen und das Procedere durchmachen, welches wohl alle exEinsteiger hinter sich haben: abwägen, aussortieren, Kompromisse machen, sich belesen und ausprobieren. Ein GoTo-Teleskop kommt für mich absolut erstmal nicht in Frage. Ich denke für einen Einsteiger ist das rausgeschmissenes Geld. Ich will den Himmel ganz privat für mich allein erforschen, die Techniken und Möglichkeiten und auch ein paar weitere astronomische Grundlagen kennen lernen und ausprobieren. Zunächst behelfe ich mir mal mit meinem Feldstecher Bresser Saturn Zoom 30x60 und kaufe dafür ein vernünftiges Stativ :-) ... vielleicht kann man ja dann sogar eine Kamera dran anschließen...afokal oder so...mal nachlesen ob das geht.

Also vielen Dank erstmal!
Webster
 
>2. Ich lese hier im Forum bei dem Thema Einsteiger selten etwas über Schmidt-Cassegrain Teleskope ...

Hallo Webster,

Willkommen! :-) Mein erstes "ernsthaftes" Teleskop war ein 8" Schmidt-Cassegrain. Als Anfänger hat es mir damals einige großartige Beobachtungen, aber auch so einiges an Frust gebracht.

Gerade für Einsteiger ist das enge Gesichtsfeld eines SC ein echtes Problem. Mein 8"SC (8" Öffnung, 2000mm Brennweite, f10) zeigt mit dem mitgelierten 25mm-Okular einen Himmelsausschnitt von 37 Bogenminuten. Um das mal deutlich zu machen, wie klein das ist, habe ich hier mal den sichtbaren Ausschnitt mit Skymap in das Sternbild Orion montiert (kleiner Kreis: Gesichtsfeld des Okulars, große konzentrische Kreise: Telrad-Sucher):

Link zur Grafik: http://englischseite.gmxhome.de/pix/SC.jpg

In der Kombination mit dem serienmäßigen 6x30 "Sucher" war es eine Herausforderung, selbst einfache Objekte wie die Andromeda-Galaxie ins Blickfeld zu bekommen. Starhopping (also per Sternatlas von einem Stern zum nächsten durchhangeln, bis man zum Zielobjekt kommt) war schwer bis unmöglich. Und wenn man's dann endlich gefunden hatte...

Link zur Grafik: http://englischseite.gmxhome.de/pix/andi.jpg
... konnte man unter Umständen nur einen kleinen Ausschnitt davon beobachten und entlangfahren. Selbst mit einem später angeschafften 40mm-Okular ging da nicht viel mehr. Siehe Bild!

Ein weiterer Nachteil: Die Schmidtplatte taut sehr gerne zu. Mit einem SC ohne Taukappe ist die Beobachtungsnacht nach 15 Minuten vorbei, und auch mit Taukappe lässt sich der Beschlag nicht immer verhindern.

Und Astrofotographie? 2000mm Brennweite nachführen ist auch für geübte Astrofotographen eine Herausforderung. Nach ersten Experimenten mit einer Webcam habe ich großen Respekt vor den Leuten bekommen, die das hinkriegen ;-)

Zum Anfang würde ich ein Instrument mit großem Gesichtsfeld empfehlen.

Viele Grüße & klarer Himmel, Wolfgang

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Wolfgang,

vielen Dank für die Anschaulichen Maps. Ich habe mir bei meinen EXCEL-Berechnungen schon so etwas ähnliches gedacht. Selbst mit meinem Fernglas 30x60 ist es teilweise für einen Anfänger schon ziemlich schwer Starhopping zu betreiben :-)

Ich denke, mein Interesse liegt schon bei DeepSky. Später dann vielleicht mal Astrofotografie. Momentan experimentiere ich mit meiner Webcam herum. Habe Sie auseinandergebaut und direkt ans Okular gehalten. Leider kann ich das so schlecht fokussieren und so richtig genau gerade an das Okular kann ich es auch nicht bringen. Habs mit ner gebastelten Gummimuffe versucht :-)) Nooo Chance!... schade eigentlich...

Grüße
Webster

Nachtrag: Wegen der großen Brennweite von Deinem ersten Cassegrain...gibts da nicht so Okulare, die die Brennweite verringern? Stand hier irgendwo...Oder sind die so teuer, dass es keinen Sinn macht...oder aber die Bildqualität leidet drunter...oder ich habs falsch verstanden...oder wars Brennweite verlängern? *grübel, mir schwirrt schon wieder der Kopf :-)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Webster,

es gibt Reducer für die Brennweite, leider ändern sie nichts am kleinen Gesichtsfeld.

CS
*entfernt*
 
Hallo!

Große Objekte, die mit kleiner Brennweite beobachtet werden, gibt es nur wenige. Kleine Objekte (wie z.B. planetare Nebel, Kugelsternhaufen, Doppelsterne, Galaxien), die nur mit langer Brennweite und großer Öffnung gut beobachtet werden können, gibt es massenhaft.

Ich besitze z.B. ein großes SC (30cm), und APO`s bis 18cm. Bei einigermaßen günstigen Bedingungen hat auch der große APO (98% Strehl, kein Gefälligkeitsgutachten) gegen das SC (93% Strehl, ebenfalls kein Gefälligkeitsgutachten) nicht die geringste Chance. Beobachten tue ich zu 95% mit dem SC. Wenn ich nur ein Gerät haben könnte, es wäre in jedem Fall ein SC, also eine Optik mit wenigen Nachteilen (ein sehr guter Newton wäre z.B. optisch noch etwas besser) und dafür enorm vielen Vorteilen! Allerdings muß man dabei schon darauf achten, ein gutes Exemplar der stark streuenden Massenproduktion zu erwerben, und hier liegt speziell für den Anfänger der Hund begraben....

Gruß, Peter
 
Mahlzeit Der Neue :huhu:

Wäre schön wenn man deinen Wohnort erfahren könnte,zwecks in andren Ihre Teleskope mal schauen.
Da kannst Du am besten vergleichen.

Gruß Apophis
 
Hallo "Neuer",

Wolfgang hat aufgezeigt, wie eng es beim SC werden kann, Peter schreibt, er schwört auf das SC.
So können die Meinungen auseinandergehen!

Da ich auch mehrere Systeme mein Eigen nenne, meine Anschauung dazu:
Ein SC ist schön an kleinen Nebeln wie am Ringnebel in der Laier oder am Hantelnebel. Ebenso brauchbar an Galaxien, M31 mal ausgenommen, die sieht im 20x X Fernglas eh besser aus.

Für alles andere ist das SC weniger geeignet, da es eine schon eingebaute zu große Vergrößerung und einen engen Bildkreis hat. So machen große offene Sternhaufen im Newton mehr Spaß, ebenso aufgrund des höheren Kontrastes auch Galaxien und große Nebel wie z.B. ngc7000 (Nordamerikanebel).

Das gleiche gilt für Planeten, hier zahlt sich der größere Kontrast durch geringere Obstruktion aus (Abschattung des Hauptspiegels durch den Fangspiegel).

So hat jedes Gerät seinen Himmel, es gibt kein Universalgerät.

Zur Montierung:
Ich würde als Erstgerät einen 8" f6 Dobson nehmen, der ist unkritisch bei Okularen und unkritisch in bezug auf die Kollimation (Justierung der Spiegel). Wenn Du Dich damit eine zeitlang angefreundet hast, kannst Du dann über eine Deutsche Montierung nachdenken. Vorteil: dann hättest Du beides, die Rockerbox zum gemütlichen Schauen und die Monti für Fotografie.

CS
Winfried
 
... und täglich grüßt das Murmeltier Winfried ...

Clear Skies,
Lothar
 
Zur Erklärung: Wir (besser die Amis) hatten vorgestern den "Murmeltiertag". Ansonsten siehe: Und täglich grüßt das Murmeltier.

Ich glaube inzwischen auch, dass es "die" Amateurastronomie nicht gibt. Deshalb ist es so wichtig am Anfang möglichst viele Teildisziplinen auszuprobieren: Mond, Sonne, Planeten, Kometen, Milchstraße, Sternhaufen, Gasnebel... und verschiedene Geräte auszuprobieren (z.B. mal bei anderen Leuten durchgucken). Erst dann wird sich das "richtige" Gerät herauskristallisieren. Denn was habe ich von einem Gerät, das für planetrische Nebel ideal ist, aber bei Milchstraßenwolken versagt - wenn ich mich mehr für die Milchstraße interessiere?

Thomas
 
Dies ist auch als Antwort auf die weiteren Postings gedacht!

Ich habe ja schon weiter oben empfohlen, dass Du dich an einen Astronomen in deiner Umgebung wenden solltest, denn Durchschauen durch verschiedene Teleskope ist immer sehr hilfreich, und eine ausführliche Diskussion einfacher als im Forum. Ich wohne am Ostrand von München, und bin jederzeit bereit, dir Teleskope vorzuführen!

Was hier sonst noch gesagt wird, ist auch in Ordnung. Großflächige Objekte sind mit dem SC nicht zu beobachten, aber davon gibt es nur wenige. Für die Überzahl von Objekten (von Planeten bis Galaxien) ist ein SC jedoch sehr gut einsetzbar. Optisch etwas besser ist ein guter Newton ab 20cm Öffnung, aber er hat andere Nachteile, die ich hier (Stichwort "Täglich grüßt das Murmeltier") nicht erneut umfangreich diskutieren möchte.

Da es das für alle Zwecke ideale Teleskop nicht gibt, ist es um so wichtiger erst zu klären, was man genau damit machen will, und das kann ein Anfänger nur beantworten, wenn er durch genügend viele Teleskope geschaut hat (Deepsky bis Planeten).

Der Rat mit einem nicht zu schnellen, justierstabilen 20cm Newton zu beginnen, ist sicher nicht schlecht. Bei engen Finanzen ev. sogar einem Dobson. Persönlich würde ich jedoch gleich eine preiswerte Deutsche Montierung vorziehen. Das Hauptproblem sowohl bei einem preiswerten Newton oder einem SC ist es, ein optisch gutes Exemplar zu erwischen, und das ist speziell für den Anfänger oft nicht einfach....

P.S.: Wenn ich als SC-Fan hingestellt werde, so ist das sehr differenziert zu sehen. An die Qualität eines 30cm OMC von Orion UK (das ich hier kurz zum Test hatte), kommt mein 30cm SC nicht ganz heran, ebenso ist ein guter 30cm Newton optisch besser, aber das SC hat andere Vorteile, und ist auch nicht schlecht , und so lande ich immer wieder bei diesem Kompromiss....

Gruß, Peter

 
Hallo Peter - Anzahl der Objekte, die man mit einem Gerät beobachten kann, kann aber nicht *das* Kriterium sein, sondern nur eins von vielen. Wenn einem diese kleinen Nebelchen halt nicht so interessieren und man lieber größerflächige Objekte, Sternenhaufen und Nebel in einem großen Bildfeld beobachten möchte, dann kommt das SC einfach gar nicht in Frage.

Thomas
 
Hallo Thomas!

Wenn einem diese kleinen Nebelchen halt nicht so interessieren und man lieber größerflächige Objekte, Sternenhaufen und Nebel in einem großen Bildfeld beobachten möchte, dann kommt das SC einfach gar nicht in Frage.

Ja, da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht! Trotzdem ist mir ein lichtstarkes Gerät mit nicht zu kurzer Brennweite zunächst erste Wahl, weil es eben viele interessante Objekte (z.B. Planeten, Mond bis zur kleinsten Rille, Kugelsternhaufen) hell und groß zeigt, und auf den relativ großen Orionnebel (sogar schön in Farbe) muß ich mit einem 56er oder 40er Weitwinkelokular dennoch nicht verzichten. Für die geringere Zahl der extrem großflächigen Objekte, die ich auch gelegentlich anschauen möchte, verwende ich einen Refraktor mit kurzer Brennweite.

Es gilt eben, was ich oben schon angedeutet habe: Ein ideales Teleskop für alle Fälle gibt es nicht. Daher sollte der Anfänger zunächst bei jeder Gelegenheit bei Anderen mit beobachten, und dann im Laufe der Zeit feststellen, was für Ihn interessant und richtig ist. Wer dazu keine Lust oder Gelegenheit hat, für den könnte ein preiswerter Newton mit 20cm Öffnung für den Anfang eventeuell eine passable Lösung sein.


Gruß, Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Bei mir müssen es mindestens 6° Bildfeld sein - Jetzt weißt du was für *mich* erste Wahl ist. ;) Am besten sollte man eben doch mehrere Geräte haben. Manchmal übermannt auch mich die Lust an den kleinen Nebelchen und aufgelösten Kugelsternhaufen. Deshalb steht da auch noch so ein f5er Dobson 'rum...

Thomas
 
Ja ... öhm, danke für die vielen Anregungen. Ich denke mal, so langsam kristallisieren sich so einige Sachen für mich deutlich heraus: Es wird ein schwieriger Abwägungsprozess, ehe ich mich für ein Geraät entscheiden werde.

APOHIS, ich wohne in Potsdam, habe es also nicht weit bis zur Sternwarte und zum Astrophysikalischen Institut :-). Die Lichtverschmutzung ist hier allerdings ziemlich stark: Nähe zu Berlin.

Ich habe mir ein Budget zurechtgelegt, das maximal bei 1500 EUR liegt. Mein Interesse gilt eindeutig den Nebeln und Galaxien. Allerdings finde ich auch Mondbetrachtungen faszinierend.

Ich tendiere eindeutig zum Newton, obwohl ich anfangs auch eher an einen guten Refraktor dachte...Apos sind aber ziemlich teuer, vielleicht reicht auch ein Achromat?? In Hinsicht auf die Güte der Optik möchte ich so wenig wie möglich Abstriche machen. Als Anfänger kann man allerdings schon enorme Fehler bei der Auswahl der im Zusammenhang mit Öffnung und Brennweite überhaupt nützlichen Okulare machen. Momentan ist es etwas viel Wissen auf einen Haufen, das ich erst noch sortieren muss. Zwischenzeitlich beobachte ich, sofern es die Bedingungen zulassen, von meinem Balkon mit dem Fernglas...würde gern mal ein Foto dadurch schießen, aber keine Ahnung wie...Webcam ranhalten ging nicht so richtig :-)

Ein paar Optikgrundlagen wären auch nicht schlecht...kann es sein, dass das Bildchen von M42 in der Brennebene bei 1000mm Brennweite tatsächlich mehrere Zentimeter groß ist, oder hab ich mich verrechnet...?

Grüße
Webster
 
Hallo Webster,

Die Formel für die Größe des Bildes in der Brennebene ist (Pi/180)*alpha(°)*F = ~ (1/57)*1.5*1000 = ca. 26mm (Ich bin bei M42 von ca. 1,5° Durchmesser ausgegangen). Ein paar Zentimeter kommt hin!

Thomas

P.S. Bist du dir wirklich so sicher bei Nebeln und Galaxien? Als Neuling hast du wahrscheinlich noch nicht viel beobachtet. Lass dir ruhig noch ein bischen Zeit bei der Auswahl und guck dir erst mal alles an. Auch Fernglasbeobachtung könnte eine Alternative sein.
 
Hallo Thomas...

ja, bin mir im Klaren Nebel, Galaxien und so, denn das was ich an Fotos so von Planeten von einem 8Zöller gesehen habe (mehr ist wohl im Budget nicht drin) hat mich wirklich nicht so begeistert. Oder ich liege ich auch da falsch??

Grins, mit M42 bist du den Weg über den Winkeldurchmesser gegangen. Ich als Neuling hab die Entfernung und Ausdehnung von Parsec in mm(!) umgerechnet und dann weiter :-)

Gruß Webster

 
Hallo Webster,

ich würde mal sagen, Du vertust Dich ein wenig mit den Planeten, visuell geht da mit einem 8-Zöller schon Einiges, man muss aber auch ein wenig wissen, wie man zu guten Resultaten kommt. Fotografie und visuelle Beobachtung unterscheiden sich zudem grundlegend.

Ein 8-Zöller wird schon recht häufig nicht durch sein Auflösungsvermögen sondern durch das Seeing begrenzt, also kann man seeingbedingt nicht so hoch vergrößern wie es der Optik mit Detailgewinn möglich wäre. In Resultat bleibt der Planet (auch Mond) deutlich zu hell, Du wirst geblendet und Details werden überstrahlt.
Man muss dann das Licht über Grau- oder variablen Polfilter dämpfen.

Zu viel Licht hat man bei der anderen Disziplin, Deep Sky, nie. Da ist ein 8" Teleskop in gewisser Weise ein Türöffner, denn rein zufällig sind 6-8" Öffnung unter unseren Bedingungen an vielen Objekten aller Klassen erforderlich, um sie überhaupt erfolgreich und/oder mit Details zu sehen.
Gerade im Bereich der Emmissionsnebel und Galaxieen wird es mit 8" Öffnung an vielen Objekten richtig interessant.

(Jaja, Mehr ist besser und mit Weniger geht auch schon was, ist ja gut Jungs, nur nicht aufregen).

Ich halte es für sehr wichtig, mit Deiner hauptsächlichen Zielsetzung Nebel GX darauf zu achten, dass Du möglichst problemlos große Gesichtsfelder und große AP (bis ca. 7 mm Austrittspupille) mit handelsüblichen (Weitwinkel)okularen erreichen kannst.

Das führt zu Öffnungsverhältnissen zw. F/8 und F/4, wobei F/8 kleiner (langsamer) als F/4 (schneller) ist.
Wenn Dir die Thematik nicht geläufig ist, gibt es auf den HPs von Sven und Anderen viel "Input" und z.B. auf Armins Seite einen Okularrechner
http://www.deepsky-brothers.de/index.htm
in der Rubrik Formeln zum Durchspielen der Möglichkeiten. Da wird z.B. sehr schnell klar, dass es das WW-Okular mit 6 mm AP für F/12 Teleskope nicht gibt.

Grundsätzlich stellt ein größeres Öffnungsverhältnis höhere Anforderungen an die Okulare als ein kleines. Es gibt nur sehr wenige und entsprechend teure Okulare an mit F/4 eine ansprechende Abbildungsleistung zeigen, F/8 ist da schon sehr gutmütig, F/6 stellt einen sehr guten Kompromiss dar.

Rein zufällig (oder doch nicht) ist ein solcher 8" F/6 Newton, vom Dobson angefangen bis massiv parallaktisch montiert iclusive GoTo bei allen Händlern in vielen Varianten und Qualitätsstufen im Programm.

Dein Budget lässt da schon etwas zu, wobei man erforderliches Zubehör einkalkulieren muss, denn die Beipackokulare reichen gerade hin, dass Leistungsvermögen anzukratzen, mehr nicht.

Ein langbrennweitiges 2" Weitwinkelokular mit 30-40 mm Brennweite (je nach gewünschter AP und abhängig von der Himmelsqualität am bevorzugten Beobachtungsplatz) öffnet das maximal mögliche Feld von ca 2° und ein gutes 4 mm Okular lässt, gutes Seeing und gute optische und Mechanische Qualität des Teleskops vorausgesetzt, 300fache Vergrößerung an Mond und Planeten mit Detailgewinn zu. Dazwischen gehören, gut abgestuft, im Laufe der Zeit mindestens noch 3-4 Okulare.
Auch eine Schwäche für (Gas)Nebel kommt teuer zu stehen wie ich selbst weiß, so ein bedampftes Gläschen in 2" Ausführung gibt es ab 120 € aufwärts.
Da fallen die geringfügigen Kosten für das meist erforderliche Tuning des Newtons mit Veloursfolie und Lüfter (um nur die gängigsten Maßnahem zu nennen) kaum ins Gewicht.
(Newtons fehlt das "Edelimmage" vieler anderer Teleskopbauarten weil es das einfachste System ist und sie werden preiswert, manchmal auch billig, hergestellt, sodaß dem Nutzer fast immer noch einige Spielräume zur Verbesserung der Eigenschaften bleiben).

Zum Schluß schließe ich mich dem Rat einiger Vorredner dringendst an. NOCH nicht kaufen, Sternenfreunde suchen und mitbeobachten. Vom Dobson bis zum SC mit GoTo, alles ansehen was geht und wenn es geht durchsehen und bedienen.
Dann eine Entscheidung treffen, Luft für (Minimal)zubehör lassen, loslegen und dann nach erkannten Bedürfnissen und Zielen Zubehör ergänzen.

Gruß und CS
*entfernt*


 
Hallo Günther!

Dank für die vielen tollen Anregungen und den fachlichen Input! Du hast Recht: ich habe es mir sehr schnell abgeschminkt, mal eben ein Teleskop zu kaufen und sofort loszulegen. (Obwohl mich das verdammt reizt). Ich werde hier erstmal zur Sternwarte pilgern und dann weitersehen.

Noch eine Frage, die vielleicht nicht ganz hierhin passt, aber vielleicht könnt ihr sie mir trotzdem beantworten:

Ich habe gerade draußen durch mein Fernglas M42 beobachtet. Okay, man sieht nicht viel. Zwei ziemlich helle schräg versetzte Leuchtpunkte wenn man draufblickt. Mir viel auf, dass wenn ich nicht genau draufschaue - also praktisch so tue, als würde ich vorbeischauen - das neblige Leuchten um die zwei Punkte viel besser wahrnehmbar ist. Stimmt was mit meinen Augen nicht, oder kennt jemand den Effekt???

Grüße
Webster
 
Hallo Webster,

also das mit dem Mitbeobachten vor dem Kauf hast Du jetzt ja schon oft gehört trotzdem noch was dazu :cool:

Ohne Beobachtungserfahrung würde ich mich in einer Stadtumgebung mal noch nicht so auf Galaxien/Nebel festlegen, sondern erst mal schauen, was an Deinem Standort überhaupt so geht bzw. was für Beobachtungsplätze Du erreichen kannst und dann beim späteren Teleskopkauf auch ggf. Transportabilität als Kaufkriterium einschließen.

CS
Volker
 
Keine Sorge Webster,

mit Deinen Augen ist alles ok.

Das Vorbeischauen nennt man indirektes Sehen und ist eine der wichtigsten Beobachtungstechniken an lichtschwachen Objekten überhaupt, weil man wie Du gemerkt hast sehr viel mehr Details sieht.

CS
Volker
 
Puh, ich dacht schon ich muss zum Augenarzt. Das mit dem indirekten Sehen kenne ich nur aus der Naturbeobachtung, wenn man z.B. eine Bewegung wahrnehmen will und das Auge einfach starr irgendwo mit unbestimmter Blickschärfe in den Wald wirft...ääh :-)) (nicht wörtlich!), dann wandern alle Bewegungen fast automatisch ins Blickfeld....

Toll, wieder was gelernt, dieses Forum ist spitze...ich will es aber nicht zumüllen und verschwinde daher auf die sehr tolle Seite von den deep-sky-brothers!

Webster
Nachtrag: Ich beobachte von meinem Balkon 4ter Stock, Straßenlaternen :-// in Richtung Süden..Mars steht fast im Zenit...musser wohl sein, ist ziemlich hell und rötlich..., also sollte ein Teleskop auch transportabel für mich sein.
 
Hallo Webster,

also sollte ein Teleskop auch transportabel für mich sein

umso mehr gilt, das ausgesuchte Gerät vor dem Kauf einmal in Natura in Augenschein zu nehmen, damit man sich die Dimension dessen was man dann transportieren muss auch vorstellen kann.

Zum indirekten Sehen nur ganz kurz:
Der Effekt ist anatomisch zu erklären. Im Zentralbereich der Netzhaut befinden sich kaum (keine?) lichtempfindlichen Stäbchen, sondern nur die unempfindlicheren (aber für das Farb-/Scharfsehen wichtigen) Zäpfchen.
Mit dem "Vorbeisehen" kommen dann die Stäbchen zum Einsatz.

Für Details einfach mal Tante Google zu indirektes Sehen befragen, da gibt es einige schöne Seiten.

CS
Volker
 
Hi Webster,

ich lese Balkon, Licht, Straßenlampen.
Da hab ich einen alten Thread ausgegraben.
Dieser unverbesserliche Balkonbeobachter hat eine ordentliche "Welle" ausgelöst, die Chis & Coke Fraktion kam auf ihre Kosten. :/
Infos gibt es aber auch in Menge, such Dir die Argumente raus die Dir wichtig sind.
Mit seiner Wahl ist er, wie ich weiß, heute sehr zufrieden, was nicht bedeutet, dass Du letztlich zum gleichen Schluß kommen musst.
http://forum.astronomie.de/phpapps/.../showflat/Main/53091/Number/402176#Post402176

CS
*entfernt*
 
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