Unscharfes Bild bei größeren Vergrößerungen?

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willi112

Mitglied
Hallo!
Mein Problem ist folgendes. Wenn ich durch mein Teleskop (neues Maksutov 200/2400) z.B. den Mond mit einer Verößerung von 75-fach betrachte, erhalte ich ein scharfes, klares Bild.
Auch mit der 1,6 fach Barlow (120-fach) ist alles scharf. Sobald ich aber eine größere Vergrößerung z. B 15mm Okular, d.h 160-fach, bzw. 8mm Radian (300-fach) nehme, kann ich den Mond nicht mehr scharfstellen. Habe heute am auch Tag ein ca. 1-2 km entferntes Objekt terrestrisch anvisiert, wieder dasselbe. Kein Seeing-Flimmern, sondern das Objekt (in diesem Fall ein Haus) war einfach ab 160-fach nicht scharfzustellen.
Meine Frage wäre nun; kann es an der Optik des Teleskops liegen, wenn bis 120 fach die Abbildung scharf ist und darüber hinaus nicht mehr, oder kann nur ein schlechtes Seeing die Ursache sein , da ja bei kleineren Vergrößerungen das Teleskop sehr gut scharf abbildet und man daraus schließen kann, dass die Optik des Teleskops in Ordnung ist.

lg
Willi
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Willi,

das kann mehere Ursachen haben:

- Das teleskop hat noch nicht die richtige "Betriebstemperatur".Du solltest schon mindestens 1,5 Stunden auskühlen lassen bei der Grösse.

- Die Optik ist evtl. nicht richtig justiert.Bei geringen Vergrösserungen macht sich das vielleicht nicht so bemerkbar ,allerdings wenn es höher gehen solltewirds nicht richtig scharf.Ein Sterntest wäre da zu empfehlen

- Das Seeing spielt auch eine Rolle.Manchmal kann ich mit meinem MK67 auch nicht höher vergrössern,weil die Luft nicht stillhält <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />


 
Hallo Willi,

es kann an ungenügender Auskühlung liegen,aber ebenso an einer schlechten
Opik oder an einer dejustierten Optik,oder am schlechten Seeing.Dies ließe
sich am Stern überprüfen,das ist allerdings keineswegs so trivial.

Ich würde vorschlagen daß du dein Teleskop vor der nächsten Beobachtung schon
einmal "vorkühlst",im Schuppen,dem Koffferraum des im Schatten stehenden Wagens,
oder auf der Wiese so sie denn halbwegs siche vor Langfingern ist.

Sollte sich dann immer nochkein anderer Befund ergeben solltest du dich mit
einem erfahrenen Sternfreund treffen und zusammen mit ihm das Problem lösen.
Sollte auch das nicht funktionieren das Teleskop innerhalb der 2 Wochen
Frist zurückgeben!

MfG,Karsten
 
Hallo!
Vielen Dank erstmal für eure Rückmeldungen.
Habe jetzt so einen behelfsmäßigen Sternentest an einem hellen Stern vorgenommen, bin mit schwacher Vergrößerung etwas über die Scharfstellung hinausgegangen bis der Stern wieder unscharf war. Er war schön rund und ringförmig, die Abschattung des Fangspiegels war auch schön in der Mitte und nicht irgendwie oval oder ausserzentrisch. Vielleicht liegst ja wirklich am Seeing, wir haben zur Zeit auch etwas Föhn.
Werde mal abwarten bis das Wetter besser wird.

lg
Willi
 
Hallo Willi,

beim Sterntest würde ich schon zusätzlich die höchste Vergrösserung nehmen,die du ohne Barlow erreichen kannst und intrafokal(Okular zum Objektiv)mit extrafokal(von Objektiv weg)vergleichen.Einen vorhandenen Zenitspiegel vorher entfernen.
Aber bei Fön ,denke ich,wirds wohl am Seeing liegen.

 
Hallo an alle!
Ich habe jetzt einen terrestrischen Versuch gestartet und ein ca. 1-1,5 km entferntes Objekt (Baum) anvisiert. Mit 70-fach (TS WA32)ohne Barlow - 120-fach(mit x1,6 Barlow) facher Vergrößerung war wieder alles scharf, Kaum habe ich aber das Tevevue Radian 8mm eingesteckt, war nichts mehr scharf zu kriegen. An der Länge des Auszuges kanns nicht meiner Meinung nach nicht liegen, da ich irgendwann beim Fokussieren zu einem Punkt komme, an dem die Unschärfe am "kleinsten" ist, es sind aber keine Details zu erkennen und ab dem, wenn ich wenn ich dann weiterdrehe, es wieder abwärts geht.
Ausserdem merke beim Einstellen des Fokus mit dem 8mm (300-fach), dass Objekte von der Mitte des Okulars fast bis zum linken Rand des Gesichtsfeldes hinausdriften. Ist dieses Spiegelshifting noch normal?


lg
Willi
 
Hallo Willi,

ich kenne mich offen gesagt mit Spiegelshifting nicht aus Mein MK67 hat einen OAZ),aber wenn es daran liegen sollte,würde ich den Händler kontaktieren.Wenn du die Möglichkeit hast,das Radian an einem anderen Teleskop zu testen,würde ich kontrollieren,ob es evtl. auch defekt ist.

 
Hallo Willi,

hm, also zumindest bei der Tagbeobachtung sollte das Gerät 300x schaffen. (Was für ein Modell ist es überhaupt?)
Also schlag mich nicht, aber durch eine Fensterscheibe hast Du nicht beobachtet?

Es kann natürlich sein, daß das Radian einen Schaden hat. Das ist ohne ein Vergleichokular schlecht herauszufinden. Hast Du niemanden in der Nähe, der mal mit einem einfachen 8mm oder 10mm Plössl vorbeischauen kann?
Das Shifting ist ja recht kräftig, und würde dann um die 5 Bogenminuten liegen (Das Radian hat an Deinem Gerät etwa 12' Feld). Das ist nicht mehr schön, weil Du beim Scharfstellen dann das Objekt verlierst - und ohne Objekt kann man schlecht scharfstellen.
Ich bin am grübeln, aber ich meine, daß Werte um 2 Bogenminuten typisch sind. Demnach hättest Du wirklich einen Ausreisser nach oben, an dem der Händler zumindest mal nachbessern sollte. Das ist aber kein Grund für die kräftige Unschärfe.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven!
Also es handelt sich um ein Bosma MK200, erst vorgestern bei TS gekauft. Tests wurden alle im Garten durchgeführt. Ich habe noch irgendwo ein 7mm Ortho-Okular herumliegen, das werde ich jetzt terrestrisch versuchen, obwohl ich damit schon ziemlich nah an der max. sinnvollen Vergrößerung bin.
Aber auf kurze Distanz (1-2 km) sollte es doch scharf abbilden.
Werde mich danach melden.

lg
Willi
 
Hallo Willi !
Das Du bei 300 fach kein scharfes Bild mehr hast,
sollte Dich eigentlich nicht beunruhigen.Solche Vergrößerungen schafft man,je nach Beobachtungsort ,
höchstens 10 mal im Jahr. Öfter spielt da die Luft in
Österreich einfach nicht mit. Jedenfalls nicht unter
1000m Seehöhe.Das Shifting ist, bei dieser hohen
Vergrößerung ,ebenfalls kein Grund zur Verzweiflung.
Allerdings ist das Shifting bei allen Geräten am Markt unterschiedlich ausgeprägt.Das geringste Shifting hat,aus meiner Erfahrung heraus , das C8.Der 7"MAk von Meade hat ebenfalls ein akzeptables.Mit Deinem Gerät habe ich bishe rnoch keine Erfahrung machen können. Ich schliesse mich jedoch der Meinung der anderen an.Es kann eigentlich nur am
Seeing liegen, denn das Radian ist sicherlich ein qualitativ
hochwertiges Okular .Ich bin überzeugt nach 2-3 Tagen Hochdruckeinfluss sieht die "Welt" wieder ganz anders aus.

 
Hi Willi,
ich sags ja ungern, aber so starkes shifting ist m.E. nicht hinzunehmen.
Das wird im praktischen Einsatz noch ein großes Ärgernis werden, wenn denn die 300 fach machbar werden, wovon man bei einem Gerät dieser Dimension ausgehen sollte. Steht das Teil auch nicht in der Sonne? Vielleicht könnte eine Erwärmung dafür verantwortlich sein. Wenn es die Bedingungen und das Okular nicht sind, kann es nur noch das Scope sein, was ich nicht hoffe.
Was sagt denn der Verkäufer dazu? Dort würde ich gleich mal anfragen.
Viel Erfolg und CS
 
Shifting inakzeptabel!

Hallo Willi,

meiner Ansicht nach ist Shifting in dieser Größenordnung inakzeptabel!
Du wirst dadurch etliche Objekte bei der Beobachtung verlieren.
Was aber viel entscheidender ist:
Der kruzbrennweitige Hauptspiegel kommt durch das kippeln in einen Bereich
in den du eine erhebliche Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit deines
Teleskopes durch die resultierende Dejustage zu beklagen hast.

MfG,Karsten
 
Hallo Willi,

würde mich freuen, wenn das Ding in Ordnung wäre. Allerdings habe ich mir sagen lassen, daß das Bosma ein Gregory Mak ist, und da frage ich mich, ob die sphärische Korrektur da bei 8" f/12 noch ausreicht. 6" f/10 ist ja schon hart an der Grenze dieses Systems. Ich kann aber selber nicht nachrechnen, wo die Grenze bei 8" liegt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven!
Habe leider noch keinen Test durchführen können, das es bei uns seit 3 Tagen ununterbrochen regnet und diese Woche anscheinend noch kein Ende abzusehen ist. Was ist ein Gregory Mak genau, gibt es verschiedene Arten von Maksutovs, bzw. ist ein Gregory Mak nicht so gut, wie ein normales Maksutov?
Was ist eine sphärische Korrektur genau und was hat diese mit der Öffnung/Lichtstärke genau zu tun?
Vielleicht weisst du ja auch, wo das Bosma produziert wird bzw. ob die Fa. Bosma eine Homepage hat?

lg
Willi

PS: Ich hoffe, ich nerve nicht mit meinen vielen Fragen, aber bin halt noch sehr unerfahren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> !
 
Hallo Willi,

ein Gregory Mak ist eigentlich ein "normaler Mak". Also das Gregory Design bedeutet, daß der Fangspiegel auf der Meniskuslinse aufgedampft wird, also dieselbe Krümmung hat.
Das ist bei kleinen Öffnungen kein Problem, solange nur die Brennweite lang genug ist. 150mm f/10 ist aber so eine Grenze, wo die sphärische Korrektur dieses Systems schon so stark nachlässt, daß eine ideale Optik noch gerade eben Beugungsbegrenzt ist. Für mehr Öffnung muß das Öffnungsverhältnis dann deutlich größer werden (aber wieviel größer kann ich nicht sagen, dafür fehlen mir die Kenntnisse bzw. die Literatur zum Nachschlagen).
Andere Maks (Rumak, Simak) umgehen diese Probleme mit verschiedenen Techniken. Da wird zum Beispiel der Fangspiegel wieder als eigenes "Glasstück" mit einem eigenen Krümmungsradius eingebaut, oder der Bereich wo der Fangspiegel aufgedampft wird, wird nochmal nachgeschliffen, z.B. aspherisiert. Dann hat man dieses Probleme nicht.

Sphärische Korrektur will ich noch kurz erklären. Und zwar hat ein Kugelspiegel, also ein Spiegel dessen Form ein Ausschnitt aus einer Kugel ist, keinen richtigen Brennpunkt. Eigentlich soll ja alles Licht eines Sterns in einem Punkt gebündelt werden. Der Kugelspiegel hat aber für jeden "Ring" um seine Mitte herum einen anderen Brennpunkt. Das heisst, wenn man für eine "Ringzone" des Spiegels scharfstellt, wird das Licht der anderen Ringzonen drumherum unscharf abgebildet und aus den Sternen werden Scheibchen. Die Aufgabe der Meniskuslinse beim Maksutov-Design (ob Mak-Cassegrain oder Mak-Newton) ist es nun, diesen Fehler zu korrigieren. Da der Fehler aber nun mit größer werdendem Spiegeldurchmesser immer stärker wird, ist die Meniskuslinse irgendwann überfordert. Genau das soll bei einem Gregory Mak mit 200mm f/12 schon der Fall sein (ich kann es aber wie gesagt weder nachrechnen noch nachschlagen, ob es so ist und wie stark der Fehler ist).

Clear Skies
Sven
 
Deine 200 mm Öffnung sollten ca. 137/200 = 0.685" auflösen können (altbekannte Faustformel). Dies ist die Grenze, die durch unvermeidliche Beugungseffekte an der Öffnung vorgegeben ist.

Wenn Du diese 0.685" dann "nur" 160fach vergrößerst, kommen schon 109.6" heraus, die Deinem Auge präsentiert werden. Das Auge kann aber ca. 60" (1') auflösen (bei mir sind's eher 70"). Somit ist es eigentlich auch ohne Seeing und andere Effekte kein Wunder, dass Dir das Bild nicht mehr scharf vorkommt. Könnte also einfach an der Physik liegen.

Bei 120x kommen 82.2" heraus, was Du evtl. gerade noch als scharf erachtest.
Bei 300x hast Du schon mehr als drei Bogenminuten.

Die 200x "förderliche" Vergrößerung für 200 mm Öffnung bedeuten ja auch nicht, dass Du dann noch ein endscharfes Bild siehst, sondern sind eher einen Kompromiss aus entspanntem Sehen und Leistungsfähigkeit der Optik.

Viele Grüße,
Infinity
 
Seit wann hängt das Auflösungsvermögen des Teleskops von der Vergrößerung ab? Das wäre mir neu. 20cm Öffnung dürften ca. 0,65" auflösen können (bei theoretisch perfektem Seeing).

Grüße,
Florian
 
Wie ich schon oben geschrieben habe, löst ein 200 mm Teleskop ca. 0.685" auf. Daran gibt es nichts zu rütteln. Ich habe ja auch nicht behauptet, dass das Auflösungsvermögen des Teleskops von der Vergrößerung abhängt.

Eine andere Frage ist, wie hoch Du diese 0.685" dann nachvergrößerst mithilfe eines Okulars. Denn ohne Nachvergrößerung kannst Du die 0.685" wohl kaum erkennen! Um z.B. einen Doppelstern mit 0.685" Abstand der Komponenten als aufgelöst zu erkennen, musst Du rein rechnerisch 87.6x vergrößern, dann siehst Du sie in 60" Abstand, was Dein Auge gerade so erkennen kann.

Beim erwähnten 200/2400 Maksutov benötigst Du dazu ein Okular mit 27.4 mm Brennweite.

Viele Grüße,
Infinity
 
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