Unterschied visuelle Beob./ Fotografie?

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Matthias76

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Hallo Zusammen!

Ich besitze einen 5" Newton, welcher also im DeepSky-Bereich nicht sonderlich viel zeigt. Da ich aber überlege mir ein größeres Gerät (8" oder 10") anzuschaffen, frage ich mich was man denn damit visuell sehen würde. Von den DeepSky-Fotos im "eigene Bilder"-Board bin ich immer sehr begeistert, doch denen liegt ja auch meist eine lange Belichtungszeit zugrunde. Kann man mit einem 8" den Nordamerika-Nebel oder den Pferdekopf-Nebel überhaupt visuell beobachten? Die Frage klingt jetzt vielleicht etwas blöd, aber was bringt eine doppelt oder dreimal so große Lichtsammelfläche, wenn man bei Fotografie direkt die 100 oder 1000fache Sammelleistung über die Zeitachse erreicht? Bleiben visuell dann nur noch wenige helle Kleinnebel wie der Leier-Ringnebel oder der Orionnebel übrig?

Viele Grüße
Matthias
 
Hi Matthias

dir ist wohl klar das man mit dem Auge die Sachen nicht farbig sehen kann?
Das Auge ist einfach nicht dafür ausgelegt.

Eine Kamera kann auch nur soviel Licht empfangen, wie der Spiegel Sammelfläche z.V. stellt.
Die Zeitachse ist nur relevant beim Öffnungsverhältniss <f=<t
 
Hi Matthias,
dem visuellen bleibt zunächst das Üben und die Suche nach dunklem Himmel.
Bei richtig dunkelm Himmel ist Nordamerica z.B. mit bloßen Auge machbar.
Allerdings und das ist ganz klar kommst Du an eine wirklich gute DS-Fotografie visuell nicht ran. sind m.E. eher 2 verschiedene Ansätze praktische Astronomie zu betreiben.
CS
 
Hallo Matthias,
Wenn Du Deep Sky-Beobachtungen machen willst, dann brauchst Du viel mehr einen dunklen Himmel als ein großes Teleskop. Ich war letzten Sonntag wieder einmal auf der Hohloh (Nordschwarzwald, 970 m ü NN). Der Himmel dort ist genial und ich hatte mein C8 und mein ETX70A (D = 70 mm) von Meade dabei. Selbst im ETX war z. B. der Helixnebel deutlich erkennbar, genauso M33. Beide Objekte waren im C8 kaum besser. Zuhause in der Rheinebene zwischen Mannheim und Karlsruhe sehe ich beide Objekte selbst mit dem C8 gar nicht oder wenn, dann nur extrem schwach. Oftmals sind Deep Sky Objekte (wie z. B. der Nordamerika-Nebel) recht ausgedehnt, so dass durch eine lange Brennweite eines großen Instruments das Sichtfeld stark eingeschränkt ist. Daher gilt auch bei Deep Sky nicht unbedingt die Devise "Viel hilft viel". Ein dunkler Himmel ist (mindestens) die halbe Miete.

Grüße
Wolfgang
 
Hi Matthias
Neben dem dunklen Himmel, ist auch die Beobachtungserfahrung nicht zu unterschätzen. Vieles wird anfänglich einfach übersehen oder nicht als solches wahrgenommen. Weiter finde ich eine sichere Aufsuchmethode sehr wichtig, wenn du weisst das du an der richtigen Stelle bist, fallen einem die Objekte eher auf, als beim unsicheren umher suchen. Als ich von 4,5" auf 10" gewechselt hab, war ich einmal Stundenlang auf der Suche nach NGC 281 ohne Erfolg, neulich mit 2 Jahren mehr an Erfahrung ging ich erneut auf die Suche mit dem 4,5"!!! und er war auch damit kein Problem.
Sicher sind Fotos und visuelle Eindrücke schwer miteinander zu vergleichen. Aber es hat auch seinen Reiz, einen Schimmer am Rande der Wahrnehmbarkeit zu beobachten und sich klar zuwerden das Photonen die über Millionen von Jahren unterwegs waren genau in diesem Augenblick auf deine Netzhaut treffen.
CS Udo S
 
Hallo Christian, Antares, Wolfgang, Udo!

Vielen Dank für Eure Beiträge, jetzt ist mir einiges klarer geworden. Einen dunklen Himmel habe ich zuhause leider nicht (angrenzende Großstädte, Duisburg, Oberhausen, Essen), aber ich hoffe dann nächstes Jahr im Schweden-Urlaub gute Voraussetzungen zu haben.

Viele Grüße
Matthias
 
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