Unterwegs im Orion - Kurzweil mit Doppelsternen | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Unterwegs im Orion - Kurzweil mit Doppelsternen

ReneM

Mitglied
Hallo zusammen,

ich bin visuell-technisch eigentlich im blauen Forum beheimatet, aber Doppelsterne sind ja hier auch ab und an ein großes Thema. Deswegen versuche ich seit langem mal wieder, auch hier einen Bericht zu platzieren. Bin gespannt, was daraus wird.

Nach vier Beobachtungnächten im Januar mit allen möglichen Ferngläsern entschied ich mich am 24.01. endlich mal wieder schweres Gerät mit nach draußen zu nehmen. Also wuppte ich meinen 4-Zöller zum Auskühlen raus :whistle:.
Und weil ich die Nächte wie immer kaum erwarten konnte, stand ich auch schon eine halbe Stunde vor der astronomischen Dämmerung draußen und richtete mein Teleskop gen Südosten Richtung Orion.

Horizontnah über die Dächer hinweg tanzten die Sterne einen wilden Tanz. Hm, was machste heute? Hm, klar Doppelsterne.
Eigentlich nicht gut, wenn das Seeing nicht stimmt, aber im Orion war ich noch nie Doppelstern-technisch unterwegs.

Mit dabei der isDSA, der Atlas ist ein extrem innovatives Kartenwerk, wenn es darum geht, lohnenswerte Doppelsterne zu finden.
Also Seite 61 aufgeschlagen, südlich von Bellatrix begonnen und langsam nach Süden in Richtung Rigel vorgearbeitet.
Mit dieser Systematik habe ich in der Nacht in gut zwei Stunden gut 30 Doppelsterne beobachtet.
Aber ich will Euch nicht mit allen Beobachtungen langweilen, sondern habe die für mich in dieser Nacht schönsten Doppelsterne herausgegriffen:

DS_Ori.jpg


Struve 745 und 747
Dieses Doppel-Doppel am südwestlichen Rand des Sternhaufens NGC 1980 ist sogar ein Triple-Doppel.
Alle Sterne sind mit kleinen Vergrößerungen um 20 bis 30-fach erreichbar.
Struve 747, das Doppel kommt eher knallig daher, das Triple Struve 745 dagegen zeigt sich zart und filigran, die dritte Komponente B steht etwas abgeknickt in 2,5-facher Entfernung zu den beiden enger stehenden A und C.

Struve 52
Ein schönes Triple im Zentrum von NGC 1980, alle drei Sterne zeigen sich bei 32-fach, aber 64-fach war hier die angenehmere Vergrößerung,
dann trat Komponente B gut getrennt aus dem Glanz von Komponente A hervor, A zeigte sich leicht gelblich, B wirkte durch den großen Helligkeitsunterschied braunorange.
Komponente C ließ sich auch nicht lumpen, obwohl noch schwächer als B. Der Stern ploppte bei 64-fach südöstlich von A auf und steht gut 4-5 mal soweit entfernt wie B.

Struve 761 und 762
Jetzt wird es kurios. Die vielen Doppelstern-Striche im isDSA verhießen interessante Mehrfachsysteme.
Und so war es. Bei Struve 761 gehen im 4"er drei Sterne, bei Struve 762 sogar vier, alle bei Vergrößerungen zwischen 32-fach und 64-fach.
Das Chaos lässt sich kaum beschreiben. Deshalb nur zwei Anmerkungen.
Bei Struve 761 standen die beiden gleich hellen Komponenten B und C ganz dicht beieinander, der Abstand zur A-Komponente dagegen war ordentlich.
Bei Struve 762 standen drei von vier Sternen in einer schönen Linie zueinander und zeigten einen schönen Farbkontrast (zartgelb/weißorange/grau).
Ich vergleiche meine Beobachtungen gern mit denen anderer Sternfreunde im VdS-Projekt Doppelsterne, wo Robert inzwischen über 2.700 Beobachtungen zu über 1.700 Doppelsternsystemen gesammelt hat.
Kurios fand ich, dass sich bislang keiner der dort beteiligten Sternfreunde an diese Mehrfachsysteme heran gewagt haben. Vermutlich schreckt es ab, weil es zu chaotisch ist .

Nun zu den vermeintlichen Exoten:

BU 1048
Hier war ich überrascht. Die Burnhams sind in der Regel weit auseinander stehende Sterne.
Deswegen habe ich mich in der Nacht auch an diesen Stern gewagt.
Am Ende gelang mir aber erst mit 107-fach die Trennung, Komponente B zeigte sich in ruhigen Momenten ganz schwach nördlich von A.
Komponente A war schön weiß, B kam aufgrund des großen nicht abschätzbaren Helligkeitsunterschiedes ohne Farbe aus.
Die Überraschung dann bei der Auswertung der Beobachtung. Von den Eckdaten her (A 5.3 mag / B 9.3 mag / Sep. 2") eigentlich eine richtig harte Nuss für 4" bei schlechten Bedingungen.
Der Doppelstern war bei mir ziemlich am Ende der Beobachtungsnacht dran, das Seeing dann wohl anscheinend besser.
Jetzt wäre eigentlich der richtige Zeitpunkt gewesen, mal auf das Trapez in M 42 zu schwenken ... hm, vergessen.

Wnc 2 :sternklar:
Das absolute Highlight der Nacht. Den Stern würde ich zu den Top 5 aller bisher gesehenen Doppelsterne zählen.
Bei 64-fach fiel ein extrem eng stehendes wunderschönes Farbpärchen zweier gleich heller gelber Sterne auf.
Leider sagt mir die Bezeichnung "Wnc" überhaupt nix. Weiß einer von Euch mehr darüber?

.....................................................................................

So, das waren meine Empfehlungen. Wenn Ihr Zeit und Lust zum Nachbeobachten habt, könnt ihr gern Eure Ergebnisse und Eindrücke hier ergänzen.
Ihr müsst keinesfalls so bekloppt wie ich sein und in einer Nacht nur Doppelsterne beobachten :unsure::LOL:.
Mitunter reicht es ja, diese Dinger in die normalen Deepsky-Beobachtungen einzustreuen.
Ich finde beides kurzweilig.

Viele Grüße

Rene
 

Nachtschwalbe

Mitglied
hallo Rene,
bei fettem Mond sind solche Doppelsterntouren was wunderbares !
Den IsDSA hab ich leider nicht , hat der Wnc2 noch eine andere Bezeichnung ?
Übrigens , hier gibt es den Cambridge double star atlas kostenlos als PDF :
der Haas , double stars for small telescopes ist da auch zu finden.
Der ist ja leider vergriffen...
Beim nun drohendem Regenwetter ist ja zeit zum Lesen.
Viele Grüsse Alex
 

Wolfgang-F

Mitglied
Moin Rene,
bei den gefühlt immer besch.... Beobachtungsbedingungen hier oben zwischen Nord- und Ostsee sind solche Beobachtungsberichte wie deiner immer eine willkommene Quelle zum Nachbeobachten. Zu WNC gibt es hier ein paar Informationen.

LG
Wolfgang
 

Wolfgang-F

Mitglied
Hallo,
ich habe mir gerade noch mal den von mir verlinkten Wiki-Artikel angesehen. Dort wird der von Rene beobachtete WNC2 als WNC3 beschrieben. Da liegt möglicherweise ein Fehler vor. Laut CdC und auch in Stellarium ist er als HD35317 katalogisiert. Weitere Bezeichnungen sind: HIP25240, WDS J05239-0052A/BC, BD-01 882.
Ich denke, damit lässt sich der Stern sicher auffinden.

Wolfgang
 

ReneM

Mitglied
Hallo Alex und Wolfgang,

vielen Dank für den Link Alex,der Sissy Haas-Atlas ist ja auch schnell gefunden. Sag mal, ist das legal?

Wolfgang, ja F.A. Winnecke ist der Namensgeber für Wnc, jetzt ist es mir auch wie Schuppen von den Augen gefallen.
Und ich vermute ganz stark, dass der Fehler bei Wikipedia liegt.
Der Cambridge Double Star Atlas und auch WDC verorten Wnc 2 im Orion, also scheint die Bezeichnung im isDSA zu stimmen..

Also zu Wnc 2 - schaut Euch den schönen Doppelstern einfach an.
Heute wäre ja übrigens hier im Osten eine gute Gelegenheit, aber ich habe auch schon mal in einer Vollmondnacht Doppelsterne beobachtet, irgendwie haben mir bei den Sternen ein paar Größenklassen gefehlt.

Viele Grüße

Rene
 

Specht

Mitglied
Hallo Rene!

Schön, dass du nun auch Doppelsterne im Brennpunkt hast und auch hier thematisierst! Wirklich eine interessante Auswahl. Wnc 2 kenne ich gar nicht, da muss ich nachspechteln...

Wenn ich noch einen interessanten Artgenossen aus der näheren Umgebung hinzufügen darf (aus meinen Top-5 der Doppelsterne): Sirius B steht zur Zeit sehr günstig:

sirius.jpg


Die Bahn habe ich mit Bahnelementen aus dem Sixth Catalog of Orbits of Visual Binary Stars gerechnet.

Bei ruhiger Luft geht er mit 12,5" oft gut (V=300x oder sogar V=440x bei gutem Seeing), manchmal versteckt er sich gern in einem Spike. Er dürfte eine leichte Beute für deinen Ninja sein...

viele grüße, volker.
 
Zuletzt bearbeitet:

ReneM

Mitglied
Hallo Volker,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Winnecke 2 wird dir gefallen.

Sirius B ist ein gutes Argument, den Staub von meinem Ninja zu blasen. Dank Dir für die Ergänzung.

Viele Grüße

Rene
 

Dahlmann

Mitglied
Hallo René,

schön von dir auch hier mal wieder etwas „visuelles“ zu lesen. Bei uns war leider in letzter Zeit kaum klarer Himmel. Ich war eigentlich durch den tollen Thread von Robert schon sehr inspiriert auch mal wieder mit dem 4“ auf Doppelsterne zu halten.... bis jetzt ist leider nichts daraus geworden. Jetzt kommst auch du mit diesem Thema um die Ecke... na ja, der LZOS ist jedenfalls entstaubt und geputzt, es könnte also los gehen!

Danke dir für deine Hinweise, ich versuche schnellstmöglich mal dann hier zu ergänzen.

Gruss Holger
 

ReneM

Mitglied
Danke Oli,
die ausgewählten Sterne sind vor allem hell, einfach ... und sollten in allen gängigen Atlanten verzeichnet sein. Also wirklich gut nachbeobachtbar.

Mensch Holger,
Dank auch Dir für Deinen Kommentar. Ich habe den Beitrag mal parallel hier und im blauen Forum gepostet. Doppelsterne gehen tatsächlich in beiden Foren.
Dein Röhrchen ist ja geradezu wie gemacht für die Disziplin Doppelsterne.
Freue mich auf Deine Ergänzungen. Den isDSA hast Du ja auch oder?

Viele Grüße

Rene
 

Erwin R.

Mitglied
Hallo Rene,
Orion, steht leider für meine Balkonsternwarte aktuell schon zu weit südlich, aber ich schaue in mondnächten auch gerne nach Doppelsternen. Bei meiner
nächsten Neumondexpedition werde ich zumindest nach wnc2 Ausschau halten.
Mich faszinieren halt auch Quasare, weil sie halt so ewig weit weg sind. Aktuell habe ich
Barnard3 und TON951 "vor der Nase". Mit
12zoll hat Barnard3 schon einige male indirekt aufgeblitzt.... TON 951 ziert sich leider noch🙄:alien:
Lg,
Erwin
 

Specht

Mitglied
Hallo Rene,

ich nehme den Faden kurioser Winter-Doppelsterne an dieser Stelle noch einmal auf. Ein sehr interessanter DS in der näheren Umgebung ist ja auch der "Winter-Albireo". Er trägt eigentlich die Bezeichnung h3945. Es handelt sich um einen 4.8 mag hellen Stern vom Spektraltyp K5 mit einem etwa 6.0 mag hellen optischen Begleiter vom Spektraltyp F0 in 26.6" Abstand. Bei optimaler Horizontsicht kann man auch in einem kleinen Teleskop einen herrlichen Farbkontrast sehen. Ich würde ihn als gelborange - bläulichweiß beschreiben. Wegen seiner optischen Natur diesmal keine Bahnberechnung ;-).

Als Kuriosum trägt der Stern bisweilen die Bezeichnung 145 CMa. Eine Flamsteed-Nummer kann es nicht sein, da er in CMa rektaszensionsmäßig wohl eine Endzwanzigernummer hätte. Mir gefiel damals diese Kuriosität und ich spendierte ihm in meiner (mittlerweile Retro-)Software diese Nummer 145:

winteralbireo.jpg


salü, volker.
 

ReneM

Mitglied
Grüß Dich Volker,

an diese Empfehlung von Dir erinnere ich mich, den Stern hast Du schon mal vor 3 Jahren vorgestellt bei Astrotreff, damals lag mein Interesse für Doppelsterne allerdings bei Null. Gott sei Dank hat sich das geändert :whistle::):)
Heute soll es klar werden. Eine schöne Gelegenheit. Ich werde alles auffahren, von Ferngläsern angefangen bis zum kleinen Refraktor. Eigentlich sollte ein FG für die Trennung reichen. Ich bin gespannt, ob sich im FG auch schon der Farbeindruck ergibt.

Viele Grüße

Rene
 

ReneM

Mitglied
Hallo Volker,

gestern habe ich mich an Deiner Empfehlung h3945 Winter-Albireo probiert, bin aber unerwartet gescheitert.
Vermutlich spielt das Seeing dort eine besondere Rolle, weil die beiden Sterne so hell sind und sich gegenseitig überstrahlen?
Kurioserweise habe ich den Stern aber so zweifarbig wie vorhergesagt gesehen, im Norden bläulich und ein orangegelber südlicher Rand.

Gestern besonder in Erinnerung geblieben ist mir Beta Monocerotis (Struve 919), ein Dreifachsystem.
Schau Euch mal diese fantastische Zeichnung an: http://www.perezmedia.net/beltofvenus/archives/001382.html
Vor allem ist der Doppelstern interessant, wenn man sich ihm mit kleinen Vergrößerungen nähert und dann nach und nach höher vergrößert. Dann ploppt die südöstliche Komponente, die ich erst für die hellere Komponente A gehalten habe, auf und zeigt sich selbst als eng stehendes Pärchen zweier gleich heller Sterne - sehenswert.

Mal sehen, wenn ich alle meine Beschreibungen durch habe, vielleicht ergänze ich hier noch ein zwei Doppelsterne als Empfehlung.

Viele Grüße

Rene
 

Specht

Mitglied
Salü Rene!

Der Winter-Albireo steht sehr tief, da ist man im Süden Deutschlands sicher im Vorteil. Prima finde ich die Schilderung deiner Beobachtung dieses wegen seiner tiefen südlichen Deklination m.M. nach nicht so leichten Objekts. Ich sah ihn ebenfalls schon so, auch Farbeindrücke gehen in Horizontnähe gerne mal verloren. Und wie oft bin ich bei Beobachtungen auch schon gescheitert (obwohl ich es lieber dann als fragliche Sichtung oder Nicht-Sichtung bezeichne).

Bei meinen Deep-Sky-Beobachtungen leistete mir die Deep-Sky-Liste der VdS immer gute Hilfe. Dort waren auch fragliche Sichtungen und sogar Nicht-Sichtungen vermerkt, zusammen mit dem fst und der benutzten Öffnung. Gerade diese Beobachtungen am Limit finde ich besonders wertvoll. Eine Deep-Sky-Skala (von 1 bis 7) wurde dazu definiert. Diese Skala verwende ich in meinen Aufzeichnungen heute noch.

Das Dreifachsystem ß Mon ist hochinteressant. Ich bewundere immer Leute, die das Talent des Zeichnens am Teleskop besitzen und eine Beobachtung so festhalten können, wie das in deinem Link gemacht worden ist: Als schaue man geradewegs durch´s Okular. Auch die Farbeindrücke der anderen Beobachter sind interessant, ich sehe die Komponenten alle rein weiß, ohne jeden gelblichen Ton. Aber auch nicht bläulich-weiß, wie z.B. im Night Sky Observer´s Guide beschrieben.

viele grüße, volker.
 
Zuletzt bearbeitet:

Anette_Aslan

Mitglied
Hallo René,
erst dachte ich, Du hättest Dich verschriebe mit dem schweren Gerät und meintest wohl einen 14 Zöller. Aber den 4er meintest Du ja wirklich, wie nochmals aus dem Text hervorgeht, weil auch drei Sterne damit gehen, das macht mir Mut mit meinem (ich bezeichne ihn als kleinen) 4" da mal drauf zu halten.... wenn man bei den gegenwärtigen Westwindwetterlagen mal ein paar glasklare kaltfrontgewaschene, schöne Wolkenlücken erwischen kann. Struve 919 macht mich jetzt richtig neugierig. Danke für den interessanten Bericht und gruss von Anette
 

ReneM

Mitglied
Hallo Volker,
über Farben bei Sternen ließe sich trefflich diskutieren ... also ich meine, jetzt mal unabhängig von der Qualität der verwendeten Optik. Das macht Doppelsterne sehr interessant.
Weil Du die Deep-Sky-Liste der VdS empfiehlst (ich weiß, Du stehst da drauf ;) ), wäre das aktuelle VdS-Projekt über Doppelsterne nicht auch interessant für Dich? Du hast sicher jede Menge Aufzeichnungen zu Doppelsternen, oder? Robert würde sich riesig freuen, denke ich.
Ich freue mich immer sehr, wenn ich meine Beobachtungen mit denen anderer Sternfreunde dort vergleichen kann.
Das ist aber nur so eine Idee ...

Ach, da fällt mir ein, ich habe ja h3945 letzten Dienstag auch nochmal probiert mit 4", es hat wieder nicht geklappt. Das Seeing passt einfach nicht bei mir in Richtung Südhorizont. In der gleichen Nacht hatte ich in den Zwillingen ein paar richtige Schwergewichte mit engerem Abstand und ordentlichem Helligkeitsunterschied, bei denen ich im Traum nicht geglaubt hätte, dass sie isch als Zwillinge präsentieren. Die Doppelsterne konnte ich bei hohen Vergrößerungen knacken.

Anette, grüß Dich.
Mit 4" kriegst Du fast alles getrennt, was hier empfohlen wurde. Struve 919 wird Dir gefallen.
Doppelsterne kommen Dir als Stadtlichtgeplagte sicherlich sehr entgegen. Wind kann einem aber gehörig den Zahn ziehen ... oder die Augen zum Tränen bringen, dass das Beobachten wirklich keine Freude mehr macht.

Viele Grüße

Rene
 

Anette_Aslan

Mitglied
Danke Rene,
soll ja einer der schönsten Dreifachsterne überhaupt sein, ich bin jetzt aber wirklich neugierig. Gestern hatten wir eine glasklare Wolkenlücke, doch der Wind- und erst der Windchill von minus 5 demotiviert einen enorm... aber das wird mein nächstes Objekt bin schon sehr gespannt.
LG Anette
 

Ronny_33

Mitglied
Hallo Rene,

da ich noch ein paar Zehntelgrad weiter im Norden beobachte als du, habe ich bei südlichen Objekten auch oft Probleme mit dem Seeing. Aber der Abstand bei h3945 ist ja eigentlich groß genug.

Gestern Abend in einer Wolkenlücke konnte ich h3945 mit dem 20x60-Fernglas gut trennen.
Die schwächere Komponente war im Horizontdunst nicht besonders einfach und für die Farberkennung zu schwach.
Der hellere Stern hat in unterschiedlichen Farben gefunkelt, erschien meist orange.

Wnc 2 will ich auch noch versuchen, aber wetterbedingt hat es noch nicht geklappt...

Viele Grüße,
Ronny
 

ReneM

Mitglied
Hallo Ronny,

vielen lieben Dank für deinen Beitrag.
Mich hat etwas stutzig gemacht, dass Du den Doppelstern schön mit einem 20x60 FG trennen konntest, ich ihn mit meinem 4"er und höheren Vergrößerungen nicht. Deshalb habe ich mir das Ganze noch einmal im meinem Sternatlas angeschaut.
Und nun kommt die Auflösung. Ich Dödel habe mir immer einen anderen Doppelstern 4° weiter nordwestlich (HN 123) angeschaut und mir eingebildet, ich habe Winter den Albireo vor Augen. Wie peinlich :oops:.
Von den Eckdaten ist HN 123 deutlich schlechter (11,6", 4.89 mag Helligkeitsunterschied), er ist auch ohne weiteres machbar mit 4", aber bei dieser südlichen Deklination benötigt man in unseren Breiten vermutlich zusätzlich einen Dispersionskorrektor :whistle:.
Also nochmal ran an den Speck, ich werde berichten.

Viele Grüße

Rene
 

ReneM

Mitglied
Hallo zusammen,

kleiner Nachtrag zu h3945 (Winter Albireo). Gestern habe ich mit meinem 8x30 FG drauf gehalten. Fazit: Trotz tiefem Stand am Südhorizont reicht 8-fache Vergrößerung, der Doppelstern präsentiert sich als sehr enges getrenntes Paar. Während Komponente A imposant Farbe zeigt, tut sich B etwas schwerer und bleibt weiß. Aber trotzdem auch in einem kleinen FG ein schöner Farbkontrast.

Viele Grüße

Rene
 

Anette_Aslan

Mitglied
Hi,
dieser Struve 919 war vorgestern mit meinem 10ner Dobson am 26iger Pano und dann auf 13 und 5mm vergrößert überhaupt nicht in drei Sterne aufzulösen. Ich war verzweifelt, dachte schon es liegt an der Kollimation. Ich konnte jetzt wo endlich mal der Mond nicht mehr stört Beta Mon knapp mit blossem Auge hoch im Süden noch erkennen. Hatte einen 5mag Himmel, was extrem selten ist unter Vorstadthimmel. Sah nur zwei Sterne dicht beieinander, das wars, dabei heisst es, dass man sie alle drei ja schon im kleinen Fernrohr sehen könnte und wie oben beschrieben im 4".
Versteh ich nicht.
Gruss von Anette
 

ReneM

Mitglied
Hallo Anette,
nicht verzweifeln, mitunter sind kleine Röhrchen auch deshalb vorteilhafter, weil in den großen Spiegeln das normale und das Tubusseeing so extrem ist, dass selbst deutlich mehr Öffnung nicht wirklich mehr bringt.
Das habe ich selbst zu spüren bekommen letzten Sommer. Ich war ein paar mal mit 4" draußen und habe ziemlich viele Doppelsterne zur Strecke gebracht, die bei drei nicht auf den Bäumen war. Dann habe ich mich daran erinnert, dass ja noch ein 12,5" Spiegel bei mir rum steht, rausgeschleppt, angefangen zu beobachten ... tropische Nacht ... nach dem 3. Doppelstern verzweifelt aufgegeben. Und das waren Sterne, die ich vorher sauber trennen konnte mit meinem 4"er.
Anette, Du hast doch auch kleine Optiken. Versuchs mal mit denen.
Viele Grüße
Rene

PS: Volker, Nachtrag zu Winter Albireo. Der war gestern mit 4" dran, leider zeigte die B-Komponente in allen Vergrößerungen keine andere Farbe als ein recht klares Weiß. Auch unscharf stellen half nix. Heute nehme ich mir den Burschen mit meinem 18x70 FG vor. Du siehst, ich mache Nägel mit Köpfen ;):cool: ... aber mit dem Ninja geh ich nicht drauf. Bin geheilt vom Sommer :ROFLMAO:
 

Schiefspiegler

Mitglied
Hallo Rene,
was man so alles als DSM-Ersatz treibt ...
Ich habe manchmal (mit 4 bis 6 Zoll) beim Winter-Albireo zunächst einen schönen Farbkontrast mit klar blauer B-Komponente, doch innerhalb einer halben Minute schwindet der Blau-Eindruck. Eine Art Purkinje-Effekt im Blauen!
Beste Grüße, Christopher
 

Specht

Mitglied
Hi zusammen,

Tubusseeing ist in der Tat wichtig, da hat z.B. mein größerer Dob ("Papptubus", früher gerne verspottet...) viel günstigere Eigenschaften als sein kleinerer Kollege aus Blech. Die schwierigsten DS-Beobachtungen gelangen mir mit ihm. Ich denke mal nicht, dass es an der größeren Öffnung lag.

Seeing ist ja gerade bei DS wichtig. Seltsamerweise gehen DS bei mir meist besser am Stadtrand als weitab draußen unter besserem Himmel. Aber auch die Kollimation kann sich ja durchaus mal verstellen, das hab ich neulich an 25 CVn gemerkt, der ist ein bisserl knifflig, siehe 25 CVn im Brennpunkt

Bei den ganz schwierigen Dingern wie z.B. Sirius B muss man es u.U. mehrere Nächte versuchen. Wenn er dann mal blickweise für die ein oder andere Sekunde zu sehen ist, ist das dann schon ein Wahnsinnsgefühl.

Rene, über Farben bei DS hatten wir ja schon viele interessante Threads und Diskussionen. Dabei spielen die individuelle Wahrnehmung und der physiologische Sehprozess wohl große Rollen. Das Auge sieht auch gerne Komplementärfarben bei Komponenten, selbst wenn die (wie beim Winter-Albireo) nicht so stark ausgeprägt sind.

salü, volker.
 

ReneM

Mitglied
Hallo zusammen,
ja Christopher, DSM-Alternativ-Trotz-Droge. Schreibe gerade an einem längeren Bericht zu meiner Fernglas-Nacht, die ich heute noch hier veröffentlichen möchte ...
Den Purkinje-Effekt kannte ich noch nicht. Interessant.

Volker, danke für 25 CVn, den versuche ich demnächst mal mit 4" zu knacken.
Zu h 3945 - Vielleicht versaut die grelle A-Komponente bei mir den Farbeindruck bei B, ggf. auch in Kombination mit dem ungünstigen südlichen Stand. Ich beobachte knapp über ein Scheunendach hinweg, ein guter Lichtschutz, aber ein blöder Seeingfaktor :confused:. Ich habe schon viele Sterne kühlblau oder eisblau gesehen. Die vielen Threads und Diskussionen kenne ich auch. Die Optikfetischisten verlieren sich dann gerne in endlose Kabbeleien über die Farbreinheit einer Optik. Uns ist das hoffentlich Schnurz. Wir beobachten mit dem, was wir haben und sammeln unsere Farbeindrücke, die gerne auch sehr unterschiedlich sein können :). Robert und Uwe haben die B-Komponente im Übrigen auch bläulich wahr genommen. Wenn jetzt beim VdS-Projekt meine Beobachtung ohne Farbe für B dazu kommt, dann können sich die geneigten dritten Leser entspannt zurück legen, sollte ihnen gleiches widerfahren wie mir.
Aber ich bleibe dran an dem Doppelstern.

Viele Grüße

Rene
 

Anette_Aslan

Mitglied
Hallo Rene,
komme gerade von Draussen rein, in diesem Hoch aus Ost haben wir ja eine sagenhafte Transparenz, leider ein bissel windig bei uns im Wiener Becken, aber diese trockene und total wolkenlose und mondlose Nacht wollte ich doch unbedingt nutzen, um diesem Beta Mon auf die Schliche zu kommen. Und ich habe ihn erwischt! Ganz wie Du oben schreibst: mit einem Kleinen gehts besser, in der Tat, mein 5" ed hat ihn mir im 8mm Hyperion sauber in drei Einzelsterne getrennt, ganz wie beschrieben. Bei längerer Durchsicht bemerkte ich aber, dass in grossen Höhen Turbulenzen hin und wieder sind, die das Bild mal klarer mal verschwommener zeigten. Mein Dobs hat das absolut nicht hinbekommen und mit diesen Erfahrungen kann ich total nachvollziehen, was Du meinst.
Dann hab ich mal die Kamera draufgehalten, fotografisch aber wird er wieder nur in zwei Komponenten wiedergegeben. Das versteh mal einer.
Gruss von Anette
 

Anhänge

ReneM

Mitglied
Fein Anette,
haste Dich aber schön verbissen in den Stern. Jetzt willst du ihn auch noch fotografisch trennen ;-)
Mit dem 5" ED kriegst Du wirklich viele Doppelsterne klein. Wünsche Dir viel Freude weiterhin.

Rene
 

Anette_Aslan

Mitglied
Hi Rene,
wie schon geschrieben, habe ich gestern mit gleicher Optik nur mit Mühe auseinandernehmen können. Bei dieser Gelegenheit mit meinem Goto-Programm noch einige andere Doppelsterne abgegrast. Cor Caroli z.B. ging gar nicht, den finde ich irgendwie noch beeindruckender als Beta Mon. Aber ehrlich gesagt, sind die nicht so meine Leidenschaft, eher mal eine Herausforderung nach Deinem Posting, da ist man dann ja neugierig ob man das nachvollziehen kann und freut sich, dass zwei Menschlein da oben in den weiten des Alls unter unzähligen Winzlingen von Sternen das gleiche sehen.... schon komisch, dass erklär mal einem Nichtastro.
LG von Anette
 
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