Update Saturn

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Wellmann

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Bei der Planetenfotografie habe ich ja immer alle Bilder der Videos verwendet, damit es schnell und unkompliziert geht. Nun habe ich mal den Versuch gemacht, nur 30% der Frames zu verwenden. Das hat tatsächlich eine gewisse Verbesserung gebracht.

Daher wurde mein Saturnbild im Webspace (der nicht mir gehört) durch die neue Version ersetzt. Damit ändert sich das Bild leider auch in allen alten Postings. Als Zugabe gibt es noch einen Mond, der zuvor in der Bildverarbeitung untergegangen war.

Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/Saturn2008.jpg

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

ein schönes Ergebnis! :super:

Auch wenn's für mich ein bißchen künstlich aussieht - das liegt vielleicht an Details wie allzu dunklem Bildhintergrund mit "ausgebissenem" Stück am oberen Pol und dem offensichtlich "differentiell bearbeiteten" Mond (die Planetenkugel auch?) ...

Was ich aber nach wie vor nicht verstehe:
Ausgehend von der realen Breite der Cassini-Teilung von ca. 4500km = 0,7 Bogensekunden kämen die ca. 320km der Encke-Teilung auf ca. 0,05" (im optimalen Betrachtungsfall).
Deine Cassini ist 5pix breit, Deine A+B-Ringe haben zusammen 72pix Breite, und die perspektivische Verkürzung vor dem Planeten macht daraus 12pix: Demgemäß müßte die Cassini dort noch bei verbleibenden ca. 0,1" auf ca. 1pix kommen, also doppelt so viel wie die Encke in der Anse - dennoch ist von der Cassini vor dem Planeten, im Gegensatz zu Deiner "Encke", nix zu erkennen.
Schätze ich nur falsch, oder wie soll das zustandekommen? ?)

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Dietmar!

Auch wenn es schon ausgiebig diskutiert wurde, die Sache ist nicht mit reiner Rechnung zu lösen. Rechnerisch (ich verwende mal Deine Zahlen) dürfte mal gerade die Cassini in den Ansen mit 0,7 Bogensekunden zu sehen sein, bei Optiken mit geringerem Durchmesser läge die Auflösung unter 0,7", und Cassini wäre unsichtbar. In der Praxis ist das aber nicht so. Encke dürfte auf Amateuraufnahmen überhaupt nicht zu sehen sein, ist aber in der Praxis auf guten Aufnahmen locker ab 10" sichtbar.

Zur Erklärung ist zu sagen, dass sich längliche Strukturen (wie auch feine Rillen auf dem Mond) auf Bildern zeigen, obwohl sie in der Breite weit(!) unter dem theoretischen Auflösungsvermögen der Optik liegen. Das gilt auch für Cassini und Encke. Wenn Du auf dem Mond mit einem 2mm durchmessenden Laser auf die Erde leuchtest, sehe ich einen Lichtpunkt im Teleskop, auch wenn die 2mm weit unter dem Auflösungsvermögen des Teleskops liegen. Dasselbe gilt auch für "fehlendes" Licht: Fehlt in der Encke Teilung Licht, so ist das im Teleskop sichtbar, auch wenn sich Encke aufgrund der geringen Breite nicht "geometrisch" abbildet.

Breitenvergleiche von Encke und Cassini sind in Aufnahmen, die aus Tausenden von Frames überlagert wurden nicht möglich. Durch die Luftunruhe ist in jedem einzelnen Frame alles verzerrt und verbreitert, und wird nach nicht erkennbaren Kriterien vom PC aligned und überlagert. Das Ergebnis ist völlig unkalkulierbar. Breiten in horizontaler und vertikaler Richtung zu vergleichen ist ebenfalls nicht möglich, wenn die Bilder mit einer Bayer-Farbkamera aufgenommen wurden. Die Kantenschärfe einer solchen Kamera ist in nicht eindeutiger Weise von der Richtung der Kante und deren Farbe abhängig, eine genauere Erläuterung würde hier zu weit führen. Irgendwelche quantitativen Vergleiche sind da völlig sinnlos.

Unsere Bilder sind mit einer solchen Bayer-Farbkamera aufgenommen, und wir leben nun mal damit, was uns die Kamera und der PC liefert. Wissenschaftliche Ansprüche verbinden wir -wie immer wieder betont- mit unseren Bildern nicht. Wir freuen uns über das schöne Bild mit vielen Details in den Bändern, die andere "wissenschaftlich korrekte" Aufnahmen teilweise nicht zeigen, und mehr Ambitionen sind damit wirklich nicht verbunden......

Gruß, Peter

 
Hallo Peter,
Zitat von Wellmann:
Auch wenn es schon ausgiebig diskutiert wurde, die Sache ist nicht mit reiner Rechnung zu lösen. Rechnerisch (ich verwende mal Deine Zahlen) dürfte mal gerade die Cassini in den Ansen mit 0,7 Bogensekunden zu sehen sein, bei Optiken mit geringerem Durchmesser läge die Auflösung unter 0,7", und Cassini wäre unsichtbar. In der Praxis ist das aber nicht so. Encke dürfte auf Amateuraufnahmen überhaupt nicht zu sehen sein, ist aber in der Praxis auf guten Aufnahmen locker ab 10" sichtbar.
Doch, das laesst sich schon quantitativ festmachen. Man muss zwischen "Aufloesen" nach Rayleigh (eigentlich: Trennung von punktfoermigen Lichtquellen) und "Detektierbarkeit" unterscheiden. Gerade lineare Details wie die Ringteilungen oder Rillen auf dem Mond lassen sich bis etwa Rayleigh/4 detektieren.
Ein schoener Artikel zu Encke ist immer wieder Seeing Encke! von EdZ. Ich hatte auch mal was zum Thema abgesondert The ghost of Encke.
Die Neubearbeitung ist wirklich gut und zeigt schoen den Vorteil der Frameselektion. Die Details auf dem Planet sind klasse, der leicht ausgebissene Planetenrand ist aus eigener Erfahrung schwer zu vermeiden.
Bei Encke bin ich nachwievor sehr skeptisch. Ohne durchlaufende Cassini...

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver!

Doch, das laesst sich schon quantitativ festmachen. Man muss zwischen "Aufloesen" nach Rayleigh (eigentlich: Trennung von punktfoermigen Lichtquellen) und "Detektierbarkeit" unterscheiden. Gerade lineare Details wie die Ringteilungen oder Rillen auf dem Mond lassen sich bis etwa Rayleigh/4 detektieren.

Ja, das geht in die richtige Richtung! Damit ist klar, dass Encke fotografisch unter besten Bedingungen schon von einem 8" abgebildet wird, bei einem 12" schon mit riesen Reserve. Was Deine Skepsis bezüglich Encke angeht: Unsere Bayer-Kamera zeigt richtungsabhängig verschiedenes Auflösungsvermögen, und wie das Alignment bei Giotto genau funktioniert (Genauigkeit horizontal/vertikal) ist auch völlig unbekannt. Im Übrigen konnten wir am Tag der Aufnahme Encke sogar visuell (zwar nur blickweise) aber eindeutig sehen. Aber es ist eben doch nicht so einfach greifbar: Die kleine Saturnaufnahme unten zeigt z.B. die Cassini vor Saturn eher besser als die obere, aber trotzdem keine Spur von Encke....

Der Link "Seeing Encke": Dem ist Nichts hinzuzufügen, trifft den Nagel auf den Kopf!

Der Link "Ghost of Encke": Auf so plumpe Artefakte fällt doch keiner herein, oder?



Gruß, Peter

 
Hallo Peter!

Zitat von Wellmann:
Ja, das geht in die richtige Richtung! Damit ist klar, dass Encke fotografisch unter besten Bedingungen schon von einem 8" abgebildet wird, bei einem 12" schon mit riesen Reserve.

Naja, bei 8" bin ich skeptisch, bei 12", klar kein Problem, wobei der Winkel der Ringneigung natuerlich auch noch mitspielt.

Zitat von Wellmann:
Der Link "Ghost of Encke": Auf so plumpe Artefakte fällt doch keiner herein, oder?
Hm, hier und da leider doch. Aber es ist ja nur ein ueberzogenes Beispiel, wie die Artefakte entstehen.

Die Ansen sehen auf Deiner Aufnahme so extrem aus, sind diese differential nachbearbeitet, wie der Mond auch ?

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Peter,

Zitat von Wellmann:
Auch wenn es schon ausgiebig diskutiert wurde, die Sache ist nicht mit reiner Rechnung zu lösen. ...
... Breiten in horizontaler und vertikaler Richtung zu vergleichen ist ebenfalls nicht möglich, wenn die Bilder mit einer Bayer-Farbkamera aufgenommen wurden. ...
... Irgendwelche quantitativen Vergleiche sind da völlig sinnlos. ...
"völlig sinnlos"? Wie ich mittels quantitativer Abschätzung(!) nachgewiesen zu haben glaube, müßte die Cassini-Teilung vor dem Planeten schlimmstenfalls (Bayermaske berücksichtigt!) ebenso dünn oder dick im Bild erscheinen wie deine "Encke-Teilung" - es ist aber rein gar nichts von einer umlaufenden Cassini-Teilung zu sehen, im Gegensatz zu Deiner ziemlich fett erscheinenden "Encke-Teilung".
Das macht Deine Kennzeichnung als "Encke-Teilung" durchaus schon weniger als nur spekulativ - aber wenn Dir das bei Deinem schönen Bild ("mehr Ambitionen sind damit wirklich nicht verbunden") egal ist ... :)

Gruß+cs,
Dietmar


P.S.: Die Bedeutung einer umlaufend abgebildeten Cassini-Teilung bei abnehmender Ringneigung hatte ich dort schon mal beschrieben ... ;)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Oliver!

Bei guter Ringöffnung habe ich unter besten Bedingungen Encke sogar mit einem ausgesucht guten 8" SC visuell bei 500fach eindeutig gesehen, fotografisch geht das dann erst recht, allerdings kaum bei der momentanen Ringlage. Mit einem 7" APO meine ich, Encke eventuell blickweise gesehen zu haben, aber ich würde nicht darauf schwören. Bei 7" ist offensichtlich die Grenze erreicht oder sogar schon unterschritten.

Den Mond hatten wir im ersten Bild verloren, weil wir ihn beim Dunkelziehen nicht ausgnommen hatten. Wir ziehen den Hintergrund prinzipiell völlig dunkel, um die Ringbegrenzung z.B. in den Ansen scharf hervortreten zu lassen. Eventuell ist das auch der Effekt, der Dich stört. Eine single Shot Farbkamera liefert auch einen völlig anderen Bildeindruck, als er mit einem RGB möglich ist. Die Farben sehen oft klarer und gesättigter (synthetischer?) aus.

Gruß, Peter


 
Hallo Dietmar!

Das macht Deine Kennzeichnung als "Encke-Teilung" durchaus schon weniger als nur spekulativ - aber wenn Dir das bei Deinem schönen Bild ("mehr Ambitionen sind damit wirklich nicht verbunden") egal ist ..

Nein, wenn ein Bild eine "fette" Encke zeigt, und das wäre ein Artefakt, dann wäre mir das natürlich nicht egal. Allerdings war am Abend der Aufnahme für alle Beobachter am Teleskop, mit dem die Aufnahme gemacht wurde, Encke bei 600fach visuell eindeutig sichtbar. Die Teilung zeichnet sich absolut unübersehbar auf dem von Giotto gelieferten Bild genau an der richtigen Stelle ab. Damit ist für mich ausreichend gesichert, dass es sich um Encke handelt. Auch ist mir kein Mechanismus bekannt, der ein solches Artefakt in dieser Stärke und Lage produzieren könnte. Und noch ein Hinweis: Da ich alle Saturnbilder exakt auf die gleiche Weise mit Giotto bearbeite und schärfe (ist im Tutorial "Mondbilder" genau aufgeführt), müsste ja ein eventuelles Artefakt dieser Stärke auf allen meinen Saturnbildern zu finden sein, was aber nicht der Fall ist. Die von Dir aufgeworfene interessante Frage, warum Cassini nicht besser vor dem Planeten zu sehen ist, kann ich Dir aufgrund der vielen zu berücksichtigenden Parameter auch nicht eindeutig beantworten, ansatzweise habe ich es ja versucht, und Du solltest dabei auch in Erwägung ziehen, dass das eventuell ein Kontrastproblem ist: Cassini vor dem Planeten ist hell, Encke gegen den Weltraum schwarz, und weiß der Teufel, was da sonst noch alles eine Rolle spielen könnte....



Gruß, Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Peter,

Zitat von Wellmann:
Die von Dir aufgeworfene interessante Frage, warum Cassini nicht besser vor dem Planeten zu sehen ist, kann ich Dir aufgrund der vielen zu berücksichtigenden Parameter auch nicht eindeutig beantworten, ansatzweise habe ich es ja versucht, und Du solltest dabei auch in Erwägung ziehen, dass das eventuell ein Kontrastproblem ist: Cassini vor dem Planeten ist hell, Encke gegen den Weltraum schwarz ...
"Cassini vor dem Planeten ist hell", und "Encke gegen den Weltraum schwarz"? ?)

Wie schon beschrieben - die schwarze Cassini-Teilung zwischen hellem A- und B-Ring sollte derzeit vor dem hellen Planeten widrigstenfalls(!) ebenso dick oder dünn wie die schwarze Encke-Teilung in der äußersten Anse des hellen A-Rings abgebildet sein.

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Peter,

ja, bei grosser Ringoeffnung ist Encke mit 8" moeglich, ich dachte zunaechst, Du meinst bei der aktuellen Ansicht. Ich hab sie leider noch nie gesehen...
Meine Frage weiter oben war, ob die Ansen im Bereich von "Encke" separat und anders als der Rest bearbeitet wurden. Mich erstaunt die sehr dunkle "Encke" im Vergleich zur insgesamtz sehr sehr verwaschenen Cassini.
Hm ja, weil man bei Giotto nicht weiss, was es so tut, benutze ich aus nicht :/

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Nachtrag:
Da scheint mir ein Mißverständnis zwischen unseren jeweiligen "Cassini-vor-dem-Planeten"-Formulierungen vorzuliegen - ich beziehe mich natürlich praktisch auf die Stelle, an der die sehr dunkle Cassini-Teilung innerhalb der Saturn-Randabdunklung "aufhört", wirklich dunkel zu sein ... sorry, mein Fehler einer unklaren Formulierung!
Dort und bis in die Randabschattung Saturns hinein sollte die dunkle Cassini in jedem Falle doch allermindestens so "dick" wie die Encke zu sehen/abzulichten sein.

Gruß+cs,
Dietmar

(Link zu Bildern umlaufender Cassini, und anscheinender Encke, bei Damian Peach zwei Monate zuvor)
 
Hallo zusammen,

zunächst einmal ist das in meinen Augen ein hervorragendes Saturnbild. Encke hin oder her. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass hier wirklich Encke abgebildet ist. Die Diskussion um die Sichtbarkeit und die Wiedergabe ist natürlich berechtigt. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass die üblichen Schärfungsfilter, auch die in Giotto, dazu neigen, Details aufzublähen. Eine zu groß gewählte unscharfe Maske zB führt zu breiten Strukturen, deren Abmessungen nicht mehr real sind. Möglicherweise ist auch hier - selbst bei dosiertem Filtereinsatz - ein vorhandenes Detail verbreitert und verstärkt worden. Das ist ja gerade das Wesen der Schärfung. Die bislang ausgeführten Rechnungen zur Breite von Details stimmen so wohl nur für die Detailwiedergabe in den Rohbildern. Und da kann man im Zweifel wegen schlechteren S/N-Verhältnisses oder aus anderen Gründen nichts erkennen.

@Dietmar: Ein interessanter Link zu Peachs Bildern. Allerdings halte ich bei diesen Ergebnissen Zweifel an der Echtheit der Encke-Teilung mindestens ebenso angebracht wie bei Peters Bild. Peachs Aufnahmen, vor allem die zweite, strotzen nur so vor BB-Artefakten.

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan,

Zitat von StHz:
@Dietmar: Ein interessanter Link zu Peachs Bildern. Allerdings halte ich bei diesen Ergebnissen Zweifel an der Echtheit der Encke-Teilung mindestens ebenso angebracht wie bei Peters Bild. Peachs Aufnahmen, vor allem die zweite, strotzen nur so vor BB-Artefakten.
da sind wir schon zwei :) (deswegen mein "anscheinende Encke") - aber die Cassini kommt m.M.n. dort annähernd umlaufend heraus (bei trotz heftiger dortiger Bearbeitung vergleichsweise winziger "anscheinender Encke"). Die Berechnungen dienten nur zum Größenvergleich - was meinst Du zur "umlaufenden Cassini"?

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Stefan!

Eigentlich wollte ich ja nur ein schönes Bild zum Genießen posten, aber was dann kommt, kenne ich ja schon von den Mondbildern der "Grünen Serie". Also hier noch einige Anmerkungen für Dich, Oliver und Dietmar:

Olivers Frage zu der Bearbeitung: Nein, Encke wurde nicht separat bearbeitet. Das Cassini vergleichsweise kontrastarm aussieht, ist mir auch aufgefallen. Auf meinen früheren Bildern mit anderen Kameras war das nicht so. Das ist eindeutig die Folge des ungenügenden Seeings, der Arbeit von Giotto und besonders der neuen Kamera. Viele Bilder wurden aligned, bei denen Encke ständig seitlich "waberte", das ist ein Grund der Verbreiterung. Da die Teilung in den Ansen ein Stück "vertikal" verläuft, ist sie dennoch recht gut erkennbar.

Was unbedingt zu berücksichtigen ist, ist die DBK 21. Macht mal selbst Bilder mit der Kamera, sie zeichnet völlig(!) anders, als jede TouCam oder DMK 21, und das auch noch stark richtungsabhängig! Ein RGB mit der DMK 21 oder ein Bild mit der TouCam hätte eine schmälere Encke und eine kontrastreichere Cassini im horizontalen Teil ergeben, dafür aber weniger frische Farben, und weniger Struktur auf dem Planeten.

Dietmars Überlegung ist sehr sinnvoll: Bei der Betrachtung des live-Bildes achte ich immer auf eine durchgende Cassini, das ist dann ein Zeichen dafür, dass normalerweise auch Encke im fertigen Bild zu sehen ist. In extrem seltenen Fällen ist Encke sogar im live-Bild schon blickweise zu erahnen. Die Bilder von Peach zeigen eindeutig Encke, und sogar teilweise auch recht verbreitert. Hätte er eine single shot Bayer-Farbkamera verwendet, so hätte das in etwa ausgesehen wie bei meinem Bild. Einige Bilder von Mario hier im Forum zeigen ebenfalls eindeutig Encke, sehr fein aber kontrastarm gezeichnet.

Fazit: Man muss schon aufpassen, was man da sieht, aber es ist durchaus nicht sooooo schwer, Encke zu fotografieren, dazu reicht bereits ein relativ ordentliches 10" SC und eine TouCam. Mindestens eine Nacht ist bei fast jeder Opposition dann gut genug für die Teilung, und das auch visuell. Es gibt hier im Forum einige Teilnehmer mit so hervorragenden Optiken zwischen 8 und 10", dass ich meine, dort wäre unter besten Bedingungen Encke ebenfalls möglich. Ich könnte da weitere Beispiele posten, mache ich aber nicht, um die Diskussion nicht noch weiter anzuheizen. Ich meine, jeder von uns, der jahrelang mit größern Optiken Saturn visuell beobachtet und fotografiert hat, weiß doch eigentlich recht genau, wann er Encke auf dem Bild hat, und wann nicht......

Auf jeden Fall vielen Dank für die interessanten Beiträge und die ausführliche Diskussion, auch wenn das Bild eigentlich ganz anders gemeint war.....

Gruß, Peter



 
Hallo Peter,

Eigentlich wollte ich ja nur ein schönes Bild zum Genießen posten,

Darum meine Eingangsworte, dass ich das Bild sehr schön und nett anzusehen finde :) Es ist sicherlich eines der besten Bilder der letzten Saturnopposition und kann den Vergleich mit den Peach-Bildern aufnehmen.

Die Diskussion um Encke ist eine ganz andere Sache. Die besten Bilder werden nunmal besonders kritisch hinterfragt und das ist auch richtig so. Jedoch ist dein Hinweis vollkommen richtig, dass das Bild nicht auf wissenschaftliche Präzision getrimmt ist. Es soll eben, wie du sagst, schön aussehen. Dabei können sich im Laufe der BB Veränderungen realer Details oder auch von Artefakten ergeben, die bei einer auf größtmögliche Authentizität ausgelegten Bearbeitung unter Umständen hätten vermieden werden können. Ist eben immer eine Frage des Ziels, das man verfolgt.

@Dietmar: Das Phänomen der nicht durchlaufenden Cassini-Teilung kenne ich von meinen eigenen Bildern. Bei günstigerer Ringöffnung hatte ich auch das ein oder andere Mal auf dem Live-/Einzelbild eine Andeutung von Encke (mit 11"), während die Cassiniteilung blasser war und u.U. nicht umlaufend (wohlgemerkt, trotz größerer Ringöffnung). Ich halte das für ein reines Seeingproblem, wodurch Teile des Bildes anders verzerrt werden als andere Teile. Deshalb wird ja bisweilen bei der Saturnbearbeitung jeweils auf den linken und rechten Henkel und das Zentrum gesondert zentriert. Durch eine solche Bearbeitung hätte das Phänomen hier vielleicht vermieden werden können. Hinzu kommt aber sicherlich Peters wichtiger Hinweis auf die Bayer-Matrix. Da wird halt in unterschiedliche Richtungen unterschiedlich aufgelöst. Rein qualitativ scheint mir das ein durchaus nachvollziehbarer Effekt zu sein.

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan,

Zitat von StHz:
Hinzu kommt aber sicherlich Peters wichtiger Hinweis auf die Bayer-Matrix. Da wird halt in unterschiedliche Richtungen unterschiedlich aufgelöst. Rein qualitativ scheint mir das ein durchaus nachvollziehbarer Effekt zu sein.
stimmt, das hatte ich ja auch in der rechnerischen Abschätzung schon berücksichtigt - eine umlaufende Cassini müßte eben dennoch derzeit bei widrigsten Umständen, also volle "Bayer"-Grün-Auflösung für die Encke und "halbe" für die Cassini, mindestens genauso dick oder dünn wie die Encke erscheinen (vorbehaltlich dessen, daß ich nicht eben ein Ephemeriden-Kopfrechner bin :) ).

Gruß+cs,
Dietmar
 
Hallo Stefan und Dietmar!

Es soll eben, wie du sagst, schön aussehen. Dabei können sich im Laufe der BB Veränderungen realer Details oder auch von Artefakten ergeben, die bei einer auf größtmögliche Authentizität ausgelegten Bearbeitung unter Umständen hätten vermieden werden können. Ist eben immer eine Frage des Ziels, das man verfolgt.

Das trifft den Nagel auf den Kopf. Dennoch würde ich niemals(!) auch unter dem Gesichtspunkt "pretty picture" ein Bild veröffentlichen, das erkennbar krasse Artefakte vom Kaliber einer Encke, die keine Encke ist, zeigt.

Zum Problem Bayer-Matrix: Ganz so einfach wie dargestellt ist es mit der Auflösung leider nicht. Zwar gibt es im RAW-Bild zwei grüne und je einen blauen und roten Pixel, aber wie daraus das Farbbild entsteht, ist eine ganz andere Sache. Keiner kennt die Auswirkungen der Algorithmen zur Mittelung von Grauwert und Farbe(!), nach denen die DBK21 das Farbbild berechnet, und von denen -und nur von denen- ist die Schärfe und der Kontrast letztlich abhängig! Die DBK21 ist daher für wissenschafliche Aufgaben nur nach genauer Hinterfragung nutzbar, die ist zwar für medizinische Anwendungen erfolgt, nicht aber für Astronomie.

Man erkennt das eben an meinem Saturn Bild. Interessant ist auch das kleine Bild unten: Dort ist bei genauem Hinsehen Cassini vor dem Planeten besser(!) zu sehen, als auf dem großen Bild, es zeigt sich aber nicht mal ansatzweise Encke. Das ist ebenfalls ein Hinweis auf das komplexe Zusammenspiel von Seeing, Giotto und Bayer-Matrix. Ich verwende die DBK 21 trotzdem ganz gerne, weil sie die von mir visuell gesehenen Farben besser darstellt, als viele RGB selbst von namhaften Fotografen. Aber das ist meine private Meinung, und sollte keinesfall erneut eine ellenlange Diskussion entfachen....

Gruß, Peter

 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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