Uranus mit 114er?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Spiff64

Mitglied
Hallo,

ich habe nach sehr langer Abstinenz, und auch ohne jemals richtig angefangen zu haben im September meinen alten Bresser 114/900 Newton ausgekramt (Bj. 96 schätze ich).

Nachdem Mars und Saturn abends nur noch kurz beobachtbar waren, wollte ich mich mal am Uranus probieren. Ich denke, das ich ihn an zwei verschiedenen Abenden im Okular hatte, aber auch mit maximaler Vergrösserung (5mm) habe ich nur einen Punkt gesehen. Sollte da nicht ein blaues Scheibchen sichtbar sein? Oder sind die 114mm zu wenig? Mars war immerhin ein rotes Scheibchen, an Saturn waren die Ringe zu erahnen. M13, M27 und M57 sind als kleine graue Fleckchen sichtbar.

Beobachtungsort Vorstadt/Kleinstadtgarten im Rhein/Main Gebiet.

Viele Grüße und CS,

Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Martin,
Du solltest Uranus mit 114 mm Öffnung bei 180-facher Vergrößerung als kleines blaßgrünes Scheibchen (blau ist Neptun) erkennen können.
Gruß Willi
 
Moin Martin!

Meinen Tip zur Aufsuche von Uranus oder Neptun hatte ich schon ein paar Mal beschrieben: Man nimmt das vermutete Objekt so ins Okular, daß einige andere Sterne mit im Gesichtsfeld sind. Dann dreht man aus dem Fokus. Die Sternschreibchen flackern dann durch die Luftunruhe, Planeten machen das nicht. So finde ich Neptun bspw. mit einer 70-mm-Optik, ohne ihn als Scheibchen gleich erkennen zu müssen.
 
Hallo Micha,

danke für den Tipp. Werde ich beim nächsten Mal versuchen, wenn mal wieder gutes Wetter und kein Vollmond ist. Sieht ja derzeit nicht danach aus...

Geht das bei allen Vergrößerungen? Oder erst bei hoher Vergrößerung?

Grüße,

Martin
 
Hallo Willi,

genau deshalb meine Frage, weil ich es so auch schon gelesen habe. Habe im Abstand mehrerer Tage beobachtet, Uranus ist in der Zeit gewandert, was ich auf der Karte und im Teleskop nachvollziehen konnte. Aber ausser einem Punkt neben anderen Punkten war da nicht viel zu sehen. Werde es, wenn wir mal wieder gutes Wetter haben weiterprobieren.

Grüße,

Martin

 
Moin Martin!

> Geht das bei allen Vergrößerungen?

Ich hab's mit einer mittleren Vergrößerung gepackt. Es kommt jaa nur daruf an, beim afokalen Lichtscheibchen das Flackern zu erkennen - oder eben nicht. :augenrubbel:
 
Hier möchte ich, winnie gegenüber, ein dickes DANKE einschieben! Die Vorgehensweise des Vergleiches vom Flackerverhalten kannte ich auch noch nicht.
Und gesucht hab ich die beiden Planeten auch schon - bin auch der Meinung zumindest Uranus gefunden zu haben - aber nächtes Mal dann sicherer.
 
Zitat von Spiff64:
Den Saturnring kann man schon bei 10-fach im Fernglas "erahnen". Im Teleskop ist er IMMER mit LEICHTIGKEIT sichtbar, anders geht das garnicht. Uranus kann ich schon bei 45-fach von einem Stern unterscheiden, bei über 100x ist das ein Klacks. Also irgendwas mußt du generell verkehrt machen.
 
Moin Namenloser!

> ranus kann ich schon bei 45-fach von einem Stern unterscheiden, bei über 100x ist das ein Klacks. Also irgendwas mußt du generell verkehrt machen.

Du wirst es nicht glauben, aber ich habe da mit Laienbeobachtern ganz andere Erfahrungen gemacht. Die brauchen sehr viel länger bzw. ein Mehr an Vergrößerung, um selbst Uranus einwandfrei erkennen zu können. Für erfahrene Beobachter ist das natürlich kein Problem, das ist klar: Ich erkenne Uranus und Neptun sehr oft schon an der markant intensiven Farbe, besonders Neptun. Ebenso übrigns kleine Planetarische Nebel, die ein ganz spezielles Licht haben.

Wenn man natürlich das Starhopping zum Planeten nicht beherrscht, kann man gucken wie man will, aber auch das ist klar. Uranus habe ich schon mit 'nem 7x35-FG erkannt, weil der einfach nicht in das Sternfeld gehörte. Bei der Helligkeit bekommt man das auch schnell raus.

Na, denn ma' to, wie man hier sagt: Berichtet mal, wie die Szitillationsmethode funktioniert!
 
Hallo,

vermutlich mache ich was falsch, ich weiß aber noch nicht was. Saturn stand Ende September abends horizontnah, bei mir auf der Terasse war der Untergang zwischen zwei Hausdächern zu beobachten. Möglicherweise schlechtes Seeing durch langen Weg in der Atmosphäre? Kombiniert mit meinem 114er auf Wackeldackel-Stativ? Bei hohen Vergrößerungen ist es schwierig das Objekt scharf zu bekommen.

Woran erkennst du denn den Unterschied bei Uranus zum Stern?

Grüße,

Martin
 
Moin Martin!

> Saturn stand Ende September abends horizontnah
[...]
> Möglicherweise schlechtes Seeing durch langen Weg in der Atmosphäre?

Na, da hast du dir doch deine Antwort selber gegeben. Planeten "beobachtet man nicht" so nah am Horizont stehend! Wenn man sie nicht kennt, sucht man sich eher die Zeiten bester Beobachtungsmöglichkeit (äußere Planeten um die Meridianstellung, innere Planeten zur Zeit der größeten Elongation). Anders wird das nichts. Saturn ist unter Normalbedingungen (wie beschrieben) schon sehr leicht zu erkennen. Dazu reicht das kleinste Teleskop und Vergrößerungen ab 20fach. Dann sieht man auch den Ring, selbst erlebt mit einem russischen Spektiv 20x50.
 
Hallo Martin,

ich schaue mir die genaue Position in der Freeware Stellarium an.
Dabei orientiere ich mich an helleren Sternen in der Umgebung vom Uranus. Mit dem Sucher peile ich dann die entsprechende Position an. Im Sucher kann ich Uranus nicht von einem Stern unterscheiden, so dass ich dann immer mit meinem 8mm Planetary kontrolliere. In meinem 8'' F6 Dobson ist der Uranus dann aber deutlich von einem Stern zu unterscheiden. Leichte blau/grün Färbung und vor allem ein eindeutiges kleines Scheibchen, nicht so ausgefranzt wie ein Stern.

Gruß,
Holger
 
Hallo Micha,

danke für den Tipp. Dachte ich mir schon, aber es fehlt eben an Erfahrung. Habe erst im September den Newton aus seinem Dornröschenschlaf befreit. Dann schaute ich abends aus dem Fenster und sah halt eben Mars und Saturn.

Deine Szintillations-Methode habe ich vorgestern abend mal probiert; das Wetter war aber nicht so toll (Wind & Wolken), bei hoher Vergrößerung hat der Wind schon für Wackeln gesorgt. Ich werde das nochmals unter besseren Bedingungen probieren, wenn nicht permanent irgendwelche Wolken durch das Bild ziehen. Bin mir aber mittlerweile sicher, Uranus im Okular gehabt zu haben. War heller als die umgebenden Sterne und war dort wo er laut "Cartes du Ciel" sein sollte. Ausgehend von Zeta Pisci (Doppelstern) bin ich der Karte gefolgt.

Grüße,

Martin
 
Hallo Holger,

danke für den Tipp. Mache ich ähnlich wie unter http://www.corcaroli.de/Astronomie/Astronomie.html beschrieben.
Guter Tipp hier die Karte auf dem Kopf stehend auszudrucken, also so wie es im Okular / Finder zu sehen ist, und man kann Kreise für das Okular-GF mitdrucken. Allerdings nutze ich meinen Finder nicht (ist nämlich ein billiger Sucher) sondern einen Telrad.

Grüße,

Martin
 
Moin Martin!

> Guter Tipp hier die Karte auf dem Kopf stehend auszudrucken

Du kannst dich gern beim Drucken richtig herum hinstellen... :biggrin:

Nein, eine Aufsuchkarte druckt man beim Newton beruhigt wie im Sternatlas - am Teleskop dreht man sie sich dann um 180°. Am Refraktor mit Zenitspiegel muß allerdings seitenverkehrt gedruckt werden, das ist richtig. Ich hab' seit einiger Zeit mein Astroprogramm im Netbook mit draußen, das spart Papier und ist flexibler.
 
Hallo Micha,

ja, kann man machen. Hab aber noch kein Notebook draussen; muß also noch drucken. Wenn ich aber eh schon drucke, kann ich die Aufsuchkarten auch so drucken, wie sie im Okular erscheinen, dann muß ich die Karten nicht mehr drehen, und ich muß nicht auf dem Kopf stehende (diesmal nicht stehend) Beschreibungen lesen.

Grüße und CS,

Martin
 
Lieber Martin,

das Schöne am Uranus ist gerade die Farbe. Um Farben gut wahrzunehmen, brauchst Du eine Austrittspupille (AP; Öffnung geteilt durch Vergrößerung) von 2mm oder mehr. D.h. die Vergrößerung bei 114mm Öffnung würde ich zunächst um max. 50fach wählen, besser weniger. Dann wird diese besondere grüne Farbe erkennbar, und damit der Planet eindeutig. Dann kannst Du die Vergrößerung hochdrehen, um ab 100x die Scheibe zu sehen, wirst dabei merken, dass die Farbe schwindet, weil die AP geringer wird.

Beste Grüße, Christopher
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben