Velours und Tubusdämmung eines 12" Dobson

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DeltaElite

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Ich möchte demnächst meinen 12" GSO-Dobson dämmen und velourisieren und zwar in einem Zug.

Der Tubus hat einen AD von ca. 365mm und eine Länge von ca. 1500mm.

Die Dämmung soll mit einem sog. Aerogel erfolgen. Das Zeug heißt Spaceloft, ist 5mm dick, auf einer Seite selbstklebend kaschiert und hat 13mW(mxK). Das Zeug kostet 37,24€/m². Die Rollenbreite beträgt 146cm, reicht also für einen 12" Tubus. Ich bräuchte also eigentlich nur ein Stück von 1,50m Länge...und hier ist mein Problem: die Mindestabnahmemenge beträgt aber 3m. Da würde ich also viel Verschnitt kaufen. Eventuell mag ja noch jemand seinen Tubus dämmen und ist bereit für diese Extremdämmung um die 80€ zu löhnen.

Wenn man eine komplette Rolle kauft geht der Preis auf 20,23€/m² runter. Eventuell kann man ja eine Sammelbestellung machen???

Wer interesse hat, kurze PN an mich.


Auf das Aerogel würde ich dann noch die Veloursfolie aufkleben.
 
Hi,

es gibt deutlich preiswertere Methoden, den Tubus zu dämmen. Ich habe Iso-Tapete benutzt, wie sie zum Anbringen hinter Heizkörpern verwendet wird.
 
Hi watkin,

na klar geht es deutlich günstiger, aber kaum besser, oder?

 
Was ist denn besser, als kein Tubus-Seeing? ?)
 
Der FS vereist durch Wärmeabstrahlung und dadurch erfolgende Unterkühlung gegenüber der Umgebung, nicht durch den Luftstrom.

An der Innenseite des Tubus angebrachte 4mm Styroprtapete mit Velours drauf ist erfahrungsgemäß vollkommen ausreichend.
 
Zitat von Felix42:
Der FS vereist durch Wärmeabstrahlung und dadurch erfolgende Unterkühlung gegenüber der Umgebung, nicht durch den Luftstrom.

Mein Gedankengang zwecks Überprüfung:

Je kälter die Umgebung umso schneller findet der Wärmetransfer vom Fangspiegel zur Umgebungsluft statt, entsprechend schneller ist der Fangspiegel vereist. Ist die Tubuswand entsprechend gedämmt, kann ein nenneswerter Kälteeintrag nur noch durch die Tubusöffnung erfolgen, wenn man die Luftansaugung zur Tubusseeingvermeidung außer acht läßt. Natürlich kann es sein, das 4mm Styroportapete bereits ausreichen, das weiß ich nicht. 5mm Aerogel wären aber auf jeden Fall ausreichend um jeden normalen Temperatureintrag ins Tubusinnere, sei es nun Körperwärme oder Umgebunskälte zu vermeiden.

Um Tubusseeing zu vermeiden wird kalte Luft durch den Tubus gesaugt. Je schneller ich sauge umso schneller vereist der Fangspiegel. Tubusseing entsteht unter anderem durch Wärmeabstrahlung vom Boden oder Beobachter, gerade beim Dobson. Bei 5mm Aerogel gibt es da keinen Wärmeeintrag mehr. Ergo muß doch das Tubusseeing geringer sein, entsprechend weniger Luft muß durch den Tubus gesaugt werden um die Strömung laminar zu bekommen. Demzufolge dauert es länger bis der Fangspiegel vereist.

Oder???
 
Ich denke, bei Isolierung des Tubus ist ein Absaugen nicht nötig.

Sobald der Hauptspiegel abgekühlt ist, bleibt die Temperatur im Tubus

wegen der Isolierung doch weitgehend stabil.
 
Das vermute ich eben auch, wenn überhaupt dann nur ganz minimal. Daher auch der Wunsch nach einer besonders effektiven Dämmung...und da sind Aerogele eben im Moment die beste Wahl.
 
Hallo Delta,
ich glaube du gehst davon aus,daß es ein Vorteil der Daemmung ist,möglichst lange die Waerme im Tubus zu halten.Das waere allerdings eher kontraproduktiv.Man will ja eine zügige Temperatutanpassung erreichen (daher u.a. saugender Lüfter)sonst kann sich im Tubus eine Warmluftkeil bilden.(sehr ausgepraegt bei geschlossenen Spiegelsystemen)
Der Witz bei der Isolierung ist,daß eben genau das verhindert .Allerdings mit umgekehrtem Vorzeichen.Die Tubusoberseite soll nicht staerker Abkühlen,als die Unterseite und so ein möglichst homogenes Luftgemisch im Tubus entsehen,ohne Warmluftschlieren.
Meine Erfahrung mit Lüfter:
Der Fangspiegel fing an Zuzutauen,Lüfter eingeschaltet,Tau wieder weg.
Durch die Zenithnaehe kühlte der Fangspiegel unter den Taupunkt ab(Warmeabstrahung)Als dann der Luftstrom der FS wieder "Erwaermte",war der Taupunkt wieder überschritten und der FS frei.Das war bei Temperaturen knapp über Null...

Warum wohl muß man im Winter morgens die Scheiben am Auto Freikratzen,die senkrechten Flaechen,wie Türen,sind aber frei von Eis? ;)

Grüße Rainer
 
Zitat von RaBaeh:
ich glaube du gehst davon aus,daß es ein Vorteil der Daemmung ist,möglichst lange die Waerme im Tubus zu halten.

Hi RaBaeh,

logisch, die Optik sollte möglichst ausgekühlt bzw. treffender "entspannt" sein.

Nein, ich denke (ohne es wirklich zu wissen bzw. mit Erfahrungswerten belegen zu können) dass die Dämmung den Zweck haben soll:

1) Körperwärme des Beobachters vom Strahlengang fernzuhalten und somit unnötige Konvektionsbewegungen zu vermeiden. Dadurch erspare ich mir schon mal Lüfterdrehzahl. Hohe Lüfterdrehzahl heißt Fangspiegel noch schneller (im Laufe der Nacht) abgekühlt als die Umgebungsluft und damit Taubildung.

2) Bodenwärme durch konsequente Dämmung des Tubus auch hinter dem Primärspiegel vom Tubusinneren fernhalten. Auch hier wird Tubuskonvektion verringert und die Lüfterdrehzahl sinkt und damit der feuchte Luftstrom der am Fangspiegel vorbeigezogen werden muß. (Wohlgemerkt natürlich bei bereits ausgekühlter Optik.) Damit müßte sich zumindest die Zeit verlängern bis der FS zugefroren ist.

Oder hab ich einen kapitalen Denkfehler? Der FS taut doch zu weil er aufgrund seiner besseren Wärmeleitfähigkeit schneller(?) als die Umgebungsluft abkühlt, oder?
 
Der Luftstrom kann den FS nur so weit abkühlen daß ein Temepraturgleichgewicht entsteht, weiteres Abkühlen erfolgt durch Wärmestrahlung. Das bedeutet daß die angesaugte Luft irgendwann geringfügig wärmer ist als der FS wodurch es zur Taubildung/Vereisung kommen kann. Völlig egal ob mit oder ohne Lüfter, den braucht man nur während der ersten Minuten.

 
Zitat von DeltaElite:
Zitat von watkin:
Was ist denn besser, als kein Tubus-Seeing? ?)

noch weniger Tubus-Seeing durch noch weniger Wärmeeintrag von aussen und daher evtl. spätere Fangspiegelvereisung weil geringerer Luftvolumendurchsatz am Lüfter?

Mein Fangspiegel ist auch bei laufendem Lüfter noch nie vereist oder beschlagen.
Und noch weniger Tubus-Seeing, als kein Tubus-Seeing?
Ist das negatives Tubus-Seeing? :totlach2:

Im Ernst: "Versuch macht kluch". Probiere es aus und berichte, wie effektiv es ist.



 
Hallo zusammen,

ich beobachte mit ebendiesem GSO Dobson und mir sind schon so ziemlich alle Ausrüstungsgegenstände vereist – inkl. der Augenbrauchen – der FS noch nie!

Für extreme Temperaturen habe ich eine zusätzliche Taukappe und sonst für jedwede Nacht einen gleichmäßig laufenden 120 mm Noiseblocker-Lüfter (bei komplett gedeckeltem Tubusende). Tubusseeing wird ausgezeichnet unterdrückt (was man merkt, wenn der Lüfter ganz ausgeschaltet wird!)

Der Tubus selbst ist nur mit Velour ausgekleidet, keine Isolation. Für den unwahrscheinlichen Extremstfall hätte ich noch eine FS-Heizung mit Keramikwiderstand, die ich aber so gut wie nie benötige.

Bin auf deine Erfahrungen gespannt. Herzlich, Olaf
 
Hallo,

...Die Dämmung soll mit einem sog. Aerogel erfolgen. Das Zeug heißt Spaceloft, ist 5mm dick, auf einer Seite selbstklebend kaschiert und hat 13mW(mxK). Das Zeug kostet 37,24€/m²...

dann rechne doch mal den kompletten Wärmedurchgang unter Berücksichtigung der Wärmeübergangszahlen innen + außen:

a) mit dem hochteuren Spaceloft
b) mit Styroportapete.
c) ohne Dämmschicht.

Ich wette die Differenz zwischen a) und b) beträgt nicht mehr als 10%. a) kostet aber vielfach mehr als b).

Gruß Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
OK, ihr habt mich überzeugt. Aber dafür ist so ein Forum ja auch da! Es scheint eine Fangspiegelheizung, saugender Lüfter und/oder eine große Taukappe die wesentlich kostengünstigere Version zu sein.

@Kurt. Rein weil es mich interessiert hat, wie groß denn der Unterschied ist... Ich bin leider nicht so gut im Berechnen. Kann auch überhaupt nicht absehen wie es sich beim "offenen System" Teleskop verhält. Aber nach den gängigen Berechnungsschemen ausgehend von 0,013W/mk (Spaceloft d=5mm)) und 0,045W/mk (Styroportapete d=4mm) komme ich bei 3mm Stahltubus auf 3,86w/m²K bei der Styroportapete und 1,8w/m²K bei Spaceloft. Wäre der Tubus geschlossen würde dies bei -10°C "Angriffstemperatur" von aussen eine Innentemperatur an der Oberfläche von 4,9°C fürs Styropor und 11,8°C fürs Spaceloft bedeuten.

Außerdem würde beim Styropor wahrscheinlich ne Menge Tauwasser anfallen...ist aber ganz schön theoretisch weil Teleskope ja nur offen Sinn machen und wie bzw. ob überhaupt man sowas bei geöffnetem Teleskop berechnen kann entzieht sich meiner Kenntnis. Möglicherweise ein Physiker hier der mal ausrechnen kann ob es sich wenigstens aus dem Gesichtspunkt der Beobachterabwärme lohnt sowas einzukleben? Das würde mich schon interessieren.
 
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