starfire
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Hallo Venus-Freunde,
vorweg: die Angelegenheit war g r e n z w e r t i g , da sich im parallel zum Starfire im kleinen Takahshi fokal (600 mm Brennweite) mit D-ERF Energieschutzfilter und ohne Okular etc. bereits die rote Sonnenscheibe am Rand auf meiner Hand abbildete, also im wahrsten Sinne "brandgefährlich". Ohne die für die H-alpha Beobachtung der Sonne vorhandenen Energieschutzfilter hätte ich bereits hier abgebrochen.
Dass ich die Venus überhaupt auf dem Chip hatte, habe ich der genauen und präzise eingescheinerten Goto-Montierung zu verdanken. Visuell war da heute nichts mehr drin. Für jede Kombination mit dem Baader FFC habe ich den genauen Fokuspunkt am Okularauszug "gemessen" bzw. der montierte Feathertouch-Auszug hat eine entsprechend ablesbare Skala. Den Fokus hatte ich aber gestern abend noch am Mond voreingestellt. Die Venus bei ca. 3 m Brennweite durch ein "Goto" direkt auf den kleinen DMK Chip zu bekommen, wäre reine Glücksache, daher gehe ich dann immer erst auf fokal 838 mm, und habe die Venus dann nahezu immer irgendwo auf dem Chip, so auch heute. Ich war doch überrascht, sie überhaupt erhaschen zu können, war doch der Einfluß des Sonnenlichts trotz Energieschutzfilter schon extrem, die Sonne selbst aber glücklicherweise nicht im Blickfeld, weit weg konnte sie aber nicht sein...Cirrus-Wolken und leider auch wieder künstlich erzeugt, Kondensstreifen, erzeugten bei direktem Zug durchs Bildfeld extremes Streulicht. Mit einem günstigen Signal-Rauschverhältnis durfte ich sowieso nicht rechnen. Der extrem aufgehellte Mittelteil des Bildes machte eine Beobachtung der vollständigen Venuskugel fast unmöglich. Phasenweise konnte ich einen Ring von ca. 80% auf dem Bildschirm ausmachen, das war schon ein toller Anblick, im Prinzip muss man sich das Video ansehen. Leider bin ich nicht der Bildbearbeitungsexperte, habe jedoch eher zum Schluß noch eine Sequenz aufnehmen können, die verarbeitbar schien. Ich habe dazu die Venus an den äußersten Rand des Bildfeldes verschoben, klar, der helle Mittelteil war immer noch dominant und bewegte sich auch ein Stück mit, aber die Venus hob sich so besser ab. Extrem sind auch die Belichtungsdaten: sehr niedriger Gammawert mit niedriger Integrationszeit und nur moderater Verstärkung, ich musste viel austesten, um überhaupt ein brauchbares Verhältnis zwischen zarter Venussichel und dem total von Streulicht versetztem Rest des Bildfeldes darzustellen.
Als der Mittelteil immer gleißender wurde, habe ich das Teleskop aus der Schußlinie genommen, das war mir dann nicht mehr sicher genug. Die Entscheidung wurde durch den verstärkten Aufzug von Cirruswolken und zerfetzten, langgezogenen Kondensstreifen untermauert.
Insgesamt habe ich 8-9 Videos abhängig von Wolken usw. aufgenommen, das erste ca. 8.30 und das letzte 9.25 Uhr MESZ. Eine brauchabre Verwertung erfolgte mit einem Video um 9.03 Uhr MESZ, das sind dann rund 36 Stunden vor der unteren Konjunktion. Einen "Vollkreis" habe ich nicht abbilden können, aber ich habe ein Ergbnis bzw. eine tolle Beobachtung, zwar nicht am Okular, das war unmöglich, aber direkt am Bildschirm, damit habe ich nach der roten Sonnenscheibe auf meiner Hand absolut nicht gerechnet.
Als Stakking-Software habe ich Avistack 2 und AutoStakkert 3 ausgetestet. Bei den extremen Verhältnissen kam ich mit AviStack nicht mehr klar, das vorliegende Bild erfolgte mit AutoStakkert im Modus "Oberfläche" - also nicht Planet -. Erwartet aber kein perfektes Bild mit geschlossenem Ring. Ich bin zufrieden, dass ich überhaupt aus den extremen Videos ein Bild zusammen bekommen habe, geschweige denn, dass ich Venus so knapp vor der Konjunktion überhaupt noch zu Gesicht bekam. Es waren spannende 2 Stunden mit der ewigen Sorge, dass doch nur nicht die Sonne irgendwelchen Schaden anrichtet. Gut, der Energieschutzfilter könnte das schlimmste verhindern, im Zweifelsfall wäre die gute alte DMK abgeraucht. Also nochmals, ohne diesen Energieschutzfilter hätte ich nnichts unternommen.
Das soll auch eine Warnung an alle sein, die es ggf. noch probieren wollen, ich würde davon abraten. Mittlerweile ist der Abstand Venus-Sonne nur noch etwas mehr als 2°. Heute abend sehe ich da keine wirkliche Chance mehr. Ich werde weiter versuchen, aus den Videos noch was rauszuholen...
Danke für das aufmerksame Lesen und Gruß, Jens




vorweg: die Angelegenheit war g r e n z w e r t i g , da sich im parallel zum Starfire im kleinen Takahshi fokal (600 mm Brennweite) mit D-ERF Energieschutzfilter und ohne Okular etc. bereits die rote Sonnenscheibe am Rand auf meiner Hand abbildete, also im wahrsten Sinne "brandgefährlich". Ohne die für die H-alpha Beobachtung der Sonne vorhandenen Energieschutzfilter hätte ich bereits hier abgebrochen.
Dass ich die Venus überhaupt auf dem Chip hatte, habe ich der genauen und präzise eingescheinerten Goto-Montierung zu verdanken. Visuell war da heute nichts mehr drin. Für jede Kombination mit dem Baader FFC habe ich den genauen Fokuspunkt am Okularauszug "gemessen" bzw. der montierte Feathertouch-Auszug hat eine entsprechend ablesbare Skala. Den Fokus hatte ich aber gestern abend noch am Mond voreingestellt. Die Venus bei ca. 3 m Brennweite durch ein "Goto" direkt auf den kleinen DMK Chip zu bekommen, wäre reine Glücksache, daher gehe ich dann immer erst auf fokal 838 mm, und habe die Venus dann nahezu immer irgendwo auf dem Chip, so auch heute. Ich war doch überrascht, sie überhaupt erhaschen zu können, war doch der Einfluß des Sonnenlichts trotz Energieschutzfilter schon extrem, die Sonne selbst aber glücklicherweise nicht im Blickfeld, weit weg konnte sie aber nicht sein...Cirrus-Wolken und leider auch wieder künstlich erzeugt, Kondensstreifen, erzeugten bei direktem Zug durchs Bildfeld extremes Streulicht. Mit einem günstigen Signal-Rauschverhältnis durfte ich sowieso nicht rechnen. Der extrem aufgehellte Mittelteil des Bildes machte eine Beobachtung der vollständigen Venuskugel fast unmöglich. Phasenweise konnte ich einen Ring von ca. 80% auf dem Bildschirm ausmachen, das war schon ein toller Anblick, im Prinzip muss man sich das Video ansehen. Leider bin ich nicht der Bildbearbeitungsexperte, habe jedoch eher zum Schluß noch eine Sequenz aufnehmen können, die verarbeitbar schien. Ich habe dazu die Venus an den äußersten Rand des Bildfeldes verschoben, klar, der helle Mittelteil war immer noch dominant und bewegte sich auch ein Stück mit, aber die Venus hob sich so besser ab. Extrem sind auch die Belichtungsdaten: sehr niedriger Gammawert mit niedriger Integrationszeit und nur moderater Verstärkung, ich musste viel austesten, um überhaupt ein brauchbares Verhältnis zwischen zarter Venussichel und dem total von Streulicht versetztem Rest des Bildfeldes darzustellen.
Als der Mittelteil immer gleißender wurde, habe ich das Teleskop aus der Schußlinie genommen, das war mir dann nicht mehr sicher genug. Die Entscheidung wurde durch den verstärkten Aufzug von Cirruswolken und zerfetzten, langgezogenen Kondensstreifen untermauert.
Insgesamt habe ich 8-9 Videos abhängig von Wolken usw. aufgenommen, das erste ca. 8.30 und das letzte 9.25 Uhr MESZ. Eine brauchabre Verwertung erfolgte mit einem Video um 9.03 Uhr MESZ, das sind dann rund 36 Stunden vor der unteren Konjunktion. Einen "Vollkreis" habe ich nicht abbilden können, aber ich habe ein Ergbnis bzw. eine tolle Beobachtung, zwar nicht am Okular, das war unmöglich, aber direkt am Bildschirm, damit habe ich nach der roten Sonnenscheibe auf meiner Hand absolut nicht gerechnet.
Als Stakking-Software habe ich Avistack 2 und AutoStakkert 3 ausgetestet. Bei den extremen Verhältnissen kam ich mit AviStack nicht mehr klar, das vorliegende Bild erfolgte mit AutoStakkert im Modus "Oberfläche" - also nicht Planet -. Erwartet aber kein perfektes Bild mit geschlossenem Ring. Ich bin zufrieden, dass ich überhaupt aus den extremen Videos ein Bild zusammen bekommen habe, geschweige denn, dass ich Venus so knapp vor der Konjunktion überhaupt noch zu Gesicht bekam. Es waren spannende 2 Stunden mit der ewigen Sorge, dass doch nur nicht die Sonne irgendwelchen Schaden anrichtet. Gut, der Energieschutzfilter könnte das schlimmste verhindern, im Zweifelsfall wäre die gute alte DMK abgeraucht. Also nochmals, ohne diesen Energieschutzfilter hätte ich nnichts unternommen.
Das soll auch eine Warnung an alle sein, die es ggf. noch probieren wollen, ich würde davon abraten. Mittlerweile ist der Abstand Venus-Sonne nur noch etwas mehr als 2°. Heute abend sehe ich da keine wirkliche Chance mehr. Ich werde weiter versuchen, aus den Videos noch was rauszuholen...
Danke für das aufmerksame Lesen und Gruß, Jens



