Venus am Tag - immer wieder ein Erlebnis

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blue_scape

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Hallo,

da mein neuer Achtzöller keine Einteilung für Azimut und Höhe mehr hat, kam ich schließlich auf die simple Idee, das noch vorhandene Lidlscope azimutal auszurichten. Und so nutzte ich gleich das sonnige Wetter gestern (10. Juli), um nach dem Venustransit 2004 und der nahen Begegnung mit Merkur 2005 die Venus erneut am azurnen Himmel aufzusuchen. Am frühen Nachmittag ging es mit dem 70/700-Skylux raus in den Garten, der Polhöhenwinkel war schon auf den Zenit ausgerichtet und schon konnte ich den ersten Versuch unternehmen, indem ich nach der alten Methode die Sonne wieder als Bezugspunkt wählte. Allerdings fand ich den Morgenstern (bzw. Tagesstern) erst beim dritten Anlauf.

Das Einstellen der Höhe an der Deklinationsachse ist einfach, doch um das Umrechnen von Stunden in Grad zu umgehen, stellte ich eben, nachdem ich die Sonne angesteuert hatte, die Höhe und Rektaszension ein. Wird schon klappen, dachte ich nur. Soviel Unterschied kann das am Himmel gar nicht ausmachen. Offenbar wohl doch.

Bei der nächsten Methode rechnete ich dann doch Stunden in Grad um, versuchte es aber der Einfachheit halber mit der Elongation. 28,5° ergeben 1,9 Stunden, die ich von der Sonne aus zurücklegte. Oder hatte ich mich etwa verrechnet, denn zu sehen war wieder nichts. Die Reflexe im 30 und 32mm Plössl störten sehr. Ein rein himmelblaues Feld bekam ich nur bei einem bestimmten Augenabstand, der Einblick war trotzdem nervös und so musste mein altbewährtes 20mm Kellner her, jenes aus der Grundausstattung des kleinen Lidl-Refraktors. Mittlerweile hatte ich auch Brille und Fernglas rausgeholt. An der gefilterten Sonne stellte ich das 10x50 scharf, setzte mich hinter den Okularauszug und zielte dann entlang des Tubus. Nach den eingestellten Koordinaten zu urteilen, sollte das Ziel noch oberhalb der Krone des Apfelbaums auffindbar sein. So oft ich von der Sonne ausgehend einen neuen Versuch startete, die Venus tauchte einfach nicht auf.

Bei der letzten Herangehensweise wollte ich es dann genau machen bzw. auf Nummer sicher gehen und subtrahierte die Rektaszension der Sonne von der der Venus. Das Ergebnis in Grad umgerechnet, rübergeschwenkt, ein kurzer Dreh an einer biegsamen Welle und da war er: der strahlende Morgenstern bei Tage. Es hatte geklappt! Nach vielleicht 1 ¼ Stunde atmete ich endlich auf. Ein kleines Scheibchen war schon bei 35x zu erkennen und auch wenn man nicht weiß, in welcher Phase sie sich gerade befindet, zeigt sich im Okular kein kreisrunder Planet. Nachdem ich mit dem Fernglas zuvor scheinbar ziellos im Himmelblau herumgestochert hatte, tauchte jetzt relativ schnell ein auffällig heller Stern im Gesichtsfeld auf. Er stand zwischen zwei langen Ästen des Apfelbaums und schwebte über den Blättern.

Als nächstes versuchte ich es natürlich freisichtig. Die Venus von der Gartenbank mit bloßem Auge zu beobachten, gehört ganz klar zu den schönsten Momenten des letzten Sommers. Nur ganz so schön war es gestern nicht. Unter Zuhilfenahme des Fernglases war der Lichtpunkt natürlich zu entdecken, nur erschien er mir irgendwie nicht ganz so glanzvoll und punktförmig. Wie dem auch sei, wenn sich die Äste im Wind bewegen und der leuchtend helle Planet dazwischen stillsteht, weiß man den Anblick zu schätzen. Immerhin ist die Venus zur Sonne, wenn ich richtig gerechnet habe, über eine Milliarde Mal schwächer und nimmt am Himmel eine sichtbar kleinere Fläche ein. Ein tolles Erlebnis.

Fazit: Auch mit dem parallaktisch montierten Skylux vom Lidl lässt sich die Venus bei Tag ausfindig machen. Wenn man es richtig macht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Gruß - Nico
 
Hallo Nico

Glückwunsch zu deiner Venussichtung!

Ich finde es auch immer wieder spannend Venus aber auch andere Objekte wie Saturn, Jupiter und auch Sterne am Taghimmel aufzusuchen.

Gruß Uwe
 
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