Venus am Tage beobachten

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phobostar

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Hallo zusammen,

da der Winkelabstand der Venus von der Sonne sich stetig vergrößert sollte es doch möglich sein den Planeten am Tage z.B. Mittags zu beobachten oder auch mit der Webcam fotografieren zu können. Da ich mich dass bislang noch nicht getraut habe (wegen unseres Zentralgestirns) und Besitzer eines kleinen Meade Goto Refraktors bin, frage ich mich wie ich die Venus möglichst gefahrlos einstellen kann. Da ich am Tage keinen Referenzstern habe um das System einzustellen kann ich von der Goto-Funktionalität keinen Gebrauch machen. Das Teleskop wird übrigens automatisch eingenordet bzw. in die Waagerechte ausgerichtet, d.h. dann könnte man doch eventuell einfach die Koordinaten an den Teilkreisen einstellen die mir z.B. Stellarium ausgibt.
Ein Farbfilter habe ich bislang auch noch nicht um den Kontrast zum Himmelsblau zu steigern.

MfG Sascha
 
Moin Sascha!

Im blauen Nachbarforum lief gerade ein umfangreicher Thread dazu. Sicher wird Dir das, was dort geschrieben wurde, weiterhelfen.
Um den Kontrast am Tageshimmel zu steigern, setze ich den Baader "Skyglow"-Filter ein - m.E. die einzig sinnvolle Einsatzmöglichkeit dieses Filters (klappt auch gut in der Dämmerung!).
 
Hi Sascha,

hier heißt es mit den Teilkreisen am Teleskop arbeiten.

Kurz zusammengefaßt, stellt du die Deklination der Venus und den Stundenwinkel ein (Stundenwinkel = lokale Orzsternzeit - Rektaszension). Daten aus Jahrbüchern.

Wenn du alles richtig machst, geht Venus problemlos im Teleskop auch ohne Filter.

Gruß

Lots
 
Hallo Sascha,

wenn Du einen Sonnenfiltzer für Dein Scope hast, dann stelle die Sonne mittig ein mittels GOTO. Danach findet Dein Teleskop automatisch auch die Venus. Kann aber sein, daß sie knapp ausserhalb liegt. Also "rühren" im Himmelskuchen...

CS
Winfried
 
großes Problem ist die Fokussierung. Falls das Teleskop nicht noch vom Vorabend fokussiert ist, dann wird das wohl nichts.
Defokussiert sinkt die Helligkeit dann dramatisch ab und das Objekt ist vom blauen Himmel kaum zu unterscheiden und schon gar nicht zu finden.
 
Hi!

Da Du einen Refraktor hast, kannst Du dir ja eine kleine Millimeterskala an den Okularauszug kleben und mal notieren, welches Okular wo scharf ist - das sollte ausreichen, um Venus erkennen zu können.
Bei Tagbeobachtungen empfehle ich immer, aus dem Schatten heraus zu beobachten, dann kann die Sonne nicht versehentlich ins Gesichtsfeld wandern. Eventuell kannst Du ja den Mond als Referenz nutzen? Manchmal ist der auch tags recht lange zu sehen.

Gruß,
Alex
 
Hi zusammen,

also das Fokusieren dürfte keine Probleme bereiten, es wird vorher einfach an einem weit entferneten Objekt (Baum, Gebäude) scharf gestellt. Auch sind keinerlei Filter von nöten. Am besten man benutzt das langbrennweitigeste Okular (Aufsuchokular) mit dem größten Gesichtsfeld.

Als Jugendlicher habe ich öfters, zur Verblüffung meiner Tante, die Venus am Taghimmel mithilfe der Teilkreise am "eingenordeten" Wachter 80/1000mm Refraktor eingestellt. Das hat meistens rel. schnell geklappt.

Ohne Teilekreise (am Dobson) ist das natürlich schwieriger, aber aber auch möglich, so habe ich schon Jupiter und sogar Saturn am Taghimmel mit den 8" Dobson aufgefunden. Hier bewärt sich auch ein guter 8x50 Sucher, in dem die Venus dann bei ungefärer Richtungsanpeilung und "rumrühren" sichtbar ist!

Gruß

Lots
 
Hallo miteinander,

ich habe die Venus bei der letzten unteren Konjunktion um die Mittagszeit problemlos beobachtet. Der Abstand zur Sonne betrug nur 8°. Die superschmale Sichel war schon beeindruckend.

Grüße

Kurt
 
Hi Kurt,

ja vorallem wen man bedenkt das diese ca. 1' große Sichel schon mit einem 10x50 Fernglas sichtbar ist. Momentan bei über 30° Abstand zur Sonne sollte sie auch mit dem bloßen Auge sichtbar sein.

Gruß

Lots
 
Also ich habe die letzten Tage bei jeder Gelegenheit trotz des fiesen Wettergeschehens versucht die Venus zur Mittagszeit mit meinem Nikon 10x50 zu sichten. Stellarium hat mir simuliert wo sie in etwa zu finden ist. Heute Mittag z.B. befand sie sich ja nicht allzu weit von der Mondsichel entfernt. Allerdings war selbst die Mondsichel gerade noch mit dem Fernglas an dem strahlend hellen Himmel auszumachen. Mit bloßem Auge sah ich nicht einmal diese und dass obwohl laut Stellarium der Mond zu dem Zeitpunkt etwa doppelt so hell war wie die Venus. Da wundert es mich nicht dass ich unseren Nachbarplaneten nicht sehen konnte. Laut Calsky ist die Venus zur Zeit nur etwa 12" gross. Ab welcher Größe kann man eigentlich die Phasengestalt bei nur 10x einwandfrei erkennen?

MfG Sascha
 
Hi,

wenn man davon ausgeht, das man das Fernglas absolut ruhig halten kann, z.B. Stativ dann dürfte das bei 10x etwa ab 30" möglich sein.

Gruß

Lots
 
Zum einen ist Venus derzeit mit 12" noch zu klein (weniger als Saturn!) und die Phase noch immer fast voll. Zumindest im Fernglas wird man sie eher rund sehen.
Selbst in der Abenddämmerung tief am Horizont ist Venus derzeit nach SU nur mühsam mit bloßem Auge zu sehen. Bei steilerer Ekliptik, Helligkeiten um -4,5m und höherem Stand sind reine Tagessichtbarkeiten einfacher als jetzt. Im nächsten Sommer könnte das schon besser aussehen.
 
Hi,

Selbst in der Abenddämmerung tief am Horizont ist Venus derzeit nach SU nur mühsam mit bloßem Auge zu sehen.

Vor ca. 1 Woche konnte ich gegen 19:00 MESZ Venus tief im Südwesten mit dem bloßen Auge ausfindig machen. Bei gutem Westhorizont doch recht einfach.

Gruß

Lots
 
Hi!

Am Montag war Venus gegen 19/19:30 Uhr nicht allzu hoch über dem Horizont, aber etwa so auffällig wie Jupiter und in der Dämmerung nicht zu übersehen. Von der Phasengestalt war aber aber auch im Teleskop nicht viel zu erkennen - kurz nach Vollvenus war sie leicht "eiförmig". Dazu noch das Gewaber durch die Luftunruhe über der Stadt, was auch die letzen Details verwischt hat... mit bloßem Auge war sie hübscher, aber im Teleskop hatte ich wenigstens die Bestätigung, dass es wirklich Venus war.

Gruß,
Alex
 
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