Hallo Dietmar,
ganz am Ende von diesem
Thread habe ich eine „bessere“ Version gefunden, die übrigens auch von Torsten Hansen stammt.
Da die Eigenrotation der Venus 243-mal langsamer ist als die Erdrotation, kann sich die von Dir zuvor genannte Rotationsperiode von 4-5 Tagen offensichtlich nur auf die Umlaufgeschwindigkeit der Wolken in der Venusatmosphäre beziehen. In diesem
Artikel ist von vier Erdtagen die Rede. Das sind rund 100 Stunden.
Jupiter dreht sich in 10 h einmal um sich selbst. Die scheinbare Bewegung der Wolken auf der Venus ist also nur 10-mal langsamer als die der Wolken auf Jupiter. Somit sollte man bei 10-facher Beobachtungszeit der Venus eine mit der Oberflächenbewegung des Jupiter vergleichbare Verschiebung erkennen können.
Die von Torsten Hansen gezeigte Venus-Animation erstreckt sich über einen Beobachtungszeitraum von 68 min bzw. etwa 1/85 der Umlaufperiode der Wolkenformationen. In dieser Zeit sollte man also eine ähnliche Verschiebung der Wolken auf der Venus erkennen können wie am Jupiter innerhalb von 7 min.
Das scheint mir ziemlich gut zu passen, wenn ich zum Vergleich einen Blick auf mein animiertes Jupiter-Avatar (siehe linke Adress-Spalte) werfe, das eine Beobachtungszeit von insgesamt 30 min bzw. 1/20 der Rotationsperiode des Jupiters umfasst. Die ersten beiden Teilbilder dieser Animation liegen 10 min bzw. 1/60 der Rotationsperiode des Jupiter auseiander.
Im Hinblick auf diesen Vergleich halte ich die von Torsten Hansen gezeigte Animation in der Tat für einen realistischen Beleg dafür, dass es sich bei den im UV-Licht bobachteten Strukturen auf der Venusoberfläche tatsächlich um Wolkenformationen handelt.
Die von Dir für einen Venus-Durchmesser von 20“ angegebene Verschiebung von 0,4“/h im Zentrum der Scheibe berechnest Du offenbar, indem Du 20“ durch 50 h teilst. Das ist aber nicht richtig. Die Verschiebung im Zentrum der Scheibe berechnet sich nämlich aus dem Umfang des Planeten, und der ist um den Faktor Pi = 3,14 länger als der Durchmesser.
Wenn ich die Verschiebung der Oberflächenstrukturen in der Venus-Animation von Torsten Hansen mit dem Lineal ausmesse, dann komme ich auf etwa 1/15 des Scheibendurchmessers und das entspricht – so verblüffend das auch erscheinen mag – einem Winkel von nicht mehr als 1,5 Bogensekunden!
Bei der Planetendarstellung am Bildschirm wird nun vielfach ein Abbildungsmaßstab von mehreren Pixeln je Bogensekunde verwendet, im Fall von Torstens Venus sind es etwa 4 Pixel. Da das Auge aber ohne weiteres Verschiebungen von nur einem Pixel am Bildschirm wahrnehmen kann, sind Animationen gut geeignet, um Verschiebungen sichtbar zu machen, die deutlich kleiner sind als die Winkelauflösung des Teleskops.
Gruß, Jan