blue_scape
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Hallo,
der diesjährige August präsentierte sich allein in Graustufen, doch einige wenige Male kamen sogar die Sterne zum Vorschein, so dass ich chi Cygni beobachten konnte. Dazu verfolgte ich das Abnehmen der letzten Lunation, bis nur noch eine dünne Sichel gebettet in rötliche Morgenwolken übrig war; nur 38 ½ Stunden vor Neumond.
Leuchtende Farben wurden heute morgen nicht geboten, nachdem unser nerviges Fellknäuel Luzifer mich zu früh geweckt hatte, dafür war der Osthimmel in dunkle Gewänder gehüllt, was ebenso beeindruckend anzusehen war. Dunkelblaue Wolkenbänder zogen vorüber, während ich mich an die Begegnung von Venus und Saturn irgendwann Ende August erinnerte. Doch der Morgenstern war zuerst nicht auffindbar. Das Wolkenfeld musste ihn wohl überragen. Geschwungene Formen und dunkle verlaufene Farbtöne machten die Analogie zu einem trüben Wasserglas aus dem Zeichenunterricht offensichtlich. Eigentlich nichts Besonderes, doch diese Morgenstimmung ließ mich nicht los und ich suchte weiter nach Eosphorus. Dann aber blitzte etwas auf, als sich der Schleier lüftete. Mitten im Wolkenmeer wurde der Blick auf einen strahlenden Punkt freigegeben. Es war kurz nach 6:00 MESZ.
Ich kramte das 10x50 hervor und warf schnell einen Blick ins Himmelsjahr, damit ich abschätzen konnte, wo ich nach dem Ringplanet suchen musste. Es dauerte nicht lang und im Gesichtsfeld leuchteten zwei Planeten, nach Redshift ca. 2,5° voneinander getrennt. Und wieder was zum Staunen: Was mein Auge als 2,5° erfasst, sind in Wahrheit über 1,2 Milliarden Kilometer. Noch dazu ist Saturn älter, der alte Zausel. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" /> Laut Himmelsjahr näherten sich die beiden vor zwei Nächten bis auf 4 Bogenminuten an.
Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang war Saturn (0,4mag) noch mit bloßem Auge sichtbar, während Venus (-3,9mag) für den geübten Beobachter sogar noch freisichtig am Taghimmel zu sehen ist. Ein (Fernglas-) Bild für sich war auch, als ein Wolkenstreif genau zwischen diesen zwei hellen Sternen vorbeizog. Langsam wurde es heller, der horizontnahe Bereich wurde in matte sandfarbene Töne getaucht. Die zur Sonne gekehrten Wolkenränder wurden geringfügig mehr aufgehellt. Und so saß ich für 15 Minuten am Fenster und beobachtete den Morgenhimmel bestehend aus Wasserfarben und Wandelsternen. Danach vergrub ich mich wieder im Bett, um noch eine Viertelstunde auf den Wecker zu warten.
CS
Gruß - Nico
der diesjährige August präsentierte sich allein in Graustufen, doch einige wenige Male kamen sogar die Sterne zum Vorschein, so dass ich chi Cygni beobachten konnte. Dazu verfolgte ich das Abnehmen der letzten Lunation, bis nur noch eine dünne Sichel gebettet in rötliche Morgenwolken übrig war; nur 38 ½ Stunden vor Neumond.
Leuchtende Farben wurden heute morgen nicht geboten, nachdem unser nerviges Fellknäuel Luzifer mich zu früh geweckt hatte, dafür war der Osthimmel in dunkle Gewänder gehüllt, was ebenso beeindruckend anzusehen war. Dunkelblaue Wolkenbänder zogen vorüber, während ich mich an die Begegnung von Venus und Saturn irgendwann Ende August erinnerte. Doch der Morgenstern war zuerst nicht auffindbar. Das Wolkenfeld musste ihn wohl überragen. Geschwungene Formen und dunkle verlaufene Farbtöne machten die Analogie zu einem trüben Wasserglas aus dem Zeichenunterricht offensichtlich. Eigentlich nichts Besonderes, doch diese Morgenstimmung ließ mich nicht los und ich suchte weiter nach Eosphorus. Dann aber blitzte etwas auf, als sich der Schleier lüftete. Mitten im Wolkenmeer wurde der Blick auf einen strahlenden Punkt freigegeben. Es war kurz nach 6:00 MESZ.
Ich kramte das 10x50 hervor und warf schnell einen Blick ins Himmelsjahr, damit ich abschätzen konnte, wo ich nach dem Ringplanet suchen musste. Es dauerte nicht lang und im Gesichtsfeld leuchteten zwei Planeten, nach Redshift ca. 2,5° voneinander getrennt. Und wieder was zum Staunen: Was mein Auge als 2,5° erfasst, sind in Wahrheit über 1,2 Milliarden Kilometer. Noch dazu ist Saturn älter, der alte Zausel. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" /> Laut Himmelsjahr näherten sich die beiden vor zwei Nächten bis auf 4 Bogenminuten an.
Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang war Saturn (0,4mag) noch mit bloßem Auge sichtbar, während Venus (-3,9mag) für den geübten Beobachter sogar noch freisichtig am Taghimmel zu sehen ist. Ein (Fernglas-) Bild für sich war auch, als ein Wolkenstreif genau zwischen diesen zwei hellen Sternen vorbeizog. Langsam wurde es heller, der horizontnahe Bereich wurde in matte sandfarbene Töne getaucht. Die zur Sonne gekehrten Wolkenränder wurden geringfügig mehr aufgehellt. Und so saß ich für 15 Minuten am Fenster und beobachtete den Morgenhimmel bestehend aus Wasserfarben und Wandelsternen. Danach vergrub ich mich wieder im Bett, um noch eine Viertelstunde auf den Wecker zu warten.
CS
Gruß - Nico