Verbogene Schraube in EQ5 Polhöhenwippe

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Micha_Zet

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Hallo Zusammen, nachdem meine EQ5 ja so Probleme mit der Polhöhe hatte, habe ich das teil gerade mal demontiert. Der Anblick war ernüchternd und da die Schraube auch nicht rauszudrehen war, habe ich sie entsprechend zerlegt. Jetzt die Frage:
- Wo bekomme ich entsprechenden Ersatz (möglichst härter als das original, damit die nächste nicht wieder verbiegt) her?
und
- Gibt es einen Trick, wie ich das entsprechend vermeiden kann? Hatte mal so einen abgerundeten Keil aus dem 3D drucker gesehen, den einer drangeklebt hat, aber habs nicht mehr gefunden.


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20220319_172651.jpg
 
Schau mal hier, das gabs schon mal. Ist zwar ne HEQ5, aber bei der Bezugsquelle gibts sicher passendes: Polhöhenschrauben HEQ5

Grüße
Hartmut
 
Hallo,

wow, das Ding sieht aber heftig aus ;-) . Habe jetzt keine Erfahrung mit dieser Montierung, aber wenn Du die Möglichkeit hast,
würde ich da sofort ein größeres bzw. das nächst größere Gewinde reinmachen (z.B. M10 --> M12). Dann eine verzinkte
Inbusschraube hinein (z.B. Festigkeitsklasse 10.9 oder höher) und die Polhöhe mit dem Inbusschlüssel verstellen. Natürlich
vorher schauen, wie lang an der Schraube das Gewinde ist und wieviel Verstellweg du brauchst.
Wie gesagt, ich weiß nicht, wieviel Platz du hast und ob eine dickere Schraube passen würde. Oder verzinkte Schraube mit
Original-Gewinde nehmen.

Gruß,
Jürgen
 
- Wo bekomme ich entsprechenden Ersatz (möglichst härter als das original, damit die nächste nicht wieder verbiegt) her?
Hallo,
Warum härter als das original? Das kann woanders wiederum zu anderen Schäden führen.
Ich gehe davon aus, das tausende andere Schrauben nicht verbogen sind. Daher würde ich erstmal schauen, wo die Ursache liegt. Werden Schrauben und anderes Material so genutzt, wofür sie gemacht sind, sollte eigentlich nichts passieren. Deine Schraube sieht schon sehr heftig aus.
Wenn man etwas ersetzt, hat man nicht die Ursache bekämpft.
 
Hallo Klaus,

das ist ein berechtigter Einwand, den du da vorbringst. So eine Schraube verbiegt sich wahrscheinlich aus zwei Gründen,
die hat "eins drauf" gekriegt (z.B. Montierung ist umgekippt und die Polachse hat sich schlagartig gedreht, oder die war
"auf Anschlag" gedreht und da hat einer noch ein paar Umdrehungen gemacht. Da der Gewindebolzen wohl aus weichem
Edelstahl ist, verformt sich das auch schnell. Natürlich kann sich so ein weiches Teil dann durch ständiges nutzen auch
immer "mit und mit" leicht verbiegen, um den Druck der Stirnfläche auszuweichen, aber nicht so heftig (behaupte ich
mal ;-) ...).

Wenn die Montierung umgekippt ist, hast du natürlich recht. Eine stabilere Schraube würde sich nicht verformen und die
Energie in irgendein anderes Montierungsteil ableiten, welches dadurch beschädigt werden könnte und wohlmöglich einen
größeren Schaden anrichtet, als nur eine verbogene Schraube.
Ist es aber so ein "mit und mit" ist der Originalbolzen zu weich, dann sollte man den durch etwas festeres ersetzen.

Gruß,
Jürgen
 
Hallo Micha,
Deine Montierung leidet an einer altbekannten Krankheit, die für EQs, egal ob 3, 5 oder 6, typisch ist.
Die Polhöheneinstellung ist eine echte Schwachstelle dieser Montierungen, und die ist durch die Konstruktion bedingt.
Schau Dir mal an, wie die Polhöheneinstellung funktioniert: Die besagte Schraube drückt gegen eine „Nase“ am Lagerkörper, und zwingt diesen zu einer Drehung. Mit dieser Drehung wird die Montierung bei der Polhöheneinstellung angehoben (oder beim Lösen eben gesenkt) . Je nachdem, wie hoch eingestellt wird, ändert sich aber der Winkel, mit dem die Schraube gegen die „Nase“ drückt.
Ideal wäre natürlich 90°. Dann würde die gesamte Kraft in die „Nase“ geleitet werden. Doch bei den bei uns nötigen Polhöhen jenseits von 50° trifft die Schraube leider sehr schräg auf die „Nase“ , und die Schraube strebt zunehmend Richtung Abrutschen. Dazu kommt, dass das im Gehäuse über das Gewinde hinausstehende Schraubenteil mit der Polhöhe immer länger wird, und somit immer anfälliger wird, für Verbiegen. Zu guter letzt leiert auch das Gewinde, das in relativ weiches Material geschnitten ist, durch die Hebelkräfte mit der Zeit aus, was die Effekte nochmals verstärkt.

Du kannst die Schraube austauschen, aber der Fehler wird wieder kommen. Bei sehr harten Schrauben wir über kurz oder lang sogar das Gehäuse beschädigt.

Was hilft?

Drei Veränderungen habe sich bewährt:
1. Am Lagergehäuse wird vor der besagten „Nase“ ein Stahl- oder Edelstahlklötzchen befestigt. Eine zweite „Nase“ sozusagen.
Durch das Verlagern des Druckpunktes trifft die Schraube in einem viel günstigeren Winkel auf das Gegenlager und die Kräfte werden dorthin geleitet, wo sie hin sollen.

2. Eine neue Schraube, mit Sterngriff oder Hebel - is klar.

3. Das alte (und bestimmt bereits ausgeleierte) Gewinde wird aufgebohrt und ein Gewindeinsert wird eingesetzt. Das sitzt mit einem viel größeren Gewinde im Aluminium, und ist somit deutlich stabiler. Das Innengewinde für die Polhöhenschraube ist dann wieder das gewohnte.

Mit diesen Änderungen lässt sich die Polhöhe fortan, auch mit voller Beladung spielend leicht einstellen.

Nicht jeder hat die Möglichkeiten, eine solche Modifikation selbst durchzuführen.
Ich habe das an meiner EQ6 von JD-Astronomie machen lassen. Das Ergebnis ist perfekt.
Mit dem Link landest Du direkt bei „Verbesserungen“, dort ist das, was ich oben geschrieben habe, exakt erklärt.
Viel Erfolg!

CS

Dietmar
 
Ist mir bei meiner 6er auch am Anfang passiert. Habe nicht aufgepasst und gegen die andere Schraube gedrückt - übersehen diese beim einstellen zu lockern.
Habe mir Ersatz im Baumarkt geholt. Die Schraube vorne mit Feile abgerundet und an der Einstellnase der Montierung an der passenden Stelle eine kleine!! Vertiefung an der richtigen Stelle gebohrt damit die Schraube nicht mehr seitlich weggleiten kann. Seither keine Probleme mehr. Nachdem ich mich zum Beobachten nicht sehr weit von meinem Wohnort wegbewege ist da auch sehr selten eine Anpassung des Winkels notwendig.
 
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