verchromte Spiegel?

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Zyklop

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Wieso kann ich eigentlich keine verchromten Newtonspiegel kaufen?
Chrom ist doch viel stabiler wie Aluminium.
Aufdampfen von Chrom auf Glas ist anscheinend moeglich
http://www.vpfgbr.de/vakuummetallisierung
Liegts am Reflektionsgrad?
Chrom waere doch viel unempfindlicher und wuerde vermutlich ewig halten, wenn man nicht gerade einen Schraubendreher auf den HS wirft.
 
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Chrom kann man mit den üblichen Verfahren nur auf metallen oder metallisierten Oberflächen aufbringen (galvanisieren). Das was wir an glanz-"verchromten" Stoßstangen, Lampenringen usw. kennen, ist eigentlich Nickel, geschützt durch einen Hauch Chrom. Die mechnische Belastbarkeit ist die des Nickels. Dicke Chromschichten ("Hartchrom") ist relativ rauh.

Chrom hält gelbe Lichtanteile zurück, wirkt also wie ein Blaufilter. Das beste ist hier schon (frisches, nicht-angleaufens) Silber und dann Aluminium.
 
hi uwe, wieso filtert solches chrom farben heraus?
wenn das so waere muessten chromflaechen doch einen farbstich zeigen?
vg
 
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hi peter, cooler link.
da steht ja alles drin.
haette nie gedacht, dass chrom eine so schlechte reflektion zeigt.
ok, jetzt verstehe ich warum alu bzw. silber.
titan waere mir grad nicht eingefallen, scheint aber auch nicht verkehrt zu sein - zumindest fuer dentalogen.
 
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Hi Leute,
Outing..! :biggrin: ich bin ein Galvaniseur, Uwe hat soweit alles schon gesagt, was man noch erwähnen sollte, Glanzchrom ist kein geschlossener Überzug sondern ist quasi mit microfeinen Rissen durchzogen,
das sieht man aber erst unter dem Mikroskop.
Ich hatte bei meinem alten Passat mal die Reflektoren der Lampen verchromt weil dieser zum TÜV mußte, dreimal dürft ihr raten wie es ausgegangen ist....genau, kein TÜV.

Gruß
Ralf
 
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Hi Galvaniseure, ich denke wenn man das Chrom aufdampft, bekommt man evtl. eine glattere Oberflaeche hin.
Aber es scheint ja wohl am besten mit den oxidationsfreundlichen Metallen Alu und Silber zu klappen...
Ich war mal von 20 Jahren bei Hoechst in der Galvanisierung zu Besuch. Das Magnetfeld war erstaunlich, Muenzen haben sich selbst ausgerichtet, Maulschluessel haben in der Luft geschwebt, wenn man eine Seite gestuetzt hat - gesund kann das nicht sein. :-/
 
Hi Zusammen,

ich möchte hier mal einwerfen, dass ich vor Jahren einen Web-Beitrag gelesen habe von jemanden, der (Erinnerung: in Liechtenstein) mit einer Legierung mit (auch Erinnerung) Rhodium und Iridium gebastelt hat, um eine hohe Reflektivität mit großer Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse zu erzielen. Er wollte im Prinzip das, was Silber kann, nur ohne braunes Anlaufen nach einiger Zeit. Keine Ahnung, was daraus geworden ist. Vermutlich ist das Ganze durch die heutige Haltbarkeit unserer 96% und besser Verspiegelungen auf Alu-Basis obsolet geworden.

Clear Skies
Sven

 
Zitat von Zyklop:
Ich war mal von 20 Jahren bei Hoechst in der Galvanisierung zu Besuch. Das Magnetfeld war erstaunlich, Muenzen haben sich selbst ausgerichtet, Maulschluessel haben in der Luft geschwebt, wenn man eine Seite gestuetzt hat - gesund kann das nicht sein. :-/
Also, dass man zum Galvanisieren oder Electroplating starke Magnetfelder braucht, stimmt so nicht.

Dazu braucht man einen passenden Elektrolyten mit Elektroden in einer Wanne und etwas Gleichstrom, aber was soll ein Magnetfeld dabei bewirken? Ich will ja nicht bezweifeln, dass bei Deiner Besichtigung die Effekte von starken Magnetfeldern zu bestaunen waren, aber mit dem Galvanisierungsprozess hatte das direkt wohl nichts zu tun. Gleichwohl sind das wegen der unvermeidlichen Chemie ziemlich gesundheitsschädliche Prozesse!

Plating

Im erweiterten Sinne werden häufig auch andere Korrosionsschutzverfahren etwas salopp als "Galvanisierung" bezeichnet, auch wenn dabei gar keine galvanische Technik verwendet wird.

Zu den nichtgalvanischen Verfahren zählt z.B. Electroless Nickel Plating - auf deutsch "Chemisch Nickel". Das wird bisweilen auch für die Herstellung optischer Spiegel aus Aluminium für eine polierfähige harte Oberfläche verwendet. Verspiegelt wird das ganze dann aber wie üblich durch Bedampfung mit Aluminium oder Silber.



 
Eigentlich ist das gar nicht so OT finde ich.
Ok, dann wars keine Galvanisierung sondern was Ähnliches. Das war ein Schulausflug zu Hoechst um 1992 rum - zumindest waren da grosse Becken mit einer Art Elektroden drin und wir mussten vorher alles abgeben was kaputtgehen könnte - Uhren, Kassetten, etc.

Würde mich aber doch mal interessieren was Hubble für eine Beschichtung hat. Die Weltraumbedingungen scheinen mir doch etwas heftiger zu sein wie am Boden, auch wenn man sich bei Hubbles Spiegel um Pollen, Staub, Insekten, Staubendreher und Feuchtigkeit weniger Sorgen machen muss.


 
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Hallo Peter,


Zitat von Zyklop:
Was hat das Hubble-Teleskop eigentlich für eine Verspiegelung - in Wiki finde ich dazu nichts.


mir sagt Wikidings:
Die eigentlichen Reflexionseigenschaften des Spiegels bestimmt eine 100 nm dicke Aluminium-Schicht, welche durch zusätzliche 25 nm Magnesiumfluorid vor Umwelteinflüssen geschützt wird.

Hat ca. 30 Sekunden gedauert... :Trost:


Viele Grüße Felix
 
Zitat von Felix42:
mir sagt Wikidings:
Die eigentlichen Reflexionseigenschaften des Spiegels bestimmt eine 100 nm dicke Aluminium-Schicht, welche durch zusätzliche 25 nm Magnesiumfluorid vor Umwelteinflüssen geschützt wird.
Die englischsprachige Wikipedia schreibt dazu:

The mirror was completed by the end of 1981; it was washed using 2,400 gallons (9,100 L) of hot, deionized water and then received a reflective coating of 65 nm-thick aluminum and a protective coating of 25 nm-thick magnesium Fluoride.

Das ist die seit Jahrzehnten praktizierte Technik für Wellenlängen im Sichtbaren und im UV. Die Dicke der MgF2 Schutzschicht wird dabei nach Möglichkeit für den favorisierten Wellenlängenbereich optimiert. Da Hubble von Lyman-Alpha (121,6 nm) bis zum nahen IR arbeitet, hat man das tiefe UV (70%) auf Kosten der längeren Wellenlängen (85%) optimiert.

Übrigens, für Infrarot ist Gold dann besser: Webb Telescope


 
Zitat von Felix42:
weißt Du welche Angabe die richtige ist?
Ich vermute mal, dass es sich bei den 0,1 μm = 100 nm um einen gerundeten Wert von 65 nm handelt. Die bei Wikipedia hierzu angegebenen Referenzen sind allesamt nur sekundäre Quellen, und beim Hersteller kommt man nach dem peinlichen Desaster mit dem Formfehler der Optik auch nicht an solche Informationen heran. Die genaue Dicke der Aluminiumschicht ist auch nicht kritisch, sie sollte aber möglichst gleichmäßig sein, sonst kann natürlich die Form auch nicht mit der geforderten Genauigkeit eingehalten werden.

 
auf Seite 5-17 steht:
After being ground and polished, the mirror was
coated with a reflective layer of aluminum and a
protective layer of magnesium fluoride only 0.1- and
0.025-micrometer thick, respectively. The fluoride
layer protects the aluminum from oxidation and
enhances reflectance at the important hydrogen emis-
sion line known as Lyman-Alpha. The reflective
quality of the mirror is better than 70 percent at 1216
angstroms (Lyman-Alpha) in the ultraviolet spectral
range and better than 85 percent for visible light.

http://www.spacetelescope.org/static/archives/presskits/pdf/sm3bmedia_composite.pdf

Denke das ist eine gute Quelle inkl. Grafik zum Sandwich-Aufbau.

 
Zitat von P_E_T_E_R:
Zitat von Zyklop:
Aber das ist natürlich auch nur eine von diesen hundert mal gewaschenen Mitteilungen für's Volk, wo dann die Zahlen und der Text von den PR-Leuten nach Gutdünken auf Stromlinie gebracht werden ...
Weil sowas ja das "Volk" total interessiert und Marketing Ahnung von Technik hat...wieso sollte die Nasa an den Fakten irgendwas ändern?
Verstehe ich nicht.
 
Zitat von Zyklop:
Zitat von P_E_T_E_R:
Das finde ich fast schon etwas prollig....

nö, ist normal im IR Bereich. IR Spektrometer haben z.B.
Goldbeschichtete Spiegel. Sind etwas teurer aber so
dramatisch ist das auch nicht. In unserem Optikkatalog hier
ist der Preis Unterschied beschichteter Spiegel:
protected Al - protected Au < 20%

Gruß
Roland
 
die 18 Spiegelsegmente des James Webb Teleskopes selber besteht aus (Tusch, tätä tätä tätä :) ) Beryllium!

gabs das schon öfter? Hoffentlich gibt´s da keine Pleite wie
bei Hubble :schwitz: (naja, IR Bereich) teuer genug wird´s
aber gewesen sein. Ob es Zerodur nicht auch getan hätte?


Gruß
Roland


 
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Zitat von RoRo:
International Ultraviolet Explorer - The primary mirror was made of Beryllium ...

Spitzer Space Telescope - The primary mirror is 85 centimetres in diameter, f/12 and made of beryllium and was cooled to 5.5 K.

Landsat - The Scan Line Corrector (SLC) is an electro-optical mechanism composed of two parallel nickel-plated beryllium mirrors ...


Siehe dazu: JWST - The Primary Mirror

How Did NASA Come Up With These Ideas?

NASA set out to research new ways to build mirrors for telescopes. The Advanced Mirror System Demonstrator (AMSD) program was a four-year partnership between NASA, the National Reconnaissance Office and the US Air Force to study ways to build lightweight mirrors. Based on the ASMD studies, two test mirrors were built and fully tested. One was made from beryllium by Ball Aerospace; the other was built by Kodak (now ITT) and was made from a special type of glass.

A team of experts was chosen to test both of these mirrors, to determine how well they work, how much they cost and how easy (or difficult) it would be to build a full-size, 6.5-meter mirror. The experts recommended that beryllium mirror be selected for the James Webb Space Telescope, for several reasons, one being that beryllium holds its shape at cryogenic temperatures. Based on the expert team's recommendation, Northrop Grumman (the company that is leading the effort to build Webb) selected a beryllium mirror, and the project management at NASA's Goddard Space Flight Center approved this decision.

Why Beryllium?

Beryllium is a light metal that has many features that make it desirable for Webb's primary mirror. In particular, beryllium is very strong for its weight and is good at holding its shape across a range of temperatures. Beryllium is a good conductor of electricity and heat, and is not magnetic.


Uses of Beryllium

 
scheint also gut durchdacht und hat sich in der Vergangenheit
wenn auch in kleinerem Maßstab schon bewährt (sogar im UV Bereich und das schon 1978).

Danke auch für die Links, habe mal quer drübergelesen - zu mehr fehlt mir im Moment die Zeit, aber schon interessant.

Grüße
Roland
 
Hallo Zusammen,

dazu hab ich noch eine Frage..... In einer Mail habe ich folgende Info zur Spiegelbedampfung erhalten:
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vielen Dank für Ihre Mail:
1) wir bedampfen mit 99,99% reinem Aluminium bzw.Indium was ergibt höchstmögliche Reflexionsgrad die für diese Metalle möglich ist. Ein bestimtes prozentsatz wird nicht garantiert.
2)wir machen nur einfache Metallbedampfung ohne Schutzschicht.
3)wir entfernen auch die Altbeläge.
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Wie sieht denn die Beschichtung mit Indium aus????? Da kostet die Beschichtung eines Spiegels von 28 - 33 cm (ca. 11,5-12,5") mit oben genanntem Material bei Alu 65,-€ und mit Indium 85,-€ zzgl. 6,-€ Versand, eine FS mit 63mm kleine achse liegt da bei 25,-€ (Alu) und 45€ (Indium). Größe bis max. 360mm.
Was sagt Ihr zu dem Angebot?
Gruß
Udo
 
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