Vergleich Hensoldt DF 8x30 - CZJ Deltrintem 8x30

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Bernhard_Loos

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Hallo!

Ich möchte hier über meine Erfahrungen berichten, die ich mit meinen eBay-Erwerbungen CZJ 8x30 „Deltrintem“ und Hensoldt DF 8x30 (Kaufpreis jeweils um die 40 Euro) gemacht habe.

Ein Vergleich beider Gläser bietet sich aufgrund gleicher Kenndaten und gleicher Bauweise an.

Beide Gläser liefern in der Bildmitte eine gut scharfe Abbildung, die beim Deltrintem zum Rand hin sehr viel stärker nachlässt. Dies ist aber in Anbetracht des größeren Sehfeldes beim Deltrintem nicht verwunderlich.

Das Deltrintem soll laut Werksangabe ein Sehfeld von 150 m haben. Mit dem Zollstocktest auf 10m Entfernung habe ich aber nur ca. 140 m ermitteln können. Das Hensoldt-Glas kommt bei diesem Test auf ca. 120 m. Übrigen kommt mein Zeiss 7x42 „Dialyt“ bei diesem Test auch nur auf 140 m obwohl es eigentlich 150 m sein müssten. Mir ist natürlich klar, das die Zollstockmessung keine besonders genaue Meßmethode ist. Die Werksangaben meines Fujinon 7x50 FMT-SX (131 m) und meines Zeiss 8x56 „Design Selection“ (132 m) stimmen aber mit meinen Messungen überein.

Aber selbst wenn das Deltrintem nur 140 m hätte, wären das immerhin noch 8 m mehr als beim „Design Selection“ bei gleicher Vergrößerung. Trotzdem sind beide Gläser vom Bildeindruck her nicht zu vergleichen. Das zeigt mir einmal mehr, dass es mit dem Vergleichen von Zahlen nicht getan ist – der Durchblick entscheidet!

Das Sehfeld des Hensoldt wirkt im Vergleich zum Deltrintem schon ziemlich eingeschränkt.

Bildhelligkeit/Kontrast: Hier ist das Deltrintem „klar“ im Vorteil. Das Hensoldt wirkt trüb und fahl mit Gelbstich. Ob dieser bei einem Fernglas für militärische Zwecke eventuell sogar mit Absicht hineinkonstruiert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

Was Streulicht und Geisterbilder angeht, so ist das Hensoldt dem Deltrintem überlegen. Für die Beobachtung in der Dämmerung sind beide Gläser wenig geeignet.

Der Einblick ist beim Hensoldt angenehmer, vor allem weil in den Augenmuscheln mehr Platz ist. Beide Gläser sind nicht Brillenträgertauglich.

Mechanik: Die Fokussierung geschieht beim Deltrintem über einen gutgehenden Mitteltrieb - beim Hensoldt über Einzelokulareinstellung. Die Einzelokulareinstellung des Hensoldt ist sehr gewöhnungsbedürftig. Für eine Verstellung um 1 Dioptrie benötigt man am Umfang gerade mal 2 mm (Fujinon 7x50 = 11 mm; Zeiss 6x42 „Skipper“ = 5,5 mm). Ein gleichzeitiges Verstellen der Okulare während des Durchblicks ist so fast unmöglich. Hier empfiehlt es sich, beide Seiten getrennt scharf zu stellen (Auge-Zu-Methode) oder vorab nach Schätzung einzustellen, was mir bei einer 7-fachen Vergrößerung aufgrund des größeren Schärfetiefenbereichs aber wesentlich besser gelingt. Überdies hat man kaum einen Überblick über die Dioptrieeinstellung, weil der kleine schießschartenartige Ausschnitt in der Gummiarmierung nur 1 Dioptrie „freigibt.
Durch die Einzelokulareinstellung und die rustikale Gummiarmierung) ist das Hensoldt (wahrscheinlich auch vom inneren Aufbau her) natürlich robuster.

Fazit: Wer ein solides Zweit- oder Drittfernglas sucht und einen Faible für`s „Klassische“ hat, ist mit diesen Gläsern gut bedient. Das Hensoldt wird bei mir seinen Dauerplatz im Auto finden und das Deltrintem wird über den Sommer seinen Platz im Gartenhaus haben, weil es sich sehr gut zur Vogel- und Kleintierbeobachtung eignet (Naheinstellung 3 m).

Wer allerdings das Seherlebnis sucht und für seine Augen nur das Beste will, sollte sich das Geld besser sparen (Klingt hart, ist aber so).

Gruß,
Bernhard
 
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Re: Vergleich Hensoldt DF 8x30 - CZJ Deltrintem 8x

Hallo Bernhard,

ich kenne beide Fernglaeser und kann Deine Erfahrungen im wesentlichen bestaetigen. Das Hensoldt ist insgesamt sicher das bessere Fernglas, aber halt nur einfach verguetet, da liefert ein neueres Deltrintem/Jenoptem mit Mehrfachverguetung dann mehr Licht und Kontrast - wenn es nicht gerade unter Streulicht leidet :-)

Die 10m beim Sehfeldtest sind etwas knapp - das kann zu gewissen Ungenauigkeiten fuehren. Ich habe meistens Sterne benutzt, um den Sehwinkel zu schaetzen, denn die Angaben der Herstellen gelten, wenn man es genau nimmt, fuer die "unendlich" Stellung der Okulare.

Das Hensoldt ist immer noch ein gutes Glas fuer die Rucksack-Reise, wenn es mal ruppig zugehen kann. Wenn Du mal ein Fujinon FMTR-SX in die Haende bekommst, oder ein Nikon E II, dann wirst Du fortan das Hensoldt nicht mehr anfassen :-)

Gruss,
Holger
 
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