Vergleich MAK - SC

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Zitat von KaStern:
Damit wird mir klar, daß da Rumak Design sogar noch vorteilhafter ist
als es aus den Spotdiagrammen in 11.2 erscheint, da es mit seinen
rein sphärischen Flächen (Sekundärspiegel mit einem eigenen Radius)
weniger Sphärochromatismus aufweist und eine wesentlich bessere
Abbildung abseits der Achse hat.
Meines Erachtens ist der Gregory-Mak rein visuell bis ca 5-Zoll ein guter Kompromiss.
- Die Baulänge ist kürzer als beim Rumak
- die Obstruktion ist geringer (--> mehr Kontrast)
- er ist einfacher und billiger herzustellen
- die Justage ist wesentlich einfacher, da nur ein Freiheitsgrad
...(zumindest bei den Skywatcher Teilen, abschreckendes Beispiel einer unmöglichen Justage wären hier alle Maks mit integriertem Klappspiegel)

CS Norbert
 
Hallo zusammen,

ich habe jetzt das Gregory-Mak-Design aus Rutten/van Venrooij nach OSLO übertragen. Mit den Werten, die ich in meinem Programm verwendet hatte (ca. auf die 1. Kommastelle gerundet) komme ich für sphärische Flächen auf exakt den gleichen Strehlwert für 546nm (0.58) wie mit meinem Programm, das war also richtig gerechnet. Das ist allerdings nicht der optimale Wert. Wenn ich die 3. Kommastelle mitnehme, ergibt sich ein Strehlwert von 0.69. Also etwas besser, aber keineswegs beugungsbegrenzt. Wenn dieses Design auf 5" übertragen wird, hat man einen maximalen theoretischen Strehlwert von 0.86. Das ist zwar beugungsbegrenzt, aber keinesfalls gut, der dadurch verursachte Kontrastverlust zehrt den Vorteil des kleineren Sekundärspiegels gegenüber dem Rumak wieder auf.
Besonders auffällig ist für mich, dass die otische Leistung extrem von der Einhaltung der optimalen Radien und Dicken der Meniskuslinse abhängt, was aber natürlich auch für den Rumak gilt. Die Produktion von zuverlässig guten Optiken stellt also sehr hohe Anforderungen an den Hersteller.

Für diejenigen, die selbst die Daten analysieren wollen, hier die OSLO-Datei des 8"-Systems. Man kann die Daten markieren, kopieren, in den Windows-Editor einfügen und als Datei mit der Endung .len abspeichern. Mit der freien OSLO-EDU-Version lässt sie sich dann laden und analysieren. Die Koeffizienten der asphärischen Deformation lassen sich folgendermassen löschen: Im Fenster 'Surface Data' in der Spalte 'SPECIAL' ist für Fläche 2 ein 'A' eingetragen. Wenn dies angeklickt wird, erscheint ein Menü mit markierter 'polynomial asphere', dort weiter ein Menü mit markierter 'Standard asphere'. Wenn man darauf klickt, erscheint ein Fenster mit den asphärischen Koeffizienten. Hier gibt es die Möglichkeit 'Delete Standard Asphere'.

// OSLO 6.4 50266 0 50466
LEN NEW "Gregory Maksutov" 3069.5 6
EBR 100.0
ANG 0.5
DES "Rutten/Ven"
UNI 1.0
// SRF 0
AIR
TH 1.0e+20
AP 8.7268677908e+17
NXT // SRF 1
AIR
TH 25.0
AP 100.0
NXT // SRF 2
GLA N-BK7
RD -219.413
TH 17.347
AD -6.75e-11
AE 3.02e-15
AF 7.7e-20
NXT // SRF 3
AIR
RD -229.6
TH 403.653
NXT // SRF 4
RFL
RD -980.4530000000001
PK THM -1 0.0
NXT // SRF 5
RFL
PK CV -2 0.0
TH 620.7000000000001
NXT // SRF 6
AIR
RD -220.0
TH -0.0176160363936
CBK 1
WV 0.54607 0.43583 0.70652
WW 1.0 1.0 1.0
END 6
DLRS 3


Gruß
Hans-Jürgen
 
Hallo Michael,

wir hatten einmal einen Mak(-Newton) neben einem gleichgr0ßen SC, in dem Fall beide 12" (Meade Lx-200 und Lomo/Wirth Mak) gleichzeitig in einer kalten Winternacht aufgebaut und benutzt. Beide Telekope hatten keine Taukappe.

Was uns auffiel: Nach etwa 1.5 Stunden war die Schmidtplatte des SC komplett zugefroren, während auf dem Mak keinerlei Eisbildung zu sehen war. Das hat mit der Dicke der Korrektorplatten zu tun. Schmidtplatten sind rel. dünn, während Maksutovlinsen sehr viel dicker sind.


Gruß Coyote
 
Hallo,

Ja das mit dem auskühlen ist ein Problem. Aber das hat man bei allen geschlossenen Systemen ab einer gewissen Größe. Ich säg mir aber bestimmt keinen Lüfter ins Gehäuse. Einfache Lösung: Wenn man von der Arbeit kommt scnell die Optik in den Kofferaum vom Auto legen und dann 2 Stunden später loslegen. Funktíoniert super, auch an dem BOSMA Mak.

Gruß Alex
 
Zitat von HJ_Busack:
...ich habe jetzt das Gregory-Mak-Design aus Rutten/van Venrooij nach OSLO übertragen. Mit den Werten, die ich in meinem Programm verwendet hatte (ca. auf die 1. Kommastelle gerundet) komme ich für sphärische Flächen auf exakt den gleichen Strehlwert für 546nm (0.58) wie mit meinem Programm, das war also richtig gerechnet. Wenn dieses Design auf 5" übertragen wird, hat man einen maximalen theoretischen Strehlwert von 0.86. Das ist zwar beugungsbegrenzt, aber keinesfalls gut, der dadurch verursachte Kontrastverlust zehrt den Vorteil des kleineren Sekundärspiegels gegenüber dem Rumak wieder auf.
Hallo Jürgen,

das heißt, mit dem Design bildet ein 5"-F/15 Gregory-Mak gerade so beugungsbegrenzt ab. Ein F/12 dann nicht mehr.
Die Frage ist nun, ob es durch leichtes Variieren der Parameter überhaupt möglich ist, dass ein 5" (oder sogar 6") Gregory-Mak mit F/12 und rein sphärischen Flächen auf der Achse beugungsbegrenzt abbildet?

Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass der 6" f/12 Skywatcher nicht beugungsbegrenzt abbildet oder, falls er es tut, mindestens eine Asphäre hat.

CS Norbert
 
Hallo Norbert,
Zitat von NGC_2024:
Die Frage ist nun, ob es durch leichtes Variieren der Parameter überhaupt möglich ist, dass ein 5" (oder sogar 6") Gregory-Mak mit F/12 und rein sphärischen Flächen auf der Achse beugungsbegrenzt abbildet?
ich habe versucht, durch Variation der freien Parameter eine bessere Korrektion zu erreichen. Das ist mir nicht gelungen. Daraus schließe ich, dass Rutten/van Venrooij in ihrem Buch schon das Optimum dieses Systems beschrieben haben.
Zitat von NGC_2024:
Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass der 6" f/12 Skywatcher nicht beugungsbegrenzt abbildet oder, falls er es tut, mindestens eine Asphäre hat.
Genau so sehe ich das auch. Die Asphäre von 1/4 Wellenlänge im Beispiel von R+vV hört sich zunächst harmlos an. Man muss aber dabei bedenken, dass das keine sanfte 'Parabolisierung' ist, also keine Beseitigung eines Fehlers 3. Ordnung, sondern die Erzeugung einer definierten steilen Kurve im äußersten Bereich der Öffnung, die nicht leicht 'glatt' zu schaffen ist. Das kommt zu der Schwierigkeit der engen Radien- und Dickentoleranzen hinzu.

Gruß
Hans-Jürgen
 
Zitat von HJ_Busack:
ich habe versucht, durch Variation der freien Parameter eine bessere Korrektion zu erreichen. Das ist mir nicht gelungen. Daraus schließe ich, dass Rutten/van Venrooij in ihrem Buch schon das Optimum dieses Systems beschrieben haben.
en

Das ist eine der ersten Erkenntnisse, wenn man mit der Ruttenschen Software rumspielt! Ging mir genau so.
 
hallo Leute,

hier ein kleiner Erfahrungsbericht SW 127 Mak versus C6.

Irgendwann habe ich beschlossen, mehr Öffnung bei gleicher Brennweite - das schau ich mir an, erstand zu meinem guten 127mak ein C6 das nach Verdrehen der Schmidt-Platte auch ganz gut ist und konnte die geräte eine Zeit lang parallel testen.

Am Doppelstern (Gamma Vir, damals 0,8") machte sich das höhere Auflösungsvermögen sofort bemerkbar - im 127 Mak berührten sich die Beugungsscheibchen, im C6 waren sie deutlich getrennt.

Am Saturn mit nur mehr halb geöffnetem Ring war im C6 die Cassini-Teilung in den Ansen sichtbar, im Mak nicht. Am Planeten selbst war nicht mehr mit dem C6 zu erkennen, obwohl der Planet deutlich heller war.

Auch bei Vergleichen tagsüber bei ruhiger Luft war bei hoher Vergrösserung an meinem Test-Tannenbaum kaum ein Unterschied 127 Mak - C6 feststellbar.

Am Mond fiel der etwas hellere Beugungsring des C6 auf, helle Strukturen am Terminator hatten im C6 eine deutlichere
Umrahmung als im Mak, der ganze Mondrand hatte eine feine helle Linie rundherum.

Fazit: Wegen der grösseren Lichtleistung bei vergleichbarer Vergrösserungsleistung habe ich das C6 behalten, auch weil es visuell durchaus auf einer EQ3 verwendbar ist. Planetenkiller ist es aber wahrlich keiner, ein guter 80mm ED Refraktor hält da mit (ist aber viel dunkler).

Zur Angleichung eines 10° Temperaturunterschiedes benötigt es etwa 90 Minuten, das ist vor allem im Winter zu beachten.

Interessante Diskussion hier, ich kann leider grad nicht mithalten weil ich grad im Dschungel sitze und nur schlecht zum Internett kann.

lg und cs Tommy

 
hallo Leute,

nur zur Ergänzung: Bei uns gabs mal eine Charge SW 180 Maks wo der Fangspiegel verrutscht war. Er ist aufgeklebt und nicht einfach aufgedampft, auch wenns so aussieht. Auch der 150er hat einen geklebten Fangspiegel, und die Krümmung wird hoffentlich die richtige sein...

lg Tommy
 
Soll man das jetzt gut finden?

D.h.
- 1. prinzipiell ist der Mak jetzt in der Lage beugungsbegrenzt abzubilden

- 2. die Off-Axis Performance kann theoretisch gut sein

- 3. Da der Fangspiegel geklebt ist, ist es sehr wichtig, dass dieser genau zentrisch sitzt (Fertigungstoleranzen?)
--> da eine Justagemöglichkeit des FS fehlt, ist der Mak nicht mehr 100% kollimierbar

- 4. durch die Klebung könnte der Fangspiegel verformt werden, wodurch der Mak mit Astigmatismus reagieren könnte

Ich weiß also nicht recht, was ich von der Sache halten soll...

Gruß Norbert
 
Hallo, ich habe einen Skywatcher 5" Mak, einen 6" Bosma und ein altes oranges 8" SCT von Celestron.

Der kleine Skywatcher ist echt klasse. Mein Exemplar hat fast kein Spiegelshifting und ein schöne Abbildungsleistung. Der 6" Bosma ist ebenfalls gut. Er bringt tatsächlich einen Tick mehr Auflösung als der 5-zöller. Der Bosma hat ein wenig shifting, das bei hohen Vergrößerungen auffällig ist. Bei den Preisen, für die diese 6" Maks in den letzten Monaten über Ebay und die Foren weggegangen sind, bekam/bekommt man für sein Geld eine Menge Teleskop.

Neulich bot jemand für 900 Euro einen 7" Intes Alter 703 Mak an. Dafür hätte ich den 8" SCT und den 6" Mak gerne getauscht, sofern der Intes in Ordnung gewesen wäre.

Tom



 
Hallo sindbad

Glaub mir der Intes ist mehr als in ordnung,ich hab ihn nämlich Gekauft,war echt das Schnäppchen meines Lebens.MFG SHINTO.
 
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