Vergleichstabelle Öffnung/Strehl

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DeltaElite

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Hallo allerseits,

ich habe jetzt schon was länger gesucht aber wohl nach den falschen Begriffen, daher habe ich nichts gefunden und hoffe auf die Hilfe des Forums.

Ich bin mal irgendwann über eine Tabelle gestolpert in der verzeichnet war, wieviel quasi-Öffnung mehr ein besserer Strehlwert im Vergleich zu einem größeren, lediglich beugungsbegrenzten Spiegel ausmacht. Ich finde das Ding aber nicht mehr, ist bestimmt auch schon 10 Jahre her oder so. Hat jemand Ahnung?

Konkret geht es darum, dass ich vom Budget (ca. 600€) für meinen anzuschaffenden Dobson zwischen einem 8"-Gerät mit wirklich guter Optik (>.96 Strehl) und einem 10" (oder 12" aber mit dem Budget eher unwahrscheinlich) "billig"-Gerät schwanke.

Es stellt sich daher nun die Frage: Lieber das 8" mit guter Optik und schneller ausgekühlt, eventuell nochn kleinerer Fangspiegel oder gar noch ne bessere Beschichtung (im Moment sind 94% drauf, aber für zusätzliche 100€ könnte ich sogar ne 98% bekommen und für weitere 50€ das gleiche mit dem Fangspiegel)

oder doch lieber 10" oder gar 12"?

Es soll nur rein visuell alles beobachtet werden. Standort Rheinhessen, manchmal dunkel, manchmal nicht.

Gibts eventuell Leute in der Gegend die sich treffen, wo man mal durch nen 8" und nen 10" schaun könnte?

Danke!
 
hallo Namenloser,

ein besserer Strehlwert bringt dir nicht mehr Öffnung, das in Beziehung zu setzen ist irreführend. Mehr Strehl bringt bei Hochvergrösserung vor allem bessere Kontraste am Planeten, insbesondere wird das Teleskop durch mässiges Seeing nicht so schnell unter die Beugungsgrenze gedrückt. Aber die Grenzgrösse ist kaum anders als bei "Normal"-Teilen.

Bei DeepSky aber ist es viel mehr die Öffnung die wichtig ist, das bestimmt die Anzahl der Photonen die deine Netzhaut erreichen. Das würde ich an deiner Stelle bedenken. 8" sind noch recht handlich, 10" geht so, aber 12" können ganz schön sperrig sein.

Ich habe selbst auch "Billig"-Geräte in 8" und 10" die sich von der Optik her überhaupt nicht hinter zertifizierten Optiken verstecken müssen. Weiss man halt vorher nicht. Am besten ist es, das Gerät anzutesten und eventuell zu retournieren wenn die Serienstreuung zuschlägt.

Ja, und erst mal selber durchgucken, das ist immer das Beste vor einer Kaufentscheidung! Da wirds doch wohl einen Klub in deiner Nähe geben, wo du mal mitspechteln kannst.

lg Tommy
 
Hallo

Zitat von DeltaElite:
Konkret geht es darum, dass ich vom Budget (ca. 600€) für meinen anzuschaffenden Dobson zwischen einem 8"-Gerät mit wirklich guter Optik (>.96 Strehl) und einem 10" (oder 12" aber mit dem Budget eher unwahrscheinlich) "billig"-Gerät schwanke.
mit mehr Öffnung und geringerem Strehl muß man ja nicht so viel höher vergrößern als bei einer geringeren Öffnung und höherem Strehl. Das Bild wird aber je nach Verspiegelung entsprechend heller. Und die Helligkeit entscheidet, ob überhaupt wahrnehmnar oder besser wahrnehmbar als bei geringerer Öffnung. Die größere Öffnung kompensiert bzgl. Schärfeleistung auch eine geringere Öffnung mit höherem Strehl bei derselben Vergrößerung.

Beugungsbegrenztheit würde ich mir zusichern lassen und nach dem Kauf des 10 oder 12"ers bei Bedarf auch einfordern.

Vielleicht sparst Du noch 300-400 Euro und nimmst das größere Gerät mit besserer Verspieglung. Bei 8" Öffnung fängt's ja eigendlich erst an, für Deep Sky visuell interessant zu werden. Mich würde es wurmen, an der Untergrenze anzufangen. Thema Öffnungswahn!

Viele Grüße
Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Tommy,

mit
Zitat von tommy_nawratil:
Mehr Strehl bringt bei Hochvergrösserung vor allem bessere Kontraste am Planeten, insbesondere wird das Teleskop durch mässiges Seeing nicht so schnell unter die Beugungsgrenze gedrückt. Aber die Grenzgrösse ist kaum anders als bei "Normal"-Teilen.
bin ich nicht ganz einverstanden. Wird der Strehl dadurch verringert, daß Licht vom Airy-Scheibchen in seine Nähe befördert wird, hast Du natürlich recht. Wird das Licht aber über einen breiten Bereich verteilt, z.B. durch eine rauhe Spiegeloberfläche, dann fehlt in dem Bereich, in dem z.B. ein Stern liegt. Der erscheint dadurch dunkler, während der Hintergrund eine Spur stärker aufgehellt wird.

Allerdings kann man die Grenzgröße in den meisten Fällen wohl wirklich durch eine größere Öffnung leichter erhöhen als durch einen höheren Strehl, da ein wesentlich besserer Spiegel halt teurer kommt als ein größerer.

Grüße

fquadrat
 
hallo fxf,

ich wollte nicht gleich ein ganzes Lehrbuch schreiben, entschuldige bitte.

Rauheit ist weit weniger oft ein Problem als sphärische Aberration, wegen der maschinellen Politur. Die übliche Form der Rauheit ähnelt sehr der Turbulenz in ihren Resultat, nur dass sie natürlich statisch ist. Dabei wird das Licht aus der Airy Disk in die Nähe derselben befördert (siehe Suiter über "primary ripple" 13.3.4). Eine Rauheit die den von dir beschriebenen Effekt hat müsste erstens sehr sehr rau sein und das auf kleineren Skalen, dann würde das Licht gleichmässig auf ein grosses Gebiet verteilt werden - kommt eigentlich nicht vor in der Praxis. Oder eine starke steil abfallande Kante, die hat auch so einen Effekt.

Aber prinzipiell sind wir uns ja einig, also bevor wir weiter klugsch... raten wir ihm zu mehr Öffnung ;-)

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

wenn ich die Messerschneidenaufnahemen kommerzieller Spiegel mit denen in Hans Rohrs "Das Fernrohr für Jedermann" vergleiche, würd eich fast schon sagen, daß
Zitat von tommy_nawratil:
Eine Rauheit die den von dir beschriebenen Effekt hat müsste erstens sehr sehr rau sein und das auf kleineren Skalen, dann würde das Licht gleichmässig auf ein grosses Gebiet verteilt werden - kommt eigentlich nicht vor in der Praxis.
eher entgegengesetzt lauten müßte - anscheinend sind fast alle kommerziellen Spiegel alles andere als glatt. :-(

Aber prinzipiell sind wir uns ja einig, also bevor wir weiter klugsch... raten wir ihm zu mehr Öffnung ;-)

Ja - Öffnung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Öffnung! <grins>

Grüße

fquadrat
 
Hallo Miteinander,

Konkret geht es darum, dass ich vom Budget (ca. 600€) für meinen anzuschaffenden Dobson zwischen einem 8"-Gerät mit wirklich guter Optik (>.96 Strehl) und einem 10" (oder 12" aber mit dem Budget eher unwahrscheinlich) "billig"-Gerät schwanke.
Wenn es um Konttast geht muss man die Kontrastübertagungsfunktion (neudeutsch MTF) beider Teleskope vergleichen. Es ist durchaus wahrscheinlich einen preigünstigen "beugungsbegrenzten" 300 mm Spiegel (Strehl >0,80) zu finden. Diser bildet bei Objektabständen < ca. 3" kontrastreicher ab als ein perfekter Spiegel mit nur 200 mm Öffnung. Den Unterschied merkt man allerdings erst bei sehr guten Seeing und hoher Vergrößerung.Eine wirksame Zwangsbelüftung ist für beide Systeme zwingend um dann auch wirklich das Potenzial der Optik ausspielen zu können. Bei typischen DS-Objekten wie z. B M42, M13 o.ä. gewinnt der 300 mm Newton garantiert immer.

Gruß Kurt

 

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Vielen Dank für die sehr guten Antworten. Jetzt habt ihr mich leider nur vom Sockel gestoßen und ich muß schaun woher ich jetzt mehr Geld bekomme...

Wenn ich dann also mal auf 10 oder 12" abziele und trotzdem eine möglichst gute Optik haben will, was hol ich mir denn dann?

Von dem was mir bisher bekannt ist würde ich dann eher einen OrionUK Dobson nehmen. Aber das wird natürlich gleich teuer (in der 1/8-1/10PV-Version)

Oder gibts was besseres als Orion bzw. gleichwertig aber günstiger? Eventuell einen Kit selber zusammenstellen aus Einzelteilen mit einem guten Spiegel von weiß der Geier woher?

Danke!
 
Hallo fquadrat

wenn ich die Messerschneidenaufnahemen kommerzieller Spiegel mit denen in Hans Rohrs "Das Fernrohr für Jedermann" vergleiche, würd ich fast schon sagen, daß eher entgegengesetzt lauten müßte - anscheinend sind fast alle kommerziellen Spiegel alles andere als glatt. :-(

In den 52 Jahren, hat sich zum Glück, doch einiges verändert ;)

Gruß Uwe
 
hallo Delta Clipper,

mein Tipp: Hol dir einen 10" Dobson, und lass jemanden durchgucken der Erfahrung hat ob er ok ist. Auch die günstigen Serienprodukte haben meist eine sehr gute Optik. Den Rest des Budgets kannst du in Okulare usw stecken, die sind auch wichtig fürs Sehvergnügen.

Die Orions haben zwar Spiegel mit Zertifikat, der Tubus aber hat kein Zertifikat und ist schlabberig und nicht justierstabil ;-)

lg Tommy
 
Zitat von tommy_nawratil:
Die Orions haben zwar Spiegel mit Zertifikat, der Tubus aber hat kein Zertifikat und ist schlabberig und nicht justierstabil ;-)

lg Tommy

Ja, das habe ich auch gerade im Forum gefunden.

Wie sähe es denn aus mit einem Satz 10"/12" Spiegel, einem Tubus als Halbzeug etc.? Kommt das evtl. günstiger? Und falls ja, wo gibt es gute/günstige Spiegel?
 
Hallo Uwe,

das mit
Zitat von Quanten:
In den 52 Jahren, hat sich zum Glück, doch einiges verändert ;)
wäre schön, aber mit den Spiegeln aus dem Buch verglichen habe ich aktuelle kommerzielle Exemplare. Das hat sich leider nicht viel in positiver Richtung getan. Vor zwanzig Jahren waren die Spiegel in S&T bestenfalls "lambda/4 PV wavefront", und inzwischen sind sie nur etwas besser geworden.

Ist aber eigentlich klar, denn der Hobbyschleifer poliert so lange, bis er zufrieden ist. Kommerzielle Spiegel werden so lange poliert, bis die Vorgaben erfüllt sind. Letzteres ist aus Kostengründen das weniger genaue Kriterium.

Grüße

fquadrat
 
Hi allerseits,

sind die "Super-Lamdawerte" doch nicht so relevant ?) ... siehe hier die Aussage eines Astro-Kollegen:

Spiegelgenauigkeiten: und hier insbesondere der weit verbreitete „Lamda – Wert“
(etwa in der Mitte der Seite)

Erinnert mich irgendwie an die "Hifi-Freaks", deren Anlagen so tolle "Klangqualitätswerte" liefern, die aber nur von sauteuren Messinstrumenten zu "hören" sind, aber nicht mehr vom menschlichen Ohr ;)
 
Hallo Leute,

ein super Spiegel hilft nichts wenn nicht alles Andere stimmt.
Das betrifft vor allem die Kollimation des Teleskopes,
aber auch die Qualität des Fangspiegels, der thermische Zustand
des Teleskopes, die Atmosphäre die so ruhig wie möglich sein muß,
die Streulichtabschurmung, die verwendeten Okulare.

Wenn denn alles stimmt, dann kamm man wirklich ohne Probleme
verschiedene Spiegelqualitäten anhand des Sterntestes unterscheiden.

Am flächigen Objekt sieht es schon deutlich schwieriger aus.
Aber auch dort werden die grenzwertigen Details nur mit
den guten Spiegel gerade noch sichtbar, während sie
in den schlechten Spiegeln schon unterhalb der Wahrnehmungs-
schwelle liegen.

Das kann man auch durch die MTF-Kurve sichtbar machen.
Je nach Spiegelqualität wird die MTF-Kurve eine mehr
oder weniger starke Abweichung vom Ideal zeigen.

Je nach Größe des Wellenfrontfehlers ergeben sich
unterschiedlich starke Abweichungen von der idealen Kurve.

Und je nach Fehlertyp ergeben sich unterschiedliche aber
charakteristische Abweichungen von der idealen Kurve.

Aus theoretischer Sicht lohnt sich die Inverstition in eine
gute Spiegelqualität. Aus praktischer Sicht kann ich sagen,
daß sich die Investition nur dann lohnt wenn der User bereit
und in der Lage ist diesem guten Spiegel optimale Arbeits-
bedingungen zu verschaffen.

MfG,Karsten
 
Hallo Ralf,

sind die "Super-Lamdawerte" doch nicht so relevant gruebel ... siehe hier die Aussage eines Astro-Kollegen:

ich hab mir mal den betreffenden Absatz zu Gemüte geführt und muss sagen das da leider viel Halbwissen und Fehlinterpretationen drin stecken.
Das dort geschriebene sollte nicht allzu wörtlich genommen werden um es mal höflich auszudrücken.

Und auch hier, wer kennt es nicht. Die tollen Lamda Werte… Wie gut muss also die Optik sein? Also, nur eines vorab, eine Optik muss im Fokus 1/4 Lamda haben, um als beugungsbegrenzt zu gelten. Heißt unter perfekten Bedingungen (ich meine hier Weltall), kann das menschliche Auge mit einer solchen Optik das Maximum heraus holen. Heute wird teils mit Lamda 10 oder noch „besseren“ Optiken geworben, und ich persönlich zweifele auch nicht daran, dass sie wirklich diese Werte ereichen. Nur ist es so, das menschliche Auge kann von der Auflösung her nicht über die Beugungsgrenze gehen.

Erstmal spielt das menschliche Auge für das erreichbare Auflösungsvermögen eines Teleskopes gar keine Rolle.
Natürlich muss entsprechend vergrößert werden damit das Auge dieses Auflösungsvermögen auch nutzen kann, das wären so bei AP 0,8 bis 0,7 der Fall.
Ebenso falsch ist zu glauben eine gerade mal Beugungsbegrenzte Optik zeigt immer alles was ein Teleskop dieser Öffnung zu zeigen vermag.
Die Kontrastübertragung nimmt kontinuierlich ab je weiter sich die Optik vom Ideal entfernt.
Auch eine Optik mit Lambda 10 hat bereits eine minimal schlechtere Kontrastübertragung als eine Ideale nur ist dort der Unterschied wirklich so minimal das man eine Lambda 10 Optik faktisch noch als Ideal bezeichnen könnte.
Eine Lambda 4 Optik hingegen hat bereits eine deutlich geminderte Kontrastübertragung, das ist auch am Planeten im Vergleich zu einer Lambda 10 Optik zu sehen.

Daher ist es einfach nicht möglich die Vorteile eines "echten" Lamda 10 - Optik (im Fokus wohl gemerkt) auszureizen. Und schon mal gar nicht innerhalb unserer Erdatmosphäre.

Für die Abbildung eines Teleskopes zählt die Summe aller Fehler im Strahlengang.
Das schließt auch das Seeing mit ein.
Beeinträchtigt dieses schon die Wellenfront mit Lambda 6 und hat auch das Teleskop Lambda 6 so ist in der Summe keine Beugungsbegrenzte Abbildung mehr möglich.
Hab ich ein Lambda 10 Teleskop aber sehr wohl.
Hier ist also das glatte Gegenteil von dem der Fall was der gute Mann uns zu erzählen versucht.

Interessant ist sicherlich der RMS - Wert. Er gibt Aussagen über die Gesamtglätte (Rauhigkeit), aber nicht über Zonenfehler und auch nicht dem absoluten Wert im Fokus.

Auch das ist schlicht falsch.
Der normale RMS Wert wie er üblicherweise angegeben wird sagt nichts über die Mikrorauhigkeit weil diese dort überhaupt nicht erfasst wird.
Er macht Angaben über „gröberer“ Strukturen wie sie eben zb. Zonen darstellen.
Diese werden nach ihrem Flächenanteil und damit ihrem Einfluss auf die Abbildung gewichtet.

Für mich ist einzig und alleine der Strehl- Wert ausschlaggebend. Der "echte" Strehl wird nicht per Focault ermittelt, oder sonstigen Methoden, sondern einzig und alleine das Interferometer kann den exakten Wert bestimmen!!!

Hier ist wohl nicht ganz klar das sich der Strehl aus dem RMS berechnen lässt, beide Werte haben deshalb faktisch die gleiche Aussagekraft um die Abbildung beurteilen zu können.

Grüße Gerd
 
hallo f^2,

"mit den Spiegeln aus dem Buch verglichen habe ich aktuelle kommerzielle Exemplare. Das hat sich leider nicht viel in positiver Richtung getan. Vor zwanzig Jahren waren die Spiegel in S&T bestenfalls "lambda/4 PV wavefront", und inzwischen sind sie nur etwas besser geworden."

Das ist sehr interessant, weil ich auch sehr viel vergleiche. Magst du nähere Angaben machen zu Anzahl, Grösse und Herkunft der Spiegel, und der Messmethode die dir solche Aussagen erlauben?

danke und lg, Tommy
 
Hallo Leute,

ich möchte gerne noch das was Karsten und Gerd ausführen unterstreichen. Was Beide da von der eher theoretischen Seite aufzeigen haben sie auch praktisch schon gesehen, zumindest bei karsten weiß ich das ganz sicher, weil ich öfter dabei war.
Außerdem kann JEDER das sehen.

Was diese theoretischen Ansätze in der Praxis hergeben ist, dass man sehr wohl mit einem guten und beherrschten(!) 12" Newton einen 16" Newton trotz dessen unbestritten höherer Lichtsammelleistung ziemlich alt aussehen lassen kann.
Dies habe ich auf den diversen Beobachtungswiesen schon häufiger mit unterschiedlichen Öffnungen erleben dürfen.
Dabei ist auf der Wiese nicht immer definitiv und/oder schnell auszumachen, ob das größere Teleskop nun an mangeldner Qualität oder an mangelnder Beherrschung "leidet".

Solche Feststellungen beziehen sich nicht nur auf Höchstvergrößerung und Planetenbeobachtung auf der letzten Rille, sondern auch auf Deepsky. Hier insbesondere die Erkennung schwacher GX im Grenzbereich der Wahrnehmung oder Details in GX oder auch Emissionsnebel an der Wahrnehmungsgrenze. Hier gewinnt nicht automatisch mehr Lichtsammelleistung wenn der Kontrast im Keller ist. Aber auch die Definition von Einzelsternen z.B. in Kugelsternhaufen kann ein kleineres aber beherrschtes Teleskop durchaus besser bringen.

Tommy geben meine Beobachtungen ebenfalls in so fern recht, dass nicht zwingend die Nobelmarke besser abschneiden muss als der günstige Hersteller. Entscheidend ist sicher eine gute Spiegequalität, die kann aber heute auch durchaus aus Fernost kommen.
Letztlich kann man aber auch einen Premiumspiegel mit nachgewiesener Top-Qualität so dejustiert und in machanisch wie thermisch schlechtem Zustand des Komplettteleskops antreffen, dass er hinter einem knapp beugungsbegrenzten aber eben beherrschten Spiegel zurück bleibt.

Gruß
*entfernt*
 
Hi Karsten, Gerd und Günther,

danke für eure informativen Ausführungen :)

Gilt halt auch bei dem "System Teleskop-Mensch" der alte Spruch:

Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied ... :cool:

Ich nehme mal an, der Kollege Ingo wollte nur vor dem zu sehr auf den (einen) "Topwert" Schielen warnen, weils dieser alleine nicht (aus)macht was man letztendlich zu sehen bekommt bzw. was dann in den grauen Zellen verarbeitet wird :augenrubbel:
 
Hallo zusammen,

ich weiß gar nicht, welche Aussagekraft diese viel verwendeten Begriffe wie Strehl u.a. in der Praxis wirklich haben.

Sehr bemerkenswert in diesem Zusammenhang finde ich aber die Aussage von Bob Royce, der mir erst kürzlich diesen hervorragenden 10"-Spiegel geliefert hat, dass er nämlich - zumindest unaufgefordert - keine Zertifikate ausstellt! Denn ihm sei vollends bewusst, worauf es im Herstellungsprozess ankommt, und das kann man offenbar nicht mit ein paar griffigen Schlagworten oder Zahlen beschreiben ...

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo,

die Erfahrungen sind also unterschiedlich - ich hab mit einer ausgemachten 16" Obergurke immerhin NGC891 im meinem Gärtchen neben Wien gesehen, im guten 10" wars da finster...

Aber niemand wird bestreiten dass ein besseres Fernrohr eben besser ist ;-))) vor allem wenns grösser ist.

Der Strehl oder besser die MTF sagen ja auch auch nur aus wie viel Licht ein Scope unter Laborbedingungen im Beugungsscheibchen bündeln kann (wenn man mit 0,84 multipliziert, das haben wir der Wellennatur des Lichts zu verdanken). Die MTF ist IMHO aber ein absolut praxistauglicher Ausgangspunkt die Leistung einer Optik zu beschreiben.

Was man in der Praxis daraus macht ist das nächste Kapitel, das man lernen kann. Unterm Himmel kommt eben noch das thermische Verhalten und das Seeing dazu. Deswegen wird ja, nun zum drittenmal hier erwähnt, ein besseres Teleskop auch bei schlechterem Seeing noch besser arbeiten als ein schlechteres. Das thermische Verhalten und das Seeing muss so weit wie möglich optimiert werden - Lüfter und Isolierung - um das herauszuholen was wirklich drin steckt.

Suiter beschreibt das als "wobbly stack of filters", was alles auf dem Weg des Lichts vom Stern zur Netzhaut passieren kann. Der reine Spiegel/Linse ist nur ein Teil davon.

Dass ein Edel-Hersteller wie Bob Royce keine Zertifikate ausstellt, mag sein Kalkül sein. Und macht auch nichts, solange die Instrumente edel sind. Im normalen Leben hat man mit einem Zertifikat halt "hard facts" in der Hand - die so vetrauenswürdig sind wie der Aussteller desselben. Die Katz beisst sich irgendwie in den Schwanz...

lg Tommy
 
Hallo fquadrat

wäre schön, aber mit den Spiegeln aus dem Buch verglichen habe ich aktuelle kommerzielle Exemplare. Das hat sich leider nicht viel in positiver Richtung getan. Vor zwanzig Jahren waren die Spiegel in S&T bestenfalls "lambda/4 PV wavefront", und inzwischen sind sie nur etwas besser geworden.

Man bekommt heute "kommerzielle" Spiegel in allen Größen und in allen Qualitätsstufen, mit Zertifikat und ohne, mit unterschiedlichen Beschichtungen und mit unterschiedlichen Spiegelträger usw.
Im Grunde bekommt man alles was das Herz begehrt!
Somit bezieht sich deine Aussage wohl eher auf das untere Qualitätsspektrum des Markts und kann daher nicht für alle "kommerziellen" Anbieter gelten.
Einen 12" Spiegel mit garantierten L/8 oder L/10 mit einem interferometrisch gemessenen Strehl von 0.98-0.99 bekommt man heute für um die 1000 Euro.

Ist aber eigentlich klar, denn der Hobbyschleifer poliert so lange, bis er zufrieden ist. Kommerzielle Spiegel werden so lange poliert, bis die Vorgaben erfüllt sind. Letzteres ist aus Kostengründen das weniger genaue Kriterium.

Ich kenne aber auch Hobbyschleifer, welche ihren Selbstschliff frustriert aufgegeben haben, oder von anderen Schleifern fertig gestellt wurden.

Ich habe schon selbst geschliffene Spiegel gesehen, die nicht auspolierte Zonen hatten, einen nicht auspolierten Rand, eine abgesunkene Kante, einen Grotten schlechten Strehl usw.

Auch kommt es bei der Qualitätsbeurteilung auf das Messverfahren an. Häufig kommt man mit der Zonenmessung nach Foucault auf einen besseren Strehl als mit einem Interferometer.

Also das Bild, dass nur Hobbyschleifer gute Spiegel herstellen können kann ich so nicht bestätigen.

Ich neige sogar zu der Behauptung, dass sich ein Selbstschliff aus Kostengründen erst ab 12" und größer wirklich lohnt. Jedoch wird die Herstellung spätestens ab 16" schon deutlich anspruchsvoller.

Das Thema Rauheit, hat Kurt im Astrotreff ausführlich bearbeitet.
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=30583

Gruß Uwe
 
Hallo Leute, ich danke erstmal sehr herzlich für die Diskussion. Ich habe in den letzten 24 Stunden viel im Forum und sonstwo quergelesen und bin dank Eurer Beiträge zu dem Schluß gekommen, daß ich mein Budget aufstocken und mir einen guten 12" holen wollte.

Ich kenne die ganzen "Geheimtiphersteller" nicht sondern nur die "Großkommerziellen". Daher beschränkte sich mein Auswahlfeld - eventuell mag es ja wer ergänzen?

Mein Finanzminister hatte mir heute Morgen ein Budget von ca. 1500-2000€ genehmigt.

Als erste Wahl hatte ich daher den 300/1600 mit 1/10 Optik von OrionUK für geschätzte 1850€. Ich stehe auf diese Alubox und die Rohrschellen. Die Tubus- und Spiegel(beschichtungs)probleme sollen angeblich im Griff sein, der Okularauszug aber schlecht (aber sowas kann man ja nachrüsten).

Als günstigere Alternative (je nachdem was ihr dazu gemeint hättet) hätte ich mir einen 12" D12-P-MC Galaxy bei ICS für 1575 geholt und evtl. wär auch hier mit Aufpreis eine zertifizierte Optik möglich gewesen.

Aber...heute Nachmittag hat sich das Getriebe meines Autos verabschiedet...natürlich exakt 8 Wochen nach Ablauf der Gewährleistung. Damit hat sich das Thema "Teleskopkauf" leider auf unbestimmte Zeit erledigt...

und irgendwie habe ich gerade so einen Hals das ich noch nichtmal weiterspinnen mag was ich mir dann irgendwann mal in der Zukunft kaufen will.

 
hallo,

das ist natürlich Pech! Aber Schwierigkeiten sind auch Gelegenheiten zum Wachsen. Lass dich nicht unterkriegen. Vielleicht geht es, zweig einen Bruchteil ab und schau nach einem gebrauchten 8" Dobs - ich weiss ja nicht ob du schon ein Instrument hast, du verrätst ja nix - aber das ist immer noch etwa 10000x besser als gar nix.

viel Glück, Tommy
 
Hi!

Zitat von DeltaElite:
Aber...heute Nachmittag hat sich das Getriebe meines Autos verabschiedet...natürlich exakt 8 Wochen nach Ablauf der Gewährleistung. Damit hat sich das Thema "Teleskopkauf" leider auf unbestimmte Zeit erledigt...
Erstens gibt es hier zusätzlich zur Gewährleistung fast immer noch eine Herstellergarantie, und wenn die nicht mehr gilt: Kulanzantrag stellen!

Grüße

fquadrat
 
@tommy

Hi Tommy, bei mir gibts auch nix zu verraten...ich hab ja auch noch nix. Aber es stimmt: ein billiges/weniger gutes Teleskop ist besser als keins, das ist wohl ziemlich sicher. Aber irgendwie kann ich mich nie so ganz von dem Best-buy Gedanken lösen...

@fquadrat
Garantie ist leider um und Kulanzantrag wurde heute abgelehnt...war leider ein Reimport. Reparatur mit Neuteilen beim Werkshändler käme auf fast 5000€. Mal sehen was ein Tauschgetriebe bei der freien Werkstatt kostet.

Aber ich werds drehen und wenden können wie ich will, unter 2000€ werd ich nicht kommen und da ist das Teleskop erst mal gestorben, egal ob eines für 600 oder 2000€.
 
Mein Beileid ... :-(

Grüße

fquadrat
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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