Vergrösserungen

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vivendi

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Ich bitte Euch um die Beantwortung folgender Fragen: Was ist bei der Beobachtung der Planeten eine "vernünftige" Vergrösserung? Setzt man bei der Beobachtung von Nebeln, z.B. Andromeda oder Orion auch stärker vergrössernde Okulare ein? Habt Ihr einen Tip für mich, wie man das "rumgewurschtele", mal Okular zu hoch, mal zu niedrig, vermeiden kann (Newton)? Vielen Dank im voraus!
 
Moin

also zu der Planeten-Vergrösserung
je nach wetterlage und Gerät kannst du da eigentlich bis ans Limit des sinnvollen gehen (Öffnung in mm x 1,5).
Als gängig auch bei nicht soo dollem Wetter hat sich bei mir (8" Dobson) 100 - 150x etabliert -> 250x sind aber sicher drinne bei passendem Wetter.

Am besten ist aber immernoch selber ausprobieren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

zu der 2. Frage:
hatte gestern selber M42 mal vor der Linse - ähm dem Spiegel <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> - und weit unter 12.5mm = ~100x hattes nicht so richtig spass gemacht
für detail beobachtung wohl möglich
 
Hallo,

zur Vergrößerung an Planeten. Um feinste Details auf Planeten erkennen zu können, sollte die Vergrößerung nach oben geschraubt werden. Als Faustregel kannst Du 1,5* bis 2* die Objektivöffnung (in Millimeter) als Referenz nehmen (z.B. 114mm Öffnung = 228fache Maximalvergrößerung). Dieses ist aber nur ein erster Anhaltswert, der auch überschritten werden kann (darzu hier aber nicht mehr). In letzter Konsequenz ist die Vergröeßrung vom Seeing abhängig, welches von Tag zu Tag oder gar Stunde zu Stunde variieren kann.

Prinzipiell ist die Situation im Deep Sky Bereich identisch. Detailbeobachtungen an Galaxien oder kleine planetarische Nebel erfordern hohe Vergrößerungen. Bei großer Ausdehnung dieser Objekte (z.B. M31) muss die Vergrößerung nicht allzu hoch gewählt werden, damit das gesamte Objekt sich noch im Gesichtsfeld befindet. Das Gesichtsfeld ist aber wiederum abhängig von Deinem System.

Als Resumee könnte man festhalten. Am Planeten soweit vergrößeren wie es das Seeing zulässt und bei Objekten mit großer Ausdehnung mit geringer Vergrößerung beginnen.

Schau mal unter NightSky nach. Hier findest Du im Archiv den Artikel "Ein wenig Mathematik". Ggf, beinhaltet dieser auch noch einige relevante Informationen für Dich.

Grüße, Christoph Lohuis.
 
Es kommt bei Planeten eben vor allem auch darauf an WELCHEN Planeten du beobachtest und in welcher POSITION, d.h. wie nah er der Erde zur Zeit ist. Richtige Details wirst du mit den gängigen Amateurteleskopen wohl nur bei Mars, Jupiter und Saturn erkennen können. Merkur und Venus zeigen höchstens mal ihre Phasengestalt. Bei den anderen Planeten (Uranus, Neptun, Pluto) sind sowieso keine Details mehr zu erkennen - die muss man erst mal finden.

Zur Vergrößerung: Wenn Mars, Jupiter oder Saturn in Opposition stehen, dann kann man unter Umständen schon mit 50x-100x Details wie Wolken, Ringe, Polkappen etc. entdecken. Allerdings ist so die gängige Meinung, Planetenbeobachtung beginnt ab ca. 150x - dem würde ich mich eigentlich auch anschließen.

Die Untergrenze definiert also der Planet und die Zeit.
Die Obergrenze definiert das Seeing und dein Teleskop.

Am besten, du probierst einfach mal aus.

mfg

Rolf

PS: Für eine Vergrößerung, die dem doppelten Spiegeldurchmesser in mm entspricht, braucht man schon wirklich nen sehr guten Himmel, um alles scharf zu sehen.
Im DeepSky-Bereich hast du dazu noch den Effekt, dass die meist von Natur aus dunklen Objekte mit steigender Vergrößerung noch dunkler erscheinen.
 
Frohe Weihnachten Vivendi,
Vergrößerung bedeutet folgendes:
a) Erhöhung der scheinbaren Winkelausdehnung eines Objektes.
b) Verbesserung des Auflösungsvermögens gegenüber dem eigenen Auge.
Dementsprechend wirst Du für großflächige Objekte tendenziell eher kleinere Vergrößerungen wählen. Großflächig sind z.B. einige offene Sternhaufen, wie z.B. die Plejarden, h&chi Perseus, die Andromedagalaxie oder auch der Orionnebel z.B..
Ebenfalls großflächig sind die großen hellen Planeten und der Mond, die aufgrund Ihrer Helligkeit jedoch Deteilerkennung ermöglichen. Dazu muß Du das Auflösungsvermögen erhöhen, sprich hohe Vergrößerungen einsetzen, damit Dir dies gelingt.
Auflösungsvermögen ist auch bei der Doppelsterntrennung gefragt. Hier wählst Du die Vergrößerung entsprechend dem Abstand der Komponenten.
Gleiches gilt für Kugelsternhaufen.
Bei DeepSky-Objekten setzt die Objekthelligkeit meist die Grenzen.
All das ist abhängig von der Leistung Deines Teleskop, besonders der Öffnung.
So macht die Beobachtung von Kugelsternhaufen jenseits von 200fach mit nem 8Zöller durchaus Sinn, mit nem 70mm Refraktor nicht. Andromeda hingegen ist so groß das man auch mit 8 Zoll so gering vergrößert wie mit dem o.g. Refr.
Unabhängig davon setzt die Qualität der Optik und die Beobachtungsbedingungen noch Grenzen des Machbaren.
Ich hoffe das hilft Dir etwas weiter
CS
 
Hallo Vivendi!


Ich finde, daß Planetenbeobachtung erst ab 150x "vernünftig" wird.
Ab 200x fängts dann an, richtig Spaß zu machen. Die Planetenkugel ist dann auch nicht mehr so mickrig im Gesichtsfeld.
Ab 250x wirds dann spektakulär, gutes Seeing und ein gutes Teleskop vorausgesetzt.

Höher als ca. 250x konnte ich bisher mit meinem Teleskop nicht gewinnbringend vergrößern.
Prinzipiell gilt natürlich, daß man so hoch vergrößern sollte, wie das Teleskop und das Seeing es zuläßt.

Es gibt Beobachter, die gerne über das sinnvolle Maß hinaus vergrößern. Das Bild wird dabei jedoch nur größer, mehr Details sieht man aber nicht. Imo verliert dabei das Bild an Ästhetik und Natürlichkeit.
Daher vermeide ich solche "leeren Vergrößerungen" und vergrößere nur soweit, wie das Bild scharf und kontrastreich bleibt.
Ob man eine leere Vergrößerung benutzt kann man leicht testen, indem man zu einer niedrigeren Vergrößerung wechselt. Wird das Bild dabei deutlich schärfer, dann hatte man vorher "zu" hoch vergrößert.


Gruß Harald
 
Hi Vivendi!

Frage 1 und 2 haben Dir ja die anderen schon beantwortet:

Planeten so hoch vergrössern wie das Seeing (oder das Gerät) es zulässt (also AP<3mm bis 1mm, bestenfalls 0,5mm) - Galaxien & Nebel eher kleine bis mittlere Vergrösserung. (AP = 7mm bis etwa 3mm)

Die AP (Austrittspupille) berechnet sich
AP= Optiköffnung/Vergrösserung

oder auch

AP = f(okular) / x (wobei "x" die Öffnungszahl des Teleskopes ist, also bei einem f/5 - Gerät ist es 5)


Habt Ihr einen Tip für mich, wie man das "rumgewurschtele", mal Okular zu hoch, mal zu niedrig, vermeiden kann (Newton)?

Naja, ich beginne sowieso IMMER zuerst mit meiner kleinstmöglichen Vergrösserung, damit ich das "Objekt meiner Begierde" nach dem Blick durch den Sucher hoffentlich im Gesichtsfeld des Teleskopes habe und zentrieren kann. Erst dann beginne ich, weiter hoch zu vergrössern. Gewurschtel ist da keines dabei, aber die Anschaffung (Eigenbau) einer anständigen Okularablage ist schon von Vorteil....
Das MUSS nicht mehr sein, als ein Brett mit ein paar Löchern drin - KANN aber auch ein kleines Tischchen zum hochklappen sein, mit einigen Löchern (für Okulare) und Platz, um eine Himmelskarte abzulegen. Ggf. kann ja auch eine LED-Schwanenhals-Beleuchtung integriert sein...

Sowieso (finde ich) wird bei serienmässig hergestellten Teleskopen zu wenig Wert auf eine "angenehme Benutzung" gelegt: was würden 2 "Steuerknüppel", in passender Position an einen Dobsontubus angeschraubt, serienmässig kosten? 5.-€ ? 10.-€ ? Wenn man bedenkt, dass so ein Dobson ettliche hundert €'s kostet, ist das ja wirklich nicht zumutbar... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />
 
Ich möchte mich bei Euch allen bedanken! Trotz Hochfeiertag habt Ihr mir sehr weitergeholfen. Ich wünsche Euch noch eine frohe Weihnacht und ein gesundes und spechtelreiches neues Jahr!!
 
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