Verschiedene Marken verwirren mich

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MiriTina

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Hallo,

ich bin ganz neu hier. Ich würde mir gerne einen neuen Reflektor kaufen und bin ziemlich verwirrt von den verschiedenen Marken, da ich nicht beurteilen kann, wie die Qualität ist und was letztendlich diese teilweise doch große Differenz in den Preisen ausmacht. Ich habe ein 114/900 Newton von Vixen und würde mich jetzt gerne intensiver mit Deep-Sky befassen. Soweit ich mich belesen habe, sollte wohl in diesem Fall der Reflektor mindestens 10" haben.
Ich bin mir nur nicht sicher bei der Auswahl bzgl. Vixen, Meade oder Celestron. Wo liegen die größten Unterschiede, bzw. wie sieht es mit den Marken "Orion" oder "Skywatcher" aus. Die sind wesentlich günstiger. Da ich jedoch mein Teleskop lange benutzen möchte, hätte ich auch gerne eine vernünftige Qualität.

Es gibt Brennweiten von 200/1800 aber auch von 200/800. Wie sieht denn z.B. der Unterschied dieser beiden Teleskope in der Praxis aus? Ich weiß dass das 1800 Lichtschwächer ist, aber die maximale Vergrößerung ist bei beiden gleich.

Könnt Ihr meine Verwirrung verstehen und vielleicht netterweise für mich etwas Licht in diesen dunklen Teleskopdschungel bringen.

Für Antworten wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße und CS Tina
 
Hallo, ich bin es nochmal. :-)
Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, ich bin kein Freund von ToGo verfahren, denn es macht mir Spaß, meine Objekte selbst zu finden. Außerdem möchte ich meine GP Montierung weiterhin benutzen. Wäre die denn auch mit Teleskopen von anderen Herstellern kompatibel? Ich weiß, das müssen für Euch sehr wahrscheinlich Kindergartenfragen sein, aber irgendwie bin ich ja auch in diesem Metier ein Kindergartenkind trotz meiner 39 Lenze.

CS Tina

 
Hallo Tina,

Skywatcher/Orion/Celestron sind der gleiche Hersteller(der Chinariese Synta) unter verschiedenen Labels. Egal was du da kaufst, die Teleskope unterscheiden sich minimalst/wenn überhaupt und meistens nur beim Zubehör oder Lackierung.

Vielleicht hier noch nen Artikel zu marken auf Svens sehr zu empfehlender Homepage: http://www.svenwienstein.de/HTML/welche_marke_.html

Viele Grüße

Daniel
 
Hallo Tina,

die GP ist eine gut verarbeitete Montierung, einen 10-Zöller draufzusetzen halte ich aber für grenzwertig. Ein leichter nicht zu langer 8er wäre meiner Meinung nach eine sinnvolle Obergrenze, also z.B. ein 200/800 oder 200/1000, wie es bei f6 -> "200/1200 aussieht weiß ich nicht, könnte anfangen wackelig zu sein. Daß [zensiert] sky erst ab 10" losgeht ist eigentlich falsch, viele verwenden einen kleinen Refraktor mit 100 oder 120 mm Öffnung für Übersichtsbeobachtungen, wenn man schon mit "unter 10" läuft nix" anfängt könnte man auch direkt sagen nimm 12" oder 16"...Bei 8" legen viele Objekte deutlich zu was Details angeht, mit 6" sieht man auch schon einiges, mehr Öffnung wird fast immer mehr zeigen.

Bei 800mm Brennweite des Teleskops kannst Du größere Felder am Himmel beobachten da sich mit den typischen Übersichtsokularen mit ca. 30mm Brennweite geringere Vergrößerungen erzielen lassen als bei 1800mm Brennweite: teilt man die Teleskopbrennweite durch die Okularbrennweite erhält man die Vergrößerung, also ca. 26x bei 800mm und 60x bei 1800mm Brennweite. Aber: ein "schnelles" öffnungsverhältnis wie beim 200/800 , Öffnungsverhältnis ist dann f4, erfordert wenn man bei weitwinkligen Okularen auf eine gute oder sehr gute Randschärfe Wert legt deutlich höhere Ausgaben als ein "langsames" Teleskop wie ein 200/1800, dieses wäre dann aber kein Newton sondern z.B. ein Schmid-Cassegrain wie das C8 von Celestron, das hat ca. 2000mm Brennweite und ist damit recht anspruchslos was Okulare angeht.

Sagt Dir "Dobson" was? Sicher wird mich der eine oder andere gerne erschlagen weil ich damit anfange, ABER: wenn Du Spaß am suchen hast und die Objekte eh nicht per Goto anfahren und abhaken möchtest wäre das evtl eine Alternative, das Teleskop - typisch wäre ein 200/1200 Newton - sitzt dreh- und schwenkbar auf einer Art Kiste, schau einfach mal den Händlern auf die Shopseiten, da gibt es reichlich Beispiele zu sehen. Wenn Du auf jeden Fall bei der paralaktischen Montierung bleiben möchtest wäre evtl der 6"f6 von GSO eine Alternative, die Qualität tut sich in dieser Preisklasse zwischen den ganzen Herstellern recht wenig, der GSO hat schon einen Okularauszug mit 22, nimmt also gescheite Übersichtsokulare auf und man ist nicht wie vermutlich beim 114/900 auf 1 1/4" festgelegt, vorhandene 1 1/4" Okus kannst du mit einem Adapter weiterverwenden.

So, das mal so als konfuse Ideensammlung :/


Viele Grüße Felix
 
Hallo,

vielen Dank für Eure schnellen Antworten. Ein Dobson kenne ich. ich habe mich vorher schon belesen, war aber wie schon geschrieben, sehr verwirrt von den verschieden Marken und den damit verbundenen Preisunterschieden. Ich habe ja ein Vixen 114/900 und recht gute Okulare. 24 und 15mm LV und LVW 8mm. Dazu noch ein selbstgebautes Okular 12mm von einem Freund.

Sieht man denn mit einem Newton oder einem Schmidt Cassegrain mehr Details und Strukturen, oder kann man das so pauschal nicht sagen?

Ich habe schon einige Objekte gefunden wie z.B. den Ringnebel, Pinwheel Galaxie und natürlich Orionnebel nur um einige zu nennen, aber bei ersteren waren kaum Details zu erkennen. Ich habe mich ersteinmal darauf konzentriert mich am Himmel auszukennen und Objekte relativ schnell und zielsicher per Starhopping zu finden. Nun möchte ich gerne mehr Strukturen der Deep-Sky Objekte finden. Ein Dobson kommt für mich nicht in Frage, ich schon gerne bei der parallaktischen Montierung bleiben.
Es ist vielleicht nicht erwähnenswert, aber ich auf meinem Reflektor noch einen kleinen Refraktor. Der war dabei, aber ich habe ihn noch nie bei einem Teleskop-Händler gesehen. Es ist ein Sky-Lux 70/700, aber nicht wirklich das wahre. Bei Planeten bin ich dann und wann mal auf ihn umgestiegen. Ich habe ihn auf den Reflektor justiert, so dass ich immer die Objekte durch beide Teleskope betrachten kann. Die Konstruktion sieht etwas eigentümlich, aber sehr individuell aus. :-)

Nun ja, gut Ding will Weile haben. Da ich gute Qualität haben möchte, habe ich auch noch die Zeit mich um zusehen und erst zu entscheiden wenn ich mir sicher bin, denn um mir etwas schlechtes, aber billiges zu kaufen habe zu viele Zweifel, denn die Investition soll sich ja mehrere Jahre bewähren.

Vielen Dank schon mal für die Antworten und ich freue mich natürlich über weitere Anregungen, denn ich auch allen nachgehen werde.

CS Tina
 
Hallo Tina,

der Detailreichtum - also die Auflösung - hängt nur von der Öffnung ab wenn man eine ungefähr gleiche Qualität voraussetzt und von den üblichen käuflichen Geräten ausgeht. Für Selbstbauer oder Leute die sich etwas zu basteln trauen bietet der Newton mehr Verbesserungmöglichkeiten da das System ich nenns mal "optimierungsfreundlicher" ist. Das heißt nicht das er im Originalzustand schlechter ist, es lassen sich kleine Verbesserungen leichter umsetzen. Nutz mal die Suche oder Google und schau nach "Tubusschwärzung", "Tubus mit Velours auskleiden", "Tubus belüften", dann wird deutlich was ich meine. Im Originalzustand sind die Unterschiede klein bis nicht sichtbar. Die Seite von Sven wurde ja schon verlinkt, die lohnt es sich zu lesen wie überhaupt viele Seiten von anderen Hobbyastronomen viele Informationen bieten hinter denen keine Gewinnabsicht steckt, viele haben eine in ihrer Signatur verlinkt.


Viele Grüße Felix
 
"Marken" sind oft nur "Labels"

Hallo Timo,

Außerdem möchte ich meine GP Montierung weiterhin benutzen. Wäre die denn auch mit Teleskopen von anderen Herstellern kompatibel?

Ja, selbstverständlich.

Deine GP ist eine gut verarbeitete Montierung die visuell kurze
8" Newtons tragen kann. Also 8"f/4 oder 8"f/4,5 oder vielleicht
auch noch einen 8"f/5 Newton, eventuell mit einem steiferen Stativ.

Mit 8" Öffnung kann man schon sehr viele Deep Sky Objekte recht
deteilliert beobachten. Je lichtstärker der Ewton, desto mehr
off-axis Koma hat er und um so wichtiger ist deshalb eine gute
Justage des Newtons. Einen f/4 würde ich deshalb und wegen der
hohen anforderung an die Okulare nur im Notfall empfehlen.
Besser einen f/5 oder zumindest einen f/4,5 Newton.

Es gibt Brennweiten von 200/1800 aber auch von 200/800. Wie sieht denn z.B. der Unterschied dieser beiden Teleskope in der Praxis aus? Ich weiß dass das 1800 Lichtschwächer ist, aber die maximale Vergrößerung ist bei beiden gleich.

Falls die beiden Teleskope Newtons wären, wäre der 200/1800mm
Newton fast 2 Meter lang. In der Praxis würde das eine sehr
schwere Montierung erfordern. 8" Newtons gibt es gibt es von
der Stange zwischen 8"f/4 bis 8"f/8 und selbst der ist schon
ein ziemlich langes Ofenrohr.

Der 200/1800mm Achtzöller ist sehr warscheinlich ein gefaltetes
Spiegelteleskop nach Cassegrain, oder eine Abwandlung davon.

Je nach ausführung kann so ein (klassischer, Schmidt-, Maksutov,
Field, Dall-Kirkham-,) Cassegrain sehr kompakt bis recht kompakt
ausgeführt werden. Der Einblick erfolgt dann hinten anstatt seitlich
wie beim Newton. Das macht in der Praxis einen Unterschied.
Es gibt Leute die nur Teleskope mit Heck-Einblick wollen.

Wie sieht denn z.B. der Unterschied dieser beiden Teleskope in der Praxis aus?

Um die gleiche Vergrößerung
(Teeleskopbrennweite : Okularbrennweite = Vergrößerung)
zu erzielen brauchst du dann Okulare mit anderer Brennweite:

Ein 4mm am 8" f/4 Teleskop ergibt ebenso 200x Vergrößerung
oder 1mm Austrittspupille wie ein 9mm Okular am 8"f/9 Teleskop.

Die Tragfähigkeit für visuelle Nutzung deiner Montierung
begrenzt bei 8" Öffnung gestreckte (ungefaltete) Spiegelteleskope
auf maximal f/5 , wenn du wegen der Justage und Okularanforderungen
also lieber ein lichtschwächeres Teleskop nutzen willst wird
das notgedrungen ein Spiegelteleskop in Cassegrain-Bauweise sein.

Ich habe ja ein Vixen 114/900 und recht gute Okulare. 24 und 15mm LV und LVW 8mm.

Die OKulare kannt du auch an lichtstarken Newtons nutzen,
das 8mm LVW eigent sich dafür sogar sehr gut.

Ich habe schon einige Objekte gefunden wie z.B. den Ringnebel, Pinwheel Galaxie ...

Aber Hallo, M 101 ist wegen seiner geringen Flächenhelligkeit
ein sehr schwieriges Objekt an dem ich mir lange die Zähne
ausgebissen habe bis ich sie endlich unter dunklem Himmel sah.

Sieht man denn mit einem Newton oder einem Schmidt Cassegrain mehr Details und Strukturen, oder kann man das so pauschal nicht sagen?

Das Auflösungsvermögen für gleichhelle Doppelsterne ist bei
beiden 8" Teleskopen gleich.
Das Kontrastübertragungsvermögen hängt aber nicht nur von der
Öffnung des Teleskopes ab. Hier spielen viele weitere Faktoren
eine wesentliche Rolle: Die Größe der zentralen Obstruktion,
Farbreinheit, Streulichtunterdrückung, Justagezustand,
Fertigungsqualität, Auskühlzustand, etc blabla ....

Pauschalisieren kann/sollte man also nicht.

Ach ja:
"Marken" sind oft nur "Labels". Andere Tubusfarbe, andere Beigaben,
anderer "Marken-(oder besser Label)-Name", aber sie fielen
alle vom gleichen Band...

CS,Karsten
 
Re: "Marken" sind oft nur "Labels"

Hallo,

nochmals vielen dank für Eure ausführlichen Antworten. Ich habe mich jetzt für ein Cassegrain entschieden. Ich bin schon ganz aufgeregt und freue mich, wenn ich es habe, tja und dann wäre es wirklich nett, wenn mal die Wolken verschwinden und uns den Blick auf das wunderschöne Universum erlauben würden.

CS Tina
 
Re: "Marken" sind oft nur "Labels"

Hallo Tina,

ich lese Rheingau - wir stehen bei jeder sich bietenden Gelegenheit im Rheingau-Taunus-Gebirge ;) Vieleicht solltest du dir vor dem Drücken des Order-Knopfes, doch mal das ein oder andere Gerät live anschauen. Die Möglichkeit hast du hier eindeutig :)

Wenn du Lust hast, kannst du auch zu unserem Rhein-Main-Taunus Stammtisch nächsten Montag um 20 Uhr in der Wambacher Mühle kommen, da kannst du alle deine Fragen loswerden und sicher auch beantwortet bekommen ;) Dürfte nicht weit von dir sein...

Viele Grüße Benny
 
Re: "Marken" sind oft nur "Labels"

Hallo Benny,

vielen dank für Deine Antwort. Ich habe schon ganz dreist einige nette Menschen hier angeschrieben, bei deren Profil ich über einen Ort in meiner Nähe gestolpert bin und ..., ich habe schon zugesagt für den Montag. :biggrin:

Ich freue mich schon darauf Euch kennen zulernen.

Bis Montag, liebe Grüße und ich bin ein optimistischer Mensch ...Clear Skies, Tina
 
Re: "Marken" sind oft nur "Labels"

Hallo,

lustig - gerade war ich auf der Mitgliederseite.
Also das sind die Leute, von denen du geschrieben hast. Eine gute Wahl.
Dann auch von mir bis Montag.

Gruß und klaren Himmel
Andreas
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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