Hallo allerseits,
Bislang bezogen sich die meisten Kommentare auf die Darstellung
flächiger Objekte, da kommt es in der Tat nur auf das
Öffnungsverhältnis oder die Blendenzahl vom Objektiv an. Und für flächige Objekte wie Nebel und Galaxien ist die f/5 Optik schneller als die f/6 Optik. Die langsamere f/6 Optik muss (6/5)² = 1,44x länger belichten, um dieselbe Flächenhelligkeit auf dem Bildsensor zu bekommen.
Anders ist es bei der Darstellung von
Punktlichtquellen, also Sternen. Da kommt es nur auf das Lichtsammelvermögen, also die
Öffnung der Optik an:
Sterne sind mathematische Punkte. Wie viele davon du ablichten kannst, richtet sich ausschließlich nach der Öffnung des Teleskopes.
Nebel sind flächige Objekte. Wie gut sie abgebildet werden, richtet sich nach der Blende, also dem Öffnungsverhältnis.
Daraus folgt: Große Öffnung, viele Sterne, große Blende, schöne Nebel.
Insbesondere hängt dann die
Grenzgröße von Sternen, die man mit einer Optik gerade noch wahrnehmen kann, einerseits von der Qualität des Himmels, aber insbesondere auch von der Öffnung der Optik ab:
m = m_0 + 5 log_10 (D/d)
dabei ist
m = Grenzgröße mit Optik
m_0 = Grenzgröße am Standort ohne Optik
D = Öffnung der Optik
d = Öffnung der Augenpupille
log_10 = gewöhnlicher Logarithmus zur Basis 10 (wie auf dem Taschenrechner)
In Zahlen, mit d = 6 mm und m_0 = 6 für einen dunklen Standort, bekommen wir
(a) für eine Öffnung von D = 60 mm
m = m_0 + 5 log_10 (D/d) = 6 + 5 log_10 (60/6) = 6 + 5 = 11,0
(b) für eine Öffnung von D = 70 mm
m = m_0 + 5 log_10 (D/d) = 6 + 5 log_10 (70/6) = 6 + 5,3 = 11,3
Die größere 70 mm Öffnung verschafft also eine etwas höhere Grenzgröße.
(c) Noch deutlicher wäre das natürlich mit einer erheblich größeren Öffnung, z.B. mit einem 12-Zöller (D = 300 mm):
m = m_0 + 5 log_10 (D/d) = 6 + 5 log_10 (300/6) = 6 + 8,5 = 14,5
Das pure Lichtsammlungsvermögen der Optik im Vergleich zum unbewaffneten Auge schafft hier also den beschriebenen Vorteil. Genaugenommen kommen auch noch andere Faktoren ins Spiel, wie die Vergrößerung, aber das sind sekundäre Effekte.
Gruß, Peter