Verständnisfrage: Was bringen eigentlich große Teleskope?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas TobiGH3
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Hallo Peter,

danke für den Hinweis, was ist dann mit einem "LIchtstrahl", der vom oberen Pol/Rand des Sterns exakt parallel zur Verbindungsachse Sternmittelpunkt - Teleskopachse läuft? Ich bin geistig noch immer bei meinem Beispiel des Riesenteleskops mit Sterndurchmesser...

Dieses Licht vom Sternenpol gibt es noch, es müsste einen halben Sternradius entfernt über unsere Köpfe rauschen, oder? Ich wehre mich noch gegen die Vorstellung, dass von dort keine Wellenfronten kommen, die senkrecht auf die Ausbreitungsrichtung stehen.

Hältst Du das Gedankenexperiment mit dem Teleskop, dessen Öffnung gleich dem Sterndurchmesser ist, für falsch? Würde das nicht mehr oder minder das gesamte Licht, das parallel zu uns abgestrahlt wird, empfangen?

lg
Niki
 
Niki,

lass es Gut sein!
In deiner Antwort hast Du deine obigen Argumente schon selbst widerlegt!

Gruß Günter
 
Hallo Niki,
ein Teleskop mit einem Öffnungsdurchmesser des Sterns erscheint perspektivisch aus der Sichtrichtung des Sterns ebenfalls sehr klein unterhalb der Auflösungsgrenze. Stelle Dir an der Position des Teleskops eine Kugelschale vor. Mittelpunkt ist der Stern. Dein sterngrosses Teleskop nimmt nur einen geringen Flächenanteil der gesamten Kugelschale ein.

Viele Grüße Jan
 
„Bei aller Aufregung, sollten wir aber nicht vergessen,dass Al Bundy 1966 4 Touchdowns in einem Spiel gemacht hat und den Polk High School Panthers damit zur Stadtmeisterschaft verholfen hat!“
 
Starzzz,

Perfekte Selbst - Disqualifikation! Wenn man nichts beitragen kann sollte man das Thema ins lächerliche ziehen!
Bravo!
 
Niki, wie bereits gesagt, ob du einen Punkt am Rand oder von der Mitte des Sterns anpeilst, ist ziemlich egal. Die gesamte Sternscheibe erscheint unter einem Winkel, der wesentlich kleiner ist als die Airy Disc der Optik. So hat ein Stern von der Größe der Sonne im Abstand von Alpha-Centauri gerade mal einen geometrischen Winkeldurchmesser von 0,007". Das kann man selbst mit dem Hubble Weltraumteleskop nicht mehr auflösen.

Die Vorstellung, dass ein Teleskop von der Größe des Sterns erforderlich sei, um sämtliches Sternlicht in einem Punkt zu bündeln, ist bizarr. Jeder Stern, der sich in hinreichend großer Entfernung befindet, so dass die Optik ihn nicht mehr auflösen kann, erscheint als Airy Disc und somit effektiv punktförmig. Zur Bildformung tragen dabei nicht nur streng parallel einfallende Strahlen bei, sondern sämtliche Strahlen, die das Beugungsbild erzeugen, und diese stammen von der gesamten sichtbaren Sternoberfläche.

Gruß, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Felix,
dein Artikel zu Beteigeuze bezieht sich auf die Parallaxe, nicht auf den Sterndurchmesser. Die Parallaxe ist die Abbildung der Erdrotation um die Sonne anhand der Bewegung eines Sterns vor dem "Hintergrund". Insofern reicht kein von Menschen derzeit gebautes oder geplantes Fernrohr, um den Stern als Scheibchen abzubilden.
CS Harald
 
Starzzz,

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Mensch Günther … Wie gerne wäre ich so intellektuell und so „schlau“ wie Du ! Ich verneige mich wie jeder hier im Forum vor Dir und Deinen geistreichen, präzisen, punktgenauen und kompetenten Kommentaren und Ausführungen. Deine klare Analytik und Deine Fokussierung aufs wesentliche … Unerreicht !!!!
 
An alle, die hier so heftig diskutieren.
Wäre ein Stern eine Punktlichtquelle, begeben wir uns physikalisch auf das Glatteis, weil ein Punkt sie benötigte Energiemenge garnicht erzeugen kann, nicht einmal in einer exotischen Physik. Nur ein Objekt mit Raumausdehnung kann Energie in der benötigten Menge abstrahlen. Aufgrund der großen Entfernung der Sterne gibt es kein tatsächlich existierendes Fernrohr, das gegenüberliegende Ränder auflösen kann, also den Stern als ausgedehntes Objekt darstellen. Daher ist es für die Betrachtung, um die es hier geht (Was bringen eigentlich große Teleskope?) zulässig, einen Stern wie eine Punktlichtquelle zu betrachten. Der dabei gemachte mathematische Fehler ist deutlich kleiner als die Auflösung jedes Fernrohres. Damit haben in diesem Fall sowohl die Pragmatiker als auch die Theoretiker Recht. Wie schön.
CS Harald
 
Liebe User,

bitte widmet euch wieder vorrangig einer sachlichen Debatte, sie wird auch für alle Mitlesenden interessantere Informationen liefern als persönliche Anwürfe.

Für die Moderation

Gruß Horst
 
Hallo Harald,

Die Bestimmung der Entfernung von Beteigeuze erweist sich als schwierig, da die Parallaxe deutlich geringer ist als der Winkeldurchmesser des Sterns.
Dieser Satz hatte mich dahingehend irritiert daß ich dachte weil der Stern nicht auflösbar ist würde das die Messung per Parallaxe erschweren?

Wäre ein Stern eine Punktlichtquelle, begeben wir uns physikalisch auf das Glatteis, weil ein Punkt sie benötigte Energiemenge garnicht erzeugen kann, nicht einmal in einer exotischen Physik. Nur ein Objekt mit Raumausdehnung kann Energie in der benötigten Menge abstrahlen.
Dazu mal eine grundsätzliche Frage: Es gibt ja als kleinste mögliche Länge die Plancklänge. Kann es also überhaupt einen "Punkt" im Sinne von hat keine Ausdehnung geben? Oder hat das nichts miteinander zu tun? Ich komme aus dem Werkzeugaschinenbau da hat man es zwar gelegentlich mit 1/1000mm zu tun aber kleiner kommt eher selten vor, diese winzigen Dimensionen sind kaum vorstellbar...


Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix,
ein mathematischer Punkt ist ja gerade so definiert, dass er keine Ausdehnung hat, also keine Länge, Fläche, Volumen, Masse. Physikalisch kann man damit eigentlich nichts anfangen. Deswegen reden wir hier von einer (zulässigen) Näherung an die Wirklichkeit.
CS Harald
 
Ach Gott Leute,

das ist hier ja manchmal echt abstrus. ;)

Selbstverständlich ist ein Stern nicht wirklich eine Punktlichtquelle. Aber sein Licht und seine Abbildung in einer Optik ist nicht zu unterscheiden von dem Modell einer theoretischen Punktlichtquelle. Und für diese ganzen Optiken und ihren Eigenschaften gibt es dann die Modelle der optischen Physik. Es ist aber wie mit der Quantenphysik, man muss zu mindestens ein bisschen die Mathematik dieser Modelle verstehen, sonst sind manche Aussagen der Modelle einfach unverständlich und man begibt sich sehr schnell aufs Glatteis ;) .

In der Physik macht man immer Modelle der Wirklichkeit. Diese Modelle sind nicht die Wirklichkeit, sie bilden sie nur sehr gut mittels der Mathematik ab und sie liefern damit Vorhersagen und Berechnungen. Das ist alles (wird auch oft von den "Alternativphysikern" nicht verstanden ;) ).

Gruß
Peter
 
Hallo, hier einbischen Senf von meiner Seite dazu (wozu große Fernrohre): beobachte hier mit einem Bino 25x100 auf Stativ. Was er nicht mehr hergibt wird dann mit einem 12,5" Dobson auf Rockerbox näher untersucht. ("Spezialgebiet" Veränderliche Sterne).
Gruß Guenther
 
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