coltrane
Aktives Mitglied
Der Ein oder Andere wird ja schon mitbekommen haben,
daß ich neuerdings einen 19,3 Zoll f/5 Gitterrohrdobson
in Lowrider-Bauweise besitze.
Da ich die ganze Woche erst um halb 11 von der Arbeit
heimkam, konnte ich aber bisher noch keinen
vernünftigen Test durchführen. Deswegen wurde für den
Freitag extra Urlaub eingereicht, um den laut Wetter-
bericht letzten sonnigen Tag nutzen zu können.
Doch kaum hatte ich das ganze Zeug ins Auto geladen
(paßte gerade noch ren), da zogen von Westen her
Wolken auf. Nachdem ich die 6 Km bis zu meinem
Stammplatz gefahren war, bedeckten die Wolken schon
den gesamten Westhimmel. Die letzten 100 Meter waren
übrigens nicht geräumt, und ich hatte schon Angst
stecken zu bleiben. Aber ich kam dann doch locker
durch. Endlich da, baute ich alles auf, was in etwa
5 Minuten dauerte. Mittlerweile war schon der halbe
Himmel bedeckt. Mein schicksalsträchtiger Spruch:
Je höher die Erwartungen, desto größer die
Enttäuschung, schien sich wieder mal zu bestätigen.
Um wenigstens irgendwas gesehen zu haben,
versuchte ich schnell den Orion-Nebel einzustellen,
doch zu spät. Hektisch schwenkte ich Richtung Osten
zu M82 ,aber die Wolken waren erneut schneller.
Innerhalb von Sekunden war alles dicht, und ich
völlig frustriert. Ich war schon kurz davor wieder alles
einzuräumen. Da dies aber doch recht lange dauert,
beschloß ich noch etwas zu warten. Fassungslos
starrte ich in den Himmel, und fragte mich, wie es
nach einer wolkenlosen Woche praktisch auf die
Minute genau zuziehen konnte.
Nach einiger Zeit rissen die Wolken wieder etwas auf,
und ich konnte zumindest Saturn beobachten.
Aber der Spiegel war trotz Lagerung in der unbeheizten
Garage noch nicht ganz ausgekühlt, und außerdem
stimmte die Justierung nicht. Also erstmal den Polar-
stern einstellen und justieren. Aber egal was ich auch
versuchte, es wollte nicht klappen. Jedesmal
erwischte ich die falsche Schraube und es wurde
einfach nicht besser. Auch den frisch montierten
Sucher kriegte ich nicht mittig und der Frust wurde
noch größer.
Also versuchte ich halt ohne vernünftige Justierung
zu beobachten. Der Himmel war mittlerweile tatsächlich
wieder wolkenlos. Aber der viele Dunst ließ nur eine
miserable Grenzgröße von gerade mal 6,0 zu.
Unter solchem "Grau in Grau" zu beobachten machte
echt keinen Spaß und deshalb wandte ich mich
erneut der Justierung zu.
Ich weiß nicht mehr, warum ich dann durch den
leeren Okularauszug geschaut habe, aber auf
einmal war mir der Grund für die heftige Dejustage
klar. Während des Transports hatte sich der
Fangspiegel deutlich verstellt. Nach ein paar Drehern
an den Flügelschrauben hatte ich dieses Problem
schnell gelöst, und auf einen Schlag wurde alles besser.
Plötzlich stimmte jede Drehung an den Hauptspiegel-
schrauben, und ruckzuck paßte die Justierung.
Sogar den Sucher konnte ich nun genau ausrichten,
und mit dem mittlerweile völlig ausgekühlten Spiegel
schöpfte ich neuen Mut.
Deep-Sky war zwar nicht wirklich berauschend,
obwohl ich mehr sah als im meinem 10 Zöller unter
6,8er Himmel. Trotzdem muß ich hierbei auf bessere
Bedingungen warten.
Also beschäftigte ich mich vornehmlich mit Saturn.
Das Seeing war für so eine riesen Öffnung recht gut
(glaub ich zumindest), wenngleich ich es im
10-Zöller als eher durchschnittlich eingestuft hätte.
Ich schätze bei solch großer Öffnung hat man nie
wirklich perektes Seeing.
Da der Planet aussah wie immer, konzentrierte ich
mich wieder mal auf die Monde. Enceladus war
dabei auf Anhieb sichtbar, und mit der Zeit konnte
ich sogar Mimas erkennen, und das ohne nach im
gesucht zu haben. Zwar waren hierfür Momente
sehr guten Seeings erforderlich, aber immerhin.
Nach dieser Sichtung war ich total happy.
Der Spiegel scheint echt gut zu sein.
Noch einige Zeit behielt ich Saturn im visier, aber
da ich mittlerweile schon 4 Stunden draußen war,
beschloß ich abzubauen. Etwa 10 Minuten später
war ich wieder zu Hause.
Fazit:
Ein Teleskop dieser Größe erfordert wesentlich
höheren A
daß ich neuerdings einen 19,3 Zoll f/5 Gitterrohrdobson
in Lowrider-Bauweise besitze.
Da ich die ganze Woche erst um halb 11 von der Arbeit
heimkam, konnte ich aber bisher noch keinen
vernünftigen Test durchführen. Deswegen wurde für den
Freitag extra Urlaub eingereicht, um den laut Wetter-
bericht letzten sonnigen Tag nutzen zu können.
Doch kaum hatte ich das ganze Zeug ins Auto geladen
(paßte gerade noch ren), da zogen von Westen her
Wolken auf. Nachdem ich die 6 Km bis zu meinem
Stammplatz gefahren war, bedeckten die Wolken schon
den gesamten Westhimmel. Die letzten 100 Meter waren
übrigens nicht geräumt, und ich hatte schon Angst
stecken zu bleiben. Aber ich kam dann doch locker
durch. Endlich da, baute ich alles auf, was in etwa
5 Minuten dauerte. Mittlerweile war schon der halbe
Himmel bedeckt. Mein schicksalsträchtiger Spruch:
Je höher die Erwartungen, desto größer die
Enttäuschung, schien sich wieder mal zu bestätigen.
Um wenigstens irgendwas gesehen zu haben,
versuchte ich schnell den Orion-Nebel einzustellen,
doch zu spät. Hektisch schwenkte ich Richtung Osten
zu M82 ,aber die Wolken waren erneut schneller.
Innerhalb von Sekunden war alles dicht, und ich
völlig frustriert. Ich war schon kurz davor wieder alles
einzuräumen. Da dies aber doch recht lange dauert,
beschloß ich noch etwas zu warten. Fassungslos
starrte ich in den Himmel, und fragte mich, wie es
nach einer wolkenlosen Woche praktisch auf die
Minute genau zuziehen konnte.
Nach einiger Zeit rissen die Wolken wieder etwas auf,
und ich konnte zumindest Saturn beobachten.
Aber der Spiegel war trotz Lagerung in der unbeheizten
Garage noch nicht ganz ausgekühlt, und außerdem
stimmte die Justierung nicht. Also erstmal den Polar-
stern einstellen und justieren. Aber egal was ich auch
versuchte, es wollte nicht klappen. Jedesmal
erwischte ich die falsche Schraube und es wurde
einfach nicht besser. Auch den frisch montierten
Sucher kriegte ich nicht mittig und der Frust wurde
noch größer.
Also versuchte ich halt ohne vernünftige Justierung
zu beobachten. Der Himmel war mittlerweile tatsächlich
wieder wolkenlos. Aber der viele Dunst ließ nur eine
miserable Grenzgröße von gerade mal 6,0 zu.
Unter solchem "Grau in Grau" zu beobachten machte
echt keinen Spaß und deshalb wandte ich mich
erneut der Justierung zu.
Ich weiß nicht mehr, warum ich dann durch den
leeren Okularauszug geschaut habe, aber auf
einmal war mir der Grund für die heftige Dejustage
klar. Während des Transports hatte sich der
Fangspiegel deutlich verstellt. Nach ein paar Drehern
an den Flügelschrauben hatte ich dieses Problem
schnell gelöst, und auf einen Schlag wurde alles besser.
Plötzlich stimmte jede Drehung an den Hauptspiegel-
schrauben, und ruckzuck paßte die Justierung.
Sogar den Sucher konnte ich nun genau ausrichten,
und mit dem mittlerweile völlig ausgekühlten Spiegel
schöpfte ich neuen Mut.
Deep-Sky war zwar nicht wirklich berauschend,
obwohl ich mehr sah als im meinem 10 Zöller unter
6,8er Himmel. Trotzdem muß ich hierbei auf bessere
Bedingungen warten.
Also beschäftigte ich mich vornehmlich mit Saturn.
Das Seeing war für so eine riesen Öffnung recht gut
(glaub ich zumindest), wenngleich ich es im
10-Zöller als eher durchschnittlich eingestuft hätte.
Ich schätze bei solch großer Öffnung hat man nie
wirklich perektes Seeing.
Da der Planet aussah wie immer, konzentrierte ich
mich wieder mal auf die Monde. Enceladus war
dabei auf Anhieb sichtbar, und mit der Zeit konnte
ich sogar Mimas erkennen, und das ohne nach im
gesucht zu haben. Zwar waren hierfür Momente
sehr guten Seeings erforderlich, aber immerhin.
Nach dieser Sichtung war ich total happy.
Der Spiegel scheint echt gut zu sein.
Noch einige Zeit behielt ich Saturn im visier, aber
da ich mittlerweile schon 4 Stunden draußen war,
beschloß ich abzubauen. Etwa 10 Minuten später
war ich wieder zu Hause.
Fazit:
Ein Teleskop dieser Größe erfordert wesentlich
höheren A