Visuelle Leistungsfähigkeit des TS 125/975 Doublet überzeugend?

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Martin_Raabe

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Guten Abend,

seit einiger Zeit überlege ich, einen TS 125/975 für Mond/Planeten (Bino) und ein wenig DS (nur Beobachtung) anzuschaffen.

Mich irritiert aber die hohe Anzahl an privaten Verkaufsanzeigen für dieses Gerät. In etwa 3 Monaten habe ich 5 oder 6 Stück allein hier im Forum gezählt. Außerdem wird das Gerät seit Längerem mit Preisnachlass vertrieben. Das sieht für mich nicht nach zufriedenen Besitzern oder einer hohen Nachfrage aus.

Zum Beispiel den SW ED 120/900 habe ich schon lange nicht mehr als Gebrauchtangebot gesehen.

Ich habe aus Forenbeiträgen zum TS bzw. den lokal anders gelabelten Geräten den Eindruck gewonnen, dass die Umsetzung des optischen Designs in der Fertigung schwächelt. Sterntest offenbar nicht wirklich gut, kein eindeutiger Fokuspunkt, habe ich in Erinnerung behalten.

Qualitätsschwankungs-Lotto, oder ist das Teil einfach generell nur "in seiner Klasse" gut? Mir scheint z.B. ein anständiger 6" Newton mit Obstruktion <25% mehr Planetenleistung zu versprechen.

Oder gibt es andere (=bessere) Erfahrungen?

Danke + CS
Martin
 
Hallo Martin,

ich habe den Apo seit etwa einem Dreivierteljahr und bin recht zufrieden: Beim Sterntest (der ist schon etwas ungewöhnlich) zeigt sich fokal ein gleichmäßig rundes Beugungsscheibchen daran ändert sich während der Auskühlung nichts und ein gleichmäßiger Beugungsring. Einen Farbsaum konnte ich da bisher auch bei höchster Vergrößerung nicht finden es "huscht" aber bei sehr hoher V ein bischen Farbe durchs Bild. Intrafokal gibt es weiße gleichmäßige Fresnellringe die einen schwachen blau-grün Stich zeigen, außen rum liegt ein schwacher rötlicher Farbsaum. Extrafokal gibt es im Weißlich recht dicke Ringe wenn man weit genug defokussiert tauchen dahinter gleichmäßige dunkelrote Fresnellringe auf.

Beim Beobachten ist das Ding unauffällig, erstaunlich farbrein bis 250x. Darüber wie beschrieben das herumhuschen der Wellenlängen im Seeing die nur so gerade eben fokussiert werden. An Mond, Sonne und Planeten sehe ich bis etwa 200-250 keinen Farblängsfehler atmosphärische Dispersion oder laterale Farbe von Okularen sind dagegen auffällig. Beobachten tue ich meistens mit dem 7mm oder max. 5,2mm Pentx Xl weiter vergrößern bringt eh nix. Gibt noch zwei weitere Exemplare im Bekanntenkreis die verhalten sich sehr ähnlich mindestens einer bildet praktisch vollkommen gleich ab durch den dritten konnte ich noch nicht schauen mit dem sind aber einige sehr nette Mars- und Jupiteraufnahmen entstanden und auch sonst macht er sich gut. Ach ja, Deep Sky macht er sich auch nett (PNs usw) auch bei Weitfeld ich finde das Ding recht allroundig...

Ein gut gemachter 6" Newton könnte etwa gleichziehen...an harten Kantrasten wie am Mond würde ich im Newton einen Ticken mehr Details erwarten, an z.B. Jupiter würde ich auf etwa Gleichstand tippen da ist der Apo erstaunlich gut. Wäre mal ein interessanter Praxisvergleich...:y:


Viele Grüße Felix
 
Hallo Martin

Mich irritiert aber die hohe Anzahl an privaten Verkaufsanzeigen für dieses Gerät. In etwa 3 Monaten habe ich 5 oder 6 Stück allein hier im Forum gezählt. Außerdem wird das Gerät seit Längerem mit Preisnachlass vertrieben. Das sieht für mich nicht nach zufriedenen Besitzern oder einer hohen Nachfrage aus.
Das habe ich mich auch schon gefragt.
Ich kenne beide Teleskope nicht aus eigener Praxis, weder den APO noch den Newton.
Rein rechnerisch sind Beide quasi gleich auf.
Der 6" hat jedoch mehr Auflösung und kann dir damit Details deutlicher, bzw. auch mehr Details zeigen.

Ich kenne die Öffnungen mit Binokular, mit 5-6" würde mir persönlich zu schnell das Licht ausgehen bei hohen Vergrößerungen.
Beim 5" APO hatte ich immer das Gefühl, dass es eigentlich da wo es interessant wird, der Öffnung die Luft ausgeht.
Für die Sonnenbeobachtung war der 5" jedoch sehr gut zu gebrauchen.
Man landet damit schnell in der Übervergrößerung, was die Farbkontraste schwinden lässt, das Bild wird dunkler und gelblich.
Preislich ist ein Newton unschlagbar.

Wenn es dir um Planetenleistung und nicht um Transportierbarkeit geht, dafür braucht es Öffnung, mit Bino sowieso!
Geht man von Vergrößerungen von 250-300fach aus, ist mit Bino ein 10" die richtige Wahl.
Vielleicht ist dir jedoch diese Öffnung schon wieder zu groß?

Gruß
CS
 
Die Beschreibung vom Felix kann ich auch am ED 120/900 von Skywatcher so unterschreiben. Im Fokus keine Farbe, auch bei 2D Vergrößerung am Mondrand nicht.
Knackscharf in allen Lebenslagen, keine Probleme mit Auskühlzeit, und man braucht schon echt übles Seeing damit das Bild nicht nur wabert sondern wirklich mal unscharf wird.
Allerdings habe ich mit Bino nicht das Gefühl, dass ihm das Licht ausgeht, nutze ihn Binokular bei 120x, 170x und 240x und bin äußerst zufrieden.

Gerd Düring sagte mal, dass die Farbkorrektur für einen Glasweg gerechnet sei, da rot vergleichsweise weit hinten liegt, im von TS angegebenen LSA Diagramm sieht man das auch. Mit Zenithprisma müsste der TS SD 125 also etwas farbreiner sein als mit Zenithspiegel. Das ist beim Skywatcher genau andersrum, Ein Zenithprisma führt bei dem zu einem zusätzlichen Blausaum.

LG
Olli
 
Hallo Olli,


Glasweg habe ich getestet macht auch bei meinem 125er einen Blausaum, es soll aber Exemplare geben die einen Hauch Richtung "zu rot" korrigiert sind die profitieren wohl von einem Glasweg. Streuung? neue Charge? Die drei die ich kenne sind alle seit Herbst letzten Jahres angeschafft worden...


Viele Grüße Felix
 
Ich bin nach wie vor sehr angetan von dem Gerät, es schlägt sich in allen Disziplinen entsprechend seiner Öffnung recht gut. DS und auch Planeten sind mit unterm Strich günstigeren Reflektoren mit (deutlich) mehr Öffnung detailierter zu beobachten (das gilt aber wohl auch für Premiumrefraktoren) offene Sternhaufen sah ich hingegen noch nie beeindruckender.

Der visuell so schon kaum wahrnehmbare Farbfehler lässt sich in der Tat mit einem Zenitprisma auf Vollaponiveau reduzieren und auch die gesamte Verarbeitung macht einen sehr wertigen Eindruck.

Der "Dauerangebotspreis" liegt immer noch 130€ über dem letztjährigen Preis; der UVP wurde quasi nie aufgerufen.
Zumindest einen der Verkäufer kenne ich aus PN's rund um den TS 125/975. Dieser konnte mir das Gerät uneingeschränkt weiterempfehlen. Der Verkauf hat also andere Gründe als Unzufriedenheit mit der Qualität....

Interessant auch dieser Thread, der auch auf die Thematik der Korrektur mittels Glasweg eingeht:


Gruß Horst
 
Guten Abend zusammen,

und Danke für die vielen Antworten!

Weniger gut korrigierte sphärische Aberration im visuellen Bereich, wegen der Foto-Optimierung auf blau? Ist ja auch ein "Photoline" Refraktor. Deshalb rötliche Artefakte als Resultat der Seeing-Fluktuationen? Und ein schwacher roter Halo außerhalb des Fokus?

Sehr unterschiedliche Angaben finde ich zum Auskühlverhalten. Der obige Link auf mystarrynights spricht etwa von 1,5 Stunden bis Asti und Farbe verschwunden waren.

Auch in diesem Forum (über Google Translate)
link
wird das beschrieben, mit sphärischer Aberration während der Abkühlphase, die auch Stunden dauern kann (Beiträge von "Ernst"). Hier scheint auch das "Huschen" der Farbe beschrieben zu sein: "Die Atmosphäre erscheint als sich schnell ändernde Lichtzungen (meistens rot getönt) im Halo des fokussierten Sternbildes"

Falls technisch in jüngerer Zeit was am Objektiv verändert wurde, wäre das natürlich gut zu wissen, auch bei einer Entscheidung neu oder gebraucht zu kaufen.


Am Ende suche ich eigentlich nach einer schnell einsatzfähigen und gut transportablen Optik, zur Verwendung auf der GP-DX, die auf dieser Monti das Maximale an Planetenleistung mit einer gewissen DS-Eignung (AP, Feld) verbindet.

Da lande ich gedanklich immer wieder bei einem Apo um 120mm, oder einem f6-f8 Newton um 6".
Deshalb die Frage. Von der Sternabbildung im Feld und der leichten Bino-Adaptierbarkeit würde ich den Apo bevorzugen, aber nicht auf Kosten der Planetenleistung. Und für diese dürften Farbenspiele und verbleibende SA recht abträglich sein (bzw. mit dem Obstruktionsnachteil des Newton gleichziehen).

Gibt es Erfahrungen durch Vergleichen des TS 125 mit einem anderen Gerät zeitgleich am selben Planeten?

Was könnte man denn bei diesem Anforderungsprofil noch Schönes auf die DX packen (rein visuell)?

[Vorhanden sind bereits ein 8" Newton mit schwerer Montierung, ein 80mm Lomo Apo, und an einem anderen Ort ein 6" Intes MC]

CS Martin
 
Ich habe den 120/900 Skywatcher Equinox und auch wenn der sehr gut ist kommt er mit meinem 6" f/6 Newton und 30% Obstruktion nicht mit. Der sammelt merklich mehr Licht, schafft ausreichend hohe Vergrößerungen damit man auch was sieht und zeigt dem ED dass er halt doch kein Apo ist. Für mich jedenfalls ist der Skywatcher eine reine Spielerei, schnell aufgestellt und bietet eine schöne Sternabbildung überall im Feld. Leistung ist dann aber doch sehr begrenzt.
 
Hallo Martin
Qualität wird definiert, als "gut für den Zweck".
In dem Rahmen scheint sich der TS auch zu bewegen.
Dabei darf man auch den Preis nicht außer acht lassen.

Mir scheint jedoch, du suchst Perfektion, was mit einem 5" Zweilinser schon mal schwierig wird.
Da fallen mir spontan nur Modelle ein, welche es nicht mehr zu kaufen gibt.
Wie z.B. Takahashi FS, oder AOM...

Vielleicht solltest du den TS einfach mal selbst testen?
Im Rahmen seiner Spezifikation/Öffnung ist es vielleicht garnicht so schlimm wie er beschrieben wird?

Gruß
CS
 
Coltrane kann ich so nicht zustimmen, aber der 120er hat ja mittlerweile auch seit Markteinführung die mittlerweile vierte Objektivrevision drin und hat seit dem letzten Jahr als es noch Evostar und Equinox parallel gab nachweislich das selbe Objektiv wie der Equinox drin. Da hat sich über die Jahre echt viel getan und man kann ED120 nicht unbedingt mit ED120 gleichsetzen. (Es machts für Neue im Hobby auch echt nicht besser dass es unter "Evostar 120" auch noch Achromaten gibt)
Ich finde seine Abbildung defacto völlig Farbrein, da gibts eigentlich nix zu beklagen, ich komme eigentlich auch aus der Spiegelfraktion und der ED120 war nach 11 Jahren Spiegel die erste Linse die mich überzeugt hat. Selbst das Baader Zeiss T2 Zenithsprisma führt wesentlich mehr Farbsaum ins Bild ein als das Gerät selbst hat, und das ist bei F/7,5 und 36mm Glasweg verdammt wenig. Wieso genau soll der kein Apo sein?
So ein 6" Newton hat übrigens eine Nettolichtsammelleistung von 130mm, der Unterschied ist da, aber recht klein, die müssen schon direkt nebeneinander stehen damit man das merkt. Am Mond hat der 6" Newton ganz klar die Nase vorn, aber an Jupiter ist der 120er besser gewesen, nicht extrem viel, aber doch eindeutig sichtbar.
Bei meinem Bruder steht jetzt ein Skymax 150 zum Vergleich bereit, aber ich erwarte da ein sehr ähnliches Ergebnis. Vorher muss der aber etwas optimiert werden, der FS-Kragen vignettiert die Öffnung, da kommt also mit hoher wahrscheinlichkeit ein 3D-Druck Teil rein.
Zusammengefasst, wenn man zumindest Visuell sowas wie Perfektion sucht und die Vorgaben 2 Linsen und 5" sind, dann dürften Evostar ED120/900 und der TS 125/975 am Nächsten dran sein. So nahe jedenfalls, wie es technisch machbar ist.

LG
Olli
 
Folgende Antwort bezieht sich auf mein vorheriges Mail. Hab ich wohl bei der Zitier-Funktion etwas falsch gemacht.


Genau meine Motivation, die Martin da erwähnt. Deshalb habe ich mir bei Teleskop-Spezialisten genau diesen TS 125 gekauft. Wird allerdings erst Dienstag angeliefert.
Herr Kloß hat mir bereits am Telefon gesagt, dass diese Optik sehr gut ist, und das die TS 125er Optiken im Allgemeinen sehr gut sind. Zumindest bei denen, die er bei sich hat.
Ich bin sehr gespannt darauf. Das ist mein erster APO. Des Weiteren habe ich schon sehr lange einen Galaxy 10" Dobson.
 
Zuletzt bearbeitet:
Geh mal davon aus, das Dir Dein 10" Dobson an Tagen mit richtig gutem Seeing mehr am Planeten zeigt, als der TS125/975.
Aber auch mehr als jeder andere 5" Vollapo.

Nicht die Auflösung ist das, was mich an dem TS 125 fasziniert, vielmehr die nadelfeine und farblich abgestufte Sternabbildung.

Übrigens habe ich auch bei H. Kloß meinen her und da bestätigte er mir auch (ungefragt) die sehr gute Qualität meines Exemplars und auch der kompletten Lieferung die er erhielt ohne negativen Ausreisser.

Gruß Horst
 
Hallo Horst,

Danke für Deinen Hinweis. Ja, ich bin lange genug dabei, dass ich die Leistungsfähigkeit der Geräte soweit unterscheiden kann. Aber ich denke da genau wie Du. Ich möchte die Sterne nadelfein sehen, und aufgrund der hoffentlich guten Abbildung vielleicht doch das eine oder andere Detail mehr wahrnehmen. Und ich möchte mit Binoansatz OHNE die häufig zu hohe Vergrößerung beobachten.
Außerdem möchte ich es aufgrund meiner häuslichen Beobachtungsbedingungen etwas einfacher haben.
 
Hallo Martin,

es wurde ja zum Teil oben bereits erwähnt. An einem individuellen Test wirst nicht dran vorbeikommen.

Am besten macht man dies an einem der großen Teleskoptreffen, bei denen meist auch gute Vergleichsgeräte verfügbar sind. Dann könntest evtl. auch einen Unterschied zu einem erstklassigen Vollapo sehen und selbst entscheiden, ob du diesen Unterschied bereit bist, finanziell zu tragen. Vielleicht stellt sich dabei heraus, dass dir die Unterschiede nichts ausmachen.

Viele Grüße
Werner
 
Da hat sich über die Jahre echt viel getan und man kann ED120 nicht unbedingt mit ED120 gleichsetzen. (Es machts für Neue im Hobby auch echt nicht besser dass es unter "Evostar 120" auch noch Achromaten gibt)
Ich finde seine Abbildung defacto völlig Farbrein, da gibts eigentlich nix zu beklagen, ich komme eigentlich auch aus der Spiegelfraktion und der ED120 war nach 11 Jahren Spiegel die erste Linse die mich überzeugt hat. Selbst das Baader Zeiss T2 Zenithsprisma führt wesentlich mehr Farbsaum ins Bild ein als das Gerät selbst hat, und das ist bei F/7,5 und 36mm Glasweg verdammt wenig. Wieso genau soll der kein Apo sein?
So ähnlich geht es mir mit dem 125er TS Apo getestet mit einem 1 1/4" Prisma. Vielleicht hat es bei dem auch eine Evolution gegeben? Von Skywatcher kenne ich nur zwei unterschiedlich alte Volksapos 80/600 im direkten Vergleich der Unterschied ist unübersehbar.


Viele Grüße Felix
 
So ähnlich geht es mir mit dem 125er TS Apo getestet mit einem 1 1/4" Prisma. Vielleicht hat es bei dem auch eine Evolution gegeben?
Durchaus möglich. Gerd Düring sagte ja dass die Korrektur mit weit fallendem Rot auf Glasweg gerechnet sei, und im nach wie vor von TS angehängten LSA Diagramm ist das ja entnehmbar, aber es wäre bei Weitem nicht das erste mal, dass das Objektiv einer gewissen Evolution unterworfen ist.
Von Skywatcher kenne ich nur zwei unterschiedlich alte Volksapos 80/600 im direkten Vergleich der Unterschied ist unübersehbar.
Das finde ich bei Skywatcher eigentlich sehr cool, dass Produkte nicht nur gepflegt, sondern im Rahmen der technologischen Entwicklung auch greifbar verbessert werden. Der aktuelle ED80 zeigt etwas Farbe, aber wirklich sehr wenig, so wenig, dass es auch Spiegelnutzern bei sehr hoher Vergrößerung nicht auffällt. Viele Okulare haben deutlich mehr Farbquerfehler. Visuell ist er perfekt. Fotografisch mit F/7,5 aber nicht mehr state of the art, selbst mit Reducer und F/6,4 nicht.

LG
Olli
 
Guten Abend,

seit einiger Zeit überlege ich, einen TS 125/975 für Mond/Planeten (Bino) und ein wenig DS (nur Beobachtung) anzuschaffen.

Mich irritiert aber die hohe Anzahl an privaten Verkaufsanzeigen für dieses Gerät. In etwa 3 Monaten habe ich 5 oder 6 Stück allein hier im Forum gezählt. Außerdem wird das Gerät seit Längerem mit Preisnachlass vertrieben. Das sieht für mich nicht nach zufriedenen Besitzern oder einer hohen Nachfrage aus.

Zum Beispiel den SW ED 120/900 habe ich schon lange nicht mehr als Gebrauchtangebot gesehen.

Ich habe aus Forenbeiträgen zum TS bzw. den lokal anders gelabelten Geräten den Eindruck gewonnen, dass die Umsetzung des optischen Designs in der Fertigung schwächelt. Sterntest offenbar nicht wirklich gut, kein eindeutiger Fokuspunkt, habe ich in Erinnerung behalten.

Qualitätsschwankungs-Lotto, oder ist das Teil einfach generell nur "in seiner Klasse" gut? Mir scheint z.B. ein anständiger 6" Newton mit Obstruktion <25% mehr Planetenleistung zu versprechen.

Oder gibt es andere (=bessere) Erfahrungen?

Danke + CS
Martin
Hallo Martin,

ich habe den 125/975 seit 4 oder 5 Jahren.

Den Apo verwende ich mit Zentiprisma und einem Baader Zeiss Bino. Damit komme ich sogar noch ohne Korrektor in den Fokus, wenn ich die Verlängerung raus nehme. Ich habe ihn mir als Ersatz für meinen 6" Intes Maksutov gekauft. Da ich nicht mehr mobil bin und an meinem Standort nicht das beste Seeing habe, wollte ich ein Instrument, das mit kleiner Öffnung das beste heraus holt. Gleichzeitig sollte das Teil nicht zu teuer sein. Der Apo schlägt den Maksutov in der Regel. Das liegt hauptsächlich daran, dass der Apo nicht abkühlen muss. Das war auch so was, das mich an Maksutov aber auch an Newtons immer gestört hat. Beim Maksutov kann man nach einer Stunde gerade mal anfangen ordentlich Bilder zu bekommen, beim Newton nach 40 Minuten. Der Apo liefert direkt nach dem Aufbauen. Ich beobachte selten mehrere Stunden. D.h. das alleine wäre für mich schon Grund genug den 5" Apo einem 6" Spiegel vorzuziehen. Auch bei schlechtem Seeing liefert der Apo ein verhältnismäßig gutes Bild.

Abgesehen von der Auskühlung sieht man an Planeten und Kugelsternhaufen schon gewisse Vorteile für den Apo. Ein sehr guter 6" f/8 Newton mit einer hochreflektiven Beschichtung kann sicher mithalten. Die günstigen 6" f/5 mit normaler Beschichtung vermutlich eher nicht.

Visuell ist mir Farbe bisher nicht aufgefallen. Ich bin aber auch niemand, der danach sucht. Mittlerweile verwende ich das Teleskop allerdings 99% fotografisch. Fotografisch merkt man bei einer OSC im Rotkanal um etwa 10% erhöhte Sterndurchmesser. Visuell habe ich davon aber noch nichts gemerkt. Mag am Glasweg liegen, für den der Refraktor scheinbar gerechnet wurde.

Mit ist auch schon aufgefallen, dass der Apo öfter mal angeboten wird. Ich selbst bin damit wirklich zufrieden.

Vielleicht haben sich den viele während Corona gekauft und erinnern sich jetzt wo die Kosten steigen wieder an das Teil, das da ungenutzt in der Ecke steht. Das Ding ist ja schon recht wuchtig und will einen soliden Unterbau. Einfach mal so geht man dem Ding nicht spechteln. Wenn man so wie ich eine Säule im Garten stehen hat und den Trümmer nur 5m tragen muss, spielt das keine Rolle. Mobil wäre das für mich schon die Grenze. Stockwerke tragen und dazu noch mit einer schweren Montierung hätte ich keine Lust.

5" sind dann halt auch nur 5". Visuell kommt man bei Nebeln schnell an die Grenze. Sternhaufen löst der Apo gut auf, aber bei Galaxien und Gasnebeln merkt man halt die kleine Öffnung. Aber da auf einen 6" Newton umsteigen, wird nichts bringen. Mein 6" Maksutov mit 96% Strehl hat auch nicht mehr gezeigt. An Nebel etwas mehr, an Kugelsternhaufen etwas weniger. Ab 8" fängt man erst an einen wirklich deutlichen Unterschied zu merken.

Wie hoch die Serienstreuung ist, kann ich nicht sagen. Meiner ist jedenfalls top.


Grüße,
Joachim
 
stimmt auch wieder. Rot ist weniger seeing verwurschtelt. Dann bestätigt das weiter raus fallende Rot die Rechnung des Objektives auf einen Glasweg.
 
Guten Abend,

Danke für die weiteren Denkanstöße!

Die Ausführungen von Joachim zur Transportabilität geben mir zu denken. Ich müsste das Teil und Montierung/Stativ nämlich 2 Treppen runter schleppen, und dann im Garten nochmal einige Stufen hoch. Oder alternativ alles ins Auto packen. Genau das ist der Grund, warum ich den 12kg schweren 8" Newton mit der 20 kg schweren Monti viel zu selten einsetze. Deshalb die GP-DX als obere Grenze für die Montierung eines APOs.

Wenn ich hier aber mal Gewicht und Hebelarm des TS 125 + Binoansatz + Okulare durchrechne, wäre die DX mit zwei der großen 3,7kg Gegengewichte nur noch haarscharf ins Gleichgewicht zu bringen. Ich dachte da wäre mehr Reserve. Kann jemand sagen, ob der TS125 oder einer der Längen-/gewichts-ähnlichen 5" Tripletts auf der DX vernünftig visuell geht?
Ein hohes (Holz-)Stativ bräuchte ich dann auch noch.

Beim SW ED 120 wäre natürlich wesentlich mehr Luft, angesichts des deutlich leichteren und etwas kürzeren OTA. Aber mal ehrlich: fließt so viel Fertigungszeit in dieses Objektiv, und ist dieses deshalb so gut, dass der Listenpreis den mechanisch unpassend schlichten Tubus (ohne Kollimationsmöglichkeiten) und den offenbar gleich zum Austausch reifen Fokussierer rechtfertigt?

Letztes Jahr war ich kurz davor mir den TS 115/805 Triplet zu holen. Aber weniger gute visuelle Erfahrungen (ich glaube hier aus dem Forum) haben mich dann erst mal abgehalten. Wobei die Meinungen bei CN zu den Clones recht positiv sind. Kennt jemand von euch das Teil am Planeten? 115mm wären sicher die Untergrenze für ein weiteres Gerät angesichts des bereits vorhandenen 80er Apo. Immerhin doppelt so viel Licht. Positiv würde ich beim 115/805 das größere erreichbare Feld bei Bino-Beobachtung sehen (unter der Annahme, dass man bei allen diesen Geräten mit f7-f8 zumindest den 1,25er GWK einsetzen sollte). Die Plejaden komplett im Bino sehen schon schön aus...

Ich habe sogar schon die Idee eines 7" f6 Newtons skizziert, der natürlich, zumal er für die DX ein Leichtbau sein müsste, nur im vollständigen Selbstbau realisierbar wäre. So ein Vorhaben wollte ich mir aber nach dem 8-Zöller Projekt vor knapp 20 Jahren nicht nochmal antun :-)
Und mit Bino am Newton ist einfach nicht so viel Feld rauszuholen wie mit einem Refraktor ähnlicher Brennweite.

Nochmal zur Frage der Korrektur auf Glasweg beim TS 125: Wenn die Foki der Farben dann näher zusammen rücken, verschiebt sich dann auch die offenbar auf blau optimierte sphärische Korrektur in Richtung grün? Oder bleibt es auch dann so, dass die visuell wichtigsten Wellenlängen mit mehr SA behaftet sind als Blau?

Joachim, danke für den Vergleich mit dem Intes! Wenn es auch bei dir der MK66(67) ist: der hat nach der Zmek-Formel ca. 97mm effektiven Kontrastdurchmesser. Da muss der TS 125 natürlich wesentlich mehr am Planeten zeigen, unter allen Bedingungen. Beim Mond würde ich vermuten, dass der Mak mindestens gleichzieht, wenn er halbwegs temperiert ist und das Seeing mitspielt.

Rüdiger: ich bin gespannt auf deine Erfahrungen mit dem 125er!

Gruß Martin
 
Beim SW ED 120 wäre natürlich wesentlich mehr Luft, angesichts des deutlich leichteren und etwas kürzeren OTA.
Aber mal ehrlich: fließt so viel Fertigungszeit in dieses Objektiv, und ist dieses deshalb so gut, dass der Listenpreis den mechanisch unpassend schlichten Tubus (ohne Kollimationsmöglichkeiten) und den offenbar gleich zum Austausch reifen Fokussierer rechtfertigt?
Genau das, an allem gespart aber das Objektiv ist mega gut. Sowohl die Messungen vom W. Rohr als auch viele Messungen vom Tommy bestätigen einen hervorragenden Durchschnitt mit wenig Streuung. Es ist quasi Sicher einen Strehl über 90 zu haben, eher 94-96.
Mein Eigener sieht im Ronchgramm so aus:
IMG_20220216_164448.jpg


Und mit Bino am Newton ist einfach nicht so viel Feld rauszuholen wie mit einem Refraktor ähnlicher Brennweite.
Kommt immer darauf an aus welcher Richtung man das Pferd aufzäumt. Bei gleicher Öffnung hat der Newton in der Regel (F/5) so viel weniger Brennweite, dass dieser selbst mit dem komakorrigierenden 1,7x Newton-GWK immer noch weniger Gesamtbrennweite hat als der gleichgroße (zB F/7) Refraktor mit 1,25x GWK.

Nochmal zur Frage der Korrektur auf Glasweg beim TS 125: Wenn die Foki der Farben dann näher zusammen rücken, verschiebt sich dann auch die offenbar auf blau optimierte sphärische Korrektur in Richtung grün? Oder bleibt es auch dann so, dass die visuell wichtigsten Wellenlängen mit mehr SA behaftet sind als Blau?
Ein Glasweg lässt Rot kürzer fallen und blau länger, wenn also Nativ Rot sehr weit fällt und blau recht kurz, wirds mit Glasweg besser. Was SA betrifft, führt ein Glasweg immer überkorrektur ein, aber sehr wenig und abhängig von der Länge des Glaswegs. Off Axis kommt sogar noch Coma dazu.
Siehe hier

Joachim, danke für den Vergleich mit dem Intes! Wenn es auch bei dir der MK66(67) ist: der hat nach der Zmek-Formel ca. 97mm effektiven Kontrastdurchmesser. Da muss der TS 125 natürlich wesentlich mehr am Planeten zeigen, unter allen Bedingungen. Beim Mond würde ich vermuten, dass der Mak mindestens gleichzieht, wenn er halbwegs temperiert ist und das Seeing mitspielt.
In Sachen Kontrast spielt der "beim Jupiter" auch einen C6 oder CC6 aus, Am Mond spielt der Cassi aber natürlich Gnadenlos seine Öffnung aus.

LG
Olli
 
Nochmal zur Frage der Korrektur auf Glasweg beim TS 125: Wenn die Foki der Farben dann näher zusammen rücken, verschiebt sich dann auch die offenbar auf blau optimierte sphärische Korrektur in Richtung grün? Oder bleibt es auch dann so, dass die visuell wichtigsten Wellenlängen mit mehr SA behaftet sind als Blau?
Der FarbLÄNGSfehler ist beim TS125 auf Blau korrigiert, Blau ist näher an den Hauptfokus gezogen, Rot liegt dafür aber weiter weg. Das hat NICHTS mit der SPHÄRISCHEN Korrektur zu tun. Das Optimum der Sphärischen Korrektur sollte immer im Grünen Bereich liegen, Blau ist dann überkorrigiert, Rot unterkorrigiert. Das ist es, was man Gaußfehler nennt. Würde das Optimum der SA auf Blau liegen, wäre das Rote Ende sehr stark unterkorrigiert.
Egal n Glasweg führt zwar zusätzlich Überkorrektur ein, aber, wie oben verlinkt, vernachlässigbar wenig, sofern man über F/6 bleibt.

LG
Olli
 
Hallo Olli,

Das hat NICHTS mit der SPHÄRISCHEN Korrektur zu tun. Das Optimum der Sphärischen Korrektur sollte immer im Grünen Bereich liegen, Blau ist dann überkorrigiert, Rot unterkorrigiert. Das ist es, was man Gaußfehler nennt. Würde das Optimum der SA auf Blau liegen, wäre das Rote Ende sehr stark unterkorrigiert.

Im oben verlinkten russischen Forum wird genau das vom TS125 behauptet: "Es gibt eine leichte Unterkompensation der sphärischen Aberration (das Zentrum ihrer Korrektur ist in den blauen Teil des Spektrums verschoben), was zum Auftreten eines roten Halo (Sphärochromatismus) um Bilder heller Sterne führt;" (Google Translate)

Natürlich keine Ahnung wie seriös diese Behauptung ist.

Aber der Glasweg würde dann ja auch dieses günstig beeinflussen.

Danke auch für die Infos zum SW!

CS Martin
 
Im oben verlinkten russischen Forum wird genau das vom TS125 behauptet: "Es gibt eine leichte Unterkompensation der sphärischen Aberration (das Zentrum ihrer Korrektur ist in den blauen Teil des Spektrums verschoben), was zum Auftreten eines roten Halo (Sphärochromatismus) um Bilder heller Sterne führt;" (Google Translate)
Ja, dieses eine Exemplar. Es gibt immer gewisse Toleranzen bei der fertigung der Linsenradien. Absicht ist das nicht, das ist schlicht Serienstreuung
Natürlich keine Ahnung wie seriös diese Behauptung ist.
Absolut glaubwürdig, sowas kommt vor.
Aber der Glasweg würde dann ja auch dieses günstig beeinflussen.
Nicht bei F/7,8
da brauchste ja dutzene cm Glasweg um das spürbar zu beeinflussen. Aber wie gesagt, betrifft ja nur dieses eine Exemplar.

Ja klar, immer gern

LG
Olli
 
Hallo Olli,

Ja, dieses eine Exemplar. Es gibt immer gewisse Toleranzen bei der fertigung der Linsenradien. Absicht ist das nicht, das ist schlicht Serienstreuung

Hatte ich befürchtet. Wenn die Fertigungstoleranzen so groß sind, dass bei manchen Exemplaren die optimale Korrektur überhaupt nicht im Grünen liegt, dürfte die Planetenleistung deutlich hinter einem idealen 5-Zöller zurückbleiben.

Also geht es wieder nur mit gründlichem Test des Exemplars vor dem Kauf, wie auch immer sich das bewerkstelligen lässt.

cs Martin
 
Ronchiokular und SC Filter (e-Linie) mitbestellen und direkt selbst kontrollieren ob die Korrektur passt.

LG
Olli
 
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