Vixen A80MF PORTA

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andreas50374

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Guten Abend zusammen,

seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit astronomischen Dingen und möchte nun mit einem passenden Teleskop in die Tiefen des Kosmos eintauchen. Mein Interesse gilt vordergründig den Planeten und Sternen.

Bei meiner Suche nach einem passenden Gerät ist mir das Vixen A80MF PORTA aufgefallen. Hat jemand Erfahrungen mit dem Gerät? Ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung? Gibt es Möglichkeiten dieses später einmal mit Zubehör aufzubessern?
Oder gibt es für den Einstieg empfehlenswertere Geräte?

Zu meinen Bedingungen: Das Haupteinsatzgebiet ist vorerst der Balkon und evtl. die Natur...

Einen schönen Abend wünscht Andreas
 
Moin Andreas!

Tja, den Tubus OTA A80Mf habe ich vor etwa 2 Jahren besessen. Da Vixen inzwischen bei den Einsteigergeräten ebenfalls auf China-Ware zurückgreift, sehe ich bei diesem Modell keinen Unterschied zu anderen gleichgroßen China-Refraktoren, wie den Modellen von Celestron oder Bresser. Die Qualität des alten 80M aus japanischer Produktion ist m.E. nicht mehr vorhanden. Das relativiert natürlich den Preis - dazu unten mehr...

Die Porta ist eine feine Montierung für diese Teleskopgröße - ich besitze selbst eine, die ich gebraucht erworben habe und die mit einem Skywatcher 90/900er FH bestückt ist. Neue Portas kosten nach einer massiven Preiserhöhung seitens des Herstellers um einiges mehr als früher. IMO lohnt nur noch der Gebrauchtkauf. 670 EUR UVP Neupreis (lt. HP Vixen-Europe) ist für die Kombi, wie Du sie Dir vorstellst, m.M. nach massiv überteuert. Ich habe für den genannten 90er Refraktor plus Porta (beides gebraucht, inkl. Extra) etwa ein Drittel bezahlt.

> Gibt es Möglichkeiten dieses später einmal mit Zubehör aufzubessern?

Du kannst dieser Kombination später einen besseren Zenitspiegel, Weitwinkel-Okulare und einen Peilsucher spendieren. (Für Naturbeobachtungen vielleicht noch ein Amici-Prisma.) Viel aufzurüsten gibt's weiter nicht, denn Teleskop und Montierung sind hauptsächlich zum schnellen Hinstellen und Losbeobachten gedacht.

Aber - wie oben geschrieben: Für den genannten Neupreis gibt es wesentlich leistungsfähigere Teleskope, darunter natürlich der klassische 8"-Einsteiger-Dobson oder ein 6"-Newton auf parallaktischer Montierung.
 
Hallo Micha,

danke für die schnelle Antwort. Werde mich mal auf dem "Gebrauchtmarkt" nach den Preisen oder aber Alternativen umsehen.
...
Mit dem von dir beschriebenen Preis-Leistungverhältnis erklärt sich wahrscheinlich auch, dass das Gerät hier im Forum nicht allzu häufig anzutreffen ist...

Andreas
 
Moin Andreas!

> dass das Gerät hier im Forum nicht allzu häufig anzutreffen ist...

Naja, bei den 80er Refraktoren bieten sich mittlerweile die kürzerbauenden EDs an. Die sind als Zweit- oder Reiseoptiken auch handlicher als ein langer Achromat. Portas gibt's einige im Umlauf. Die wurden aber meist vor der Preiserhöhung angeschafft, da waren sie noch bezahlbar. Im Montierungs-Board ist so einiges darüber geschrieben worden, auch über alternative Alt-Az-Montierungen - es ist ja nicht so, daß es nix anderes auf dem Markt gibt.
 
Hi!

Ich hab auch eine Porta im Einsatz, noch zum alten Preis gekauft und mit einem deutlich stabileren und höheren Stativ nachgerüstet. Sie ist für meinen ED80 eine tolle Montierung, die ich auch nicht mehr hergeben will. Das Alu-Stativ hatte ich rasch entsorgt, aber das mach ich eigentlich mit allen Alu-Stativen, da hat mich noch keins überzeugt. Dummerweise sind die Original-Adapter auf ein normales Stativ ebenfalls deutlich überteuert.

Allerdings ist die deutlich günstigere ATZ von GSO wohl ein gelungener Nachbau und eine überlegenswerte Alternative. Schade, da ich eigentlich ein Freund von Vixen-Montierungen bin.

Wer so eine Porta hat, behält sie in der Regel auch - aber bei den aktuellen Preisen würde ich auch eher mit der GSO ATZ mein Glück versuchen.

Das Teleskop selbst kenn ich nicht, aber es ist ein relativ langer Refraktor und gut für mittlere bis höhere Vergrößerungen (bis ca. 160x), wirkliche Großfeldbeobachtungen gehen dafür nicht. Ein Leuchtpunktsucher statt dem optischen Sucher wäre meiner Meinung nach wünschenswert, an Zubehör bieten sich nur weitere Okulare und evtl. Filter an (Grau- oder variabler Polarisationsfilter für den Mond, evtl. ein UHC für Nebel). Einsatzgebiet sehe ich vor allem bei Planeten, Doppelsternen und offenen Sternhaufen, dazu die helleren Nebel und Galaxien, wobei hier mehr Öffnung wünschenswert wäre. Refraktoren mit ähnlichen Daten kosten nicht die Welt; wichtig ist ein solider Okularauszug.

Gruß,
Alex
 
Hallo Andreas,

für Balkon und Natur finde ich, dass die Wahl von 80mm Öffnung so schlecht nicht ist. Trotzdem muss man darauf hinweisen, dass die Öffnung nicht besonders groß ist. Wenn ich so darüber nachgrüble, dann gebe ich meinem derweil über 20 Jahre alten Einsteigerbuch recht, dass für Planetenbeobachter 90mm Öffnung zum Minimum erklärt.
Natürlich zeigen die 80mm auch einiges an Planetendetails, und 80/910 als Eckdaten für einen Achromaten sind auch gut, das Gerät liefert ein schönes Bild mir geringem Farbfehler. Man sollte aber auch sehen, dass ein solcher Achromat so langsam nicht mehr zeitgemäß ist. ED Apochromate sind sehr günstig geworden und können ein besseres Bild liefern, mit reduziertem Farbfehler. Diese Optiken sind dann auch vielseitiger durch die Möglichkeit zum Anschluss von 2" Okularen - was aber nur für die Beobachtung von ausgedehnten Sternhaufen und Nebeln wichtig ist. Vom Balkon aus mag da das Störlicht der Stadt ein erhebliches Problem sein.

Wenn man das Teleskop auch zur naturbeobachtung einsetzen will, wird man nicht viel mehr Öffnung gebrauchen können. Ein 80/910 ist dabei aber auch schon unhandlich, ein 80/560 ED wäre schon praktischer und vielseitiger. Ein 90/900 ED wäre schwerer aber nicht unhandlicher und würde mehr Leistung bieten. Alle Geräte sind aber im Bereich unter 100mm Öffnung für Planetenbeobachtung nicht gerade üppig. Die Kombination Naturbeobachtung und Planetenbeobachtung schließt sich da gegenseitig aus. Ich persönlich würde speziell zur Planetenbeobachtung mindestens 5" Öffnung haben wollen und für die Beobachtung von Nebeln und Sternhaufen noch mehr. Wie man das transportabel und/oder für den Balkon tauglich bekommt, muss man überlegen. Für die Planetenbeobachtung wäre ein kompaktes Maksutov Cassegrain mit mindestens 125mm Öffnung zu überlegen.

Aufbessern kann man ein Teleskop hauptsächlich durch Okulare. Das richtige Okular bringt ein erhebliches Plus bei der Abbildungsqualität und der Bildästhetik. Wenn man aber als Grundausstattung nur einigermaßen sinnvolle Okulare hat, wird man bezüglich erkennbarer Details z.B. das Teleskop nicht spürbar aufwerten können. Dazu muss schlicht und ergreifend eine bessere Optik mit mehr Öffnung angedacht werden. Und die überfordert dann für gewöhnlich gleich die Vorhandene Montierung. Hat sie ein deutlich anderes Öffnungsverhältnis müssen dann auch bei den Okularen Umstellungen erfolgen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die umfassenden, aufschlussreichen Antworten.
Die doch recht begrenzten Optionen der Erweiterung hatte ich so nicht erwartet. Vielleicht sollte ich die Investitionssumme noch "etwas" erhöhen und mich in jenen Bereich umschauen.

Das Problem der Lichtquellen in der näheren Umgebung ist mir so in der Vergangenheit nicht aufgefallen, doch scheinen sie mir erheblich, sodass gute Ergebnisse wohl nur ausserhalb der Stadt zu erzielen sein werden.

Ein weites Feld mit vielen Möglichkeiten eröffnet sich, doch ist das nicht unbedingt nur positiv zu werten, wenn man zu einem Entschluss kommen möchte...

Mich auf die Suche begebend...
Viele Grüße Andreas
 
Hallo Andreas,

mir scheint es wäre auch für Dich der beste Weg, Anschluss an eine aktive Beobachtergruppe zu suchen und so vor dem Kauf eines eigenen Gerätes mal eine Beobachtungsnacht zu erleben inclusive einiger unterschiedlicher Teleskope.
Das gibt gleich wieder, in welche Richtung man sich orientieren möchte. Ohne die Pferde scheu machen zu wollen: Man sollte sich damit ran halten, weil Jupiter sich nicht mehr sooo lange am Abendhimmel aufhalten wird.

Was Störlicht angeht: Unangenehm für die Dunkeladaption (braucht man für Planeten nicht, im Gegenteil) sind direkt sichtbare Lichtquellen, die je nach Stärke auch weit weg sein können.
Für die Himmelsqualität entscheidend sind auch nicht sichtbare Lichtquellen, die aber den Himmelshintergrund aufhellen weil sie in der Atmosphäre an Staub und Wasserdampf Streulicht verursachen. Der erste Gedanke "mein Balkon ist dunkel" ist leider ein Trugschluss.
Somit bleibt den meisten von uns nur eine Autofahrt um zu passablen Bedingungen für die Beobachtung von schwachen Deepsky-Objekten zu kommmen - was natürlich nur lohnt, wenn der Mond nicht am Himmel steht. 20 Minuten Fahrt sind da schon typisch, ich muss derweil nach dem Verlust zweier Standorte 40 Minuten rechnen.
In dem Zusammenhang stellen sich dann auch weitere Fragen: Auto - Auto beladen - Lust am Einladen/Ausladen - Spontanität je nach Wetterlage?
Eine Stunde auf dem Balkon ist leicht zu verbringen, bei Lust auf Deepsky jedoch nicht optimal. Bei nur einer Stunde Zeitfenster zwischen Familie, Schlaf und Beruf kommt man nur zu den Vorbereitungen, nicht zu Fahrt, Aufbau und Beobachtung. Ganz angespannt ist ohnehin die Sommerzeit. Im Westen ist wahre Mitternacht um 1:30h MESZ. An der polnischen Grenze wenigstens um 1h MESZ. Viel früher wird's nicht dunkel, wer also überhaupt in dieser Jahreszeit etwas vom sehr schönen Sommerhimmel mitnehmen möchte, wird wohl realistisch nicht vor 3 Uhr Nachts in der Falle liegen. Das sieht etwas anders aus, als das Teleskop um halb Zwei Nachts einfach auf dem Balkon stehenzulassen um bis 7 Uhr noch 5 Stunden Schlaf zu bekommen.

Clear Skies
Sven
 
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