Vixen Ascot 8x32 Waterproof - Erfahrungsbericht

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stefan_r

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Hallo!

Ich habe das Vixen Ascot ausprobiert und hier meine Eindrücke für alle die es Interessiert.


Vixen Ascot 8x32 Waterproof

Das Ascot liegt gut in der Hand, ist griffig und die Armierung hat keinen unangenehmen Kunststoffgeruch. Die 830g empfinde ich nicht als zu schwer. Ich bin beim Gewicht nicht sehr überempfindlich und 200 oder 300 g mehr schrecken mich nicht ab, es muss sich nur auch lohnen. Also was zeigt das Glas?
Die Optik bildet im zentralen Bereich wirklich sehr scharf ab. Es fehlt noch etwas bis zur Nikon E Reihe, ist aber wirklich schon sehr ordentlich. Leider baut die Schärfe sehr schnell und deutlich zum Rand hin ab, ähnlich wie beim CZJ Deltrintem. Die moderne MC Vergütung verhilft dem Glas wiederum zu deutlich mehr Brillianz und Kontrast. Ständig störende Farbsäume sind mir bislang nicht aufgefallen, ich hatte jedoch nur Sonnenscheinwetter als Lichtsituation zu Verfügung. Gut der weiße lange Hals eines Schwans vor einer dunklen Wasserfläche zeigt einen gelben Farbsaum. Diese Extremsituation zwingt jedoch jedem Glas einen kleinen individuellen Farbsaum ab. Es gibt auch keinen auffälligen Farbstich. An frischer grüner Vegetation konnte ich ausmachen, dass die Vergütung minimal mit gelb oder rot abtönt. Am Sternenhimmel gibt es feine punktförmige Sternenabbildung im Zentralen Bereich, habe ich bei der Tagschärfe auch nicht anders erwartet. Alles in allem bin ich mit der optischen Leistung des Gases zufrieden.
Nun zur Mechanik. Es ist ein leidiges Thema und großer Schwachpunkt des Glases. Der Anspruch ein Wasserdichtes Glas zu bauen ist so schlecht umgesetzt wie meines Erachtens nach überflüssig. Da keine innen liegende Fokussiereinheit verwendet wurde, blieb nur die Abdichtung der Okulare auf den Tuben übrig. Da saugen und quälen sie sich nun hin und her, verteidigen sich gegen alle anströmenden Wassermassen und laufen schwer und schwer. Die deutlich zu schwach angesetzte Okularbrücke kann den Kräften nicht standhalten und knickt ein. Das heißt die Okulare verkippen beim Fokussieren und insbesondere beim Richtungswechsel. Diesem Problem konnte ich nur entgegen wirken indem ich das Glas beim fokussieren direkt mit Druck an die Stirn angesetzt habe und somit den Okularen das Spiel genommen habe (bei eingedrehten Okularmuscheln z.B. Brillenträgernutzung nicht möglich und auch so irgendwann lästig). Schade. Staubdicht und dafür leichtgängig und präzise hätte es auch getan.


Tja.. Eine gute brauchbare Optik im traurigen Gewand. Nicht das erste moderne Porro Glas bei dem ich zu diesem Fazit gekommen bin (auch Pentax 8x40 PCF WP II).
Die Kombination aus hochwertiger Optik UND präziser Mechanik waren es die Abbe und Zeiss seiner Zeit zum Erfolg führten. Man könnte sich auch daran orientieren wenn man schon so nah dran ist ein ordentliches Fernglas zu bauen.

Ich kann es also nicht uneingeschrämkt empfehlen. Ob man die schwache Mechanik verkraften kann, muss jeder selbst wissen. Ich bin in solchen Punkten sehr pedantisch und störe mich daran. In meinem Speziellen Fall muss ich dazu sagen, dass ich das Glas für schmale 99 euro erstanden habe. Und wenn man sich erstmal eingeguckt hat und dioptrie und alles gut eingestellt ist, macht es schon Spaß es zu nutzen. Die Brillianz und Schärfe ist wirklich sehr gut. Ich werde es vermutlich behalten.

Beste Grüße,
Stefan
 
Zum Verkippenden der Okularbrücke möchte ich noch ergänzen:

Durch einen Erfahrungsaustausch in einem anderen Thema wurde ich darauf aufmerksam, dass dieses Problem wohl nicht generell besteht.
Ich habe mich daher entschlossen die Mitteltriebabdeckung zu entfernen und die Verschraubung zu prüfen. Ich konnte die Zentralschraube noch ein gutes Stück nachspannen und das Verkippen der Okularbrücke weitgehend beheben.
Der Zentralfokus läuft seitdem noch deutlich straffer als zuvor, dafür aber stabil.

Das hebt den Wirkungsgrad des Glases schon deutlich an.

 
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