Hallo,
Das Geheimnis beim Vixen-Leitrohr ist nicht die Optik, sondern die eingebauten Leitrohrschellen bzw. allgemein die Verstellmöglichkeit der Optik.
Vergleiche mit einem 70/700mm Tchibo gehen etwas am Thema vorbei, denn dieser braucht auch noch Leitrohrschellen oder einen Guidestarexzenter, da er nur einen 1,25-er Auszug hat, wären Leitrohrschellen wohl sinnvoller.
Normalerweise wird das Vixen-Leitrohr mit einem GA4-System betrieben, dieses enthält eine 3x-Barlow und pusht das Röhrchen damit auf 1200mm Brennweite, was durchaus Sinn macht.
Das Ganze dann aber bei der Baulänge eines 400mm-Refraktors...man erhält also eine lange Brennweite bei trotzdem kompakter Bauweise.
Allerdings muß ich auch sagen, das ich 398.- Euro für dieses Ding für gnadenlos überzahlt halte, daher würde ich auch einen einfachen Refraktor mit einer Brennweite um die 700-900mm verwenden, zur Not noch mit einer Barlow gestreckt.
Das MTO ist als Leitrohr nicht ganz ideal, da es sich während der Belichtung intern verstellen kann, da es ja über eine Art Hauptspiegelfokussierung scharfgestellt wird.
Ich würde daher einen 80/400-er FH plus 3x-Barlow oder einen 70/700 bzw. 60/900 oder 80/900-er Refraktor nehmen.
Die Nachführgenauigkeit für 750mm bei chemischen Aufnahmen beträgt ca. +/- 7,5 Bogensekunden, d.h. du mußt mit dem Leitrohr und dem Fadenkreuzokular darin in der Lage sein, Abweichungen von >10 Bogensekunden deutlich zu erkennen.
Empfehlenswert ist ein Doppelfadenkreuzokular, wobei du dir anhand von Doppelsternen mit bekanntem Abstand ausmessen kannst, wie groß der Fadenabstand ist und dann weißt, wie weit der Leitstern weg darf, bevor korrigiert werden muß.
Als Faustregel gilt bei chemischen Aufnahmen und Handnachführung die bereits genannte "Doppelte Brennweite", das wären bei dir 1500mm oder ein 70/700mm Refraktor plus 2x Barlowlinse.
Das ist aber nur mal ein Startwert, je nach Montierung und persönlichem Feeling kann es mehr oder weniger sein...da mußt du deinen Wert selber rausfinden.