Hallo Mike,
ich verwende dieses Ultima auch schon seit ein paar Jahren und halte das Preis-/Gewichts-/Leistungsverhältnis für unschlagbar gut - zeitweise ist es mit Glück auch schon mal für weniger als 250 Euro zu haben. Mir gefällt die porrotypische breite Bauweise, die mir persönlich eine bequemere, weniger angespannte, und daher wohl auch etwas ruhigere Haltung ermöglicht, als bei einem schlanken Dachkant. Weshalb ich ausgesprochen gerne auch länger damit beobachte.
In Sachen Mittenschärfe wird es m.E. nicht übertroffen und ist gleichauf mit dem besten, was der Markt zu bieten hat. Allerdings lässt diese Qualität bei genauem Hinsehen schon etwas früh zum Rand hin nach, so daß der sweet spot für scharfe Augen nicht sehr ausgedehnt ist, was man bemerkt, wenn man zum direkten Vergleich immer mal wieder die überragende Bildmitte anvisiert. Ich störe mich daran aber nicht, zumal das überdurchschnittliche große Sehfeld von 145m dafür mehr als entschädigt.
Bei meinem schon etwas älteren Modell gibt es hinter den Objektivfrontlinsen kegelförmige Streulichtblenden, die aber im Gegenlicht mehr Streulicht ins Bild reflektierten, als sie ausblendeten. Ich habe sie mit selbstgeschnitzter Veloursfolie abgeklebt, was die Gegenlichtempfindlichkeit so deutlich reduziert hat, dass mir der Rest die Freude am Beobachten nicht mehr trübt (durchaus im Gegensatz zum ein- oder anderen Spitzenglas). Die Transmission ist bei meinem Exemplar nicht auf allerhöchstem modernen Niveau, die Farbbalance hauchzart gelblich, was man aber nur im direkten Vergleich bemerkt und dank hohem Kontrast der Bildqualität keinen Abbruch tut. (Manchmal sogar eher im Gegenteil, wenn diese Farbabstimmung die kontrastmindernde Rayleigh-Streuung in der Ferne etwas dämpfen hilft. Ich vermute, dass bei aktuellen Modellen die Vergütung - insbesondere der Prismen! - etwas verbessert wurde, weil ich ein korrespondierendes jüngeres, um einen sichtbaren Tick helleres, noch kontraststärkeres und farbneutrales, 10x42 aus der gleichen Baureihe habe, das aber dafür einen im Bezug auf seine größere Öffnung klitzekleinen Tacken weniger gut aufzulösen scheint, wobei jedoch sein sweet spot deutlich größer ausfällt.)
In extremen Gegenlichtsituationen kann man je nach Einblick in einem ganz bestimmten sehr engen Winkel eine störende helle Fremdlicht-Überlagerung provozieren, einen schmalen intensiven Reflex, der daher zu rühren scheint, dass die Hypothenusen der okularseitigen Prismen leider nicht eingekerbt sind. Ohne Einkerbung ist eine solche durch Totalreflexion der falschen Prismenseite hervorgerufene Spiegelung ein Tribut an die kompakte Bauweise. Es tritt aber nur selten auf, und stört mich ebenfalls nicht.
Die glatte Belederung ist bei mir noch intakt, sollte sich das jedoch irgendwann ändern, ist es kein großes Problem das Glas selber neu mit einem griffigeren Belag zu beziehen.
Wer auf Wasserdichtigkeit, allerhöchste Randschärfe, eine extreme Nahgrenze und bequeme Brillenträgertauglichkeit verzichten kann, erhält mit diesem Glas eine optische Leistung, die insgesamt betrachet der von Premiumgläsern kaum nachsteht, und in Sachen Mittenschärfe, Sehfeld und 3D-Bildplastizität (bei mittleren Entfernungen) manches sogar auf Distanz hält.
Gruß