Vogelbeobachtung

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Blaumeise

Neues Mitglied
Hallo,

da ich leider noch kein geeignetes Forum im Internet finden konnte, wende ich mich mit meiner Frage an Sie.

Ich bin Brillenträger (Hornhautverkrümmung) und möchte mir ein Fernglas für Vogelbeobachtungen zulegen. Ich bin etwas verwirrt aufgrund des großen Angebots. Vielleicht hat hier jemand einen guten Rat welches das Richtige ist/sein könnte. Ich habe gelesen, dass für Brillenträger Borroferngläser besser geeignet sind als Dachkantengläser. Stimmt das?

Das Fernglas sollte folgende Eigenschaften besitzen:
- Preisoberlimit 200 Euro
- Wasserdicht
- 10x40 oder 10x50
- für Brillenträger
- für Vogelbeobachtung

keine Rolle spielen:
- Gewicht

Ich dankle schon einmal im Vorab für die Mühe..

MFG

Blaumeise
 
Hi,

also wenn maximal 200€ kommt eigentlich nur ein Porro Glas in Frage. Achte auf das Gewicht möglichst gering und Zentralfokusierung. Weiterhin einen Augenabstand von 20mm für Brillenträger geeignet. Ich würde da ein 8-10x40 Glas der Marken, Pentax, Nikon, etc empfehlen.

Das wäre z.B. ein Kandidat

Gruß
Lots
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Guten Morgen Blaumeise,

als Blaukehlchen bin ich zwar noch in wärmeren Gefilden unterwegs, jedoch möchte ich dir schon einmal ein Fernglasforum für Tagbeobachtungen ans Gefieder legen:

http://www.juelich-bonn.com/jForum/

Unter der Rubrik 'Tagbeobachtungen' kannst du stundenlang schmökern und suchen und hoffentlich auch finden, was du für die Vogelbeobachtung brauchst. Es sind dort allerdings auch nicht wenige Spezialisten zugange - also lass dich durch deren Ausführlichkeiten nicht abschrecken, die haben eben Erfahrung. Selber kann man die auch sammeln, nämlich durch Durchgucken und Ausprobieren, denn: jede Hand ist anders, jede Augenhöhle, jede Sehfähigkeit, und auch jeder Anspruch. Ich kenne Orni-Urgesteine, welche mit einer Uralt-Scherbe mehr erkennen, als ich mit meinem Leica - Erfahrung eben.

Les dich also mal richtig ein, erschrick nicht ob der Detailfülle, es lohnt sich. Genauso lohnt es sich, finanziell an der selbstgesteckten oberen Grenze zu suchen, die Unterschiede sind teilweise eklatant und der Spassfaktor steigt meist direkt propotional mit dem Anschaffungspreis. Optikqualität hat halt ihren Preis, ist aber auch sowas von dauerhaft, das findet man bei fast keinem anderen Industrieprodukt.
Neben den großen 'Marken' bietet auch die Mittelklasse ansprechende Qualitätsprodukte. Auch gebrauchte Gläser von Markenanbietern sind eine Überlegung wert, sollten aber vorher getestet werden.

Wenn du bis zur 'Singvogelsaison' deinen Favoriten gefunden hast, wünsch ich dir damit viel Spass bei der Vogelbestimmung, und - mach mal im Frühjahr vogelkundliche Wanderungen mit: man lernt 'ne Menge und kann sich auch mit anderen Interessierten austauschen, auch was die Optiken angeht. Denn: bei gesteigertem Interesse kommt nach einiger Zeit sicher der Wunsch nach einem 'richtig guten' Glas.

Falls du noch weiter Infos benötigst, kannst du mich auch anschreiben unter cigunia ätt t-online.de

mit ornithophilen Grüßen

Manne
 
hallo Blaumeiserl,

es gibt durchaus nicht zu verachtende kompakte Dachkantgläser in diesem Preisbereich, die Augenmuscheln muss der Brillenträger nicht herausschrauben, damit gibts mehr Augenabsand als bei den meisten Porrogläsern.

Eine etwas längere Bauweise wirkt sich positiv auf die Rand(un)schärfe aus, da die Linsenkrümmungen dann entspannter gehalten werden können.

Wie immer bei Ferngläsern ist es aber auch eine sache von Greifgefühl und Einblickverhalten, sodass ein Ausprobieren vor dem Kauf unbedingt anzuraten ist. Und in diesem Preisbereich nur das Exemplar kaufen, dass man auch ausprobiert hat - bei vielen Dachkantgläsern ist die Mechanik etwas ungenau und mit etwas Spiel, sodass der der Fokus der beiden Röhren nicht ganz genau gleich ist, wenn man von weiter weg oder von nahe zum Ziel fokussiert.

lg Tommy
 
Hallo,

danke für die schnellen Antworten. Gibt es denn generell keine Gläser in diesem Preisbereich wo man sagen kann: das ist ein dauerbrenner oder das glas würde ich nicht empfehlen.

MFG
 
Hallo Blaumeise,

ich denke, für Dich wäre zunächst Mal das hier
http://forum.astronomie.de/phpapps/...73792/Mein_Dekarem_hat_eine_Brille#Post673792
sehr interessant.
Dann ein Fernglas bei dem der Augenabstand nicht allzu gering ist, sodass Du den Auftrag dieser Zusatzgläser noch angenehm kompensieren kannst.
Damit kannst Du ohne Brille schauen und es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.
so könntest Du mit einem relativ günstigen Fernglas zu einer Beobachtungsqualität kommen, die Dir mit dem Asti ansonsten selbst teuerste kandidaten nicht bieten können.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Parus caeruleus,

Deine Vorgaben sind kaum zu erfüllen :neinnein: .

Eine Möglichkeit wäre das TS 10x50 WP für gut 100 €, ich bezweifle aber trotz entsprechender technischer Daten, dass das Glas wirklich wasserdicht ist, bei einem Porroglas mit Mitteltrieb ist das nämlich nicht so leicht zu bewerkstelligen und zu dem Preis schon gar nicht. Ansonsten ist das Glas fürs Geld erstaunlich gut, wobei die Fokussierung bei meinem Exemplar sehr schwergängig läuft, was bei der Vogelbeobachtung besonders nervig ist.

Weitere brauchbare Gläser mit den von Dir gewünschten Eigenschaften kenne ich aus eigener Anschauung leider nicht, als langjähriger Hobbyornithologe möchte ich Die aber einige Hinweise geben:

1. Auch ein Fernglas mit achtfacher Vergrößerung ist für die Vogelkunde gut geeignet. Das Sehfeld ist größer, die Schärfentiefe besser ( weniger Kurbelei am Mitteltrieb ) und das Bild ist ruhiger. Mein Lieblingsglas ist sogar ein 7x42!

2. Das Gewicht solltest Du keinesfalls unberücksichtigt lassen, nach einer mehrstündigen Vogelwanderung in schwierigem Gelände wirst Du Dir den 1,2kg-Klotz, der Dir den Hals wundgescheuert hat, zum Mond wünschen. Vor allem dann, wenn Du gemerkt hast, dass andere Vogelkundler mit leichteren Gläsern genau so viel gesehen haben wie Du.

3. Für die Vogelkunde ist ein minderwertiges Glas völlig ungeeignet. Oft sieht man die interessantesten Vögel nur einen kurzen Moment bei ungünstigen Lichtverhältnissen, wenn dann der Mitteltrieb hakt oder man vor lauter Streulicht kaum etwas erkennt, hat man verloren.

Mein Rat: Lieber etwas länger sparen und ein kompaktes Glas ( 8x32 oder meinetwegen 10x42, keinesfalls ein 8x20 oder 10x25! ) ) eines bekannten Herstellers wählen, so etwas gibt es gelegentlich auch gebraucht. Ein gut erhaltenes Nikon 8x30 EII ( optisch sehr gut, leider nicht wasserdicht ) kann man z. B. schon mal für ca. 300 € ergattern.

Beste Grüße

Manfred

 
Ich habe kurzfristig die Möglichkeit an ein

Fernglas CARL-ZEISS JENA DELTRINTEM 8 x 30 1Q

zu kommen. Wäre das einen Versuch wert?

LG

 
Hallo,

Hast Du schon mal darüber nachgedacht ob ein bildstablisiertes Fernglas zur Vogelbeobachtung in Frage kommt. Z.B. ein Canon 10x30is, allerdings müsstest Du dazu weitere 170.- bis 180.- Euro ansparen. Diese Ferngläser werden derzeit mit 340.- bis 400.- Euro gehandelt.

Ich hatte vor einigen Jahren selbst so ein Glas und es ärgert mich noch heute, dass ich es damals wieder verkauft habe. Das Beobachten mit so einen Glas ist viel entspannter, da man sich in keinster Weisse darauf konzentrieren muss das Fernglas ruhig zu halten um genauere Details zu erkennen.



 
Hallo Blaumeise ( Deinen Vornamen könntest Du hier ruhig nennen ;) ),

das CZJ 8x30 erfüllt einige Deiner Wünsche nicht: es ist weder wasserdicht noch brillenträgertauglich. Die Optik ist recht gut, wenngleich das Glas zu Streulicht und Reflexen neigt. Es hat ein recht großes Sehfeld.

Beste Grüße

Manfred
 
Hallo Blaumeise,

ich gebe Manfred recht, dass Deine eingangs aufgezählten Kriterien nur zum Teil vom Deltrintem erfüllt werden.
Ich selbst habe fast alle gängigen CZJ Gläser im Gebrauch - hauptsächlich für die Vogelbeobachtung.
Wasserdichtheit ist keine Grundvoraussetzung. Ich hatte noch nie diesbezügliche Probleme.
Das Deltrintem - wenn es in Ordnung ist - erzeugt ein angenehmes Bild. Für Deinen Augenfehler sind Korrekturgläser wie im o.g. Thread zu empfehlen, da das Glas keine Brillenträgerokulare hat.
Allerdings ist eine 8-fache Vergrößerung für die Ornithologie manchmal zu wenig. 10-fach ist eigentlich Standard.
Für den Anfang kann ich das 8x30 empfehlen. Das große Bildfeld spricht dafür. Das Glas kann man später als leichtes Zweitglas behalten. Jetzt habe ich ein noch leichteres Zeiss Pocketglas für alle Tage, früher war es ein Deltrintem.

Gruß
Hans-Jürgen
 
Noch ein Tipp in Sachen Vogelbeoachter-Forum - klick Dich ´mal durch Birdnet.de durch, da gibt es im Forumsbereich auch immer wieder einmal das Thema Optik. Die Anzahl der Beiträge ist sicher nicht mit dem Jülich-Forum zu vergleichen, aber in Birdnet findet man eher Beobachtungspraktiker, die dann auch vor ähnlichen Fragen standen.

Schöne Grüße,

Stefan Korth
 
Hallo!

Da ich mich zuletzt selbst viel in Sachen Vogelbeobachtung geübt habe, will ich Dir folgenden Tipp geben. Wenn Du überhaupt kein Glas hast, dann kauf Dir irgendein wirklich billiges Gebrauchtglas und spare auf ein richtiges Fernglas.
Meiner Meinung nach, gibt es nämlich kein Gebiet, welches so dringend nach einem Topglas verlangt, wie die Vogelbeobachtung.
Zunächst einmal nervt mich hierbei ganz besonders der Farbfehler, welchen Du bei allen halbwegs günstigen Gläsern hast. Weiterhin finde ich eine relativ hohe Vergrößerung wichtig, was einen Bildstabilisator eigentlich zwingend nötig macht.

Gruß

Tim
 
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