Volltubus, Gitterrohr, das ist hier die Frage...

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paco_

Mitglied
Hallo,

nun habe ich mich tagelang durch die Beiträge gewälzt, herausgekommen ist totale Verwirrung...
Ich habe da einen sehr schönen 12" Spiegel, der für die visuelle Nutzung parallaktisch montiert werden soll. Ich habe es zu den Beobachtungsplätzen zwar nicht allzuweit, mobil muß das Teil aber sein. Nun ist die Frage Volltubus oder Gitterrohr? Bei ersterem Hartpapier oder Kohlefaser? Beim Gitterrohr schwebte mir so ein Design wie das von Steve Lee vor. Eigentlich halte ich das aus Gewichts und Transportabilitätsgründen für die beste Variante - wäre da nicht das Problem, daß das Teil nicht drehbar zu lagern ist.
Streulicht etc. ist kein Problem, oben auf der Alm ist's zappenduster...
Ein Volltubus müßte fast zwingend teilbar sein - abgesehen davon, dies justierstabil hinzubekommen, stellt sich auch hier die Frage nach der Drehbarkeit. Bei allen Varianten, die mir in den Sinn kommen, sind die "Verschlüsse" den Rohrschellen im Weg! Außerdem kann ich mich nicht so recht zwischen Hartpapier und Kohlefaser entscheiden - das eine erscheint mir bei praktikabler Wandstärke zu schwer, das andere ist ziemlich teuer...
Tja, was tun sprach Zeus, und deswegen werfe ich dieses Thema mal hier in die Runde, vielleicht helft ihr mir ja bei der Entscheidung!?

paco
 
Hi paco,

bau ihn doch als Hybrid. Unterer Teil als Volltubus, damit es mit dem Rotieren gut klappt. Als Drehhilfe wäre z.B. diese Konstruktion preiswert herzustellen (unterstes Bild, wobei die 50EUR für eine Alustange übertrieben sein dürften) .
Den oberen Teil könnte man als Gitterrohr konstruieren. Das würde in etwa wie ein Meade Lightbridge aussehen.

CS
Chris
 
Hallo Paco

Mit 12" würde ich eher auf einen ca. Hartpapiertubus von Neumann zugreifen.
Sofern es die Montierung trägt.
Alles hat Vor und Nachteile...., die dir wahrscheinlich bekannt sind.

Ich arbeite (fotografisch) mit einem 8" HP Tubus und bin seeeeehr zufrieden damit.
Du kannst auf meiner Webseite ein wenig darüber lesen.

Nun bekomme ich einen 14,5" Tubus, der als Gitterrohr ausgeführt.

Visuell hat der Newton auf einer paralaktischen Montierung natürlich seine Nachteile.

Gute Rotationsrohrschellen lassen sich (auf einem Volltubus leichter) sicher herstellen. Mir schweben da jeweils 3 justierbare Kugellager vor mit einer Sicherung hinten am Tubus, damit er nicht nach hinten rutscht.

LG
Robert
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke für die Antworten!
Ein Hartpapiertubus wäre natürlich am einfachsten, aber das Gewicht...
Welche Wandstärke sollte man denn da wählen, reichen 4mm aus? Nach den Formeln auf der Webseite von Neumann komme ich da auf etwa 7,5kg, kann das sein?

lg
paco
 
Hi Paco,

12" parallaktisch ist schon ein mörderisches Teil, warum kein Gitterohr-Dobson mit digitalen Teilkreisen?

Gruß
Lots
 
Hallo Lots,

ich komme mit der Nachschubserei beim Dobson einfach nicht klar... ?)
Ich habe lange damit zugebracht, meine Rockerbox zu optimieren und schön gleitfähig zu machen - trotzdem finde ich es sehr mühsam, das Objekt der Begierde im Sichtfeld zu halten. Ich hatte letztens Gelegenheit, mit einem parallaktisch montierten 10" zu beobachten - einfach kein Vergleich vom Komfort!

Viele Grüße
paco
 
Hallo Paco,

wenn es nur um den Nachführkomfort geht, wäre eventuell einen EQ-Plattform für den Dobs die günstigste und beste Lösung.
Meine Dobsons sind optimiert, trotzdem setze ich in Hochvergrößerung sehr gerne diese Selbstbau-Plattform ein.
http://vangestel.de/astro/content/blogcategory/5/8/lang,deutsch/
Da ist auch gleich ein Link zu Rainer Vogel drin und inzwischen mehren sich auch Anbieter für fertige Plattformen.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
CFK-Tuben gibt es HIER auch als Rohausführung mit 3 bis 4mm Wandsstärke. Wird deutlich günstiger als die geschliffene Variante und N8s ist es ja sowieso dunkel.

Das wäre dann sowohl bei der Wärmedehnung (HP zieht ja mit Alu gleich, egal wie lange N. das Gegenteil behauptet) als auch der Steifigkeit (E-modul beachten) Hartpapier sehr, sehr deutlich überlegen.

Was genau dazwischen wäre Hartgewebe, also mit Glasfaser statt Papier oder Kohlefaser. Hätte den Vorteil, dass es gegenüber Hartpapier ebenfalls eine deutlich geringere Wärmedehnung hat (ca. die Hälfte) und recht günstig ist. Wird unter dem Namen Krülit (von Krüger und Sohn) z.B. durch AMENT plastics vertrieben.

AMENT plastics GmbH
Nürnberger Str. 139
D-92533 Wernberg

Die bieten auch günstige Hartpapiertuben an (nach Krüpax fragen). Der einzige Vorteil von Hartpapier gegenüber GFK und CFK dürfte wohl die leichte Bearbeitbarkeit mit Hobbymitteln sein.


Mit bastelnden Grüßen
Eike & Janina
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
@*entfernt*GMS

Über so eine Nachführplattform habe ich auch ernsthaft nachgedacht, nur wäre das noch ein Trum, welches ich ins Auto verfrachten muß - die Montierung habe ich wegen der Fotographiererei dabei - und die braucht auch ganz schön Platz...

@AstroNini

Mit Klaus Helmrichs habe ich schon Kontakt aufgenommen, wahrscheinlich werde ich mir bei ihm so einen CFK-Tubus kaufen. Er hat mir auch ein Angebot für einen teilbaren Tubus gemacht, aber der kostet natürlich einiges mehr (ich finde seine Preise aber wirklich ok!!)... Ich denke, das Geld ist da besser in einem guten Auszug angelegt, oder?

Viele Grüße
Alexander
 
hallo Leute,

Paco:
>Ein Hartpapiertubus wäre natürlich am einfachsten,Welche Wandstärke sollte man denn da wählen, reichen 4mm aus? <

Ich baute vor Jahren einen Volltubus für meinen knapp 16"er.
Tubuswandung wählte ich 5mm bei einem A.Durchm. von 486mm.
5mm waren knapp, erleiß sich schon etwas verformen.
Für visuell reicht`s aber dicke.
4mm erscheinen mir zu wenig, nimm lieber 4.5mm besser 5mm.

Gruß
Christian
 
Ich verwende einen 5 mm HP Tubus. und habe damit nur minimalste temperaturabhängige Fokusdrift.
(bei 10°C in etwa 0,1mm)

Aber vergesst auch nicht, dass der Spiegel seinen Fokus ändert, wenn sich die Temperatur ändert.

Robert
 
Hi paco,

habe für meinen 16" Spiegel über ebay einen gebrauchten und dreiteiligen Eigenbautubus aus 8mm Plastikrohr zugelegt. Das schwerste Teil brachte gute 30kg auf die Waage. Das war mir nach den ersten Aufbauten dann doch zuviel. Habe daraufhin die Stichsäge genommen und aus dem Volltubus ein sprichwörtlichen Gitterrohrtubus gesägt. Das Gewicht hab ich dadurch auf die Hälfte reduziert. Kein Teil, incl. Spiegel, ist nun schwerer als 15kg. Eine noch gut händelbare Masse. Einziger Nachteil ist und bleibt der Platz bzw. Raumbedarf beim Transport. Ohne PKW-Kombi haste da keine Chance.

Ein optischen Einsfluss durch die offene Konstruktion und eine verschlechterte Justagstabilität konnte ich selbst nach mehreren Aufbauten nicht feststellen.

Habe momentan leider keine Bilder zur Hand. Bei Interesse kann ich am WE welche machen und hier einstellen.
 
@diva1

Danke, die Bilder würden mich schon interessieren.
Allerdings hab ich mich jetzt festgelegt und einen Kohlefasertubus bestellt, damit sollte ein erträgliches Gewicht hinkommen...

Alexander
 
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