Vom Kalten ins Warme: Teleskop "schwitzt"

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Schimun

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Hallo, ich hätte mal eine Frage:

Ich habe ein relativ neues 10" Dobson.
Da ja bald der Winter kommt und entstehen auch relativ große Temperaturunterschiede zwischen draußen und drinnen.

Wie kann man nun das Teleskop gut vor der Nässe schützen kann, die entsteht, wenn man das Teleskop von z.B. -5°C (draußen) nach 25°C (drinnen) verschiebt.
Ich habe gehört, dass es dem Spiegel überhaut nicht gut tut, wenn Feuchtigkeit darauf kommt (logisch xD).

Also gibt es irgendwelche Tricks, die man da so machen kann?

mit freundlichen Grüßen, Schimun :)
 
Hi,
dazu wurde hier schon ganze Romane verfasst...

Kurzform: draußen Deckel drauf tun, reinholen, temperieren lassen, 24h lüften danach und dann wieder bis zum nächsten Einsatz verschließen.

Btw: Feuchtigkeit macht den Spiegeln garnix, so lange sie nicht ewig draufbleibt und gammelt.
 
Danke für die schnelle Antwort.
Werd' ich mir merken.
 
Hi,
also wenn du das Teil nicht zur Diebstahlsicherung jedesmal reinholen musst würd ichs ruhig draussen lassen. Große Tüte oder Sack drüber um es vor Schnee und Regen zu schützen, fertig. Bei gutem Wetter einfach so stehen lassen damit es besser ablüften kann. Schliesslich ist es für den Ausseneinsatz gemacht.
Angenehmer Nebeneffekt....es ist praktisch immer der Umgebungstemeratur angepasst und einsatzbereit.
Und Feucht wird es auch bei entsprechender Witterung während der Beobachtungszeit.
Und die Kondensfeuchtigkeit schadet der eventuell vorhandenen Elektronik mehr als Kälte.
Schrauben an Stativ und Montierung "leicht" einfetten bzw. etwas WD40 auf einen Lappen und Rostanfällige Teile dünn damit einreiben, aber nicht die Teile die du ständig anfassen musst ;)
Wenns denn rein "muss" würd ich gucken obs nicht in einen unbeheizten Raum kann(Keller, Garage, Schuppen, Treppenhaus...) um sich erstmal zu aklimatisieren.

Gruß
Rolf
 
Moin Rolf,

wenn Du nicht grad die Okulare auch draußen lagerst, bekommst Du mein Nutzen eines warmen Okulares an einem Gerät mit -10° C aber auch erst mal keinen echten Spaß :).

Grundsätzlich hast Du aber schon Recht, wobei das Temperaturproblem bei offenen Tuben ja nicht ganz so eklatant ist, wie z.B. bei Maks.

Grüße

Weazle
 
Hallo Schimun,

auch wenn du dein Teleskop nach Gebrauch schön mit einem Deckel draußen verschließt kann dir das Folgende bei zum Glück nicht so häufig auftretenden Wetterlagen passieren:

Bei hoher Luftfeuchtigkeit und gleichzeitig recht tiefen Temperaturen unter ca. -10°C kommt es bisweilen vor, dass der HS beim Reinholen in einen relativ warmen (überheizten) Wohnraum in Sekundenschnelle Wasser zieht und diese Feuchtigkeit am HS gefriert. Beim anschließenden langsamen Erwärmen bilden sich dann recht große Tropfen, die dann je nach Lagerung des Teleskops quer über den HS laufen oder aber an Ort und Stelle austrocknen und dann etwas unschöne, größere Schlieren hinterlassen. Habe ich im Laufe der Jahre auch schon mehrmals erlebt. Diese bekommt man zwar wieder weg, schaden also dem Spiegel nicht, bedeutet aber Arbeit. Falls dein Tubus auch am HS geschlossen ist wird diese Situation allerdings seltener eintreten.

Dennoch macht eine "Zwischenlagerung" in einem trockenen, unbeheizten Raum bei solchen extremen Wetterlagen schon Sinn.

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Rolf,
nur eine kleine Anmerkung:
Ich würde kein WD40 nehmen.
Das ist kein Pflegeöl, obwohl es oft als solches genutzt wird. Tatsächlich ist es primär Korrosionslöser und zersetzt dann andere Fette und Öle, ohne einen Schutzfilm zu entfalten. Lieber ein richtiges Pflegeöl (meinetwegen auch Ballistol :-)).

Gruß
Thorsten
 
Zitat von 47Tau:
Hallo Rolf,
nur eine kleine Anmerkung:
Ich würde kein WD40 nehmen.
Das ist kein Pflegeöl, obwohl es oft als solches genutzt wird. Tatsächlich ist es primär Korrosionslöser und zersetzt dann andere Fette und Öle, ohne einen Schutzfilm zu entfalten. Lieber ein richtiges Pflegeöl (meinetwegen auch Ballistol :-)).

Gruß
Thorsten

Hmmm.....ja.....denn Einwand kann ich akzeptieren, man lernt halt nie aus :super:

gruß
Rolf
 
Wenn ich nachts beobachten möchte legen ich meine Okulare und mein Newton Mittags schon on die Garage und lass es dort auskühlen. Nach dem spechteln kommts dann wieder in die Garage oder in einen unbeheizten Kellerraum.
Hatte bis jetzt keine größeren Probleme mit Kondenswasser.

cs Patrik
 
Ich kann mich dem Tipp von NightHawk85 anschließen: Das Teleskop vor und nach der Beobachtung in einen Raum stellen, dessen Temperatur zwischen Zimmer- und Außentemperatur liegt. Ich nehme dafür meine Garage, aber ein Schuppen, Gartenhütte oder kalter Keller tun es auch. Selbst wenn du das Teleskop nicht auf Dauer in diesem Raum lagern kannst/willst, so führt die "sanfte" Anhebung/Absenkung der Temperatur doch zu deutlich weniger Kondenswasser.
 
Ich war jetzt das erste Mal bei Herbstwetter draussen.
Mein Equipment, sprich beide Sucher, Teleskop... beschlugen erst nach etwas mehr als einer Stunde.
Als ich nach hause fuhr und meine Ausrüstung mit rein nahm, dann siffte mir alles voll (drinnen ists halt warm - Freundin is immer noch kalt :) )
Ich lies es über Nacht liegen und trocknen. Nächsten Morgen verstaute ich alles wieder.

Ich hoffe mal das es meiner Ausrüstung nichts ausmacht wenn sie beschlagen ist?

CS Christian
 
Hallo Christian,

kurz und knapp: das macht der Ausrüstung nichts aus.

Mein Teleskop ist in richtig kalten Nächten komplett mit Raureif überzogen und die eiskalten Spiegel beschlagen nach dem Reintragen sofort. Das hat dem Teleskop noch nie geschadet. Einfach verdunsten lassen.
 
Hallo Heiko,

das stimmt so nicht ganz. Wenn du deine vollgesifften Okus o.ä. im Koffer läßt und nicht geöffnet trocknen läßt, kannst du definitiv ein Problem bekommen. Es gibt auch Spezialequipment wie einen Baader FFC, der darf nur sehr langsam erwärmt werden, sonst springt das Fluoritglas.

Beim Teleskop (z.B Newton) habe ich das oben bereits beschrieben.
Kann Arbeit bedeuten...

Gruß
Werner
 
Hallo Werner,

ah OK, an solche Spezialfälle habe ich nicht gedacht.

Mit "macht der Ausrüstung nichts aus" und "Einfach verdunsten lassen" schloss ich die Okulare mit ein.
 
Vor dem Reintragen der ausgekühlten Geräte diese in Plastiktüten legen und zumachen. Dann kondensiert nicht auch noch die Raumfeuchtigkeit an den Geräten. Nach Temperaturausgleich sollte die Tüte dann natürlich wieder runter.
 
Hallo Leute,

Danke, dann bin ich mal beruhigt :)
Ich lasse dann eh alles noch stundenlang stehen bis es richtig trocken ist.
Danach wieder ab in die Koffer.
Letztens hielten die Okulare bzw. der Fangspiegel meiner Meinung nach lange ohn Tau - ca. 1,5h bei +2°C

CS
Christian
 
Hallo, Firstcope, Weazle, ws_mak12, 47Tau, NightHawk85, DerShark, DexterRaven83, Hisaak und mirka73!

Zum einen will ich mich für die Antworten bedanken und zum anderen entschuldigen, dass ich mich so lande nicht gemeldet habe.

Ich habe es jetzt so gemacht: In meinem Haus gibt es einen unbeheizten Raum, der immer etwas kälter ist als die anderen Räume. Dort lagere ich jetzt alles. Nach dem beobachten wird alles noch ein paar Stunden durchgelüftet und dann wieder verpackt. Die Idee mit den Plastiktüten werde ich beim Großteil meiner Ausrüstung anwenden.
Draußen will ich mein Teleskop aber ungern lagern. Zum einen wegen Diebstahl und zum anderen gehe ich noch etwas vorsichtiger mit meinem Teleskop um; auch, wenn alle sagen, dass die nichts ausmacht, was mit Sicherheit auch stimmt. Vielleicht weiß ich in einem Jahr ja besser was ich meinem Teleskop zumuten kann und was nicht. -Oder es liegt daran, dass man anfangs immer schonender mit den Dingen umgeht :D.
 
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