Von 2" auf 8" oder 10"

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Levithan

Neues Mitglied
Hallo

Nach nun fast 10 Jahren Abstinenz vom Hobby (Beruf, Studium, Frau <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> ), habe ich vor ein paar Monaten (Danke, Mars) beschlossen wieder einzusteigen.
Allerdings muss ich zugeben, dass die Fülle an jetzt zu beziehenden Teleskopen / Zubehör schlichtweg erschlagend ist. Als "Kind" der neuen Länder, war es zu meiner Anfangszeit fast aussichtslos, bezahlbare Optiken zu bekommen. So kam es, dass ich in meinem jugendlichen Leichtsinn einen Brief an Paul Ahnert geschrieben habe und von ihm den Tipp bekam, dass es einen einigermaßen preiswerten Bastelsatz (50 mm Objektiv, 2 Okulare) von Zeiss gibt. Als ich nach endlosen Laufereien endlich diesen Satz hatte und das Teleskop gebaut war, war ich schlichtweg beeindruckt, was dieses kleine Teil gegenüber meinem Brillenglasfernrohr geleistet hat. Die Sterne waren nadelfeine bunte Pünktchen ohne Schweif <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Mit diesem Teleskop beobachte ich noch heute !
Nun, nachdem ich mir sicher bin dabei zu bleiben, will ich doch ein wenig "updaten". Leider fällt mir die Entscheidung nicht so leicht wie ich dachte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Um die Kosten überschaubar zu halten und gleich etwas "brauchbares" zu bekommen, habe ich mich für einen GSO Dobson entschieden. Ich schwanke zwischen dem
GSO 680 oder dem GSO 880.
Ist der Öffnungsgewinn von 2" wirklich so imens, dass sich die Anschaffung des 880 lohnt ?
Weiterhin möchte ich dieses Teleskop später auf eine parallaktische Montierung hiefen um auch in das Gebiet der Fotografie einzusteigen. Ist das möglich und wenn ja, welche Montierung sollte man dann nehmen ? Ist die EQ5 für beide Geräte ausreichend ? Und zu guter Letzt das Wichtigste, ist die Optik dieser Geräte wirklich so gut, wie man z.B. auf teleskop-service.de (übrigens tolle Seite, wenn nur alle Händler so viele Informationen bieten würden) lesen kann ?
Fragen über Fragen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Grüße aus Hermsdorf
Marko
 
Hallo Marko,

hm, die Frage nach 8, 10 oder gar 12 Zoll taucht in den letzten Tagen oft auf. Sicher auch, weil diese Geräte in der Dobson-Bauform preislich aneinandergerückt sind.

Der Unterschied von 8 Zoll zu 10 Zoll wird sich in der Hauptsache in der DeepSky-Beobachtung zeigen. Die Objekterkennbarkeit wird besser, die Auflösung von Kugelsternhaufen im Zentrumsbereich wird besser und es zeigen sich ein wenig mehr Randsterne des Haufens. Man gewinnt eigentlich im Vergleich zum 8-Zöller etwa 30% Vergrößerung hinzu, also statt z.B. 100x nutzt man 130x. Dies macht schon einen Detailgewinn aus, ein Zoll kommt zum anderen.

Bei der Planetenbeobachtung ist der Zugewinn sehr Wetterabhängig. Meistens wird die Optik durch Seeing in ihrer Leistungsfähigkeit begrenzt, und da ist es herzlich egal, ob man eine 8" oder 10" Optik hat, wenn das Seeing den Spaß am Vergnügen bei 150x absägt. Für solche Tage ist auch manchem ein 8x Graufilter nützlich, sowohl mit 8" als auch mit 10". Und zwar wenn man durch Blendung einen Detailverlust hat. Das ist immer Abhängig vom jeweiligen Auge, und vom Umgebungslicht.

Das nächste Thema ist das Handling, und die Montierung packe ich da gleich mit rein. Ein 8" f/6 Dobson mit 1200mm Brennweite entspricht mit seiner Länge so ziemlich der Breite einer Auto-Rückbank. Der 10" Dobson ist mit 1250mm Brennweite aber kaum länger (je nach Tubusdesign). Es verschwinden ja ca 25mm Lichtweg allein schon durch die größere Tubusdicke. Dennoch muß man sich überlegen, was man da an Teleskop durch die Gegend schleppt. Mit 1,2m Teleskop vorm Bauch muß man erstmal durch die Tür gehen!
Es sollte nicht so sein, daß die Teleskopgröße Dich vom Beobachten abhält, dann wäre der 10" nämlich ein Verlust.
Was die Montierung angeht, so will der deutlich schwerere 10-Zöller ebenso geschleppt werden. Ein 8" f/6 Dobson ist noch visuell auf einer GP-DX, mit Stativwechsel wohl auch auf einer HEQ-5 unterzubringen. Beim 10" Dobson muß die nächste Tragkraftklasse her, deren billigster Vertreter EQ-6 heisst.
Geht es um DeepSky-Fotografie, so langt für beide Teleskope eine EQ-6 nur dann, wenn sie bezüglich Motor/Getriebe aufgerüstet wurde. Hier kommen dann z.B. auch OTE-150 und Losmandy G-11 ins Spiel Preis und Leistung bzw. auch die Bedienbarkeit und Ausgereiftheit sind abzuwägen.
Den Einstieg in die Fotografie kannst Du zwar mit einer EQ-5, aber auch mit einer Skyview oder EQ-3 wagen, denn Du solltest den Einstieg erstmal mit chemischer Fotografie durch ein 50mm und/oder ein 135mm Objektiv wagen. Hier bitte ich Dich, einfach mal im Board "Astrofotografie" zu stöbern, da wird es sehr oft und in allen Facetten abgehandelt.

Noch ein Thema möchte ich von mir aus ansprechen. Und zwar das Thema Okulare. Beim 8" F/6 sollte man zwar nicht unkritisch bei der Okularwahl sein, aber diese Optik ist doch wesenlich leichter mit Okularen zu bestücken, als der 10" f/5. Je kleiner die Öffnungszahl wird, desto größer wird der Anspruch ans Okular. Per Email habe ich mich kürzlich mit den Moderatorenkollegen spaßhaft gezankt, ob ein Okularkoffer jemals komplett sein kann. Nun, ich habe warscheinlich verloren und muß also zugeben, daß er es niemals ist. Dementsprechend würde die Anschaffung 10" f/5 auch bedeuten, daß auf lange Sicht die noch kommenden Okularanschaffungen "durchschnittlich teurer" sein würden, als die des 8" f/6. Das gilt besonders für die Deepsky-Beobachtung mit Weitwinkelokularen, aber auch die Planetenbeobachter haben einige preisliche Knaller im Repertoire.

Was die Optikqualität angeht: Ich habe im letzten Vierteljahr nach und nach mit 3 firsch gebackenen GSO 680-Besitzern auf der Wiese gestanden, und die Geräte waren wirklich in Ordnung. Aber das ist auch die einzige Aussage, die ich machen kann: Diese Geräte sind in Ordnung und es macht Spaß, damit zu spechteln. Warscheinlich wird es bei Deinem genauso sein. Aber es schützt wohl in Wahrheit keine Marke davor, nicht doch mal eine Gurke aus dem Lotterietopf zu ziehen...

Auf alle Fälle hoffe ich, daß Du letztendlich das für Dich richtige Gerät erwischst, und damit viel Spaß haben wirst.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,
mensch, da ist ja jemand wie ich! Auch ich kenne das alte Carl-Zeiss-50/540mmm. Damals ein Traum! Und erst das 63/840?? vom Astronomielehrer!!
Ich habe mir ein Galaxy Dß von Intercon Spacetec gekauft und bin sehr zufrieden, soll ja mit dem GSO 8'' baugleich sein. Allerdings ist die Größe schon beeindruckend, und meine Frau war auch geschockt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> Also, ein 8Zoller ist schon ein Traum im Verhältnis zu damals, wobei das Handling eines Dobson auch geübt sein will-wobei das auch Spaß macht, und man ist nach 2 Minuten mitten im Himmel, ohne Einnorden und so... Ich denke, dass du das Geld eher für Zubehör sparen solltest, das du im Falle des Falles (doch 10Zöller) ja behalten kannst. Größer kann man ja immer, aber wenn es doch eine Fehlinvestition aufgrund der Unhandlichkeit ist, ärgert man sich progressiv zum Preis <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Alles sternklar?
Kay
 
Hallo Marko,

ob 8" oder 10" solltest Du am besten "live" am Himmel vergleichen: der Unterschied ist sichtbar, z.B. sieht man mit dem 10" eine Galaxie direkt, die mit 8" nur indirekt sichtbar ist oder ein paar Sternchen, die man mit 8" nicht beachtet hat sind plötzlich auffällig, viele Objekte sind ein Stückchen größer bei gleicher Vergrößerung.
Aaaber: du mußt halt entscheiden, ob Größe/Gewicht, Preis und evtl. Folgekosten für die Montierung es Dir wert sind. Ein guter Ort für Vergleiche ist z.B. das ITV im Mai.

Ich habe ein Galaxy D8 und bin damit sehr zufrieden, die Optik ist OK und wenn die Luft stillsteht, dann sieht man die Kleinkrater im Plato und das Encke-Minimum. An der Mechanik muß man allerdings ein bischen basteln, insbesondere am Azimutlager, das ist aber nix großartiges und dann bewegt sich das Teil auch ruckfrei.

wenn nur alle Händler so viele Informationen bieten würden
Nicht online, dafür gedruckt ist der Birkmeier-Katalog lesenswert.

Gruß
Stefan
 
Hallo

Ersteinmal Danke für die Antworten. Obwohl ich mir bei dem Gerät noch nicht sicher bin, habe ich zumindest meine Entscheidung was die Montierung betrifft, auf EQ6 nach oben korrigiert. Die HEQ5 wäre wohl ein Fehlkauf für beide Geräte gewesen. Durch langes Stöbern im Internet bin ich auch auf Berichte gestossen, welche die Kombi EQ6/10" als aktzepable Lösung betrachten. (Hat hier vielleicht jemand diese Kombi ? ) Transportierbar sollte das Ganze ja gerade noch sein, auch wenn ich 3 Treppen runter und wieder hoch muss <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
An den Punkt mit den Okularen habe ich garnicht gedacht, schlichtweg auch deshalb, weil mir einfach die Erfahrung mit solchen Lichteimern fehlt. Zugegebenermaßen, versteh ich auch die Notwendigkeit besserer Okus beim 10" noch nicht vollständig, aber das Forum hier bietet ja beste Vorraussetzungen um sich schlau zu lesen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Aber ich werde mich im Mai in Essen mal umschauen und die Geräte meiner Wahl genauer inspizieren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Grüße

Marko
 
mensch, da ist ja jemand wie ich! Auch ich kenne das alte Carl-Zeiss-50/540mmm. Damals ein Traum! Und erst das 63/840?? vom Astronomielehrer!!
Dieses 63/840 Schulfernrohr konnte ich leider nur einmal kurz benutzen. Nachdem ich unsere Astronomielehrerin bei der Herleitung der Formel zur Berechnung der absoluten Helligkeit zwei mal verbessert hatte, konnte sie mich nicht mehr leiden, ich weiß nicht warum ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Nochdazu fand diese Beobachtung auf dem Schulhof statt, der auch damals schon Lichtverseucht ohne Ende war. Vom damals heimischen Balkon war die Sicht wesentlich besser.
Auch wenn heute ein 50mm Refraktor für viele ein besserer Sucher ist, macht mir die Beobachtung mit diesem Gerät noch heute viel Spass. Zeiss ist eben Zeiss <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Grüße

Marko
 
Hallo Marko,

ich benutzte in unserem Verein einen 8 und 10 Zoll Galaxy Dobson von Intercon Spacetec und einen 12 Zoll GSO. Der Unterschied von 8 Zoll auf 10 Zoll macht sich, wie Sven es bereits ausführlich beschrieben hat, gerade im Deep Sky Bereich bemerkbar. Ob jemanden das "Mehr an Objekt" die Kosten wert sind, muss jeder für sich entscheiden. Viele Meinungen kannst Du hier im Forum finden, aber Du solltest vor dem Kauf unbedingt durch beide Geräte beobachtet haben! Meines Erachtens ist sowohl der 8 als auch der 10 Zöller noch ansprechend zu transportieren (natürlich individuell).

Die Wahl zur EQ-6 als Kombination ist sinnvoller, als die zur HEQ-5. Visuell hatte ich alle oben beschriebenen Geräte auf der EQ-6, wobei es bei dem 12 Zöller mehr als hart am der Grenze war. Ob der 10 Zöller fotografisch noch auf der Montierung einsetzbar ist, kann ich Dir leider nicht sagen, da ich mit der GP-DX fotografiere.

Bei der EQ-6 sollten für die Astrofotografie einige Modifikationen vorgenommen werden, damit die Nachführung auch Spaß macht. Einfach im "Astrofotografie- oder Montierungsforum" suchen. "So gut" der 10 Zöller noch zu transportieren ist, solltest Du die EQ-6 nicht unterschätzen. Hier macht das Bewegen, vor allem über längere Strcken, weniger Spaß. Auch hier einfach mal die Montierung live erleben.

Die ATT in Essen aber vor allem das ITV, wo praktisch beobachtet wird, solltest Du ausuchen. Am 17. Juli findet in Neuenhaus (süd-westliches Niedersachsen) der 2. Praktische astronomische Samstag (PaS) statt, wo diese Geräte auch zur Beobachtung eingesetzt werden.

NightSky - Zeitschrift von Amateuren für Amateure

Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V.

Liebe Grüße, Christoph Lohuis.
 
Ich hab den 10"er GSO auf einer EQ-6 gehabt. Die Stabilität war absolut OK und deutlich besser als mit einem 102/1000er auf einer EQ-3 mit Alustativ. Der 10"er ist schon eine wahnsinns Schlepperei, die mir dermaßen auf den Keks ging, daß ich das ganze Zeug von einem Tag auf den anderen Verkauft habe. Mit allem drum und dran hab ich jedes mal knappe 70-80 kg durch die Gegend getragen. Ich war mehr auf der Treppe unterwegs und mit aufbauen beschäftigt als mit Spechteln. Das hat eigentlich nur noch gefrustet und so hab ich mich von dem ganzen Sternenkram für ne Zeit distanziert.

Hab grad auch die Verkaufsanzeige vom Klarinetto gelesen: Schleppfrust hat er also auch. Er hat aber gründlich länger durchgehalten als ich. Respekt!!!

Jetzt bin ich auch wieder nach auf der Suche nach einem neuen Rohr und meine, daß für mich ein 114/900er oder ein längerer 150er auf einer EQ-5 optimal wäre. Vielleicht auch ein 8"er... Auf jeden Fall sollte man den Tubus alleine auf die Rückbank des Autos legen können ohne sich sorgen um die Wirbelsäule machen zu müssen... Es ist auch sehr praktisch wenn man den Tubus zum Treppengehen noch mit einer Hand halten kann.

lg

Bronks
 
@Christoph:
Danke für Deine Antwort.
Ich habe auch schon gelesen, dass die Nachführung der EQ6 nicht optimal zu sein scheint. Aber solange die Möglichkeit der Verbesserung besteht, hat man mit der EQ6 doch ein ziemlich gutes Preis/Leistungsverhältnis, oder ? Die DeepSky Fotografie interessiert mich sehr.
allem das ITV, wo praktisch beobachtet wird
Am 17. Juli findet in Neuenhaus (süd-westliches Niedersachsen) der 2. Praktische astronomische Samstag (PaS) statt, wo diese Geräte auch zur Beobachtung eingesetzt werden.

Gibt es denn nährere Informationen zu diesen Veranstaltungen ? Das klingt sehr interessant und ich würde sehr gern an beiden teilnehmen.

Grüße und frohe Ostern !

Marko
 
Hallo Marko,

das Preis-/Leistungsverhältnis ist meines Erachtens sehr gut. Bei der
Modifikation kann es aber teuer werden (neue Motoren, neue Steuerung z.B. FS-2).
Da kann sich der Grundpreis schon deutlich erhöhen und hier musst Du genau
überlegen, ob nicht auch eine andere Montierung in Betracht kommt. Auf der
anderen Seite gibt es in dieser Preiskategorie (für einen 10 Zöller zum
fotografischen Einsatz), nicht besonders viele Alternativen.

Wie beschrieben solltest Du das Gesamtgewicht nicht vernachlässigen. Wie auch in
den anderen Postings skizziert, hat auch eine Astrofreund von mir die EQ-6 aus Gewichts-/Transportgründen wieder abgegeben. Bester Tipp, wie bereits beschrieben, einfach die Geräte in Natura ansehen.

Weitere Informationen zum 2. Praktische astronomische Samstag (PaS) findest Du unter NightSky und Astronomischer Verein der Grafschaft Bentheim e.V. . Die Veranstaltung beginnt Nachmittags um 15.00 Uhr und endet voraussichtlich gegen 23.00 Uhr. Es werden eine Vielzahl Referate zu unterschiedlichen Themen aus der Astronomie vorgetragen, wobei häufig die Praxis im Vordergrund steht (z.B. Selbstbau, Fotografie usw.). Beobachtet wird bei gutem Wetter natürlich (tagsüber die Sonne u.a. mit einem Solarmax 40) und abends mit unterschiedlichen Teleskopen. Bedenke aber, dass es spät dunkel wird. Im Gegensatz zum ITV ist das PaS kein Teleskoptreffen, sondern ein "Mischmasch" aus Praxis und BoHeTa. Beide Veranstaltungen findest Du auch unter Teleskoptreffen . Wo wohnst Du?

Liebe Grüße, Christoph Lohuis.
 
In der Nähe von Magdeburg. Zur PaS ist es schon ein ziemlicher Ritt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Die ITV werde ich aber auf jeden Fall besuchen.
ob nicht auch eine andere Montierung in Betracht kommt
Musste denn Deine Montierung noch modifiziert werden (GP-DX) oder ist die von Werk aus zufriedenstellend ?

Viele Grüße
Marko
 
Hallo Marko,

die von mir genutzte GP-DX kam ohne Modifikationen aus und reicht für mein
Ansprüche völlig aus. Ob sie einen 10 Zoll Newton für die Fotograie ausreichend
trägt, kann ich Dir leider nicht sagen.

Von Magdeburg ist es tatsächlich ein ganzen Stück bis zu uns. Somit würde ich
Dir wie erwähnt das ITV empfehlen und ggf. einen Verein oder Volkssternwarte in
Deiner Region aufsuchen. Auf dem ITV solltest Du aber alle für Dich relevanten
Instrumente auffinden können.

Liebe Grüße, Christoph Lohuis.

NightSky - Zeitschrift von Amateuren für Amateure
 
Hallo Marko <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Ich benutze die EQ-6 mit einem 10" Newton. Genauer gesagt ist es ein 10" f/6 AOM-Newton auf einer
EQ-6, die auf einer 45cm hohen Betonsäule steht.
Die Stabilität ist Visuell ausreichent, stellt aber mit ca. 17 kg Beladung incl. Sucher, Bino, Okularen,
Rohrschellen und Prismenschiene die Obergrenze für die EQ-6 dar.
Wenn du den GSO 10" f/5 auf die EQ-6 mit dem Original Dreibeinstative setzen willst, wirst du ungefähr die
gleiche Stabilität erreichen wie ich. Zum einen ist das Originale Dreibeinstativ etwas labiler als die Betonsäule, was dir aber zu gute kommt ist der f/5 Newton, der etwas kürzer gebaut ist. Du mußt die
EQ-6 aber mit 3-4 Gegengewichten bestücken!

Fazit: EQ-6 mit 10" Newton ist geht visuell gut.

So weit meine Erfahrung.

CS

Arno
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Arno,

Du schreibst, daß Deine Erfahrung nach 10" mit 17 KG die Obergrenze für die EQ-6 darstellt. Müßte man also sagen, daß demnach die vom Hersteller (oder sonstwo) angegebene Maximallast von 25 Kg etwas leicht überzogen wäre?

Bei 25 Kg wäre ja auch noch locker ein 12"er unterzubringen (wenn man mal Baulänge usw. vernachlässigt). Aber wenn ich so manche Berichte und Erfahrungen lese (gibt ja wirklich einige Seiten zum Thema im Netz), verstehe ich es richtig, daß 12" auf EQ-6 eigentlich gar nicht gehen, oder?

Zumindest nicht im "originalen" Zustand, sondern wenn, dann nur im VOLLSTÄNDIG aufgemotzten?
 
@Addie:
Wennst einen Newton mit 25 KG draufpackst, dann darfste gleich mit 35 KG Gegengewichten rechnen. Die mitgelieferten Gewichte kannste dann gleich zu Seite legen, weil Du bei der kurzen Gegengewichtsstange, dann anders breite Hanteln brauchen wirst... Diese werden sich dann doch als etwas hinderlich erweisen, sodaß .... bisl Aufmotzen ... wenigstens längere Gegengewichtsstange ...
 
Hallo Addie,

die Herstellerangaben zu den Montierungen sind immer nur grobe Anhaltspunkte. Hinzu kommt, daß der eine Hersteller die Gewichtsangabe etwas konservativer macht, als der andere.
Die EQ-6 wird die 25 kilo mit ach & krach tragen, wenn man ein kurzes Gerät wie das C-14 aufzieht. Das hat m.W. Andy Murner mal gemacht, das -öhm- geeeeht...... naja. ( <- dieses Gestammel gibts dann wirklich am besten wieder.)
Bei vielen Montierungen stellt sich auch heraus, daß die Montierung viel mehr kann, als das Stativ. Nun, das ist mal kein EQ-6 Problem.

Clear Skies
Sven

 
Hi Sven,

> Beim 8" F/6 sollte man zwar nicht unkritisch bei der Okularwahl sein,
> aber diese Optik ist doch wesenlich leichter mit Okularen zu bestücken,
> als der 10" f/5.
> Je kleiner die Öffnungszahl wird, desto größer wird der Anspruch ans Okular.

das habe ich schon öfters gelesen, und ich frage mich gerade: wieso ist dem eigentlich so? Und vor allem würde mich interessieren: welche (demnach kostengünstigere) Okulare würden beim 12"er schon nicht mehr in Frage kommmen, die man aber beim 8"er noch benutzen kann?

Gruß,
 
Hi Addie,
die Okularfrage ist vom Öffnungsverhältnis abhängig. Damit ist nicht 8 oder 12 " gemeint sondern das jeweilige Verhältnis der Öffnung/Brennweite, z.B. 200/1200 = f/6.
Je kleiner der Teiler ist umso stärker müssen die eintreffenden Lichstrahlen umgelenkt werden. Dementsprechend fallen Abweichungen von der Idealform des Spiegels oder der Linse ins Gewicht. Das Okular bündelt dann die Strahlen so das in Dein Auge fällt und das kann nicht jedes Okular bei kurzen Öffnungsverhältnissen - besonders gegen den Rand des Gesichtsfelds hin.
Wenn man es mal einfach beschreibt.
CS
 
Hi Addie,

Antares hat ja schon ein Wenig beschrieben, worum es da geht. Nur finde ich etwas Mißverständlich, daß er von "Abweichung von der Idealforum" spricht. Auch perfekt geschliffene Linsen haben das Problem.
In der Hauptsache spielen hier 2, bei einigen Teleskopen 3 Probleme zusammen.
1. Die Bildfeldwölbung
Und zwar liefert das Teleskop ohne Okular schon ein Bild - wenn man statt des Okulares ein Blatt Papier an den Okularauszug hält, bekommt man dort das primäre Bild des Teleskopes. Hält man einen Film hinein, erhält man so auch ein Foto...
Dieses Bild aber ist gewölbt, es stellt einen Kugelausschnitt dar. Der Radius der "Kugel" ist bei vielen Teleskopen gleich der Brennweite. Bei Teleskopen wo dies nicht so ist, wird mit größerer Brennweite wenigstens auch der Kugelradius größer.
Das Okular wird nun wie eine Lupe vor dieses sogenannte "Luftbild" gehalten. Das Problem ist nun, bei großer Kugelwölbung, daß Du das Okular entweder auf die Mitte oder auf den Rand der Kugel scharfstellen kannst. Also entweder in der Mitte, oder am Rand unscharfe Sterne...
Viele Teleskope haben Bildfeldkorrektoren, die ein fotografisch geebnetes Bildfeld erzeugen. Diese Linsensysteme machen also eine "platte Stelle" in die Kugel, die etwa der Filmgröße beim fotografieren entspricht. Für's Okular ist sowas dann auch sehr hilfreich.
2. Okularastigmatismus
Die Lichtstrahlen von Sternen am Bildrand fallen schräg ins Okular, und damit schräg auf seine Linsenoberflächen. Diese Lichtstrahlen haben einen kreisförmigen Querschnitt und werden dicker, je kleiner die Öffnungszahl wird. Die Gegend einer Linse, die von so einem Strahl getroffen wird, ist aber ellipsenförmig. Und durch diesen Effekt wird ein Stern am Rand dann verformt. Um das zu korrigieren, muß man das Okular geschickt konstruieren. Das erfordert mehr Linsen und mehr Geld...
3. Koma
Koma ist ein Problem vieler Teleskoparten. Das ist ein Bildfehler, der am Bildrand sichtbar wird. Die Sterne bekommen kleine Lichtausbrüche, die immer zum Bildrand zeigen. Auch dafür gibt es Korrektorlinsen, die sowas beseitigen. Koma ist aber üblicherweise viel schwächer als die Effekte 1 und 2.

So. Jetzt mal zur konkreten Frage, was die nutzbaren Okulare angeht.
Der 12-Zöller hat, wenn ich recht erinnere, f/4,5. Der 8-Zöller f/6. Das ist, auch wenn's kleine Zahlen sind, ein großer Sprung.
Hier muß auch noch die Maximalvergrößerung bedacht werden. Während der f/6 die maximal sinnvolle Planetenvergrößerung 300x mit einem 4mm Okular erreicht, müsste man für die 450x am 12" schon ein 3mm Okular nutzen. Man kommt da nämlich in Bereiche, wo die Okularauswahl dünn wird. Das liegt nämlich auch am Einblickverhalten, weil man in die allermeisten Okulare mit 3 oder 4 Linsen immer weiter hereinkriechen muß, je kürzer die Brennweite wird. Ein 7mm Plössl bezeichnen die meisten als "geht grad noch". Okulare mit schönem Augenabstand kosten entsprechend...

Beim 8" f/6 sind Okulare wie Ortho, Plössl und auch die bekannten eudiaskopischen noch gut einsetzbar. Auch mit Kellner Okularen kann man noch gut auskommen. Die Okulare sind vielleicht nicht immer optimal, besonders bei großen Okularbrennweiten, aber man kann damit zufrieden sein.
Bei f/4,5 zeigen die genannten Okulare nun bereits soviel unschärfe am Bildrand, daß man selbst bei der Tagbeobachtung diesen Schärfeverlust kräftig spürt.
Ähnlich ist es mit Weitwinkelokularen. Da die beschriebenen Fehler alle zum Bildrand hin stärker werden, müssen Weitwinkelokulare dagegen noch besser korrigiert sein. Während Erfle Typen bei f/6 zumindest noch brauchbar sind, geben diese bei f/4 den Geist auf. Was hilft mir ein 60° großes Gesichtsfeld, wenn davon nur 40° angenehm sind?

"Kostengünstiger" ist aber eigentlich ein Faktor, der Dich nicht leiten sollte. Es gibt auch genug Okulare, die teuer sind, aber trotzdem im f/4-Bereich den Geist aufgeben. Das liegt einfach auch daran, daß manche Okulare speziell auf ein bestimmtes Teleskopsystem mit seinen besonderen Eigenschaften spezialisiert sind.
Pentax-Okularen sagt man nach, daß diese auf die vielen Pentax-Apos mit f/6 abgestimmt sind. Dadurch sind ihre Eigenschaften auch noch bei f/4 gut. Andere Okulare sind aber eher für f/10 eines Schmidt-Cassegrain konstruiert, so daß sie bei f/4,5 am Newton wenig Spaß machen.

Konkreter kann ich eigentlich erst werden, wenn Du in Vorlage gehst und Deine Preisvorstellung für Okulare mit Deinen Beobachtungsvorlieben kombinierst.

Clear Skies
Sven
 
Re: Okulare bei 10" oder 12"

HI Sven,

vielen Dank schon mal für Deine ausführliche Antwort soweit (wie immer!).

> Konkreter kann ich eigentlich erst werden, wenn Du in Vorlage
> gehst und Deine Preisvorstellung für Okulare mit Deinen
> Beobachtungsvorlieben kombinierst.

Also: ich liebäugle mit dem Galaxy D10 und D12 (nicht D8), wobei ich noch mehr zum 12"er hin tendiere, besonders nach Deinen Erläuterungen "der Strahlendruck bei 12" bei M51 bläst Dir die Haare aus dem Gesicht" (oder so ähnlich);-). Ist ja auch nicht so viel teuerer, zumindest in der Erstanschaffung. Du sprichst ja quasi die Folgekosten an. Dein Beitrag behandelt den Unterschied zwischen f/6 und f/4,5 - hier haben nun im meinem Fall beide Dobsons laut ICS-Info f/5, wobei der 12"er eine etwas längere Brennweite hat (1250mm beim 10"er, 1500mm beim 12"er) und ich als Laie nicht genau weiß, ob sich das beim Okular zusätzlich oder ähnlich auswirkt wie in Deinen Ausführungen beschrieben.

Beobachten möchte ich zunächst visuell, Astrofotografie habe ich mir erst einmal abgeschminkt, zumal das mit dem 12" und der Montierung auch nicht so ganz einfach wird, finanziell gesehen meine ich. Vielleicht mal später. Ich bin ja noch jung - ich kann warten ;-). Oder mit einem kleineren Teleskop.

Ich möchte sowohl Planeten also auch DeepSky beobachten können. Mitgelieferte Okulare laut ICS sind "mutivergütete Plössl Okulare 9 und 32mm", die gar nicht mal so übel sein sollen (Erfahrungsberichte, PDF-Datei auf deren Webseite). Ich vermute natürlich, daß mit teuren Okularen wesentlich mehr geht. In der PDF-Datei steht folgendes:

"Bereits mit 8" f/6 empfinde ich die Randschärfe eines 40mm RKE als unbefriedigend. Vorbehaltlos kann ich hier das 40mm Pentax empfehlen. Bei 10" F/5 sind die Anforderungen noch härter, das "billigste" mir bekannte Okular mit schöner Sternabbildung bis zum Rand ist das sündteuere 35mm Panoptic von TeleVue. Wer diese Kosten scheut, ist mit dem vierlinsigen 32mm Plössl bestens bedient. Man hat zwar nur 1,25", aber immerhin 1,3° Gesichtsfeld mit schöner Sterabbildung bis zum Rand."

Nun, das TElevue kostet glaube ich um die 350 EUR... . Was hältst Du denn von den Angaben hinsichtlich des 32mm Plössl, mit dem man bestens bedient ist (ich gehe davon aus, daß damit das mitgelieferte gemeint ist). Und bei 12" wird's wahrscheinlich noch "härter", schätze ich?

Zum Schluß denn noch zur Preisvorstellung:

Nun, gehen wir einfach mal davon aus, daß ich keine habe und prinzipiell auch immer bereit bin, viel Geld auszugeben, wenn ich dafür mit dem Ergebnis zufrieden sein kann - auch, wenn das Sparen dann schon mal länger dauert (ging mir bei meiner Fotoausrüstung auch so, ich fotografiere leidenschaftlich gerne und habe mir über mehrere Jahre hinweg nach und nach eine ziemlich teure Ausrüstung zugelegt).
Ich stelle mir vor (kann aber totaler Quatsch sein), irgendwann einmal 3-4 gute - muß nicht gleich Spitzenklasse sein - Okulare für jeweils DeepSky und Planeten mit den "wichtigsten" oder "gängigsten" Brennweitern zu besitzen. Die Frage ist hier: Was ist der Unterschied zwischen "gut" und "Spitzenklasse", sowohl was die Typenbezeichnung betrifft, die Leistung und die finanzielle Seite.

So, ich schätze, ich hab Dich jetzt genug vollgequasselt! Sorry, aber mir kamen da gleich so viele Gedanken...laß Dir Zeit!

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

Viele Grüße,
 
Re: Okulare bei 10" oder 12"

Hi Addie,

vollquasseln kann nützlich sein, ich finde es schön, ein paar mehr Anhaltspunkte zu haben, wonach Dir der Sinn steht. OK,
dann will ich mal.
Also 10" und 12" Dobs haben das gleich Öffnungsverhältnis. Dann ist der 12" Okularfreundlicher, denn durch die größere Brennweite hat der eine geringere Bildfeldwölbung. (Gilt für Newtons. Mitleser: Bitte nicht ohne weiteres auf SCs oder so übertragen.)

1500mm sind nun auch nicht grad wenig an Baulänge. Du wirst also viel im stehen beobachten. Ich denke mal, in Zenitstellung wird der Einblick höchstens 1,6m hoch sein, eher etwas niedriger. Dazu schadet es gar nicht, wenn Du Dir einen Bügelstuhl anschaffst, und irgendeinen niedrigen Klapphocker. Mal so nebenbei...

Zurück zu den Okularen. Ich würde das 32mm Plössl gleich eintauschen. Das 32mm Plössl ist vor allem deshalb schön weil es das maximale 1,25" Gesichtsfeld liefert. Aber bei 1,5m Brennweite sind das "nur" 1° wahrer Himmel. OK, das sind 2 Vollmonddurchmesser. Aber man sollte sich mal Objekte vor Augen halten, die das sprengen, oder die gerade noch hineingehen:
Andromedagalaxie nominell 3° unter gutem Himmel 2,5° visuell erkennbar
M33 (Dreiecksgalaxie) 68 Bogenminuten? 1,13°
H&Chi 1°
Plejaden 2°
Nordamerikanebel 2°
California Nebel 2,4°
Cirrus Nebel west: 1,6°
Cirrus Nebel ost: 1°

ALso man kann mit dem 32mm Plössl auskommen, aber gerade die offenen Sternhaufen heben sich erst richtig ab, wenn man ein Stück "Umgebung" sieht, so daß die Sternkonzentration wirklich auffällt.
Deshalb würde ich Dir wirklich empfehlen, ein schönes 2" Weitwinkel-Okular anzuschaffen. Das muß natürlich nicht sofort sein. 40mm ist etwas zu wenig Vergrößerung, das macht Probleme mit der AP. (Einfach mal z.B. auf meiner Homepage in der Einsteigerecke "Thema AP" lesen.) Man kann auch 40mm nehmen, und ich habe das auch schon gemacht mit einem Baader Widefield Erfle. Aber hm...
Um 35mm Brennweite sollte solch ein Okular sein. Es gibt da ein paar Möglichkeiten. Das angesprochene Panoptic (68°) sei genannt, ich kenne es allerdings nicht (sowas edles sieht man halt selten). Preislich abgehoben ist das 31mm Nagler (82°). Von Pentax gibt es ein 30mm XW (70°). Diese Okulare sind nicht billig, aber es sind die Okulare, an die man die besten Erwartungen bei f/5 haben darf.
Im Mittelfeld gibt es das Vixen LV 30 (60°) und das BW Ultrawide 30mm (80°). Möglicherweise ist auch das 30mm Widescan (ebenfalls 80°) einen Vergleich wert. Diese 3 haben mit f/5 schon ein wenig ihre Probleme. Das LV 30 schneidet das Gesichtsfeld bei 60° ab, so daß das ganze Gesichtsfeld brauchbar ist. Die anderen beiden liefern zwar ein größeres Gesichtsfeld, am in Randnähe dürfte das Bild unbrauchbar sein.
Dann gibt es noch die Antares Erfle mit 30mm bzw. 32mm und 72° bzw 70°. Das 30mm soll besonders auf kurzbrennweitige Teleskope korrigiert sein. Und es gibt ein TS-WA 32mm. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen... Diese letzteren Okulare kenne ich nicht. Man müsste einfach ausprobieren, wie diese bei f/5 abschneiden.
Okulare wie die Apex und RKE habe ich mal aussen vor gelassen, weil sie bei den Brennweiten um 30mm kaum mehr wahren Himmel zeigen, als das 32mm Plössl. Diese Anschaffung macht wenig Sinn.

Soweit mal zu den Übersichtsokularen. Bei den anderen Okularen kann ich es mir etwas einfacher machen. Die erste Überlegung sollte natürlich sein, was für Brennweiten braucht man, um das Potenzial des Teleskopes auszunutzen?
Übersichtsokular haben wir oben schon abgehakt (30 bis 35mm). Das ist eben für große Objekte, zum Suchen und für besonders lichtschwache Objekte, ggf. zusammen mit einem 2" Nebelfilter (OIII, UHC,...).
Die meisten Deepsky-Objekte zeigen meiner Erfahrung nach bei 2mm AP, also Vergrößerung= 1/2 Öffnung, die meisten Details. Hier also bei 150x, und also wäre ein Okular um 10mm sinnvoll. Das 9mm Plössl ist aber auch noch OK. Diese Okularposition wäre also besetzt. Gleichzeitig ist 150x auch eine schöne Planetenvergrößerung. Zumindest eine, die das Wetter meistens zulässt.
Der nächste Schritt wäre ein Okular für hohe Vergrößerung. Um 250x für gutes Planetenwetter. Das entspräche einem 6mm Okular. Damit wirst Du auch das Maximum aus Kugelsternhaufen herausholen, aber auch da nur, wenn das Wetter es zulässt. Man kann da regelrecht sehen, wie das Seeing Momentweise die Sterne verschmiert.

Mit diesen 3 Okularen/Vergrößerungen kannst Du schonmal einiges machen. Also 35mm Übersicht, 10mm Deepsky/Schlechtwetter-Planeten und 6mm Planeten bei gutem Wetter.
Damit solltest Du erstmal loslegen und Dir überlegen, an welcher Stelle Du am liebsten noch eine Ergänzung möchtest. Zum Beispiel: Für höchste Planetenvergrößerung, vor allem am Mond nutzbar, ein Okular zwischen 4 und 5mm. Oder für mittleres Planetenwetter um 180x ein 8mm.
Für Deepsky ein Okular zwischen 3 und 4mm AP zur Galaxienbeobachtung bzw. allgemein für schwächere Objekte, also ein Okular zwischen 15 und 20mm.
Die Entscheidung triffst Du einfach danach, was Du beim Beobachten am ehesten vermisst.

Jetzt mal konret zu Okulartypen. Für Deepsky-Beobachter zählt für gewöhnlich das scheinbare Gesichtsfeld besonder, es sollen also Weitwinkel-Okulare sein. Die "High-End-Typen" mit f/5-Tauglichkeit sind hier sicherlich Nagler, UWA, Pentax XL/XW, LVW, Panoptic, Radian. Ab 10mm Brennweite und weniger geniessen auch die Speers Waler einen guten Ruf.
Was das Gesichtsfeld angeht, liegen mit 82° die Nagler und die ihnen nachempfundenen UWA vorn. Gefolgt von den Pentax XW mit 70°, den Panoptic mit 68° und schliesslich den LVW und den alten Pentax XL mit 65°. Schlußlicht bilden die Radian mit 60°. Bei den Speers sind die Gesichtsfelder unterschiedlich, zwischen 70° und 80° groß.
Vom Einblickverhalten her sieht's anders aus. Hier haben LVW, Pentax XL/XW und auch die Radians die Nase vorn und bieten bequeme 20mm Augenabstand, egal bei welcher Brennweite. Die anderen bieten eher um 13mm Augenabstand, was ganz passabel ist. Einen unangenehm knappen einblick haben die alten Nagler Typen (z.B. das 4,8mm) und UWAs mit 4,7mm und 6,7mm, die neuen Nagler Typ 6 liegen alle bei 13mm.
Wer mit Brille am Teleskop beobachten muß, der freut sich über 20mm Augenabstand. Für alle anderen sind 13mm auch OK.

Für den Planetenbeobachter zählt meist ein kontrastreiches Bild, und das fordert Okulare mit bester Vergütung und möglichst wenig Linsen. Hier sind andere Okulare vorn, mit kleinen Gesichtsfeldern. Ich bin nicht der Planetenfreak und kann deshalb nur so einen groben Überblick geben. Multivergütete Plössl sind schon recht beliebt, und immer besser werdend sind wohl Edmund RKE, Kasai Orthos, voll multivergütete Kasai Orthos und schließlich TMB Monocentrics. Die haben aber am Dobson alle den Nachteil eines kleinen Gesichtsfeldes, und da heisst es bei 200x gut alle 20 Sekunden nachschubsen. 20 Sekunden sind schnell um! Und die Schubserei ist mit so einem kleinen Gesichtsfeld auch eine Übungssache.
Viele Dobsonauten haben deshalb zwar das ein oder andere High-End Planetenokular in der Kiste, aber nur für den Tag des "göttlichen Wetters", ansonsten wird mit Weitwinkel auch auf Planeten geschossen. Da haben die Pentax XL einen sehr guten Ruf. Aber auch die neuen Nagler Typ 6 werden von einigen Planetenbeobachter gelobt. Ich selbst bin vom Speers-Waler Zoom 5-8mm recht erbaut.

Tja. Viel Stoff... Soviel sei aber auch gesagt: Man kann auch nur mit Plössl-Okularen glücklich werden. Die Plössl sind in der Bildmitte prima scharf, und nur am Rand gibt es, vor allem bei langen Okularbrennweiten, Probleme. Weitwinkel sind eben so beliebt, weil man damit den "Spacewalk-Effekt" hat. Aber sie sind kein Muß.

So. Ende von Roman... vorerst...

Clear Skies
Sven
 
Re: Okulare bei 10" oder 12"

Hi Sven,

sag mal, wirst Du hier nach EUR pro Wort bezahlt oder sowas...? ;-)))

Also vielen herzlichen Dank für Deinen unglaublichen Einsatz. Ich hoffe, daß du im 10-Finger-System tippen kannst...;-). Tja, da kann ich mir doch jetzt mal einige GEdanken machen, mir in Ruhe die Preislisten durchsehen usw. Sollten mir da wieder Fragen kommen, weiß ich ja, an wen ich mich wenden kann. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

Gruß,
 
Re: Okulare bei 10" oder 12"

Hi Addie,

hm, bis jetzt bestand meine Vergütung aus einem kostenlosen astronomie.de Kalender 2004, der hängt hier links neben mir und ist mir sehr nützlich.

Ich tippe mit einem eigenen 10-Finger System, das sich über die Jahre entwickelt hat. Ich komm schon klar...

Clear Skies
Sven
 
Re: Okulare bei 10" oder 12"

Auch von mir ein Danke schön für die sehr ausführliche Darstellung!
Ich lese zwar hauptsächlich nur mit, aber dadurch lerne ich sehr viel hier.
Also du schreibst nicht nur für einem hier.

Viele Grüße

Ralfilein
 
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