Michael_Haardt
Aktives Mitglied
Hallo,
zwecks Fehlersuche bei einer erstaunlich wackeligen Selbstbaumontierung habe ich mich bei den Profis umgesehen, wie man so etwas misst und lernte, dass die Analyse des Frequenzspektrums von Schwingungen eine etablierte Technik ist. Im Amateurbereich habe ich das noch nie gesehen. Also kaufte ich mir einen Arduino Nano und ein kleines Board mit einem Beschleunigungssensor und montierte beides auf eine Metallplatte, die ich an die Prismenschiene des Teleskops klemmte. Dann schrieb ich ein wenig Software, die nach einem Stoss für 2 Sekunden mit 100 Hz die Beschleunigung aufzeichnet, und wertete das mit Gnuplot aus. Entsprechendes findet man bei großen Teleskopen, wenn man danach sucht, nur brauchen die teurere Sensoren, weil sie weniger stark vibrieren. Es gibt Literatur, die die mathematischen Grundlagen darlegt, und Papers zu Erfahrungen und konkreten Untersuchungen.
Erfreulicherweise funktioniert es auch im Kleinen. Anbei die Schwingung und deren Spektrum eines 150/1000 Newton auf einer CG-5, eine Kombination, mit der man leben kann. Wie man sieht, klingt die Schwingung nach einem Stoss mit der Hand schnell ab, wobei sie länger sichtbar ist, als der Sensor sie noch erfassen kann. Es gibt einen Frequenzpeak um die 24 Hz, was im Vergleich nicht schlecht ist. Stöße aus verschiedenen Richtungen ändern wenig. Die Daten der Selbstbaumontierung zeige ich hier lieber nicht, da sieht das anders aus. Mit diesem Messinstrument bin ich aber zuversichtlich, deren Problem zu finden. Die Y-Achse ist nicht beschriftet, weil ich bisher noch Rohwerte verarbeite und mich nur der Frequenzpeak und das Dämpfungsverhalten interessiert.
Bisher wurde die Steifigkeit von Montierungs/Teleskop-Kombinationen im Amateurbereich nur subjektiv beschrieben. Mit diesem Hilfsmittel geht das besser.
Eigentlich wäre es sinnvoll, so einen Sensor in die Montierung einzubauen, um die Daten bei Aufnahmen zu erfassen. So könnte man im Nachhinein schauen, ob es externe Störungen (Vibrationen des Erdbodens, Wind) gab, als man Fotos machte. Mit OnStep wäre das keine große Sache. Man könnte so auch die Beschleunigungs- und Abbremskurven von Bewegungen optimieren, damit das Teleskop danach möglichst schnell wieder zur Ruhe kommt.
Michael
zwecks Fehlersuche bei einer erstaunlich wackeligen Selbstbaumontierung habe ich mich bei den Profis umgesehen, wie man so etwas misst und lernte, dass die Analyse des Frequenzspektrums von Schwingungen eine etablierte Technik ist. Im Amateurbereich habe ich das noch nie gesehen. Also kaufte ich mir einen Arduino Nano und ein kleines Board mit einem Beschleunigungssensor und montierte beides auf eine Metallplatte, die ich an die Prismenschiene des Teleskops klemmte. Dann schrieb ich ein wenig Software, die nach einem Stoss für 2 Sekunden mit 100 Hz die Beschleunigung aufzeichnet, und wertete das mit Gnuplot aus. Entsprechendes findet man bei großen Teleskopen, wenn man danach sucht, nur brauchen die teurere Sensoren, weil sie weniger stark vibrieren. Es gibt Literatur, die die mathematischen Grundlagen darlegt, und Papers zu Erfahrungen und konkreten Untersuchungen.
Erfreulicherweise funktioniert es auch im Kleinen. Anbei die Schwingung und deren Spektrum eines 150/1000 Newton auf einer CG-5, eine Kombination, mit der man leben kann. Wie man sieht, klingt die Schwingung nach einem Stoss mit der Hand schnell ab, wobei sie länger sichtbar ist, als der Sensor sie noch erfassen kann. Es gibt einen Frequenzpeak um die 24 Hz, was im Vergleich nicht schlecht ist. Stöße aus verschiedenen Richtungen ändern wenig. Die Daten der Selbstbaumontierung zeige ich hier lieber nicht, da sieht das anders aus. Mit diesem Messinstrument bin ich aber zuversichtlich, deren Problem zu finden. Die Y-Achse ist nicht beschriftet, weil ich bisher noch Rohwerte verarbeite und mich nur der Frequenzpeak und das Dämpfungsverhalten interessiert.
Bisher wurde die Steifigkeit von Montierungs/Teleskop-Kombinationen im Amateurbereich nur subjektiv beschrieben. Mit diesem Hilfsmittel geht das besser.
Eigentlich wäre es sinnvoll, so einen Sensor in die Montierung einzubauen, um die Daten bei Aufnahmen zu erfassen. So könnte man im Nachhinein schauen, ob es externe Störungen (Vibrationen des Erdbodens, Wind) gab, als man Fotos machte. Mit OnStep wäre das keine große Sache. Man könnte so auch die Beschleunigungs- und Abbremskurven von Bewegungen optimieren, damit das Teleskop danach möglichst schnell wieder zur Ruhe kommt.
Michael