Von EAA abgewandt ...

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Torijchi Point

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Hallo in die Runde, liebe Astrofreunde,

möchte mich heute nach langer Zeit mal wieder zu Wort melden. Die ewig lange Schlechtwetter-Periode (bei uns in Sachsen-Anhalt von Ende Oktober bis beinahe Ende Januar) hat ganz schön genervt, dazu kam dann noch einiges an Krankheit bei mir.

Umso mehr hat's mich gefreut, dass der Mann im roten Mantel zu Weihnachten so einiges hat liegen lassen. Zwar war der Herschel-Guide an sich schon nicht übel, aber die Omegon Vetec 571c und zwei Optolong-Filter haben bei mir natürlich die Spannung auf neue Möglichkeiten geweckt.
In der Zeit der Non-CS-Phase hatte ich begonnen, eine Art Fotobuch über meinen Werdegang der letzten drei Jahre zu gestalten. Dabei fiel mir leider auf, wie wenig zufrieden ich im Nachhinein mit meinen EAA-Ergebnissen der vergangenen Monate war. Zwar gibt es hier im Forum sehr gelungene EAA Bilder zu bestaunen, aber irgendwie habe ich wohl nicht den richtigen Dreh bei der ganzen Sache gefunden (von einigen Ausnahmen mal abgesehen...)

Ich möchte hiermit auch keinen Zweifel am Sinn von EAA sähen. Ganz im Gegenteil! Immerhin hatte ich zwei Jahre lang sehr viel Freude daran, in einer Nacht sechs bis acht DSO anzupeilen und das Sichtbare auf meinen Laptop zu speichern. Aber wie gesagt, richtig happy darüber war ich beim späteren Betrachten der Ergebnisse selten.

Den entscheidenden Anstoß gab mir dann das First Light mit meiner neuen Omegon Kamera per EAA am Bubble Nebel. Das war Ende Januar. Ich war mehr als ernüchtert und beschloß, andere Wege zu bestreiten, um bessere Ergebnisse zu erhalten. Per Youtube-Videos und einiger Beiträge hier informierte ich mich über Guiding, Flats und Bias etc. und startete schließlich einen ersten Versuch mit längere belichteten Subframes und Kalibrierungsbildern.
M13 war das Ziel...

M13 siril+gimp_ohne alle Filter.jpg


und ich war erfreut, ein schönes Bild für mein Fotobuch zu haben. Das mit den Darks, Flats und Bias ist auch nicht so schwierig, wenn man sich etwas Zeit nimmt und methodisch vorgeht. Zwar habe ich noch nicht die wirklich richtige Einstellung für die Flats gefunden, aber daran arbeite ich noch.

Ende Februar habe ich mich dann mittels dem L-enhance Filter an die allseits bekannten Nebel-Gebiete gewagt. Objekte, die mich schon immer besonders fasziniert haben. Der Pferdekopf Nebel war noch etwas unsauber, aber das Widefield vom Bubble Nebel dann schon ganz gut aus meiner Sicht.

NGC7635 widefield_jpg small.jpg


Besonders erstaunt war ich dann, als ich mein letztes EAA Bild und einen Crop vom "neuen" Bubble Nebel verglichen habe...

Vergleich EAA 2023.jpg


Vielleicht kann nun der eine oder andere nachvollziehen, dass ich in Zukunft keine knappe Astro-Zeit mehr ausschließlich mit EAA verbringen werde und lieber den für mich neuen Weg hin zur Astrofotografie bestreite. Bin gespannt, wo dieser Weg noch hinführt :unsure:
Das Live Stacking bei Sharpcap benutze ich jetzt als Überwachung während der Aufnahme-Session. Die gespeicherten RAW Bilder stacke ich dann nach einer Vorauswahl extra.

Zu guter Letzt schließlich noch den Fischkopf-Nebel, den ich Anfang März auf's Korn genommen habe:

ca 1 Std RGB (120s subframes) und 2 Std L-enhance (300s subframes) mit Sharpcap gestackt und mit Siril und Gimp bearbeitet.

IC1795 Fischkopf Nebel_jpg small.jpg


Die Arbeit an meinem Fotobuch kann nun also weiter gehen. In diesem Sinne vielen Dank euch fürs Lesen ;) Tipps und Meinungen sind natürlich stets willkommen.

Mehr CS wünscht Axel_
 
Danke, Benjamin :y: Ja, das mit dem Wetter ist so eine Sache. Hoffe mal, dass irgendwann Besserung eintritt.
CS Axel _
 
Hallo Axel,

wenn du in der Deep Sky Fotografie weiter machen willst, ist das sicher der richtige Weg.

Ich halte mich ja sonst beim Thema EAA gern zurück, weil ja jeder machen soll, was er möchte. Als Echtzeit-Alternative zur visuellen Beobachtung ist es ja m.E. völlig Ok. Aber als technische Variante für Deep Sky Ziele halte ich nicht viel davon. Deshalb finde ich es auch bedenklich, wenn so oft Anfängern, die eigentlich Deep Sky Objekte fotografieren wollen, EAA als einfacher Zwischenschritt empfohlen wird. Es wird oft damit argumentiert, dass man so die Basics leichter lernt und Equipment spart. Meines Erachtens verzögert man damit aber nur den Lernprozess. Für gutes Deep Sky Imaging braucht es taugliches Equipment für Langzeitbelichtungen, selbst erlerntes technisches Grundwissen und dedizierte Software, die auf dem Stand der Technik ist.

CS Peter
 
Ich denke, eine wichtige Rolle spielt auch, mit welchen Kenntnissen jemand zur Astronomie/-fotografie kommt. Wenn man schon Erfahrungen mit DSLR/DSLM hat (und Fotos nicht nur als auf-den-Auslöser-drücken versteht), ist es sicher viel leichter einzusteigen. Auch die persönliche Frusttoleranzschwelle spielt bestimmt eine Rolle und wieviel Lust man auf die technische Seite hat.
 
Hallo an euch,
auch ich möchte EAA keinesfalls in Frage stellen. Nur für mich war nun der Punkt gekommen, irgendwie eine merkliche Verbesserung meiner Ergebnisse zu erzielen.
Ich selbst hatte noch vor vier Jahren keinerlei tieferen Einblick in die Astronomie u meine Art der Fotografie beschränkte sich auf's Knipsen mit dem Handy.
Nach den ersten kalten Herbstnächten im Garten mit Teleskop u diversen Okularen wusste ich schnell, dass DAS nicht meins war.
Dieses Forum hier u EAA haben dann mein Interesse gefestigt u mich happy gemacht. Bis zu einem gewissen Punkt eben...
Ewiges walking pattern bei meiner Qhy294c jedoch führten mich über Guiden zum Dithern u zu längeren subframes. Dann kam der oben erwähnte Vergleich der beiden Bubble Bilder, der für mich folgerichtig zu Astrofotos im eigentlichen Sinne führte.

Wie gesagt, ein jeder soll seinen Weg gehen. Für mich kann ich sagen, dass ich schon gespannt bin, was ich noch erreichen kann. Und diese Neugier treibt mich voran :cool:
Habt Dank für eure Meinungen. CS Axel _
 
Hi,

na ja, was ist jetzt wirklich EAA?

Für mich ist es einfach eine Abkürzung für Astrofotografie bei der es um ein direktes Live Erlebnis/Ergebnis geht.
Das Seherlebnis am Okular wird durch ein Seherlebnis am Bildschirm ersetzt oder ergänzt.
Es steht nicht in Konkurrenz zu aufwendigerer AF.

Wobei technisch für mich der einzige Unterschied ist, dass kürzere Einzel(Sub)-Belichtungen im Sekunden Bereich "gestackt" werden.
Dass das auch noch Live passiert, ist technisch eigentlich kein Unterschieds-Kriterium, sondern nur im Erlebnis.

Die Sensor Theorie sagt eindeutig, dass das Summieren/Stacken von mehreren oder wenigeren Sub-Belichtungen bezüglich der erreichten registrierten Photonen und damit Pixel-Werte keinen Unterschied macht. Das was eine Rolle spielt ist das unterschiedliche Rauschverhalten und die unterschiedliche Statistik.

Ich wage übrigens zu bezweifeln, dass sich die 2 obigen Bilder, die so einen drastischen Unterschied, auch in der Auflösung, was so nicht erklärt werden kann, zeigen, nur durch die Summierung von kürzeren oder längeren Sub-Belichtungen unterscheiden.

Wenn also das direkte Seh-Erlebnis eigentlich gar nicht im Vordergrund steht, dann braucht man auch nicht so etwas wie EAA (was immer es bedeutet ;) ) machen.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Axel, ich gratuliere Dir zu diesen tollen Fortschritten! Deinen Weg finde ich nur konsequent, also folgerichtig. Ich denke, dass das mittelfristig auch meiner werden wird. Das ist Teil des Lernprozesses. Für mich ist EAA Astrofotografie light. Gleichzeitig hat es Elemente der direkten, visuellen Beobachtung, halt nur mit Hilfe einer Kamera und nicht eines Okulars. Wer höhere Ambitionen bezüglich des fotografischen Ergebnisses hat, dem wird EAA auf Dauer nicht reichen. Ich vermute, dass mir das irgendwann auch so gehen wird, aber an dem Punkt bin ich noch nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass das in den nächsten Monaten der Fall sein wird, wenn ich mich in NINA eingearbeitet habe und auch Guiding beherrsche. Bisher ist beides nicht der Fall. Ob meine AZ GTI dafür ausreicht, weiß ich auch noch nicht. Wenn nicht, bleibe ich vorerst bei zweitklassigen Bildern, denn vierstellig kann und will ich aktuell nicht in eine Montierung investieren. Es ist also auch eine finanzielle Frage, was fotografisch geht. Mit EAA geht einiges, und für den Anfänger sehr, sehr viel. Der Schritt hin zur professionelleren Aufnahmetechnik und Bearbeitung ist dann grundsätzlich gar nicht mehr so groß. Ich finde auch nicht, dass EAA den Lernprozess behindert. Ich beschäftige mich auch jetzt schon und nur wegen EAA mit EBV und den Basics der Fotografie, von denen ich noch vor einem Jahr keine Ahnung hatte.

LG Olaf
 
Hi Olaf :y: genau meine Meinung.
Auch ich denke nicht, dass ich mit EAA Zeit verloren habe. Wahrscheinlich hätte ich damals sogar mein Teleskop für immer auf dem Boden verstaut, weil ich als Laie mit den Astrofotos total überfordert gewesen wäre u der Frust gesiegt hätte. So hatte ich eben bald erste Erfolge u die nötige Zeit, um weiter in der Sache voran zu kommen...
Gruß Axel_
 
Hallo Peter (AstroPZ)

Ich kann deine Zweifel gut verstehen wegen der beiden Vergleichsbilder. Auch ich war ziemlich erstaunt. Und in der Tat sind wohl zwei versteckte Unterschiede im Spiel...

Zum einen weiß ich jetzt nicht, wie die Mondphasen jeweils waren. Genauso das Seeing.

Zum anderen konnte ich in der Nachbearbeitung beim zweiten Bild viel mehr rausholen, ohne übermäßig stretchen zu müssen.
Und durch die Arbeit mit Ebenen bei Gimp ist eine viel feinere Sternabbildung möglich, als ich je für möglich gehalten hätte.

Manchmal muss man eben doch Äpfel mit Birnen vergleichen, um zu erkennen, was einem besser schmeckt ;) CS Axel _
 
Hi Axel,

also die Auflösung/Sternabbildung ist schon krass unterschiedlich. Kann mM nicht von unterschiedlichen Sub-Belichtungszeiten kommen.
Ist das wirklich mit der gleichen Optik und dem gleichen Sensor aufgenommen?

Gruß
Peter
 
Die Abstände der Sterne sehen schon gleich aus.
Für den Vergleich fände ich nur die Bilder EAA 100 Min. (je 16 Sek.) vs. 90 Min. (je 120 Sek.) nach dem Stacken ohne weitere Bildbearbeitung interessant.
Also z.B. nur in PixInsight mit STF AutoStretch gleich gestretcht (hoffe, alle Bilder werden dabei gleich "angehoben").
 
Hallo Peter,

wahrscheinlich sind wir hier ziemlich einer Meinung:
...
Die Sensor Theorie sagt eindeutig, dass das Summieren/Stacken von mehreren oder wenigeren Sub-Belichtungen bezüglich der erreichten registrierten Photonen und damit Pixel-Werte keinen Unterschied macht. Das was eine Rolle spielt ist das unterschiedliche Rauschverhalten und die unterschiedliche Statistik.
...
...und genau da liegt ja der Hase im Pfeffer. Der Abstand des Signals zum summierten Rauschen (Dunkelstromrauschen, Ausleserauschen, Photonenrausche etc.) bringt den Spielraum, den wir bei der EBV von Deep Sky Objekten nutzen müssen. Und dieser Spielraum wird kleiner, je kürzer belichtet wird. Denn bei Deep Sky Objekten liegt das DSO-Signal allein in der steilen rechten Flanke des Hintergrundpeaks im Histogramm. Die schwachen Signale verschwinden links am Peak im dunklen Rauschen, den horizontalen, dünnen, rechten Ausläufer des Histogramms besetzten die Sterne. Je kürzer man belichtet, desto steiler und schmaler wird der Peak, die Bandbreite des für die DSO nutzbaren Intervalls schrumpft zusammen, man verliert Tiefe. Wie superschmal die verfügbare Bandbreite ist, erkennt man gut, wenn man sich das den strichförmigen Peak im Histogramm eines linearen, also ungestreckten Stacks ansieht.

Ein weiterer Punkt ist, dass man als Bearbeiter gern komplette Kontrolle über alle Aspekte und den ganzen Prozess der Bildauswahl, Bildintegration und Kalibrierung haben will, was beim Live Stacking nur vergleichsweise eingeschränkt möglich ist, womit ein wichtiger Lernprozess für angehende Astrofotografen fehlt.

Wie oben in meinem ersten Post gesagt, ist es überhaupt nicht meine Absicht, die EAA schlecht zu machen. Sie hat sich als Erweiterung der visuellen Astronomie einen wichtigen Platz erobert. Aber sie ist meines Erachtens keine Alternative zu den differenziert ausgearbeiteten Aufnahmestrategien der Deep Sky Fotografie, eher besetzt sie einen Seitenzweig. Für Leute, die beabsichtigen, sich langfristig mit zunehmender Erfahrung tiefer in die Astrofotografie einzuarbeiten ist sie damit eine Sackgasse oder zumindest ein Umweg. Der häufig gelesene Rat, mit dem "komplizierten" Guiden zu warten und erstmal Erfahrung mit EAA zu sammeln, ist für diese Zielgruppe meiner Meinung nach nicht zielführend.

CS Peter
 
...und genau da liegt ja der Hase im Pfeffer. Der Abstand des Signals zum summierten Rauschen (Dunkelstromrauschen, Ausleserauschen, Photonenrausche etc.) bringt den Spielraum, den wir bei der EBV von Deep Sky Objekten nutzen müssen. Und dieser Spielraum wird kleiner, je kürzer belichtet wird. Denn bei Deep Sky Objekten liegt das DSO-Signal allein in der steilen rechten Flanke des Hintergrundpeaks im Histogramm. Die schwachen Signale verschwinden links am Peak im dunklen Rauschen, den horizontalen, dünnen, rechten Ausläufer des Histogramms besetzten die Sterne. Je kürzer man belichtet, desto steiler und schmaler wird der Peak, die Bandbreite des für die DSO nutzbaren Intervalls schrumpft zusammen, man verliert Tiefe. Wie superschmal die verfügbare Bandbreite ist, erkennt man gut, wenn man sich das den strichförmigen Peak im Histogramm eines linearen, also ungestreckten Stacks ansieht.
mein Problem ist, dass ich bei "Rausch" Mathematik immer "aussteige". ;)
Es ist einfach nicht sehr intuitiv.

Natürlich kann ich das schon verstehen, habe ja Physik studiert, aber es kostet halt Aufwand und wenn ich es dann mal wieder verstanden habe, dann vergesse ich es wieder. Müsste mir die Zusammenhänge mal wirklich komplett selber herleiten und aufschreiben. Nur so kann man etwas "richtig" lernen und nicht durch Youtube Videos. ;)

Und dann auch wirklich die Effekte anhand konkreter Beispiele (Hintergrund/Rauschen des eigenen Himmels, Ausleserauschen der Kamera, Anzahl der Bilder, BLZs, ...) bewerten und einschätzen.
Es gibt ja auch Effekte, die sind in der Praxis komplett vernachlässigbar.

Gruß
Peter
 
Hallo Alex,

schön das du zu Vernunft gekommen bist und dich auch gleich selbst belohnt hast in Form von tollen Aufnahmen.
EAA ist halt wie Offroad mit nem Kombi, weder verboten noch gänzlich unmöglich :ROFLMAO:
 
...mein Problem ist, dass ich bei "Rausch" Mathematik immer "aussteige". ;)
Es ist einfach nicht sehr intuitiv....
Man kann es ja auch empirisch angehen. Bis auf wenige, objektspezifische Aufnahmen hellerer Ziele sind zig-tausende Aufnahmen von tausenden Usern der internationalen Communities auf Astrobin und Cloudy Nights aus Langzeitbelichtungen gebaut. Dafür gibt es Gründe, die man gar nicht auf physikalischer Ebene erklären muss. Wie schon der Kicker Alfred Preißler sagte "Grau is alle Theorie – entscheidend is auf'm Platz!" :)

Was die "Platzbedingungen" angeht, muss man auch nicht so viel lernen. Wenn der Guidingfehler kleiner als der Pixel Scale ist und der Hintergrundpeak sich von der dunklen linken Ecke löst und man Kalibrierungsframes und anständige Stacking- und Nachbearbeitungssoftware benutzt, hat man schon 90% der Sache im Griff. Das ist ja schließlich keine Raketentechnik ;) .

CS Peter
 
Hallo euch allen,

ich wollte eigentlich eine Diskussion über pro u contra von EAA vermeiden. Aber der Dissens liegt wohl in der Natur der Sache, gibt es doch für beiden Arten der Bildgewinnung gute Gründe u die jeweiligen Befürworter.
Über die verschiedensten Arten von Rauschen, Signal-Rausch-Verhältnis oder auch Hintergrundlimitierung habe ich sicher schon gelesen bzw. Youtube zu Rate gezogen, aber ist mir dann eben doch zu viel irgendwann u wohl auch zu hoch. Hab leider nix Passendes studiert :sneaky: Da muss ich mich wohl od übel auf mein Bauchgefühl verlassen u auf Erfahrungswerte, die es immer wieder zu sammeln gilt.

Einer dieser Erfahrungswerte ist nun aber schon, dass ich mich mit der Nachbearbeitung viel leichter tue, seit ich längere Belichtungszeiten sowohl bei den Subframes als auch in der Summe benutze. Irgendwie ist da mehr rauszuholen, ohne es gleich mit den Reglern übertreiben zu müssen...

Was die beiden Vergleichsbilder anbelangt, so kann ich euch versichern: Beide wurden mit dem Skywatcher PDS 750/150 auf AVX aufgenommen. Das EAA Bild ohne Guiding, das andere mit (obschon beim Guiding noch vieles im Argen liegt bei mir...)
Fokussiert jeweils mit Bahtinov-Maske.
Kamera war in beiden Fällen die Omegon Vetec 571c auf -10°C gekühlt bzw. erhitzt (die Januar-Nacht war extrem kalt ;))
Beim EAA Bild im Low Gain Mode, beim besseren Bild im High Gain Mode betrieben... Wie erwähnt habe ich diese Kamera noch nicht allzu lange u teste noch herum. Das EAA Bild war sogar das First Light.

Leider habe ich das Sharpcap Protokoll der EAA-Session nebst den RAW u Fits Dateien schon entsorgt. Mach ich eigentlich immer mit Daten, die meiner Meinung nach nichts taugen. Hab nur das final bearbeitete Bild von damals behalten, von welchem der Crop auch stammte.

M52 u Bubble Nebel.jpg


Dem gegenüber stand dann im Februar das weiter oben abgebildete Bild , nur mit anderem Himmelsausschnitt eben.

Hoffe, ich konnte noch etwas Licht ins Dunkle bringen. Mal sehen, was die Zukunft so bringt.
Eine schöne Woche u CS wünscht Axel_
 
Doofe Frage - sollte man nicht eher bei kürzeren Belichtungszeiten den high-gain Modus und bei langen Belichtungszeiten den low-gain Modus nutzen?
 
Hi Benjamin :oops: nein, keine doofe Frage.
Erscheint mir im Nachhinein auch kontraproduktiv der Modus bei EAA.
Aber das ist eben der menschliche Faktor: Mit meiner QHY294c hatte ich im letzten Jahr die besseren EAA Bilder auch mit Gain 0 gemacht, also Low Gain. Hab ich eben fix auf die neue Omegon Kamera übertragen...
Mittlerweile habe ich durch Beschreibungen bei anderen Astrofotografien den High Gain Mode "entdeckt" u bin am gucken, was damit so geht.
Mit dem Low Gain bei 200-300 sec subframes muss ich erst mal versuchen. Ach :rolleyes: wenn man nur mehr Zeit mit CS hätte.
Axel_
 
Hallo Axel,

Leider habe ich das Sharpcap Protokoll der EAA-Session nebst den RAW u Fits Dateien schon entsorgt. Mach ich eigentlich immer mit Daten, die meiner Meinung nach nichts taugen. Hab nur das final bearbeitete Bild von damals behalten, von welchem der Crop auch stammte.
Dein Bild ist jetzt hier vom Forum runter gerechnet. Das hat jetzt nur noch 1920x1286 Pixel. Damit ist es natürlich schwer einzuschätzen.

ich wollte eigentlich eine Diskussion über pro u contra von EAA vermeiden. Aber der Dissens liegt wohl in der Natur der Sache, gibt es doch für beiden Arten der Bildgewinnung gute Gründe u die jeweiligen Befürworter.
Ich denke, Du bringst es genau auf den Punkt. Ich will z. B. keine Astrofotografie machen. Für mich ist EAA auch keine Bildgewinnung. Sondern eben Live-Beobachtung mit der Möglichkeit sich den finalen Stack als "Souvenir" von der Nacht abzuspeichern. Vor allem Live-Beobachtung die eben auch Team-fähig ist. Bei uns schauen meine Frau und ich immer gemeinsam in den Himmel. ;) Manchmal auch zusammen mit Freunden und Bekannten. Der Blasennebel hat bei uns vor gut 2 Jahren, damals noch mit dem kleinen Skywatcher 130PDS / ASI294MC / UHC-Filter nach einer Stacking-Zeit von ca. 20 Minuten ( 156 Aufnahmen mit je 8 Sekunden) so ausgeschaut.

NGC7635_ALL_Stack_156frames_1248s-sterne2.jpg


Und das ist nur der finale Live-Stack mit einer Minute Post-Processing/Nachbesserung im Photoshop und zuvor im Sharpcap als 8-Bit JPG abgespeichert "As-Seen". Wie gesagt! Souvenir an die Nacht vom 12. September 2021 mit oben in der Mitte der Novae Cassiopeiae 2021.

NGC7635_ALL_ANNO_Stack_156frames_1248s.jpg

Viele Grüße - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Sensationell, Ewald! 20 Minuten? Ich habe ja auch einen 130PDS, den aber auch noch nicht mit Kamera ausprobieren können. Dein Bild zeigt mir aber, was mit EAA möglich ist und dass das nicht weit weg von "richtiger" Astrofotografie weg ist. Wenn ich solche Ergebnisse erzielen würde, wäre ich erst mal glücklich. Mir würde das reichen, trotz sichtbarer Verbesserungsmöglichkeiten, wie Bildfelddrehung, die natürlich auch mir auffallen. Aber ganz ehrlich: Wäre mir egal. Ich weiß, den richtigen Astrofotografen eben nicht. Das muss man aber nicht gegeneinander ausspielen, weil jeder andere Ambitionen hat.

LG Olaf
 
Moin,

dass EAA nicht weit von klassischer Astrophotografie weg ist gebietet schon das Reziprozitätsgesetz. Jede Form der Belichtungs ist grundsätzlich gleichwertig, wenn sie richtig durchgeführt wird, die Rauschmathematik lassen wir mal außen vor. Was Ewald zeigt ist, was geht, wenn man es richtig macht. Und wenn er die Rohdaten seines Stacks kalibriert und verarbeitet wirst Du keinen Unterschied zu einer klassisch äquivalent belichteten Aufnahme sehen.

Worauf es ankommt, beim einen Verfahren wie beim anderen, ist es richtig anzuwenden, die gemachten Erfahrungen fruchtbringend einzusetzen und alles konsequent weiterzuentwickeln. Es gibt keinen Königsweg, das ist zu wichtig um es nicht immer wieder zu wiederholen, EAA ist m.E. nur der niedrigschwelligere Einstieg, weil man schneller zu Ergebnissen kommt. Wer ein Meister seines Fachs werden will, muss auch auf diesem Weg steile Berge erklimmen. Die Physik verschenkt nichts.

CS
Jörg
 
Hi Ewald,
erstmal Daumen hoch :y:
Ich verfolge deine Ausführungen u Bilder schon eine halbe Ewigkeit, praktisch seit ich hier dabei bin. Und bin immer wieder fasziniert von deinen Ergebnissen.

Du verstehst aber schon, dass ich EAA nicht die Schuld für meine Ergebnisse u Bilder gebe, sondern vielmehr mein Mangel an Fähigkeiten , das Beste aus dieser Technik heraus zu kitzeln.
Allein das war der Grund für mich, neue Wege zu gehen.
Und ich denke, meine ersten Resultate geben mir persönlich in meinem Falle Recht.
CS Axel_
 
Hi,

das Bild von Ewald hat mM sogar eine bessere Auflösung als das von Axel, obwohl es mit Kurzzeitbelichtungen und sogar kleinerer Öffnung und schlechterem Sensor gemacht wurde. Also ist es allgemein schwierig mit dem Schluss, dass es an den Langzeitbelichtungen liegt. ZB sollte selbstverständlich der Gain Mode und Gain Wert bei Vergleichen nicht sehr unterschiedlich bzw. gleich sein.

Allein das war der Grund für mich, neue Wege zu gehen.
Und ich denke, meine ersten Resultate geben mir persönlich in meinem Falle Recht.
ja, es ist alles immer im Kontext der eigenen "Welt" zu sehen und wenn man Dinge anders macht und die Resultate sind besser, dann ist das OK.

Schwierig ist halt eine konzeptionelle Verallgemeinerung.

Gruß
Peter
 
Hallo,
Ich persönlich sehe auch EAA als Astrofotografie.
EAA wird mir einer Kamera betrieben. Alles was man mit einer Kamera betreibt, ist Fotografie in welcher Art und Weise auch immer. ;)
 
Hallo Axel,
erstmal Daumen hoch :y:
Ich verfolge deine Ausführungen u Bilder schon eine halbe Ewigkeit, praktisch seit ich hier dabei bin. Und bin immer wieder fasziniert von deinen Ergebnissen.
Oh Danke Schön! Das freut und ehrt mich! Danke für das Kompliment!

Du verstehst aber schon, dass ich EAA nicht die Schuld für meine Ergebnisse u Bilder gebe, sondern vielmehr mein Mangel an Fähigkeiten , das Beste aus dieser Technik heraus zu kitzeln.
Allein das war der Grund für mich, neue Wege zu gehen.
Und ich denke, meine ersten Resultate geben mir persönlich in meinem Falle Recht.
Du da gibt es keine Schuld! Und kein muss man so oder so machen! Wenn Du den Weg gefunden hast, der für Dich funktioniert und Dir Spaß macht ist alle perfekt! Das muss man auch nicht rechtfertigen. Und warum nicht darüber sprechen? Dafür ist ja das Forum genau der richtige Platz. Passt schon!

... Ich persönlich sehe auch EAA als Astrofotografie. EAA wird mir einer Kamera betrieben. ...
So gesehen hast Du natürlich recht. Für mich ist es nicht wichtig ob meine Bilder als Astrofotografie oder als (Ergebnis von) EAA bezeichnet werden. Ich finde es sehr gut wie offen es hier im Form gehandhabt wird. Irgendwelche Einschränkungen oder Restriktion dazu wären völlig Banane! Beim amerikanischen CloudyNights darf man im EAA Bereich seit kurzer Zeit keine Fotos mehr zeigen die länger als 60 Minuten gestackt wurden. o_O Erinnert mich an die Anekdote, dass es angeblich in den USA immer noch Staaten gibt in denen es verboten sein soll Männer- und Frauen-Unterwäsche offen sichtbar, gleichzeitig auf der Leine zu trocknen ... _jungeschlagen:

Wenn ich es schaffe die Emotionen, Begeisterung und Faszination die ich beim Beobachten einer Galaxie, eines Nebels, eines Sternhaufens empfunden habe, wieder fühlen kann wenn ich das dabei "gewonnene" Bild später betrachte, dann ist es gut. Völlig unabhängig wie das Bild auf die Welt gekommen ist. Das ist es doch eigentlich worauf es ankommt: Staunen! Begeisterung! Neugierde! Faszination! Zumindest für mich! ;)

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
"Von EAA abgewandt ..."

:) Was für ein Titel.
Ich sehe das Drama vor mir.
Eigentlich ein Bühnenstück.

"Und ich wandte mich ab, voll Abscheu und Grauen, konnte den Anblick nicht länger ertragen! Von dannen zog ich schweren Herzens, ließ hinter mir zurück, was nicht länger erträglich schien, keinen Blick verwandte ich mehr darauf, was nunmehr hinter mir lag, und wandelte in eine ungewisse, neue Zukunft..." :cool::y:

lg
Niki
 
Moin,

letztlich ist EAA ein Schlagwort schlichtweg für ein Arbeitsverfahren, das viele Aspekte visueller Beobachtung und der Fotografie verbindet. Nicht mehr. Ich denke daher auch die relativ entspannte Betrachtungsweise, die auch ich für angebracht und sinnvoll halte.

CS
Jörg
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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