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Hallo,
die letzte Nacht war wieder sehr erfolgreich und v.a. abwechslungsreich. Ich (oder der 8" Dobson) sammelte Photonen verschiedenster Herkunft und unterschiedlichster Entfernung auf. Von ~2000km bis 100Mio. Lichtjahre ist alles dabei
Um 22.18 gings los, der erste von 6 gesichteten Iridium-Flares (hätten noch mehr sein können, waren aber zu schwach oder zu tief am Horizont).
Gegen 23.15 traf ich dann am Beobachtungsort ein, gute Bedingungen herrschten (s.u.).
Nun folgten Gasnebel, Planetarische Nebel, Galaxien, Kugelsternhaufen, Offene Sternhaufen, Planeten...
Jupiter stattete ich einen kurzen Besuch ab, während er durch Zirren suppte. Trotzdem erkannte ich wieder schöne Strukturen, unterschiedliche Bänder, nur der GRF glaube ich war um 1.30 nicht zu sehen.
Der Knüller des Abends war aber der Zirrusnebel, es hat mich fast vom Hocker gehauen als ich wieder durchs 2" Okular MIT OIII-Filter geblickt habe und sich eine riesige Schwinge durchs Gesichtfeld zog. Einfach fantastisch.
Der Rest, wens interessiert, folgt jetzt:
Datum: 27.06.08
Zeit: ca. 23.30 – 01.30 Uhr
Bedingungen: Durchsicht gut (GG Lyr 6mag), Milchstraße gut sichtbar mit Dunkelstrukturen bis runter zur Schildwolke, am Südhorizont ein paar Schleierwolken, welche sich dann nach 1.00 Uhr immer mehr nach Nordosten bewegten; fast windstill, 15° C, geringe Luftfeuchtigkeit, Mondaufgang erst um 1.00 Uhr, Seeing 7/10
Beobachtete Objekte: M5, Hickson 68, (NGC 5390), Cirrusnebel, Nordamerikanebel, NGC 6940, M27, M71
M5 (KS): sehr lockerer KS, bei 40x angelöst, bei 92x erkennt man um den eigentlichen Kernbereich unregelmäßige Anordnung von Sternen, relativ weit vom Kern weg, bei 200x blitzen im Kernbereich Sterne hervor, Kern auch sehr hell aber insgesamt wenig kompakt, schöne punktförmige Sterne
Hickson 68 (Glx NGC 5350, NGC 5353, NGC 5354):
Dauerte lange zum Auffinden, stolperte dabei wieder über M51, bei der sich bei 150x wieder eine schwache Spiralstruktur herauszuschälen scheint; Im Zielgebiet NGC 5350 (11,3mag) zwischen 2 helleren Sternen, schwach, strukturlos, ohne Kernbereich; daneben das Pärchen (NGC 5353 11mag, NGC 5354 11,4mag), klein, rund mit Kernbereichen, beide ungefähr gleich hell (fast leichter zu sehen als NGC 5350 aufgrund höherer Flächenhelligkeit), schöne 3er-Gruppe, der Rest (NGC 5355, NGC 5358) nicht sichtbar (habe auch nicht darauf geachtet); gleich in der Nähe ein weiteres rundliches Glimmen (NGC 5390, 10,6mag), minimaler Kern hebt sich noch ab (evtl. auch Stern)
Cirrusnebel (GN):
Der absolute Bringer, sensationell! Beobachtung bei 40x; ohne Filter nur ein unscheinbarer Fleck an der Stelle von 52 Cyg, mit Filter dann unfassbar, ein riesiger Flügel (NGC 6960), durch 52 Cyg durch, wie eine Zirruswolke, teilweise etwas fransig; es scheint in dem Gebiet von Nebelfetzen nur so zu wimmeln;
Richtung NGC 6992 dann ein weiterer schwacher Nebelfetzen, dazwischen überall Sterne, weiter dann der 2. Flügel, noch besser, unfassbar, viele Strukturen, Filamente, heller und dunkler, wirkt wie eine Hummer-Schere, unregelmäßig durchsetzt mit vielen Einbuchtungen etc., genial was ein OIII-Filter leistet; die östliche Schwinge zwar ohne Filter auch sichtbar (wenn man weiß wo), aber der Filter holt erst die Details zum Vorschein, der Hammer.
Nordamerikanebel (GN):
Lokalisiert neben Xi Cyg, ohne Filter nur die Bucht zu sehen, mit Filter dann ein gewaltiger Nebelkomplex, aber ohne Strukturen; hinter den Sternen zieht sich ein grauer Schleier, passt gar nicht ins 2“ Gesichtsfeld; Bucht gut sichtbar, im Umkreis immer wieder sehr schwache verstreute Nebelfetzen;
NGC 6940 (OC):
Schöner Haufen, sehr hell, bei 40x schon aufgelöst, sehr groß, viele, gleichmäßig helle Sterne, bei 92x verliert sich Haufencharakter;
M27 Hantelnebel (PN):
Toll anzusehen, bei 40x schon die typische Hantelform zu erkennen, sehr hell, bei 92x mit OIII dann die Ohren zu erkennen, Ausdehnung jetzt in Richtung der Ohren größer, ein Ohr erscheint vollständiger, heller als das andere, wirkt etwas fransig;
M71 (KS):
Bei 40x erkennt man schon die Unnormalität, leicht angelöst; bei 92x wirkt er oval, keine Helligkeitszunahme zum Zentrum, relativ gleich helle Sterne, visuell nicht sehr sternreich, bei 150-200x dann relativ gut angelöst, nicht rund, nicht symmetrisch, auch kein wirkliches Zentrum auszumachen, wirkt eher wie ein dicht konzentrierter offener Sternhaufen
die letzte Nacht war wieder sehr erfolgreich und v.a. abwechslungsreich. Ich (oder der 8" Dobson) sammelte Photonen verschiedenster Herkunft und unterschiedlichster Entfernung auf. Von ~2000km bis 100Mio. Lichtjahre ist alles dabei
Um 22.18 gings los, der erste von 6 gesichteten Iridium-Flares (hätten noch mehr sein können, waren aber zu schwach oder zu tief am Horizont).
Gegen 23.15 traf ich dann am Beobachtungsort ein, gute Bedingungen herrschten (s.u.).
Nun folgten Gasnebel, Planetarische Nebel, Galaxien, Kugelsternhaufen, Offene Sternhaufen, Planeten...
Jupiter stattete ich einen kurzen Besuch ab, während er durch Zirren suppte. Trotzdem erkannte ich wieder schöne Strukturen, unterschiedliche Bänder, nur der GRF glaube ich war um 1.30 nicht zu sehen.
Der Knüller des Abends war aber der Zirrusnebel, es hat mich fast vom Hocker gehauen als ich wieder durchs 2" Okular MIT OIII-Filter geblickt habe und sich eine riesige Schwinge durchs Gesichtfeld zog. Einfach fantastisch.
Der Rest, wens interessiert, folgt jetzt:
Datum: 27.06.08
Zeit: ca. 23.30 – 01.30 Uhr
Bedingungen: Durchsicht gut (GG Lyr 6mag), Milchstraße gut sichtbar mit Dunkelstrukturen bis runter zur Schildwolke, am Südhorizont ein paar Schleierwolken, welche sich dann nach 1.00 Uhr immer mehr nach Nordosten bewegten; fast windstill, 15° C, geringe Luftfeuchtigkeit, Mondaufgang erst um 1.00 Uhr, Seeing 7/10
Beobachtete Objekte: M5, Hickson 68, (NGC 5390), Cirrusnebel, Nordamerikanebel, NGC 6940, M27, M71
M5 (KS): sehr lockerer KS, bei 40x angelöst, bei 92x erkennt man um den eigentlichen Kernbereich unregelmäßige Anordnung von Sternen, relativ weit vom Kern weg, bei 200x blitzen im Kernbereich Sterne hervor, Kern auch sehr hell aber insgesamt wenig kompakt, schöne punktförmige Sterne
Hickson 68 (Glx NGC 5350, NGC 5353, NGC 5354):
Dauerte lange zum Auffinden, stolperte dabei wieder über M51, bei der sich bei 150x wieder eine schwache Spiralstruktur herauszuschälen scheint; Im Zielgebiet NGC 5350 (11,3mag) zwischen 2 helleren Sternen, schwach, strukturlos, ohne Kernbereich; daneben das Pärchen (NGC 5353 11mag, NGC 5354 11,4mag), klein, rund mit Kernbereichen, beide ungefähr gleich hell (fast leichter zu sehen als NGC 5350 aufgrund höherer Flächenhelligkeit), schöne 3er-Gruppe, der Rest (NGC 5355, NGC 5358) nicht sichtbar (habe auch nicht darauf geachtet); gleich in der Nähe ein weiteres rundliches Glimmen (NGC 5390, 10,6mag), minimaler Kern hebt sich noch ab (evtl. auch Stern)
Cirrusnebel (GN):
Der absolute Bringer, sensationell! Beobachtung bei 40x; ohne Filter nur ein unscheinbarer Fleck an der Stelle von 52 Cyg, mit Filter dann unfassbar, ein riesiger Flügel (NGC 6960), durch 52 Cyg durch, wie eine Zirruswolke, teilweise etwas fransig; es scheint in dem Gebiet von Nebelfetzen nur so zu wimmeln;
Richtung NGC 6992 dann ein weiterer schwacher Nebelfetzen, dazwischen überall Sterne, weiter dann der 2. Flügel, noch besser, unfassbar, viele Strukturen, Filamente, heller und dunkler, wirkt wie eine Hummer-Schere, unregelmäßig durchsetzt mit vielen Einbuchtungen etc., genial was ein OIII-Filter leistet; die östliche Schwinge zwar ohne Filter auch sichtbar (wenn man weiß wo), aber der Filter holt erst die Details zum Vorschein, der Hammer.
Nordamerikanebel (GN):
Lokalisiert neben Xi Cyg, ohne Filter nur die Bucht zu sehen, mit Filter dann ein gewaltiger Nebelkomplex, aber ohne Strukturen; hinter den Sternen zieht sich ein grauer Schleier, passt gar nicht ins 2“ Gesichtsfeld; Bucht gut sichtbar, im Umkreis immer wieder sehr schwache verstreute Nebelfetzen;
NGC 6940 (OC):
Schöner Haufen, sehr hell, bei 40x schon aufgelöst, sehr groß, viele, gleichmäßig helle Sterne, bei 92x verliert sich Haufencharakter;
M27 Hantelnebel (PN):
Toll anzusehen, bei 40x schon die typische Hantelform zu erkennen, sehr hell, bei 92x mit OIII dann die Ohren zu erkennen, Ausdehnung jetzt in Richtung der Ohren größer, ein Ohr erscheint vollständiger, heller als das andere, wirkt etwas fransig;
M71 (KS):
Bei 40x erkennt man schon die Unnormalität, leicht angelöst; bei 92x wirkt er oval, keine Helligkeitszunahme zum Zentrum, relativ gleich helle Sterne, visuell nicht sehr sternreich, bei 150-200x dann relativ gut angelöst, nicht rund, nicht symmetrisch, auch kein wirkliches Zentrum auszumachen, wirkt eher wie ein dicht konzentrierter offener Sternhaufen